Elektrokardiographie: P-Welle und PQ-Zeit


Erregungsausbreitung in den Vorhöfen

Physiologische Dauer: 50-100ms

P-Vektor in der Frontalebene: Richtung rechts-unten

Pathologische P-Werte:

  • P verlängert/vergrößert
    • Dilatation/Hypertrophie des Vorhofs
  • P-Polymorphie (P zu klein und von wechselnder Gestalt, gehäufte Vorhofextraschläge)
    • ektoper Ursprung
    • Hinweis für ein Sicksinussyndrom ( bzw.Syndrom des kranken Vorhofes)
  • P verspätet und negativ
    • retrograde Vorhoferregung

P-dextroatriale (P-pulmonale)

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Ät.: Chronische Belastung des rechten Vorhofs (Cor pulmonale, pulmonale Hypertonie, Trikuspidal-/Pulmonalklappenstenose)

→ Hypertrophie des rechten Vorhofs

Folge:

  • stärkere Orientierung des Gesamtvektors nach unten-rechts-vorne (II, III, avF, V1)
    • → Teilvektor Richtung rechter Vorhof (unten-rechts-vorne) größer → hohe spitz-positive P-Welle (>0,2mV) in den Ableitungen II, III, aVF und V1.
    • → Teilvektor Richtung linker Vorhof links-hinten (I, aVL, V5, V6) kleiner → negatives P in aVL
    • → die P-Welle ist nicht verbreitert, da die Reizleitung nicht verzögert ist.

P-sinistroatriale (P-mitrale)

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Ät.: Chronische Belastung des linken Vorhofs (arterielle Hypertonie, Aortenstenose, schwere Mitralstenose)

→ Hypertrophie des linken Vorhofs

Folge:

  • stärkere Orientierung des Gesamtvektors Richtung linker Vorhof nach links-hinten (I, aVL, V5, V6)
    • → Teilvektor Richtung rechter Vorhof (unten-rechts-vorne) kleiner → P-Welle flacher in den Ableitungen II, III, aVF und V1.
    • → Teilvektor Richtung linker Vorhof links-hinten (I, aVL, V5, V6) größer.
    • → die P-Welle ist verbreitert, da die Reizleitung verzögert ist und oft doppelgipfelig in I, II und V6.

P-biatriale

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beide Vorhöfe sind hypertrophiert

→ Kombination der genannten Bilder → P-Welle in den Ableitungen links-hinten (I, aVL, V5, V6) verbreitert, doppelgipfelig, in den Ableitungen rechts-vorne-unten (II, III, avF, V1) hoch.

Die PQ-Zeit entspricht der atrioventrikulären Überleitung und beträgt etwa 200ms. Eine Verlängerung spricht für einen AV-Block. Näheres dazu siehe im Kapitel Rhythmusstörungen.




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