Esperanto: Kapitel 50

Auf „-o“ endende PronomenBearbeiten

1. Im Gegensatz zu den auf -u endenden Pronomen (tiu, kiu, ĉiu, iu, neniu), beziehen sich die analog auf -o endenden Pronomen auf ein Objekt, eine Tatsache oder eine Handlung welche nicht genau definiert ist (handelt es sich jedoch um Personen, werden stets die -u-Pronomen verwendet). Da diese Pronomen stets etwas vage sind, können sie weder in der Pluralform noch als pronominale Adjektive verwendet werden.

Demonstrativ:

tio – das (Ding, Fakt oder Handlung)
ĉi tio – dieses (Ding, Fakt oder Handlung)

Interrogativ und Relativ:

kio – was?, was

Distributiv:

ĉio – alles
ĉio ĉi – dies alles

Indefinit:

io – irgendeines, etwas

Negativ:

nenio – nichts

2. Ein unpersönliches Pronomen im Prädikat oder der Verhältnisbeziehung zu einem Pronomen, das in -o endet, muss selbst aus obiger Reihe sein:

Kio estas ĉi tio, kion vi diras? – Was ist das, was Sie sagen?
Ŝi vidis tion, kio ĵus okazis. – Sie sah das, was gerade vorkam.
Ĉio ĉi, kion vi vidas, estas farita de ili. – Alles hier (all das), das Sie sehen, wurde von ihnen gemacht.
Li havas ion por vi, sed nenion por mi. – Er hat etwas für Sie, aber nichts für mich.

TabellwörterBearbeiten

3. Pronomina, Adjektive und Adverbien, die mit einander als entsprechend demonstratives, interrogatives, Verwandten usw. verbunden sind, werden „Korrelate“ genannt. Im Esperanto ist das korrelative System abgeschlossener als in jeder anderen Sprache und kann wie folgt zusammengefasst werden:

ki-
fragend
ti-
hinweisend
i-
unbestimmt
ĉi-
allumfassend
neni-
verneinend
-u
Person, benannte Sache
kiu (Kap. 31 #1)
wer, welcher, welche, welches
tiu (Kap. 13 #1)
jener, der
iu (Kap. 43 #1)
jemand, irgendein
ĉiu (Kap. 37 #1)
jeder
neniu (Kap. 47 #1)
keiner, niemand
-o
unbenannte Sache
kio ( #1)
was
tio ( #1)
jenes, das
io ( #1)
irgendwas, etwas
ĉio ( #1)
alles
nenio ( #1)
nichts
-e
Ort
kie (Kap. 32 #2)
wo
tie (Kap. 16 #1)
dort, da
ie (Kap. 44 #2)
irgendwo
ĉie (Kap. 39 #1)
überall
nenie (Kap. 48 #2)
nirgendwo
-am
Zeit
kiam (Kap. 33 #1)
wann
tiam (Kap. 17 #1)
dann
iam (Kap. 45 #1)
irgendwann
ĉiam (Kap. 40 #1)
immer
neniam (Kap. 48 #3)
nie
-a
Eigenschaft
kia (Kap. 32 #1)
wie, was für ein
tia (Kap. 15 #1)
solch ein
ia (Kap. 44 #1)
irgendein
ĉia (Kap. 38 #1)
jederlei
nenia (Kap. 48 #1)
keinerlei
-el
Art und Weise
kiel (Kap. 33 #2)
wie, auf welche Weise
tiel (Kap. 20 #1, Kap. 33 #2)
so
iel (Kap. 46 #1)
irgendwie
ĉiel (Kap. 41 #1)
auf jede Weise
neniel (Kap. 49 #2)
in keiner Weise
-om
Menge
kiom (Kap. 35 #1)
wieviel
tiom (Kap. 23 #4)
soviel
iom (Kap. 46 #2)
etwas, ein wenig
ĉiom (Kap. 41 #2)
alles
neniom (Kap. 49 #)
nichts
-al
Grund
kial (Kap. 28 #1)
warum
tial (Kap. 18 #1)
darum
ial (Kap. 45 #2)
aus irgendeinem Grund
ĉial (Kap. 40 #2)
aus jedem Grund
nenial (Kap. 49 #1)
aus keinem Grund
-es
Besitz
kies (Kap. 31 #2)
wessen
ties (Kap. 14 #4)
dessen, deren
ies (Kap. 43 #2)
irgend jemandes
ĉies (Kap. 37 #2)
jedermanns
nenies (Kap. 47 #2)
niemandes

Die Verwendung von „ajn“Bearbeiten

4. Das Wort ajn kann hinter jedes fragende oder unbestimmte Relativpronomen gesetzt werden und gibt diesem einen verallgemeinernden Sinn. Um eine Verwechslung mit einer Akkusativ-Plural-Endung zu vermeiden, wird es niemals mit dem vorhergehenden Pronomen verschmolzen:

kio ajn – was (auch) immer
kies ajn – was (auch) immer
kies ajn – wo (auch) immer
kiam ajn – wann (auch) immer
kiom ajn – wieviel (auch) immer
ia ajn – welcher Art (auch) immer

