Gitarre: Saiten E-Gitarre


To-Do:

Es wäre schön, wenn sich jemand beruflich mit dem Verkauf von Gitarrensaiten auskennt, hier mal einen Blick drüber zu werfen, um die Angeben gegenzulesen, und gegebenenfalls zu ergänzen bzw. zu korrigieren.

Saiten für die Konzertgitarre

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Saiten für die klassische Gitarre haben keine Knoten an ihren Enden. Sie sehen an beiden Enden manchmal gleich aus und werden am Steg und gelegentlich am Wirbel verknotet. Des Öfteren haben die Basssaiten ein Knüpfende, bei dem der Draht relativ weite Abstände in der Wicklung hat und dadurch an Elastizität gewinnt, also sehr leicht am Steg wickelbar ist. Für die Konzertgitarre gibt es Saiten aus Kunstseide, die mit Bronzedraht umsponnen sind für die tieferen Töne, und Saiten aus Nylon für die höheren Töne. Die Gitarre hat 6 Saiten. Die dickste Saite klingt am tiefsten, die dünnste Saiten am höchsten. Von oben gezählt heißen die Saiten E A D g h e (6., 5., 4., 3., 2., 1.). Um sich diese Reihenfolge merken zu können, gibts es diverse Merksprüche, z.B.:


- Ein Anfänger Der Gitarre Habe Eifer
- Eine Alte Deutsche Gitarre Hält Ewig
- Eine Alte Dame Ging Hering Essen -/>


Nylon-Saiten

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Die drei Baßsaiten sind aus Nylonseide und mit Kupfer-,Bronze-,Metalllegierung (höhere Wichte, dadurch dünnerer Draht bei genauerer Stimmbarkeit) oder Silberdraht umsponnen, gelegentlich auch die 3. (G-)Saite. Die drei (bzw. zwei) Melodiesaiten (auch Diskantsaiten genannt) sind aus massivem Nylon. Fakt ist auch, dass ein Gitarrist seine Saiten mehrmals neu stimmen muss, weil Nylonsaiten die Angewohnheit besitzen, sich bei Temperaturschwankungen zu dehnen; wobei der Ton den jene Saite erzeugt permanent tiefer wird.

Carbon-Saiten

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Seit einiger Zeit wird für sie auch Polyvinylidenfluorid (PVDF) benutzt, ein Material, das eine deutlich höhere Dichte als Nylon aufweist. Die Saiten sind daher bei gleicher Tonhöhe dünner und somit „lebendiger“ und reaktionsfreudiger (unter Gitarristen werden diese PVDF-Saiten auch „Carbonsaiten“ genannt). Nylon ist ein Markenname für Polyamid. Polyamide können Wasser aufnehmen. Dabei verändern sich die mechanischen Eigenschaften (z.B. E-Modul). Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Diskantsaiten meiner Gitarre nach einiger Spielzeit höher klingen; möglicherweise spielt die Aufnahme von Feuchtigkeit aus den Fingern dabei eine Rolle. Diese Erscheinung dürfte bei den sogenannten Carbonsaiten nicht auftreten (u.a. wegen der Fluoratome). Jürgen Fiedler

Darmsaiten

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Es gibt immer noch alte Konzertgitarren, die mit Darmsaiten bespannt sind. Diese bestehen heutzutage aus Schafsdarm.

Stahlsaiten

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Stahlsaiten werden stärker gespannt und sind nicht so dick wie Nylon-Saiten. Stahlsaiten sind nicht typisch für Konzertgitarren. Es gibt zwar spezielle Stahlsaiten für eine Konzertgitarre, allerdings kommt deren Klang nicht an den einer richtigen Westerngitarre heran. Man sollte jedoch nie auf die Idee kommen, Stahlsaiten, die für eine Westerngitarre gedacht sind, auf eine Konzertgitarre zu spannen, denn der Hals und die Deckenkonstruktion einer Konzertgitarre sind gar nicht für die höheren Zugkräfte der Stahlsaiten ausgelegt. Die Gitarre würde sich verbiegen, und im ungünstigsten Falle auch brechen.

Saiten für die Westerngitarre

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Westerngitarren verfügen meist über 6 Saiten, die im Kern aus rundem oder sechseckigem Stahldraht gefertigt sind. Die 4 tiefen Saiten (E A D G) sind meist mit rundem Bronzedraht umwickelt.

Für spezielle Anwendungen (z. B. beim Jazz) werden manchmal auch geschliffene Saiten aufgespannt, um die Rutschgeräusche auf den mit Bronzedraht umwickelten Saiten zu minimieren.

Saiten für Westerngitarre sind in der Regel mit einer Rolle an einem Ende versehen (ball end), um sie am Steg befestigen zu können.

Es gibt auch 12-saitige Ausführungen, bei der jeder Saite eine weitere Saite zugeordnet wird. Die jeweils zweite Saite der tieferen vier Töne klingt eine Oktave höher - diese Saiten sind dann auch entsprechend dünner. Die beiden hohen Saiten sind jeweils gleich gestimmt. Hier sind dann die 7 tiefsten Saiten mit Bronzedraht umwickelt. Für solche Gitarren sind spezielle Saitensätze notwendig, da die Saiten andere Durchmesser haben als bei normalen 6er Sätzen.

Saiten für die elektrische Gitarre

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Die E-Gitarre wird meist mit Stahlsaiten bespannt, wovon die 3 tiefen Saiten mit Nickeldraht umwickelt sind. Üblich sind Saitenstärken von 0,09 bis 0,12 bei der höchsten Saite. Vereinzelt werden auch geschliffene Saiten aufgezogen, hauptsächlich in der Jazzmusik, um die Rutschgeräusche auf den tiefen Saiten minimieren zu können. Neuerdings gibt es auch Saiten, die mit einem extrem dünnen Überzug versehen sind, damit die Saiten nicht korrodieren und somit länger mit gleichbleibendem Sound bespielbar sind.

Saiten für die E-Gitarre bestehen aus Stahldraht (1. bis 3. Saite) oder aus einem Stahldrahtkern, der mit anderem magnetischem Material umwickelt ist (4. bis 6., vorhandenenfalls 7. Saite, bei Saitensätzen höherer Stärke auch 3. Saite).

Bei der Rock- und Bluesgitarre werden dünne Saiten ("light strings") bevorzugt, da diese weniger stark gespannt werden müssen. So können Bendings mit weniger Kraft ausgeführt werden. Jazzgitarren mit hohlem Korpus und gewölbter Decke werden dagegen mit dickeren Saiten bespannt, da nur deren höhere Spannung die Decke in Schwingung versetzt.

Roundwound-Saiten

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Die gebräuchlichsten Saitensätze sind Roundwounds, deren Baßsaiten mit rundem Draht umwickelt sind. Dieser besteht meist aus vernickeltem Stahldraht. Manche Gitarristen bevorzugen "pure nickel wound strings", bei denen die Wicklung aus einer Legierung besteht, deren Hauptbestandteil Nickel ist. Solche Saiten waren bis Anfang der siebziger Jahre Standard und haben durch den etwas geringeren magnetischen Output eine weichere Ansprache.

