Esperanto: Kapitel 41

Das distributive Adverb der Art und Weise „ĉiel“Bearbeiten

1. Das Adverb der Art und Weise, das distributiv („allumfassend“) ist, heißt ĉiel („auf jede Art, in jeder Weise“):

Li povas ĉiel prepari sin. – Er kann sich auf jede Art vorbereiten.
Li estos ĉiel helpata. – Ihm wird auf jede Weise geholfen werden.

Das distributive Adverb der Quantität „ĉiom“Bearbeiten

2. Analog zu ĉiel wird auch ĉiom, das distributive Adverb der Quantität (Anzahl) gebildet. Es wird übersetzt mit „alles, das ganze“ und bezieht sich auf eine Menge.

Li prenis multe da sukero, sed ne ĉiom da ĝi. – Er nahm viel Zucker, aber nicht allen.
Li elprenis ĉiom de la teo el la teujo. – Er nahm den ganzen Tee aus der Kanne.

Das Plusquamperfekt PassivBearbeiten

3. Das Plusquamperfekt („Vorvergangenheit“) im Passiv wird ähnlich wie das Perfekt Passiv gebildet, nur wird hier das Hilfsverb esti statt im Präsens (estas) in der Vergangenheit konjugiert (estis). Das Plusquamperfekt Passiv wird also gebildet aus Person + estis + Partizip Passiv Perfekt (endet auf -ita):

mi estis vidita – ich war gesehen worden
vi estis vidita – du warst gesehen worden
li/ŝi/ĝi estis vidita – er/sie/es war gesehen worden
ni estis viditaj – wir waren gesehen worden
vi estis viditaj – ihr wart gesehen worden
ili estis viditaj – sie waren gesehen worden

Das Perfekt Passiv, das aus der letzten Lektion bekannt ist, drückt etwas aus, das vor der Gegenwart getan worden ist. Wenn eine Geschichte in der Vergangenheit erzählt wird (auf -is), wird etwas, das noch vorher getan worden war, im Plusquamperfekt Passiv ausgedrückt: Mi manĝis la pomon, post kiam (nachdem) ĝi estis plukita. (Ich aß den Apfel, nachdem er gepflückt worden war.)

Anmerkung: In der gesprochenen Sprache würde man wohl eher sagen Mi manĝis la pomon, post kiam mi plukis ĝin.

Das Futur II PassivBearbeiten

4. Das Futur (I) drückt bekanntlich etwas aus, das in Zukunft geschehen wird. Das Futur II drückt etwas aus, das zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft geschehen sein wird. Das Futur II Passiv schließlich wird gebraucht, um auszudrücken, dass etwas getan worden sein wird. Das kommt in der gesprochenen Sprache nicht oft vor, aber auch das kann man in Esperanto durch Kombination zweier Verbformen ausdrücken. Das Futur II Passiv wird gebildet durch: esti im Futur (estos) plus Partizip Passiv der Vergangenheit (-ita):

mi estos vidita – ich werde gesehen worden sein
vi estos vidita – du wirst gesehen worden sein
li/ŝi/ĝi estos vidita – er/sie/es wird gesehen worden sein
ni estos viditaj – wir werden gesehen worden sein
vi estos viditaj – ihr werdet gesehen worden sein
ili estos viditaj – sie werden gesehen worden sein

Beschaffenheit und MaterialBearbeiten

5. Woraus etwas besteht oder gemacht wurde, wird ausgedrückt durch die Präposition el. Alternativ kann man auch ein Adjektiv gebrauchen:

La tablo estas farita el ligno. – Der Tisch ist aus Holz gemacht.
La tablo estas ligna. – Der Tisch ist aus Holz („hölzern“).
La infanoj konstruis domon el neĝo. – Die Kinder bauten aus/mit Schnee ein Haus.
Oni faras supon el asparago. – Man macht eine Spargelsuppe (aus Spargeln eine Suppe).

Das Suffix „-et-“Bearbeiten

6. Das Suffix -et- wirkt verkleinernd oder abschwächend (diminutiv). Im Deutschen haben wir dafür die Suffixe „-lein“ und „-chen“ Es ist das Gegenteil des Augmentations-Suffixes -eg- (siehe Kap. 26 #5):

bela – schön beleta – hübsch
libro – Buch libreto – Büchlein
dormi – schlafen dormeti – dösen
monto – Berg monteto – Hügel
floro – Blume floreto – Blümlein
ridi – lachen rideti – lächeln
lago – See lageto – Teich, kleiner See
vojo – Weg vojeto – Pfad, Weglein

Das aus dem Suffix allein gebildete Adjektiv eta bedeutet klein.

