Woher kamen sie?

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Die Bezeichnung „Araber“ ("Arabi", "Arabu" oder "Urbi") wurde erstmals von den Assyrern (Inschrift von 853 v. Chr.) als Bezeichnung für ein Nomadenvolk benutzt, das in der nördlichen Region der arabischen Halbinsel lebte. Auch vom Stamm der Sabäer und in der biblischen Genesis (10. Kapitel) wird die Bezeichnung verwendet. Als Hebräer wurden die ursprünglich weiter südlich lebenden Nomaden bezeichnet. Die Vorfahren der Araber und auch der Hebräer sind aus Nordostafrika (Äthiopien) eingewandert. Diese Verwandtschaft erkennt man heute noch an einer Sprachähnlichkeit und an der von rechts nach links geschriebenen Schrift.

In welchem Land lebten sie?

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Der Nahe Osten ist eine Region mit vielen unwirtlichen Gebieten (Wüsten, Halbwüsten und versalzenen Gebieten), die von einigen fruchtbaren Zonen (an Flüssen, Seen und Oasen) durchzogen wird. In den bergigen Gegenden regnen die vom Mittelmeer kommenden Wolken ab. Zahlreiche Wasserläufe trocknen im Sommer aus. Unter diesen klimatischen Bedingungen suchten die Bewohner ständig nach neuen Weidegründen für ihre Tiere.

Im fruchtbaren Halbmond stießen nicht nur die Verkehrswege dreier Kontinente zusammen (deshalb waren Transportdienstleistungen (Karawanen) wichtig), auch kulturelle, religiöse und technologische Kenntnisse stießen zusammen. Diese Gegebenheiten waren der Nährboden für reiche und komplexe Kulturen. Mit den Fortschritten in der Bewässerungstechnik wurden immer mehr Nomaden sesshaft. Sie gründeten Städte und brachten verschiedene Fertigkeiten und Beschäftigungen weiter voran. Schließlich breiteten sich die Araber im gesamten Nahen Osten, in Nordafrika und auf der iberischen Halbinsel aus und ließen sich dort nieder.

Der Nahe Osten ist auch das Gebiet, wo drei monotheistische Religionen gegründet wurden: das Judentum, das Christentum und der Islam. Heute sind alle drei Religionen weltweit verbreitet. Die Anhänger dieser Glaubensrichtungen lebten über Jahrhunderte in der arabischen Welt harmonisch zusammen, da sich alle als die Diener eines Gottes betrachteten. Muslime bezeichnen Juden und Christen heute noch als "Buchmenschen", weil sie die hebräische Bibel (das Alte Testament) anerkennen.

Wie sahen Ihre Gebäude aus?

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Die Araber lebten zuerst in Häusern aus Lehm und Holz. Viele lebten aber lieber in Zelten. Die arabischen Nomaden, die kein festes Zuhause hatten, sondern immer umher zogen, sind dafür ein gutes Beispiel. Eine arabische Legende erzählt, dass das erste Gebäude Arabiens die heilige Kaaba war. Das ist das Haus ihres Gottes, das vom Propheten Adam erbaut wurde. Später wurde ein neues Haus auf der gleichen Stelle von den Propheten Abraham und Ishmael erbaut.

Später errichteten sie herrliche Gebäude. Das berühmteste ist die Al-Hambra in Spanien. Das Wissen der Araber wird noch heute von Architekten (Menschen, die Gebäude planen), benutzt.

Was aßen sie?

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Araber aßen normalerweise das gleiche wie viele andere Völker am Mittelmeer, unter anderem Brot nach eigenem Rezept, Datteln, Oliven usw. Arabisches Essen kann an Eigentümlichkeit und Geschmack mit der Nahrung jeder anderen Kultur mithalten. Weil es im Prinzip einfache, natürliche und leicht verdauliche Nahrungsmittel umfasst, hat es einen hohen Nährwert in der Skala der heutigen fitnessbewussten Gesellschaft. Die spanischen Mauren waren weltweit die ersten, die Menüs mit 12 Gängen einführten.

Wie kleideten sie sich?

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Die Araber trugen für gewöhnlich sehr schön gearbeitete Kleidung. Männer trugen nach altem Brauch knielange Umhänge. Bisht oder Aba sind zwei beliebte weiten Umhänge, die sie normalerweise über dem Thobe trugen. Männer trugen auch Stirnbänder mit einem Turban darüber. Die Frauen trugen lange Kleider . Es ist ein Brauch, dass die Frauen sich mit einem besonderen Gewand bedeckten. Es hieß Zilbub.

Es gibt viele verschiedene arabische Gewänder und manche Araber ziehen sich wie Europäer an.

Wie sah ihre Schrift aus?