Das Suffix „-ing-“Bearbeiten

5. Das Suffix -ing- wird zur Bildung von Wörtern verwendet, die etwas bezeichnen, das den in der Wurzel genannten Gegenstand (ent)hält:

glavingo – Schwertscheide
plumingo – Federhalter
lumingo – Fackelhalter
ingo – Behältnis, Gehäuse, Hülse

VokabelnBearbeiten

ĉio – alles ( #1)
Gordio – Gordios
io – irgendwas ( #1)
jugo – Joch
klini – beugen, neigen (transitiv)
kio – was ( #1)
ligi – verbinden
nenio – nichts ( #1)
ofero – Opfer
regi – regieren
sankta – heilig
templo – Tempel
tio – das, dies ( #1)
utila – nützlich

La gordia ligaĵo (Leseübung)Bearbeiten

Unufoje en antikva tempo la regatoj de iu reĝolando en Azio ne havis reĝon. Ne sciante kion fari, ili demandis de la dioj. La dioj respondis, „Kiu ajn venos unue en nian sanktan templon hodiaŭ, por fari oferojn, estos via reĝo.“ Okaze kamparano nomita Gordio venis al la templo, ĵus post la tagiĝo. La regatoj tuj rekonis la estontan reĝon, kvankam li veturis sur peza malbela veturilo. Salutinte la surprizitan kamparanon, oni nomis lin reĝo. Decidinte fari dankoferon al la dioj, Gordio metis en la templon la veturilon mem sur kiu li tien veturis, antaŭ ol li komencis regi kiel la nova reĝo. La jugo estis alligita (fest verbunden) per granda ligaĵo el ŝnurego. Post la morto de Gordio oni grade komencis kredi ion tre interesan pri tio. Oni diris ke tiu, kiu povos iel ajn malligi tiun ligaĵon, fariĝos reganto super ĉiuj reĝoj de Azio.

Post kelkaj jaroj Aleksandro Granda decidis fari grandan militadon kontraŭ Azio, kaj alproksimiĝis al la lando kie estis reginta Gordio. Kiam li demandis, „Kio estas ĉi tie la plej interesa vidindaĵo?“ oni rakontis al li tion, kion oni diras pri la ŝnurega ligaĵo sur la veturilo de Gordio. Kompreneble (Selbstverständlich) Aleksandro deziris fari ion ajn utilan por venki Azion, tial li tuj venigis gvidiston por konduki lin al la templo. Alveninte tien, li zorge rigardadis la ligaĵon, kaj ekzamenis la ŝnuregon el kiu ĝi estis farita. Tiam, elpreninte sian glavon el la glavingo, subite kliniĝante li rekte tratranĉis la tutan ligaĵon. „Nenio estas pli facila ol tio,“ li diris, „kaj nun mi ne dubas ĉu mi certe regos super ĉiuj reĝoj de Azio.“ Pro tio, kion faris Aleksandro Granda, oni ankoraŭ nuntempe diras, kiam iu ajn superas malfacilaĵon per kia ajn subita metodo, „Li tranĉis la gordian ligaĵon.“


ÜbersetzungsübungBearbeiten

  1. Man hört oft die Äußerung: „Ich werde diesen Gordischen Knoten zerschlagen.“
  2. Es gibt eine interessante Geschichte darüber.
  3. Ein Wagen, dessen Ziehgeschirr mit einem großen Knoten an den Pfahl gebunden war, war mitten in den Tempel gestellt worden.
  4. Es war ein Dankesopfer für die heiligen Götter, durch deren Hilfe Gordios in alten Zeiten König geworden war.
  5. Es wurde gesagt, dass wer auch immer fähig sein würde, diesen Knoten aufzulösen, ohne Zweifel Herrscher über ganz Asien würde.
  6. Alexander der Große kam während eines Feldzugs gegen Asien auf die Stadt zu, wo dieser Tempel war.
  7. Als er die Geschichte gehört hatte, ließ er sofort einen Führer kommen und ging unter seiner Führung dort hin.
  8. Er begehrte alles zu tun, was für die Eroberung Asiens nützlich war.
  9. Als er den Knoten sorgfältig untersucht hatte, bückte er sich und versuchte ein paar Minuten, ihn aufzubinden.
  10. Dann wählte er eine andere Methode.
  11. Er ergriff sein Schwert und schnitt den ganzen Knoten plötzlich durch.
  12. Danach steckte er das Schwert zurück in die Scheide.
  13. Das tat er, anstatt mit seinen Versuchen fortzufahren (daŭrigi), den Knoten aufzubinden.
  14. Tatsächlich war er mangels Geduld überdrüssig geworden.
  15. Vielleicht war die Eroberung Asiens in keinster Weise aufgrund dessen möglich geworden, aber zumindest ist die Geschichte interessant, was auch immer sich eigentlich (efektive) zugetragen hatte.
  16. Nichts ist unmöglich, wenn es jemand genug versucht.
  17. In einem tropischen Land, wie es Asien zum Teil ist, sind die Landschaften schön.
  18. Das tropische Zwielicht ist sehr kurz, und die Schatten sind kaum lang geworden, wenn die Sonne plötzlich unter den Horizont zu sinken scheint, wobei die letzten hellen Strahlen wenige Minuten lang weiterhin durch die Atmosphäre zurückscheinen.