Einige Hersteller bieten Saitensätze an, bei denen (nicht nur die Bass-Saiten - sondern zusätzlich) die G-Saite roundwounded ist. Damit kann das Problem gelöst werden, dass die G-Saite zu dominant klingt.

Stainless Steel-Saiten

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Stainless steel strings, die mit reinem Stahldraht umwickelt sind, sind relativ neu auf dem Markt (anders als beim E-Bass, wo sie schon länger populär sind) und klingen hart und aggressiv.

Flatwound-Saiten

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Bei der Jazzgitarre sind Flatwounds üblich, was mit Flachdraht umwickelte Saiten oder geschliffene Runddrahtsaiten sind. Die glatte Oberfläche verhindert Nebengeräusche ("Quietschen"), der Klang von Flatwounds ist voll, rund und etwas dumpf.

Sogenannte Ground wounds oder "angeschliffene" Saiten, die oft auch mit angewalzten Draht umwickelt sind, sollen die Vor- und Nachteile beider Grundtypen vereinen.

Siehe auch

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Neue Saiten aufziehen

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Allgemeines

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Wenn einmal eine Saite reißt, ist es beruhigend zu wissen, dass man immer einen Satz (zur Not auch alter) Saiten zum Wechseln bei sich hat. Sobald deutliche Abnutzungserscheinungen auftreten, empfiehlt es sich den ganzen Satz zu wechseln und die noch einigermaßen brauchbaren Saiten für Notfälle aufzubewahren. Wie oft ein Satz Saiten gewechselt werden muss, hängt sehr stark von der Art und Weise ab, wie man auf denen spielt. Nylonsaiten, die nur mit den Fingern gespielt werden, halten erfahrungsgemäß am längsten. Saiten von Westerngitarren, die mit Plectrum gespielt werden, müssen häufiger gewechselt werden. E-Gitarren-Saiten sind normalerweise dünner als die für Westerngitarren und nutzen sich daher schneller ab. Wann man die Saiten wechselt, hängt letztlich von deren tatsächlichem Zustand ab. Saiten sollten auf alle Fälle gewechselt werden, wenn sich der umsponnene Draht löst, sie verrostet oder sehr rau sind. Der Klang der Saiten ändert sich, je länger sie aufgespannt sind und je länger sie bespielt werden. Das können bei Nylonsaiten mehrere Monate sein. Bei E-Gitarren-Saiten kommt es nicht selten vor, dass man sie alle paar Wochen wechselt; je nach dem, wie stark sie beansprucht werden. Gitarristen in einer Band wechseln mitunter die Saiten nach jedem Auftritt. Aber für einen Anfänger gilt: Solange der Klang den eigenen Ansprüchen genügt, können sie drauf bleiben. Man sollte also immer ein bis zwei Sätze neuer Saiten als Reserve haben.

  • Die Saiten laufen leichter über die entsprechende Nut des Sattels, wenn man diese mit dem Graphit eines weichen Bleistifts (Stärke: BB) "geschmiert" hat. Beim Stimmen bewegt sich die Saite in der Nut.
  • In den ersten Tagen verstimmen sich neu aufgezogene Saiten noch sehr schnell. Wenn man den kompletten Satz Saiten wechseln möchte, ist es unter Umständen ratsam, zuerst nur eine Hälfte (beispielsweise die Basssaiten) auszutauschen und die andere Hälfte ein paar Tage später, wenn sich die oberen Saiten nicht mehr verstimmen. Damit stellt man sicher, dass man immer eine Hälfte der Saiten hat, die richtig gestimmt sind und die sich nicht so schnell verziehen. Diese dienen so als Orientierung für die neuen Saiten.
  • Zudem sollte man die Saiten nach dem ersten Stimmen immer noch mal kräftig etwa in der Mitte der Gitarre ein paar Zentimeter anheben. Der Ton der Saiten wird dadurch wieder tiefer, also muss man diese Saiten noch einmal nachstimmen. Man wiederholt den Vorgang so lange, bis sich die Saiten nach dem Hochziehen nicht mehr verstimmen. Dadurch verstimmen die Saiten am Anfang nicht so schnell und die Stimmung hält mitunter auch zwei oder drei Lieder lang. Aber man darf sich nicht wundern, wenn man eine Gitarre anfangs mehrfach am Tag stimmen muss. Dieses gibt sich nach ein paar Tagen. Danach reicht es, die Gitarre nur einmal am Tag zu überprüfen und gegebenenfalls mal ein oder zwei Saiten nachzustimmen.
  • Wenn alle Saiten gewechselt werden, ist übrigens ein guter Zeitpunkt auch mal die Gitarre zu reinigen und zu pflegen.

Übliche Anordnung der Saiten bei Standard-Stimmung

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(Saitenstärke für Konzertgitarrensaiten 'Classic', Nylon: E1 0.71 mm/0.028", B2 0,81 mm/0.032", G3 1.02 mm/0.040", D4 0.79 mm/0.031", A5 0.86 mm/0.034", E6 1.09 mm/0.043")

Siehe auch *  Stimmen - Stimmen der Gitarre

Konzertgitarre (engl. 'Classical Guitar')

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Knoten zum Befestigen der Saite am Steg. Gitarrendecke, Steg, Stegeinlage
  1. Zuerst wird durch Drehen des entsprechenden Flügels die Spannung der alten Saite gelöst, sodass sie lose hängt.
  2. Danach wird die Saite aus der Achse der Mechanik gezogen und am Steg der Knoten gelöst: die alte Saite wird entfernt.
  3. Am Steg wird die neue Saite vom Schallloch aus in das entsprechende Loch gesteckt.
  4. Das lose Ende wird einmal um die Saite geschlagen und dann zweimal durch die Schlaufe gezogen. Dieser Knoten zieht sich unter Belastung zu, lässt sich aber sehr einfach lösen, wenn das Ende locker ist. Wenn die Saite ein Ende hat, das etwas lockerer umsponnen ist, lässt sich dieses leichter bewerkstelligen. Wichtig: Es ist darauf zu achten, dass das Saitenende hinter die Kante vom Steg kommt! Die Saite wird dadurch zusätzlich eingeklemmt. Sonst fangen besonders die durchsichtigen Nylonsaiten 1, 2 und 3 an zu rutschen, wenn mit dem Stimmen begonnen wird! Es ist außerdem hilfreich, wenn man eine Saite nach der anderen auswechselt, und nicht alle gleichzeitig entfernt. Dann muss man nicht so lange überlegen, an welchem Wirbel die neue Saite wieder befestigt werden muss. Andererseits lässt sich die Gitarre besser reinigen, wenn alle Saiten entfernt wurden.
  5. Der entsprechende Wirbel am Gitarrenkopf wird so gedreht, dass das Loch gut erreichbar ist.
  6. Das lose Ende der Saite wird zwei Mal („obenherum“) locker um die Achse der Mechanik gewickelt.
  7. Dann wird das lose Ende der Saite zwischen den Wicklungen durch das Loch in der Achse der Mechanik gesteckt und nicht zu fest gezogen. (Links unten ist abgebildet, wie eine Saite vor dem Festziehen am besten über die Achse der Mechanik zu legen ist. Zunächst werden also maximal zwei Windungen um die Achse gewickelt - wer's schon kann kommt auch mit einer Wicklung aus - und erst dann die Saite durchs Loch gesteckt!)
  8. Das andere (bereits „feste“) Ende wird beim Aufwickeln – solange die Saite nicht zu straff gespannt ist – über die beiden Wicklungen gelegt (siehe Abbildung unten).
  9. Jetzt kann ohne weiteres sofort gestimmt werden.


