Gitarre: Flat-Picking


Die Symbiose aus dem Picking mit Plektrum und dem Finger-Picking ist das sogenannte "Flat-Picking".

Wenn man normalerweise mit dem Plektrum spielt, dann sind die übrigen Finger (Mittelfinger, Ringfinger und der kleine Finger) unbeteiligt.

Zieht man die verbleibenden Finger noch in das Spiel mit ein, dann spricht man vom "Flat-Picking". Sehr oft kopiert man dabei das 3-Finger-Picking. Anstelle die Bassnote nur mit dem Daumen anzuschlagen, wird diese mit dem Plektrum (also mit Daumen und Zeigefinger) angeschlagen. Der Mittelfinger übernimmt dafür die Aufgaben des Zeigefingers, und der sonst beim 3-Finger-Picking unbeteiligte Ringfinger übernimmt die Aufgaben des Mittelfingers.

Will man jedoch einen vollen Akkordanschlag, wie bei der 4-Finger-Begleitung im Jazz nimmt man noch den kleinen Finger mit hinzu.

Das Flat-Picking ist etwas umständlicher zu lernen, als reines Picking oder eine reine Plektrum-Technik. Altbekannte Zupfmuster müssen mit der Flat-Picking-Methode noch einmal einzeln geübt werden. Wenn man jedoch halbwegs sicher im Plektrum-Spielen und im Picking sowie Zupfen ist, gewöhnt man sich erfahrungsgemäß sehr schnell an die andere Rollenverteilung der Finger.[1]

Der unschlagbare Vorteil des Flat-Pickings lieg bei dem Wechseln der Spielart. Gitarrensolos mit Plektrum und Zupf- bzw. Picking-Techniken können ohne Flat-Picking nur mit zwei Gitaristen realisiert werden. Mit der Technik ist es jedoch leicht, enorm schnell zwischen Akkordbegleitung und Melodiespiel zu wechseln.

Nebenbei kann die Bass-Begleitung viel anspruchsvoller werden, da der Daumen nicht mehr nur auf Abschläge beschränkt ist, sondern durch Auf- und Abschläge sein Feeling[2] verdoppeln kann.

Der kleine Nachteil ,dass hier der Zeigefinger am Plektrum gebunden ist, wird durch den schnellen Wechsel der Begleittechniken wieder aufgewogen.


  1. Wem schon einmal der Zeigefingernagel abgebrochen ist, der hat vielleicht schon einmal notgedrungen geübt, wie man ohne Zeigefinger zupft. Wer damit halbwegs zurechtgekommen ist, dem sollte das Flatpicking keine nennenswerten Schwierigkeiten bereiten.
  2. Gemeint ist eine Verdopplung des 4el- bzw. 8el-Feeling auf den doppelten Wert.