Wikijunior Alte Zivilisationen/ Niedergang


Ursachen für den Niedergang von Zivilisationen

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Vernichtung im Krieg

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Jahrtausendelang versuchte jeder Herrscher, der sich mächtig genug glaubte, sein Territorium und seinen Einfluss durch Krieg zu vergrößern. Wenn sich der Gegner besonders lange gewehrt und dem Angreifer hohe Verluste zugefügt hatte, endete der Krieg oft mit einem Massenmord: Alle Männer und Jungen wurden „vorsorglich“ getötet, damit es nicht zu Aufständen und Blutrache kommen konnte. Die Frauen und Mädchen wurden versklavt, die Stadt geplündert und verbrannt.

Die Eroberer bringen ihre Kultur mit

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Nicht immer ging es so blutig zu. Die Besiegten mussten natürlich die Sprache ihrer Feinde lernen und benutzen, dadurch wurde ihre ursprüngliche Sprache allmählich zur Zweitsprache. Den meisten älteren Personen fällt es schwer, zwei Sprachen zu lernen. Aber wenn man jung ist, geht das natürlich einfacher.

Manche Eroberer erlaubten den Besiegten, ihre Kultur und ihre Religion zu behalten. Das scheint aber viele Jahrtausende unüblich gewesen zu sein.

  • Perser: 539 v.Chr. „Die Perser waren tolerant, gaben den Städten ihre Götter wieder zurück...“
  • Hethiter: „Anscheinend glaubten sie, dass alle Götter rechtmäßig waren und Verehrung verdienten, unabhängig von wem sie angebetet wurden. Die Hethtier waren wahrscheinlich das erste Volk der Welt, das religiöse Toleranz übte.“
  • Römer: „Die Römer verfolgten die kluge Bündnispolitik, unterworfenen Völkern weitgehende Selbstbestimmung und Selbstverwaltung zu gewähren, um die Loyalität der Bewohner der Provinzen zu fördern.“

Andere Sieger bekämpften unbarmherzig jeden „Andersgläubigen“. Jeder musste zum neuen Glauben übertreten. Wer heimlich seine Religion ausübte und seine Sprache weiter benutzte und sich dabei erwischen ließ, wurde oft getötet:

  • Trotz der in Rom üblichen religiösen Toleranz wurde die frühen Christen als Gefahr gesehen und erbarmungslos verfolgt, sie wurden sogar im römischen Kolosseum den Löwen vorgeworfen. Erst im Jahr 313 wird den Christen Glaubensfreiheit zugestanden.
  • Die Azteken wurden von den Konquistadoren hingemetzelt.
  • Zu Beginn der Neuzeit tobte ein dreißigjähriger Krieg zwischen Katholiken und Lutheranern um den „wahren“ Glauben.
  • Die Waldenser und die Hutterer wurden verfolgt.

Vertreibung und Verstreuung

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Manchmal zogen Völker nach Hungersnöten oder Katastrophen in alle Himmelsrichtungen davon. Sie nahmen nur das Nötigste mit, falls sie noch etwas hatten, was man mitnehmen konnte. Kleine Gruppen dieser Flüchtlinge wurden manchmal von anderen Völkern aufgenommen oder gründeten neue Siedlungen. Die Gruppen der Überlebenden waren zu klein, um die gesamte Kultur ihres Volkes zu bewahren. Alles Wissen musste mündlich weitergegeben werden. Meist waren die Medizinmänner oder Priester die Bewahrer des Wissens. Es gab nur sehr wenige Lese- und Schriftkundige, die ein Buch über die alten Sitten und Gebräuche hätten schreiben können. Durch das Zusammenleben mit den neuen Nachbarn veränderten sich allmählich die ursprünglichen Sitten. Nach einigen Generationen wurde die alte Sprache immer weniger genutzt.

Klimaänderungen

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Sicher hast du schon von   Eiszeiten und   Warmzeiten gehört, aber auch zwischen den Eiszeiten gibt es kleine Schwankungen. Etwa 2500 Jahre vor Christus gab es eine fast tausend Jahre lange wärmere Zeit. In dieser Zeit entwickelten die Sumerer eine hohe Kultur. Dann folgte eine kühlere und trockenere Phase, die mehr als tausend Jahre dauerte. Die Menschen mussten hart um das Überleben kämpfen. Außer den Priestern konnten nur wenige Menschen lesen und schreiben. Wenn sie der Hunger plagte und die Spenden ausblieben, gingen auch die Priester auf das Feld, statt zu schreiben und zu lehren. Ihr wisst ja selber, wie schwer das Lernen fällt, wenn der Magen knurrt. Viele frühere Errungenschaften wurden vergessen.

In der Bibel ist eine sieben Jahre andauernde Hungersnot beschrieben - die „sieben fette Jahre, gefolgt von sieben mageren Jahren“. Schon damals hatten die Städte und die Staaten große Vorräte angelegt, um ein oder vielleicht auch zwei Missernten überstehen zu können. Aber für sieben Jahre reichten die Vorräte nicht. Die Bibel berichtet, dass Moses mit seinem Volk aus Ägypten fortzog, um ein besseres Land, das „gelobte Land“ zu suchen.

Etwa 100 Jahre vor Christus begann eine Erwärmung, die als das „Optimum der Römerzeit“ bezeichnet wird und etwa 600 Jahre dauerte. Als sich das Klima erneut verschlechterte, kam es im Norden Europas immer öfter zu Missernten. In guten Zeiten gab es drei Missernten in hundert Jahren, zeitweise aber 40 Missernten in hundert Jahren, und in den Jahren zwischen den Missernten waren die Ernten auch nicht toll. Ein Teil der hungernden Menschen zog nach Süden, in wärmere Länder: Diese Zeit der großen germanischen Völkerwanderungen dauerte etwa von 370 bis 570 nach Christus.