 
 
Mechanik (Flügel, Schneckengetriebe, Achse), Saite, Finger

So wird es beim Stimmen immer fester angezogen: die Saite kann sich so nicht lösen. Auch werden auf diese Weise nie zuviele Wicklungen auf der Achse sein und so der Aufwand für den nächsten Saitenwechsel minimiert. Und: sie ist dadurch früher nach dem Saitenwechsel stimmstabil. Dann eventuell das Ende (nicht zu knapp!) kürzen.

Die Drehrichtung der Achse beachten! Als Eselsbrücke: Eine Drehung der Flügel der Mechanik nach Art, in der ein Flaschendeckel zugeschraubt würde, lockert die Saite (sie wird tiefer gestimmt); Eine entgegengesetzte Drehung spannt die Saite (sie wird höher gestimmt).

Neue Saiten dehnen sich nach dem Aufziehen und Stimmen zum Teil erheblich. Sie werden deshalb nach dem ersten Stimmen in der Mitte zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und etwa zwei daumenbreit angehoben. Danach wird weiter gestimmt. Der gesamte Vorgang kann bis zu einer Stunde dauern.

Tipp

Es lohnt sich, das Schneckengetriebe der Mechanik bei Schwergängigkeit mal zu ölen! Dadurch hält es auch länger. Die Reibung in der Nut des Sattels kann durch Graphit (z.B. von einem weichen Bleistift, Kennung BB) oder Talkum verringert werden. Die Saiten laufen dann besser darin.

Westerngitarre (engl. 'Acoustic')

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  1. Löse die Spannung der alten Saite, so dass diese lose hängt.
  2. Ziehe das kleine Plastikstück (bridge pin) aus dem Ende des Stegs und entferne die alte Saite.
  3. Fädel das Ende der neuen Saite mit dem Metallbällchen in das Loch ein.
  4. Setze das Plastikstück (bridge pin) wieder ein, sodass die neue Saite davon festgehalten wird.
  5. Suche den entsprechenden Wirbel am Gitarrenkopf.
  6. Fädel das Ende der Saite in das Loch, sodass ca. 10-14 cm der Saite herausschaut und die Saite lose hängt.
  7. Knicke die Saite unten am Loch.
  8. Drücke deinen Finger an den Bundstab des ersten Bundes und drehe den Wirbel von dir weg, um den oberen Teil zu spannen.
  9. Stimme die Saite.
  10. Beachte die eingangs genannten Tipps.

E-Gitarre

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Bei E-Gitarren sind durch die verschiedenen Bauformen auch unterschiedliche Lösungsansätze bei der Saitenbefestigung gefunden worden. Dabei kann man hauptsächlich drei Typen unterscheiden:

  • Les Paul-Bauart: Fester Steg (einteilig oder bestehend aus Brücke und Saitenhalter), einfacher Sattel und geleimter Hals mit 2 × 3 Wirbeln,
  • Fender-Bauart: einfaches Tremolosystem, einfacher Sattel und geschraubter Hals mit sechs Wirbeln in Reihe,
  • Gitarren mit Floyd Rose Tremolo: Stimmstabiles Tremolosystem, das auf vielen verschiedenen Gitarren zu finden ist, zumeist in Kombination mit einem Sattel, der das Fixieren der Saiten mit Hilfe einer Klemmvorrichtung erlaubt (Klemmsattel).

Jede E-Gitarren-Bauform hat spezifische Vor- und Nachteile sowie unterschiedliche Handgriffe für einen Saitenwechsel.

Beim Saitenaufziehen geht man üblicherweise folgendermaßen vor:

  1. Man entfernt die vorhandenen Saiten. Tipp: Bei einer Les Paul-artigen Stegkonstruktion kann man vorerst eine Saite auf der Gitarre belassen – dies verhindert, dass sich die Brücke und der Saitenhalter (auch „Stop-Tail-Piece“) ungewollt aus dem Staub machen und Kratzer im Instrument verursachen. Auch behält man so ganz einfach die Einstellung der Saitenhöhe.
  2. Zeit für Pflege und Reinigung! Ohne Saiten lässt es sich einfach besser saubermachen.
  3. Man nimmt eine Saite, fädelt sie durch den Saitenhalter und führt sie über die Brücke und den Sattel zu den Mechaniken hin.
  4. Nun knickt man die Saite ca. 3 cm oberhalb der entsprechenden Mechanik ab. Tipp: Bei Gitarren mit zwei gegenüberliegenden Reihen von Mechaniken (z. B. Les Paul) entsprechen die gewünschten 3 cm in etwa dem Abstand der Wirbel innerhalb einer Reihe. Bei Fender-artigen Gitarren, wo alle Wirbel hintereinander liegen, die Saite in etwa auf Höhe der Mitte zwischen dem jeweils nächsten und übernächsten Wirbel abknicken.
  5. Die Saite wird nun bis zum Knick in die Mechanik eingefädelt.
  6. Nun dreht man an dem Stimmflügel der Mechanik, um die Saite auf Spannung zu bringen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Saite gleichmäßig, ohne sich zu überkreuzen in Richtung Kopfplatte gewickelt wird. Auch sollten die Saiten bei einer Les Paul-artigen Kopfplatte immer von innen gesehen auf die Mechanik gewickelt sein. Bei Fender-artigen Kopfplatten immer von unten (Gitarre in Spielhaltung).
  7. Das überstehende Stück Saite kann nun mit einem Seitenschneider abgezwickt werden.
  8. Punkt 3 bis 7 bei allen Saiten wiederholen. (Auch die letzte alte Saite kann jetzt entfernt werden)
  9. Gitarre grob in Stimmung bringen.
  10. Damit sich die neu bespannte Gitarre nicht gleich wieder verstimmt, muss noch der Saiten-Schlupf an den Mechanikachsen „herausgezogen“ werden. Man dehnt dazu jede Saite indem man sie ca. 2 cm vom Griffbrett (12. Bund) wegzieht.
  11. Gitarre stimmen.
  12. Punkt 10 bis 11 ein paarmal wiederholen bis die Saite die Stimmung hält. (3–5 mal, nicht übertreiben, sonst kommt man gar nicht mehr zum Spielen)

Aufziehen bei festem Steg

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Gitarre mit festem Steg (hier einteilig)

Bei E-Gitarren ohne Tremolohebel ist das Saitenaufziehen wesentlich einfacher als bei Gitarren mit Tremolo-Mechanik, da hier die Saiten nur durch die Stegkonstruktion gefädelt werden müssen, um sie anschließend an den Stimmwirbeln zu befestigen.