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Die Araber waren eines der ersten Völker, die eine Schrift entwickelten. Arabisch wird von rechts nach links geschrieben, also genau entgegengesetzt dem Deutschen, welches man von links nach rechts schreibt. Das Arabische Alphabet hat 29 Buchstaben. Vokale werden dabei nicht eindeutig geschrieben. Später wurden die Vokale kenntlich gemacht, um es den zum Islam übergetretenen Nichtarabern das Lesen zu erleichtern, denn die meisten islamischen Schriften sind auf Arabisch. Die Araber verstehen ihre Sprache natürlich auch ohne die Kennzeichnung der Vokale. Die arabische Schrift ähnelt sehr der Schrift der Hebräer und beide Alphabete haben fast die gleichen Laute.

Ein Beispiel sind die Wörter "A'raabi أعرابي" und "arabi عربي", die beide der Ursprung des Wortes "Araber" sein könnten. "A'raabis" heißt "die Nomaden", "arabis" sind die Bewohner der Städte.

An was glaubten sie?

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Die Araber sehen Abraham als ihre Vorfahren an. Sie sagen, dass sie von seinem ältesten Sohn Ishmael und Isaaks ältestem Sohn Esau abstammten. Diese beiden Männer sollen als erstes an einen einzigen Gott geglaubt haben.

97% der Araber sind heute Muslime. Sie glauben an Allah, also wie Christen und Juden an einen einzigen Gott. Der Name "Allah" heisst übersetzt "Gott", er unterscheidet sich also nicht zu dem Gott der Juden und Christen, nur wird er anders geschrieben. Bevor der Islam im Jahr 610 entstand, waren die Araber Heiden. Die verehrten verschiedene Idole aus Stein und Holz. Der Hauptgott der heidnischen Araber war Hubble und sie kannten 340 weitere Gottheiten.

Schätzungsweise 2,8% der Araber sind Christen, 0,2% Juden.

Sind einige von ihnen heute noch berühmt?

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Ibn Khaldun (lebte im 14. Jh.) war ein berühmter Araber, der als Begründer der Sozialwissenschaften gilt. 'Sozialwissenschaft' bedeutet Gesellschaftswissenschaft, und sie beschäftigt sich damit, wie Menschen in Familien, Dörfern, Städten und Staaten zusammenleben. Ibn Chaldun erforschte unter anderem die Spannungen, die es zwischen jungen und älteren Menschen gibt. Er schrieb auch über die Gegensätze und Streitigkeiten zwischen Menschen, die in Städten wohnen und solchen, die in der Wüste leben.

Omar Khayyam war ein Dichter, und zählte zu den größten Poeten der Menschheit.

Ibn Ruschd (1126-1198) ist bei uns unter dem namen Averroes bekannt (sprich das 'o' und 'e' getrennt). Averroes ist ein berühmter Philosoph, der im Mittelalter Europa mit den wichtigen Werken des Aristoteles vertraut gemacht hat. Das war für die Gelehrten in Europa von unschätzbarem Wert.

Von den vielen großen Denkern, die in arabischer Sprache geschrieben haben und deshalb zum arabischen Kulturkreis gezählt werden, sollten wir die folgenden noch erwähnen:

Ein berühmter arabisch schreibender Mathematiker war Al Khwarismi (geboren im Iran, lehrte in der ersten Hälfte des 9. Jh.). Er erfand das, was wir heute Algebra nennen, also einen ganz wichtigen Zweig der Mathematik. Aus seinem Namen wurde später das Wort 'Algorithmus' gebildet, was dasselbe meint wie Anleitung zum Lösen einer schwierigen Rechenaufgabe.

Was ist von ihnen geblieben?

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Die Araber bewahrten und bereicherten das antike Wissen der Griechen und Römer.

Das größte Werk ihrer Kultur ist der arabisch geschriebene Koran. Er ist ihnen so wichtig wie den Christen die Bibel. Er wird von 1200 Millionen Muslims verehrt. Viele seiner Verse, 'Suren' genannt, lernen die Muslims auswendig. Der Koran darf nicht übersetzt werden; so will es jedenfalls die reine Lehre.

Unsere Zahlen nennen wir "arabische Zahlen". Die Araber haben sie zwar von den Indern übernommen; aber trotzdem muss man sagen: Viel Wichtiges ist auf dem Weg über die Araber in unsere europäische Kultur gekommen.

Die arabische Kultur besteht bis heute. Es leben auf der Erde ca. 300 Millionen Araber. Sie leben in über 20 arabischen Ländern, die im Nahen Osten, in Afrika und Asien liegen. Sie erstrecken sich von der Westsahara bis zur türkischen Grenze. Das ist eine Fläche von ungefähr 13,6 Mio. km². Landwirtschaft ist die vorrangige wirtschaftliche Betätigung in der arabischen Welt. Es wird hauptsächlich Weizen, Gerste, Reis, Mais und Hirse angebaut. Einige arabische Länder verfügen über große Rohölreserven.


  • Im Wikijunior-Buch Arabisch findest du viel mehr über diese Sprache und ihre Geschichte