Europa

Einleitung zu Europa
Die Europäische Union

Überblick

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Europa in Zahlen
Staatliche Strukturen

Anhang

Glossar
Projektdefinition

Die Slowakei ist ein Land im östlichen Mitteleuropa. Es grenzt an Polen, die Ukraine, Ungarn, Österreich und Tschechien.

Die Lage der Slowakei in Europa.

Die Hauptstadt ist Bratislava (Pressburg oder Preßburg).[1] Die einzige weitere Großstadt ist Košice. Die Währung der Slowakei ist seit 2009 der Euro.

Die Slowakei ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union.

Die Flagge der Slowakei.

Geschichte

In der Zeit der Völkerwanderung kommen slawische Stämme in das Gebiet der heutigen Slowakei. Nach einer kurzen Zeit eines mährischen Fürstentums erobern die Magyaren dieses Gebiet; es wird ab 1030 Teil des Königreich Ungarns. Etwa von dieser Zeit an entwickelt sich das Slowakische als eigenständige Sprache, die aber mit Tschechisch sehr verwandt ist. Als im 16. und 17. Jahrhundert ein Großteil Ungarns vom Osmanischen Reich besetzt ist, zählt Pressburg als Hauptstadt Ungarns.

Nach dem Ersten Weltkrieg bilden Tschechen und Slowaken einen gemeinsamen Staat Tschechoslowakei, in dem ein Großteil der Bevölkerung Deutsche und Ungarn sind;[2] in Pressburg leben bis dahin fast nur Deutsche und Ungarn. Die Tschechoslowakei bleibt relativ stabil, bis die nationalsozialistische Propaganda die deutsche Bevölkerung gegen Tschechen und Slowaken aufhetzt. Nach dem Münchner Abkommen (Sept. 1938) werden die Sudeten an das Deutsche Reich angegliedert, der Süden der Slowakei an Ungarn und der Osten der Slowakei an die Sowjetunion. Im März 1939 wird die Tschechoslowakei aufgelöst: Deutschland besetzt Tschechien; die Slowakei wird ein eigener Staat unter deutscher Kontrolle.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieg besetzt die Sowjetunion Slowakei und Tschechien; die gemeinsame Republik wird wiederhergestellt. Die deutsche Minderheit wird weitgehend vertrieben, und es kommt zu einem Bevölkerungsaustausch zwischen der Slowakei und Ungarn. Nach dem Ende des Kommunismus 1989/1990 kommt es zu immer größeren Meinungsverschiedenheiten zwischen Tschechen und Slowaken. Das gemeinsame Parlament beschließt das Ende der Republik; zum 1. Januar 1993 werden die Länder Slowakei und Tschechien selbständig.

Danach droht der Slowakei innenpolitisch die Instabilität und außenpolitisch die Isolation. Ab 2000 nähert sich die Slowakei der Europäischen Union an, deren Mitglied sie 2004 wird. Im Dezember 2007 fallen die Grenzkontrollen nach dem Beitritt zum Schengener Abkommen weg; 2009 wird der Euro eingeführt.

Landschaft und Klima

 
Übersichtskarte.

Die Slowakei ist ein Binnenland in Mitteleuropa mit einer Fläche von 49.035 km². Sie ist überwiegend ein Gebirgsland mit einem großen Anteil an den Karpaten, reicht im Süden aber bis in die Ungarische Tiefebene.

 
Der Fluss Radvan.

Die größten Flüsse sind die Donau (gleichzeitig Grenzfluss zu Österreich und Ungarn), Waag (Váh), March (Morava, Grenzfluss zu Tschechien und Österreich) und Gran (Hron). Die höchste Erhebung ist der Gerlachovský štít (Gerlsdorfer Spitze) in der Hohen Tatra mit 2.655 m (zugleich der höchste Berg der gesamten Karpaten); die Zahl der Zweitausender beträgt etwa 100.

Ungefähr 40 % der Slowakei sind mit Wald bedeckt. Die meisten Bergregionen haben geschützte Gebiete, um die vielen verschiedenen Tierarten – z.B. Braunbären, Wölfe, Füchse, Wildschweine, Bisamratten, Gämse und Luchse – zu erhalten.

Das slowakische Klima liegt zwischen den gemäßigten Zonen und Kontinentalklima-Zonen mit relativ warmen Sommern und kalten, bewölkten und feuchten Wintern.

Bevölkerung

Die Slowakei hat eine Bevölkerung von etwa 5,4 Mio. Einwohner. Davon sind ungefähr 85 % von slowakischer Abstammung. Die Ungarn bilden die größte Minderheit (fast 10 %). An weiteren Minderheiten gibt es vor allem Roma (offiziell 1,7 %, nach Schätzungen bis 5 %), Tschechen, Russinen (Ruthenen) und Ukrainer.

Die Amtssprache ist Slowakisch. Ungarisch wird im Süden des Landes oft gesprochen und hat in einigen Regionen den Status einer zweiten Amtssprache. Viele Menschen sprechen und verstehen auch Tschechisch.

Fast 70 % der Bürger gehören zur römisch-katholischen Kirche. Etwa 16 % der Bevölkerung sind konfessionslos oder gehören zu einer kleineren Glaubensgemeinschaft. Daneben gibt es weitere christliche Konfessionen sowie einige Tausend Juden und Muslime.

Sehenswürdigkeiten

 
Das Schloss Betliar in der Ostslowakei.

Die alpine Landschaft der Tatra ist die Hauptattraktion. Vor allem in der Hohen Tatra finden sich gut erschlossene Wintersport- und Wandergebiete mit Möglichkeiten zum Bergsteigen.

Die oft noch „wilden“ Flüsse in den Bergen der Slowakei wie zum Beispiel die obere Waag (Váh) bieten Möglichkeiten für Wildwasserrafting. Auch die Nationalparks und die großen Teile der nahezu unberührten Natur laden zur Erholung ein. Überdies gibt es viele Höhlen; 13 Höhlen sind für Besucher zugänglich, die größte davon – die Demänováer Freiheitshöhle – ist fast 9 km lang.

Außerdem hat das Land zahlreiche mittelalterliche Burgen und Schlösser zu bieten, darunter die Zipser Burg (Spišský hrad), die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:
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Siehe auch

Über Wikipedia gibt es weitere Informationen über Slowakei, beispielsweise:


Hinweise

  1. Wegen der langen gemeinsamen Geschichte zwischen Deutschen und Slowaken – mit der Slowakei als Teil Österreich-Ungarns – gab es für sehr viele slowakische Ortsnamen auch deutsche Bezeichnungen. Anders als für Polen, Tschechien oder auch Rumänien sind für die Slowakei die deutschen Bezeichnungen nicht mehr üblich. Selbst für die Hauptstadt wird im deutschen Sprachraum meistens Bratislava und nicht Pressburg gesagt.
    Siehe auch die Liste deutscher Bezeichnungen slowakischer Orte.
  2. Volkszählung 1921: etwa 6,8 Mio. Tschechen (50,1 %), 3,1 Mio. Deutsche (22,9 %), 1,9 Mio. Slowaken (14,3 %), 0,7 Mio. Ungarn (5,5 %), 0,5 Mio. Russen und Ukrainer (3,4 %).