Aus diesem Grund erfreuen sich die einfacheren Gitarren ohne Tremolosystem auch heute noch großer Beliebtheit, denn für den größten Teil aller Stücke ist ein Tremolosystem gar nicht erforderlich. Zudem sind Gitarren mit fester Stegkonstruktion auch viel stimmfester und obendrein auch noch viel einfacher einzustellen. Außerdem läuft man mit feststehendem Steg nicht Gefahr, dass sich die Gitarre durch einen Saitenriss vollständig verstimmt (wie bei schwebend gelagerten Tremolosystemen).

Ein weiterer Vorteil von festen Stegen ist natürlich auch der viel einfachere Wechsel auf andere Saitenstärken, da hier nur sehr selten Einstellungsänderungen an der Gitarre notwendig werden, wenn der Saitenzug durch andere Saitensätze verändert wird.

  1. Lösen Sie die Spannung der alten Saite, so dass diese lose hängt.
  2. Entfernen sie die alte Saite durch Abwickeln vom Wirbel.
  3. Befestigen Sie das Ende der neuen Saite mit dem Metallbällchen am Steg. (Bei zweiteiliger Stegkonstruktion aus Saitenhalter und Brücke werden die Saiten durch das Loch im Saitenhalter und dann über die entsprechende Kerbe (Saitenreiter) der Brücke geführt. Im Falle von Einteilern ist zu beachten, dass hier bei manchen Konstruktionen die Saite von der Halsseite durch das Loch gesteckt und dann über die Oberseite des Stegs zurückgeführt werden muss. Bei Telecaster-ähnlichen Stegen werden die Saiten unter Umständen von der Rückseite der Gitarre aus durch eine Bohrung im Korpus gefädelt (String-Through-Body-Konstruktion)).
  4. Suchen Sie den entsprechenden Wirbel am Gitarrenkopf.
  5. Fädeln Sie das Ende der Saite durch das Loch im Wirbel.
  6. Ziehen Sie die Saite durch das Loch und lassen Sie so viel dabei übrig, dass man etwa 3-4 Windungen auf den Wirbel bekommt (siehe dazu auch Punkt 4 im vorigen Abschnitt).
  7. Knicken sie das über den Wirbel stehende Ende der Saite am Wirbelloch nach oben.
  8. Drehen Sie den Wirbel von sich weg, um die Saite zu spannen.
  9. Nach erfolgtem Aufziehen den Saitenrest am Wirbel mit Seitenschneider entfernen.

Aufziehen bei Gitarren nach Fender-Art

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Wirbelmechanik bei Fender-artigen Gitarren

Viele E-Gitarren haben einen Hals, der eigentlich für Fender-Gitarren typisch ist. Bei der klassischen Form dieser Mechanik fällt auf, dass die Saiten der Reihenfolge nach aufgespannt werden. Bei diesen Gitarren ist unbedingt darauf zu achten, dass die Saite geradeaus auf den Wirbel zuläuft und nicht von der Seite (wenn dies der Fall ist, sind die Saiten falschherum auf den Wirbel gedreht)!

Mit dem Saitenwechsel beginnt man am besten, wie üblich, mit der tiefsten Saite und arbeitet sich Saite für Saite nach oben. Bei vielen Fender-artigen Hälsen sind Klammern (häufig bei den hohen Saiten) vor den Wirbeln angebracht, um die Saiten niederzuhalten. Sie sollen dafür sorgen, dass bei einem Tremoloeinsatz die Saite nicht aus dem Steg springt.

 
Fender Tremolomechanik: der Tremolohebel ist hier abgeschraubt

Das Fender-Tremolo lässt ein recht einfaches Saitenaufziehen zu, da die Saiten nur von der Rückseite des Korpus durchgezogen werden. Ein Vorteil des Fender-typischen Tremolos ist zweifellos der einfache Saitenwechsel, da hier keine geschraubten Klemmen zum Befestigen der Saiten verwendet werden.

Leider muss beim Fender-Tremolo (wie auch bei allen anderen Systemen) die Federspannung verändert werden, wenn man die Tremolo-Mechanik schwebend gelagert hat und auf eine andere Saitenstärke wechseln möchte. Wer dies umgehen will, der kann die Mechanik auch aufliegend einstellen, so dass die Mechanik immer auf dem Korpus liegt. Dies hat unter anderem auch den Vorteil, dass sich die Gitarre bei einem Saitenriss während eines Stückes nicht verstimmt.

Der Nachteil eines aufliegenden Tremolos ist eher spieltechnischer Natur, denn so kann ein Ton mit Hilfe des Tremolos nur nach unten verändert werden. Diese Einbuße ist aber leicht zu verschmerzen, weil das Fender-Tremolo sowieso nicht das stimmstabilste System ist und man sich zweimal überlegen sollte, ob man es einsetzt oder nicht (es kann eine Gitarre bei stärkerem Einsatz gar fürchterlich verstimmen).

  1. Lösen Sie die Spannung der alten Saite, so dass diese lose hängt.
  2. Entfernen sie die alte Saite durch Abwickeln vom Wirbel und anschließendes Ausfädeln aus dem Tremolo.
  3. Ziehen Sie das Ende der neuen Saite mit dem blanken Ende nach vorne von der Rückseite des Tremolos durch die Mechanik.
  4. Suchen Sie den entsprechenden Wirbel am Gitarrenkopf.
  5. Fädeln Sie das Ende der Saite durch das Loch im Wirbel.
  6. Ziehen Sie die Saite durch das Loch und lassen Sie so viel dabei übrig, dass man etwa 3–4 Windungen auf den Wirbel bekommt (siehe dazu auch die entsprechenden Hinweise in den vorigen Abschnitten).
  7. Knicken sie das über den Wirbel stehende Ende der Saite am Wirbelloch nach oben.
  8. Drehen Sie den Wirbel von sich weg, um die Saite zu spannen.
  9. Nach erfolgtem Aufziehen den Saitenrest am Wirbel mit Seitenschneider entfernen.
  10. Jetzt einstimmen, am besten mit einem Stimmgerät und dann spielen!

Aufziehen bei Gitarren mit Floyd-Rose-Tremolo

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Floyd Rose Tremolomechanik

Damit sich die Gitarre beim Einsatz des Tremolo-Hebels nicht verstimmt, werden die Saiten bei der Floyd-Rose Bauart an der Brücke festgeschraubt. Meistens sind die Saiten auch am Sattel, der sich am Halsende vor der Stimm-Mechanik befindet, durch Schrauben gesichert (Klemmsattel).