VokabelnBearbeiten

besto – Tier
ĉiel – auf jede Weise ( #1)
ĉiom – alles ( #2)
donaco – Gabe, Geschenk
drapo – Tuch
hundo – Hund
konsisti – beschaffen sein (aus)
leono – Löwe
ludi – spielen
materialo – Material
posedi – besitzen
pupo – Puppe
rosti – rösten, braten
verŝi – gießen, schütten

La donaco (Leseübung)Bearbeiten

Mi volas doni beletan donacon al mia plej juna fratino morgaŭ, sed ju pli mi pensas pri ĝi, des pli malfacile estas decidi pri la afero. Estas duoble malfacile, ĉar ŝi jam posedas ĉiun ludilon (Spielzeug) kiun oni povas imagi. Ĉiu el ŝiaj amikoj ĝoje donacas (schenken) al tiel afabla knabino. Tamen mi iris hieraŭ matene al ludilobutiko, kaj rigardis la ludilojn tie. Multaj konsistis el diversaj pupoj, grandaj kaj malgrandaj, kaj belege vestitaj. Sed mi estas certa ke la fratineto jam posedas sufiĉe da pupoj--tial mi ne aĉetis tian ludilon, kvankam ili estas ĉiam interesaj al knabinetoj. Sur unu tablo kuŝis ĉiaj malgrandaj bestoj, faritaj el ligno, drapo, kaj diversaj materialoj. Estis ĉevaletoj, hundetoj, katetoj, kaj flavaj leonetoj. Proksime de tiuj staris malgrandaj brile koloritaj vagonaroj, kiujn oni povis rapide movi, laŭ la maniero de grandaj vagonaroj. Etaj policanoj staris apude, kaj estis ĉial malfacile elekti la plej interesan el tiom da interesaj ludiloj. Baldaŭ mi rimarkis knabineton apud mi. Ĉiel ŝi tre similis al mia fratino, kaj tial mi decidis elekti tian ludilon, kia estos elektita plej frue de la nekonata knabineto. Mi atendis trankvile, kaj eĉ legis unu aŭ du paĝojn de miaj ĵus aĉetitaj gazetoj kaj tagĵurnaloj. Fine la beleta infano estis rigardinta preskaŭ ĉiom de la ludiloj kiuj okupis la tablojn, dum la kompatinda servistino lace ŝin sekvis. Tiam la knabineto kriis „Ho, kiel beleta pupodomo! Estas litoj en la dormoĉambroj; legomoj kaj rostita viando, faritaj el papero, kuŝas sur la tablo en la manĝo-ĉambro; kaj mi vidas tie pupon, kiu certe ĵus faris la teon, kaj estas elverŝonta ĝin en tiujn tasetojn!“ Tuj mi faris decidon laŭ la plezuro de la knabineto, kaj baldaŭ la pupodomo estis aĉetita por mia fratineto.


ÜbersetzungsübungBearbeiten

  1. Meine bleiche, kränkliche (malsanema) kleine Schwester ist immer froh, wenn sie ein neues Spielzeug hat.
  2. Ihre Puppen waren aus Stoff gefertigt, als sie [noch] ein ganz kleines Mädchen war, weil sie sie sonst zu einfach kaputt machen konnte.
  3. Aber gestern schenkte ihr meine Großmutter eine Puppe und seit diesem Moment ist sie so glücklich wie [nur] möglich.
  4. Ich habe keine Tränen in ihren Augen gesehen oder ein böses (koleretan) Wort gehört.
  5. Diese neue Puppe ist aus Stoff gemacht und ihr Kleid besteht aus sehr hübschem Material.
  6. Meine Schwester entschied, dass sie sie lieber hat als ihre anderen Spielsachen und ich denke, dass diese armen (kompatindaj) anderen Puppen bald vergessen sein werden.
  7. Die Puppe scheint in jeder Hinsicht interessanter als die kleinen Tiere aus Stoff oder Holz, die mit ihren Puppen auf dem Tisch stehen.
  8. Sie besitzt einen kleinen Hund, eine kleine Katze und einen kleinen Löwen und bis gestern hatte sie ein hölzernes Pony.
  9. Das Pony ist schon kaputt und wurde einem armen (malriĉa) Kind weggegeben, der Tochter unserer Wäscherin (lavistino).
  10. Meine Schwester besitzt einen kleinen Wagenzug, den sie überall hin bewegen kann und sie liebt dieses Spielzeug innig (ametas).
  11. Es hat kleine Sandsäcke in den Wagen und normalerweise ist sie glücklich, wenn sie den Sand aus einem in einen anderen leert oder wenn sie den ganzen Sand mit einem Löffel in eine Schachtel tut.
  12. Aus jedem Grunde bin ich doppelt glücklich, dass sie so (tiamaniere) beschäftigt ist.
  13. Ich würde gerne (deziras) einen Spaziergang machen entlang diesem hübschen kleinen Pfad zum Hügel, anstatt auf meine kleine Schwester zu warten.
  14. Ich muss das Gemüse für das Abendessen kaufen, bevor ich von meinem Spaziergang nach Hause komme.