Bei diesen Systemen wurde das Augenmerk darauf gelegt, dass die Gitarre unter allen Bedingungen stimmfest bleibt. Dies kann nur durch Festschrauben der Saiten bewerkstelligt werden, was allerdings den Saitenwechsel etwas schwieriger gestaltet.

Die Floyd-Rose-Systeme haben allerdings auch gravierende Nachteile gegenüber einfachen Steg- und Sattelkonstruktionen, denn wenn eine Saite reißt, dann verstimmt sich die komplette Gitarre und so ist ein Weiterspielen unmöglich.

Der plötzlichen Verstimmung durch Saitenriss kann durch Einbau eines Feststell-Bocks entgegengewirkt werden, allerdings wird das Tremolo-System dann außer Kraft gesetzt. Eine weitere Variante dem entgegenzutreten ist ein Anschlagsystem, das nur noch eine Tonhöhenänderung nach unten zulässt (da das Tremolosystem darauf aufliegt und somit blockiert). Damit sind nur zwei Möglichkeiten genannt, es gibt aber noch eine Vielzahl anderer Zubehörteile für Floyd-Rose-Systeme, deren Aufzählung hier aber den Rahmen dieses Kapitels sprengen würde.

  1. Lösen Sie die alte Saite mit dem Seitenschneider.
  2. Entfernen Sie die alte Saite vollständig durch Öffnen des Klemm-Mechanismus an der Brücke, lösen der Schrauben an den Sattelklemmen und anschließendes Abwickeln vom Wirbel.
  3. Zwicken Sie das blanke Ende der neuen Saite ein Stück ab und befestigen Sie es an der Brücke durch Festziehen der Klemme.
  4. Suchen Sie den entsprechenden Wirbel am Gitarrenkopf.
  5. Fädeln Sie das Ende der Saite durch den Klemmsattel und anschließend durch das Loch im Wirbel. Ziehen Sie die Saite dabei nicht ganz durch das Loch, sondern lassen Sie dabei so viel übrig, dass sich nach dem Spannen der Saite etwa 3–4 Wicklungen auf dem Wirbel ergeben. Tipp: Bei Fender-artigen Köpfen, bei denen alle Wirbel hintereinander liegen, kann man die optimale Länge wie folgt bestimmen: Die Saite strammziehen, über die Wirbel legen und etwa auf Höhe der Mitte zwischen dem jeweils nächsten und übernächsten Wirbel um 90 Grad abknicken. Die Saite wird dann bis zum Knick durch das Loch geführt.
  6. Knicken Sie außerdem das über den Wirbel stehende Ende der Saite hinter dem Wirbelloch nach oben.
  7. Drehen Sie den Wirbel von sich weg, um die Saite zu spannen.
  8. Drehen Sie die Feinstimmer an der Brücke bis auf ca. eine Umdrehung heraus.
  9. Nach erfolgtem Aufziehen den Saitenrest am Wirbel mit Seitenschneider entfernen.
  10. Die Gitarre stimmen (ggf. wiederholt Dehnen und Nachstimmen um die Stimmstabilität zu verbessern, s. o.).
  11. Nach erfolgtem Stimmen die Sattelklemmen wieder anziehen.
  12. Durch das Anziehen der Sattelklemmen sollte sich die Saite – wenn überhaupt – nur minimal verstimmen. Gegebenenfalls mit den Feinstimmern an der Brücke nachstimmen.

Siehe auch

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Alternative Methode für Floyd Rose

Dieser Abschnitt beschreibt eine Variante, mit der die Saiten größtenteils schlupffrei montiert werden können. so dass die Gitarre einfacher zu justieren ist.

Für ein gut eingestelltes Instrument mit Floyd Rose Tremolo System gilt es, die Grundplatte des Systems parallel zur Korpus-Oberfläche der Gitarre zu justieren. Die Justierung nach dem Prinzip "exakte Stimmung = Summe aller Saiten-Zugkräfte = Spannung der Konterfedern (rückwärtig im Korpus)" ist nur mit viel Feingefühl zu erzielen. Da die Saiten bei geöffneter Sattelklemme dem Schlupf der Wicklungen auf den Mechanikwellen unterliegen, kann man - anstatt die Kugelenden der Saiten abzukneifen - die Kugelenden in die Stimm-Mechanik einfädeln. Dazu dreht man die Welle der Mechanik mit ihrer Bohrung in Richtung des Saitenverlaufs und zieht die Saite durch das Loch in der Welle, bis das Kugelende am Loch der Welle anliegt. Anschliessend zieht man die Saite stramm und schneidet (mit ein wenig Toleranz) die Saite am gegenüberliegenden Ende des entsprechenden Saitenreiters mit dem Seitenschneider ab. Nun führt man das Saitenende in den jeweiligen Saitenreiter und schraubt es fest. Da an der Mechanik durch das Kugelende der Saite diese ebenfalls fixiert ist, lässt sich sehr schnell die Gitarre in die gewünschte Stimmung bringen. Aufgrund der üblichen Mechanik-Konstruktionen (Lochgröße in der Welle) lässt sich dieses Prinzip leider nicht für dickere Saiten (.056 und stärker) anwenden. In der Regel kann die Gitarre sogar verstimmungsfrei ohne fest geschraubte Klemmsättel verwendet werden. Zu beachten ist ebenfalls, dass aufgrund des Spannungsgefüge (Saiten <> Federn) Floyd Rose Gitarren nicht "definitv", sondern eher "relativ" zu stimmen sind. Da das Tremolo-System schwebend montiert ist, beeinflusst jede Mechanik-Bewegung (Änderung der Stimmung = Änderung des Gesamt-Saitenzuges!) die Spannung (=Stimmung) aller anderen Saiten.

Saitenniederhalter beachten

Bei vielen Gitarren kommt hinter dem Sattel ein Saitenniederhalter zum Einsatz, der dafür sorgt, dass die Saiten sich beim Festschrauben der Klemme nicht mehr verstimmen. Um dessen korrekte Position zu kontrollieren, sollte man vorher (ohne die Klemmböcken im Sattel) den Verlauf der Saiten im Sattel prüfen. Zumeist sind die Sättel leicht rund. Und nur dann, wenn die Saiten dieser Rundung folgen (also komplett aufliegen), können die Klemmen ohne Verstimmung der Saiten angezogen werden.


 
Eine Übersicht
Einzelne Absätze reißen ein Thema nur an, und werden in eigenen Artikeln noch einmal vertieft.
  Es ist eine PDF-Version dieses Buches vorhanden. (Download)

Für ein Klavier wird ein Stimmer bestellt – eine Gitarre stimmt man selbst!

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(Nur die ganz Großen lassen das von Roadies erledigen.)

Gerade bei neu gekauften oder neu aufgezogenen Saiten verstimmt sich die Gitarre besonders schnell, bis sich die Saiten an die neue Spannung „gewöhnt“ haben. Und es kommt auch öfter vor, dass sich eine Gitarre schon durch das normale Spielen oder Temperaturschwankungen leicht verstimmt. Manchmal ist es sogar erforderlich, das Instrument während des Spielens leicht nachzustimmen. Daher ist es schon für den Anfänger ratsam, sich das Stimmen möglichst früh bestmöglich anzueignen - es wird sehr häufig benötigt. Je häufiger man die Gitarre nach Gehör stimmt, desto besser hört man die feinen Unterschiede und desto schneller hat man eine Gitarre gestimmt. Auch wenn aller Anfang schwer ist: Das Verkehrteste was man beim Stimmen machen kann, ist, es gar nicht erst zu versuchen.

Die Standard-Stimmung

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Die Saiten werden bei der Standard-Stimmung auf folgende Töne gestimmt: E – A – d – g – b – e'
(siehe rechts, Frequenzen unter [1]):

Zum einfachen Merken der Saiten gibt es Merksätze:

  • Eine alte Dame ging Brötchen essen.
  • Ein Anfänger der Gitarre braucht Eifer.
  • (u.a.m.)


E A d g b e'
  • Klangbeispiel: die 6 Stimmtöne  

( längeres Midibeispiel bei den Referenztönen )


Anmerkung

Die zweite Saite von unten wird im deutschen Sprachraum meist mit dem Buchstaben "H" bezeichnet. Im englischen Sprachraum verwendet man für denselben Ton die Bezeichnung "B". Wer an das "H" gewöhnt ist, wird feststellen, dass es so gut wie keine "H"-Saiten zu kaufen gibt, sondern nur "B"-Saiten. Und wer Lieder nachspielen möchte, wird auch feststellen, dass bei den Akkorden bei englischen Liedern nur selten die Bezeichnung H Verwendung findet. Da also beide Varianten in der Literatur vorkommen, bieten wir hier ebenso die deutsche Variante der Merksätze an:

  • „(E)in (A)nfänger (d)er (G)itarre (h)at (E)ifer“,
  • „(E)ine (a)lte (d)eutsche (G)itarre (h)ält (e)wig.“
  • (u.v.a.m.)

Für deutschsprachige Musiker (nicht nur für die Gitarrenspieler) führt diese doppelte Bezeichnung noch zu einer anderen größeren Verwirrung. Der Halbton unter dem H wird im deutschen Sprachraum als B bezeichnet. Also könnte man den Ton B verwechseln, wenn man nicht weiß, ob es das deutsche B oder das englischsprachige B ist, welches einen Halbton höher liegt. Unser deutsches B wird im englischen Sprachraum mit "Bb" (gesprochen: "B flat") bezeichnet. Sobald die Akkorde H7 (B7) oder der Barré-Griff Hm (Bm) oder B-Dur (Bb) vorkommt, werden wir noch einmal auf diesen Umstand hinweisen.

Es hilft leider nichts, wir müssen uns einprägen, dass es beim Ton Bb, B und H unterschiedliche Traditionen gibt, und wir beim B immer prüfen müssen, ob es sich um das tiefere deutsche B handelt oder um das englischsprachige höhere B. Auch wenn es beim Lesen zu Verwirrungen kommen kann, wird uns unser Ohr sehr schnell sagen, welche der beiden Varianten die richtige ist.

Stimmen nach Gehör

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Referenztöne

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Das Stimmen nach Referenztönen ist wohl das einfachste Verfahren. Dieses Verfahren wird oft für Übungs-CDs und -DVDs eingesetzt, da mit diesem Verfahren auch ohne größere Technik gestimmt werden kann. Das Gehör und der CD-Player oder eine andere schon gestimmte Gitarre reichen hier! Natürlich darf man da auch nicht die gute alte Stimmpfeife vergessen, die noch nicht einmal Strom benötigt. Daher ist diese Methode besonders gut für „blutige“ Anfänger geeignet.

Natürlich verwenden auch erfahrene Gitarrenspieler Vergleichstöne; besonders wenn sie mit anderen Musikern zusammenspielen wollen. Wenn man mit anderen Instrumenten spielt, die man nicht so leicht umstimmen kann (z.B. Klavier oder Flöte), dann richtet sich die Gitarre natürlich an diesen Instrumenten aus und nimmt von denen die Stimmtöne ab.

Für Einzelspieler reicht es in vielen Fällen aus, wenn die Töne nur relativ zueinander stimmen. Dann ist jeder Ton der Gitarre etwas höher oder tiefer als ein nach dem Kammerton „A“ gestimmtes Instrument. Jedoch stimmen die einzelnen Saiten relativ gesehen „exakt“ zueinander. Wenn man nur eine Gitarre hat und keine andere Stimmhilfe, wird einfach eine der Saiten als Orientierung benutzt und die anderen danach gestimmt. Welche Saite man als Stimmton nimmt, entscheidet häufig das Ausschlussverfahren. Wenn die tiefe E-Saite und die A-Saite relativ zueinander stimmen, aber die D-Saite stark von der A-Saite abweicht, dann wird wohl eher die D-Saite verstimmt sein, als die E- und A-Saite gleichzeitig. Oftmals reicht aber nur ein einziger Ton (z.B. von der Stimmgabel) aus, um die Gitarre richtig zu stimmen.


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Stimmen mit Bünden

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Eine einfache Methode, Saiten miteinander zu vergleichen, ist, eine ungestimmte Saite mit einer gestimmten zu vergleichen. Dies eignet sich sehr gut, um schnell eine einzelne ungestimmte Saite ausfindig zu machen und die Gitarre grob zu stimmen. Ebenso kann man sehr gut eine andere Stimmung überprüfen. Gerade Stimmgeräte können einen durch Obertonschwingungen ganz schön in die Irre führen.
Ebenso kann es bei Verstärkeranlagen zu Übersteuerungen kommen, sodass man mit der einfachen 5-0-Methode (oft verwendete Abkürzung für „Stimmen mit Bünden“) einfacher zurecht kommt.

Kurzanleitung

Fast alle Saiten werden in reinen Quarten (Viertonabstand) zueinander gestimmt. Die obere Saite wird dazu im 5. Bund gegriffen, und mit der unteren leer angeschlagenen verglichen. Lediglich der Abstand zwischen der G-und der H- (bzw. B)-Saite ist eine große Terz (Dreitonabstand). Dort muss die G-Saite im 4. Bund gegriffen werden. Diese Eigenheit sollte man sich gut einprägen, denn dieses Wissen kann beim Lernen der Improvisationsskalen sehr nützlich sein. [2]
Der große Nachteil dieser Methode ist, dass es von der tiefen E-Saite fünf Arbeitsschritte bis zur hohen E-Saite sind, und sich kleine Ungenauigkeiten schnell aufsummieren können. Daher wird von den meisten fortgeschrittenen Gitarrenspielern eine der folgende Methode bevorzugt.

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Stimmen mit Obertönen (Flageolett)

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Eine sehr gute Möglichkeit ist es, das Instrument mit Hilfe von Obertönen (Flageolett-Tönen) zu stimmen. Ein Flageolett-Ton wird dann erzeugt, wenn an einer bestimmten Stelle der Saite ein Finger locker aufgelegt wird (also ohne die Saite herunter zu drücken – nur berühren!). Wenn der Berührungspunkt z. B. genau in der Mitte der Saite liegt (= 1/2 Saitenlänge), schwingt sie nach dem Anzupfen mit der doppelten Frequenz ihrer Stimmung. Entsprechender Effekt ergibt sich bei 1/3 der Saitenlänge und bei 1/4 und so fort.

Die Saite schwingt auch dann weiter, wenn die Berührung aufhört. Und (auch) deswegen ist damit ein Vergleich zwischen den Tönen verschiedener Saiten nach Gehör leicht möglich. Ein weiterer Grund ist: Unterschiedliche Saiten haben die gleichen Flageolett-Töne – nur an verschiedenen Berührungspunkten (für die Standard-Stimmung siehe rechts)! Die gezeigten Stellen lassen sich leicht mit dem Zeigefinger und Ringfinger nacheinander berühren. Weil die Saite weiterschwingt, lässt sie sich stimmen, während sie schwingt: während am Wirbel gedreht wird, kann gleichzeitig mit dem Gehör verglichen werden! Zum Beispiel lässt sich die E-Saite (Flageolett-Ton auf dem 5. Bundstäbchen) mit der A-Saite (Flageolett-Ton auf dem 7. Bundstäbchen) vergleichen und so stimmen (im Bild ganz links). Die A-Saite im 5. Bund stimmt mit der D-Saite im 7. Bund überein. Die D-Saite im 5. Bund wiederum läßt sich mit der G-Saite im 7. Bund vergleichen. Die leer gezupfte B-Saite lässt sich mit der E-Saite im 7. Bund vergleichen und die Hohe E-Saite mit der A-Saite im 7. Bund. Der hohe Ton der E-Saite lässt sich also auch mit der A (7. Bund) und mit der tiefen E-Saite (5. Bund) darstellen, so dass man mit einem Vergleichston die halbe Gitarre gestimmt hat (was besonders bei größeren Gruppen von Vorteil sein kann).

Weitere Tonpaare (Standard-Stimmung)

(vgl. Gesamtübersicht der Flageolett-Stimmtöne rechts [3]

  • Flageolett 7. Bund A-Saite – leere e-Saite,
  • Flageolett 7. Bund E-Saite – leere B-Saite,
  • Flageolett 4. Bund G-Saite – Flageolett 5. Bund B-Saite – Flageolett 7. Bund e-Saite

(Flageolett im 4. Bund ist sehr schwierig)


Die Stimmung mit Flageolett-Tönen unterscheidet sich ein wenig von der Stimmung mit einem gebräuchlichen Stimmgerät. Man bevorzugt heute die gleichtönige Stimmung. In dieser Stimmung klingen alle Intervalle ein klein wenig unsauber, jedoch ist diese Unsauberkeit so gering, dass sie kaum auffällt. In dieser Stimmung klingt jede Tonart gleich gut. Bei einer Stimmung mit Flageolett verwendet man eine reine Quinte. Dieses hat den Vorteil, dass einige Tonarten etwas klarer klingen, als die heute gebräuchliche gleichtönige Stimmung. Andere Tonarten jedoch klingen etwas unsauber. Dennoch ist das Stimmen mit Flageolett den meisten Stimmmethoden ohne Stimmgerät überlegen, und nach einiger Übung ist diese sogar schneller als mit einem Stimmgerät. Für die meisten praktischen Anwendungen genügt eine Flageolett-Stimmung den Anforderungen.

Praxis-Tipp

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Wenn mehrere Gitarrenspieler gleichzeitig ihre Gitarre stimmen, kann mit einem richtig gestimmten hohen E jede andere hohe E-Saite, die tiefe E-Saite mit Flageolett im 5. Bund und die A-Saite mit Flageolette im 7. Bund gestimmt werden. Somit hat man mit einem Referenz-Ton die Hälfte aller Gitarrensaiten gestimmt.

Schwebung

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Das Stimmen lässt sich durch die Kontrolle dieses Effekts extrem beschleunigen! Wenn nämlich ein solcher Flageolett-Ton auf zwei Saiten gleichzeitig schwingt, kann man feine Unterschiede der Stimmung über Lautstärkeschwankungen (Schwebungen) aufspüren. Bei einer aufgedrehten E-Gitarre ist die Schwebung besonders beeindruckend spürbar: wenn die Töne voneinander abweichen, ist ein mehr oder weniger schnelles Auf- und Absteigen der Lautstärke zu hören (z. B. 5–10 Hz bei 1/2 Umdrehung des Wirbel; bei der Konzertgitarre ist nur etwas mehr Aufmerksamkeit nötig.) Je kleiner die Frequenz der Schwebungen ist, desto näher liegen die Töne beieinander – bei korrekter Stimmung verschwinden diese Lautstärkeschwankungen und die Schwingungen beider Saiten verstärken sich dauerhaft gegenseitig.

Es ist darauf zu achten, immer nur die ungestimmten Saiten zu verstellen. Zum Schluss müssen alle o. g. Intervalle sauber klingen. Beim Anschlagen des e-moll Akkordes hört sich am leichtesten, ob das Instrument noch verstimmt ist. Als Test, ob richtig gestimmt wurde kann die oben beschriebene Methode (Stimmen nach Bünden) zu Hilfe genommen werden.

Siehe auch:

Schwebung - Klangbeispiel + physikalischer Hintergrund
Den Themenbereich Stimmen mit Flageolett vertiefen...



Hilfsmittel zum Stimmen

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Um eine Gitarre richtig stimmen zu können, kann man sich verschiedener Hilfsmittel bedienen. Die Stimmpfeife wurde wegen ihrer Einfachheit schon bei den Referenztönen erwähnt. Oft verwenden Gitarristen heute dazu ein elektronisches Stimmgerät, wie es von zahlreichen Herstellern angeboten wird.

Stimmgabel

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Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Neben elektronischen Hilfsmitteln gibt es auch noch die gute, alte Stimmgabel. Sie ist genau, einfach zu handhaben, unverwüstlich, klein, günstig und unabhängig von jeglicher Stromversorgung. Sie wird vor allem bei Konzertgitarren eingesetzt, und gehört wie Capodaster, Plectrum, Saitenaufzieher und Gitarrenhülle schon fast zur Standardausrüstung.

 

Eine Stimmgabel, welche auf 440 Hz geeicht ist, erzeugt den Kammerton „A“. Man halte die Stimmgabel am unteren Ende, schlage mit einem "Zinken" der Stimmgabel am Knie (o.a.) an und setze das untere Ende der Stimmgabel mit der rechten Hand an den Korpus der Gitarre, so dass der Ton deutlich zu hören ist. Dann wird mit der linken Hand die A-Saite gezupft und während beide Töne schwingen wird die Saite auf den Ton gestimmt. Wenn die A-Saite dem Ton der Stimmgabel entspricht, werden die anderen Saiten nach ihr gestimmt. Es gibt auch Stimmgabeln, die auf 329,6 Hz also genau die Tonhöhe der 1. e' Saite gestimmt sind.

Jedoch klingt die A-Saite mit 110 Hz zwei Oktaven tiefer als die Stimmgabel.[4] Dennoch lassen sich die Töne gut miteinander vergleichen. Nachdem die Gitarre gestimmt ist, kann man noch einmal die G-Saite im 2. Bund überprüfen. Dort erklingt das A mit 220 Hz (also nur eine Oktave Unterschied). Der 5. Bund der hohen E-Saite entspricht genau dem A mit 440 Hz!

Nachdem man das Stimmen mit Flageolette beherrscht, kann man mit dem A der Stimmgabel auch die D-Saite im 7. Bund, als auch die A-Saite im 5. Bund überprüfen (beide als Flagolette gegriffen), womit man schon ein Drittel der Saiten richtig gestimmt hat. Man kann sogar den unteren Knauf der Stimmgabel auf die „A“-Flageolettpunkte aufsetzen und deutlich hören, wie die Saiten lauter mitschwingen, sobald sie richtig gestimmt sind.

Bei einer E-Gitarre wählt man am Verstärker einen stark verzerrten Klang, schlägt die Stimmgabel und die A-Saite an. Wenn man die Stimmgabel in die Nähe des aktiven Pickups bringt, hört man eine Schwebung. Die A-Saite wird so abgestimmt, dass die Schwebung möglichst langsam wird.

Stimmgerät

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Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Es gibt zwei Sorten von elektronischen Stimmgeräten:

 
chromatisches Stimmgerät
  • Chromatische Stimmgeräte: „Chromatisch“ bedeutet, dass dieses Gerät jeden beliebigen Ton erkennt und dadurch für fast alle Instrumente und Stimmungen verwendet werden kann.
  • Einfache Gitarrenstimmgeräte: Es existieren auch Geräte, die nur die Töne der Standard-Stimmung (E-A-d-g-b-e') erkennen können. Sie sind in der Regel günstiger als chromatische Stimmgeräte, jedoch kann man sie auch nur für die Gitarre in Standard-Stimmung einsetzen.
 

Die neueren Stimmgeräte messen den Ton nicht mehr über ein eingebautes Mikrofon (wie das zum Stimmen von Akustik-Gitarren bisher üblich war): die Schwingung wird von der Klemmvorrichtung in das Gerät direkt übertragen. Bei einigen Stimmgeräten ist eine Eingangs-Buchse vorhanden, an die sich elektrische Gitarren (oder akustische Gitarren mit elektrischem Tonabnehmer) anschließen lassen (manchmal existieren sogar zwei Buchsen, so dass das Signal von der Gitarre über das Stimmgerät zum Verstärker durchgeschleift werden kann; damit die Gitarre zum Stimmen nicht vom Verstärker getrennt werden muss). Die neueren Stimmgeräte haben den Vorteil, dass auch bei Umgebungsgeräuschen (z.B. wenn in einem Gitarrenkurs alle Teilnehmer ihre Gitarren stimmen) gestimmt werden kann.

 

Die Anzeige eines elektronischen Stimmgeräts besteht z. B. aus einem Display, auf dem ein Zeiger abgebildet ist. Zusätzlich wird z.B. eine Notenbezeichnung angezeigt. Beim Stimmen wird der Zeiger möglichst in eine senkrechte Position gebracht - dann entspricht die Stimmung der Saite fast genau der entsprechenden Note. Befindet sich der Zeiger links von der Mitte, wird die Saite stärker gespannt, wenn der Zeiger nach rechts ausschlägt wird sie gelockert. Auch über LED-Anzeige (manchmal zusätzlich) kann kontrolliert werden, ob der Ton stimmt.

In Multieffektgeräten ist häufig auch ein Stimmgerät eingebaut.

Achtung
  • Bei chromatischen Stimmgeräten mit Pegelanzeige unbedingt darauf achten, dass auch die angezeigte Note mit der für die Saite bestimmten Note übereinstimmt! Wenn z. B. die E-Saite gestimmt wird, darauf achten, dass auch E angezeigt wird (und nicht Eb oder F).
  • Es gibt Geräte, die eine Umstellung auf Bass-Saiten-Stimmung oder andere Stimmungen erlauben. Die Statusanzeige beachten!
  • Stimmgeräte reagieren recht empfindlich auf Obertonschwingungen. So kann es durchaus vorkommen, dass ein völlig anderer Ton (nämlich ein Oberton) angezeigt wird. Dann alle Saiten dämpfen, das Gerät zur Ruhe kommen lassen und noch einmal probieren. Zur Not noch einmal mit einer einfachen Methode nach Gehör überprüfen.
Tipp

Manchmal lohnt es sich, eine Saite als Flageolette im 12 Bund anzuschlagen, da dann das Gerät genauer mit der Anzeige wird. Der Grund hierfür liegt darin begründet, daß so keine fremden Obertöne mehr von der schwingenden Saite erzeugt werden. Es klingt auf diese Art ausschließlich die Oktave der Saite als Oberton, nicht aber andere Obertöne die beim niederdrücken einer Saite während des Anschlags entstehen.

Computer / Apps

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Zuhause und unterwegs kann man mit Hilfe entsprechender Software auch sehr gut mit dem Computer oder Handy die Töne justieren. Eine akustische Gitarre wird über ein (evtl. zusätzliches) Mikrofon eingestellt.

Das Stimmen mit Hilfe des Computers erfolgt fast genau so wie bei einem elektronischen Stimmgerät. Die Vorteile: erheblich größere Anzeige und entsprechend genauere Einstellmöglichkeiten. Stimmsoftware kommt praktischerweise dann in Frage, wenn sowieso gerade über den PC Aufnahmen gemacht werden. Es erspart einem bei elektrischen Gitarren das Einschleifen eines Stimmgeräts. Im übrigen ist Stimm-Software auch für Pocket-PC und Palm verfügbar, so dass auch die meisten Taschen-Computer zum Stimmen verwendet werden können.

Weiterführendes

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Fußnoten
  1. Frequenzen: E2: 82,4 Hz – A2: 110 Hz – D3: 146,8 Hz – G3: 196 Hz – B3: 246,92 Hz – E4: 329,6 Hz
  2. Entsprechender Artikel ist schon in Planung
  3. ein vertiefender Titel ist in Vorbereitung
  4. Die Gitarre klingt eine Oktave tiefer, als sie in den Noten notiert wird.