Gitarre: Effekte


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To-Do:

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Oft werden zwischen Gitarre und Amp noch Effektgeräte geschaltet. Diese modulieren das Signal durch eine spezielle elektronische Schaltung. Die bekanntesten Effekte sind Verzerrung (Overdrive oder Distortion), Hall, Echo und Verzögerung (Delay).

EffektgeräteBearbeiten

Es gibt zahlreiche Geräte, hier ein kleiner Überblick. Flanger, Delay, Chorus, Phaser, Tremolo, Reverb(Hall), Distortion, Overdrive, Kompressor, Synthesizer, WahWah, Sustain

Einzelne EffektpedaleBearbeiten

 
MXR Distortion Pedal

Effektpedale (Bodentreter, Tretminen) spielen trotz der Flut an digitalen Multieffektgeräten immer noch eine große Rolle bei den Gitarristen. Zum einen ist diese Spezies Musiker in Bezug auf Equipment immer noch sehr konservativ, zum anderen kann man mit Einzeleffekten immer wieder neue Sounds ausprobieren, immer wieder an kleinen Stellschrauben drehen um noch ein wenig besser zu klingen und immer wieder seine Zusammenstellung ändern, wie man es gerade für richtig hält.

Vorteil der Einzeleffekte ist auf jeden Fall die Austauschbarkeit eines einzelnen Pedals. Wenn einem der Sound des Halls in einem Multieffektgerät nicht so richtig gefallen mag, kann man den nicht so einfach austauschen, sondern muss ein Hallgerät in einen eventuell vorhandenen Effektweg einschleifen.

Außerdem kann man die Einzeleffekte viel besser bedienen. Man muss sich nicht durch vielschichtige Menüs klicken um an den zu ändernden Parameter zu gelangen. Man dreht am Knopf, fertig. Das Finden von sogenannten „Sweetpoints“ also Einstellungen eines Reglers, an dem der ganze Effekt am besten klingt, ist viel einfacher.

PreisklassenBearbeiten

Die Preise der kleinen Geräte sind höchst unterschiedlich. Da kann man einen Verzerrer für unter 20, -- Euro erwerben, es gibt aber auch Verzerrer, die um die 500, -- Euro liegen. Oder gar gebrauchte Geräte, die auf dem Markt schwindelerregende Summer erzielen.

Bei den gebrauchten Geräten handelt es sich um Originale, die einen unvergleichlichen Klang erzielen sollen. Ein Beispiel ist ein Klon „Centaur“ der Original-Serie, der auf dem Gebrauchtmarkt um die 10 000, -- Euro erzielt. Der Hersteller hat aus diesem Grund sogar auf ein Nachfolgemodell geschrieben: „Kindly remember: the ridiculous hype that offends so many is not of my making“ also etwa: „Bitte denken Sie daran: Der lächerliche Hype, der so viele beleidigt, ist nicht mein Werk“.

Woher kommen aber die Preisunterschiede bei den neuen Effektpedalen. Da spielt als erstes das Produktionsland eine Rolle. In China verdienen die Leute eben sehr viel weniger als in Deutschland und arbeiten dort auch nicht immer unter Arbeitsbedingungen, die man „human“ nennen würde. Das drückt natürlich den Preis. Oftmals spart man zudem dann noch an der Endkontrolle. Das hat zur Folge, dass eine höhere Anzahl an „Montagsgeräten“ auf den Marktkommen, was aber in Kauf genommen wird.

Auch die Effektpedale, die von den großen Musikinstrumenten Kaufhäusern als Hausmarke angeboten werden, sind solche „Rebrands“. Diese können noch einmal günstiger angeboten werden, weil der Vertrieb ohne Zwischenhändler auskommt.

Die Bauteile können sehr unterschiedliche Qualitäten haben. Billige Schalter und Potis halten oft nicht besonders lange, drücken aber den Verkaufspreis. Auch beim Gehäuse kann gespart werden. Ein Plastikgehäuse ist natürlich lange nicht so stabil, wie ein Metallgehäuse.

Entwicklungskosten. Die günstigen Pedale sind in der Regel sogenannte „Clons“ von deutlich teureren Geräten. In der Beschreibung kann man dann Sätze lesen wie: „Inspiriert vom Gerät XY“. Das spart natürlich bei der Entwicklung der Pedale. Viele Pedale kommen auch unter einer neuen Marke noch einmal auf den Markt (rebranding). Ein Pedal der Marke X für 50,-- Euro kommt nach zwei Jahren als Pedal der Marke Y in einem neuen Design noch einmal auf den Markt und kostet dann nur noch 40,-- Euro.

 
Ibanez Tube Screamer

Zum guten Schluss spielt auch die Art der Fertigung und die Anzahl der zu fertigenden Pedale eine Rolle. Teure Pedale werden von Hand in kleinen Stückzahlen gefertigt, billige dagegen industriell und natürlich in großen Mengen.

Daraus ergeben sich drei Klassen von Pedalen, wobei die Übergänge natürlich fließend sind. Budget Pedale werden zumeist in China in großen Stückzahlen Gefertigt. Es handelt sich dabei in der Regel um „Clone“ bekannter Pedale. Beispiele Hierfür sind Joyo, Mooer, Behringer, Caline, Tone City, etc.

Die Mittelklasse setzt auch auf industrielle Fertigung und höhere Stückzahlen, die Fertigung erfolgt allerdings in den USA oder Japan. Man setzt bei den Geräten auf Road-Tauglichkeit und entsprechend hohe Qualität der Bauteile. Bekannt sind BOSS, Electro Harmonics, MXR oder die Serie 3 von JHS Pedals.

Boutique-Pedal Hersteller setzen auf Qualität und Individualität. Kleine Stückzahlen, handgearbeitet, ausgesuchte Bauteile und eine eigene Entwicklung zeichnen die Pedale aus. Die Firma WeeBoo aus Hannover zum Beispiel ist ein Ein-Mann-Betrieb. Die Pedale werden nebenberuflich entwickelt und gefertigt. Von diesen Boutique-Pedal Herstellern gibt es eine ganze Menge. Rodenberg aus Deutschland, Beetronics, Amptweaker, Jackson Audio, JHS Pedals, Strymon, Wren & Cuff, Wampler, Fulltone, Vertex oder Z.Vex aus den USA, Mad Professor aus Finnland und viele andere mehr. Dazu kommen die Boutique Pedale, die von Amp-Herstellern angeboten werden. Diezel, Bogner, Suhr, Fortin und Friedman sollen als Beispiele dienen.

Natürlich gibt es keine festen Grenzen zwischen den Klassen. Die Übergänge sind fließend. So nutzen einige Herstelle die günstige Produktion in China, die Entwicklung findet aber in anderen Ländern statt. So entwickelt zum Beispiel Blackstar in in Großbritannien, die Produktion ist aber in China, oder Carl Martin entwickelt in Dänemark, die Produktion findet ebenfalls in China statt. Dabei bekommen die chinesischen Firmen genaue Vorgaben, wie die Produktion auszusehen hat.

Effektpedale aussuchenBearbeiten

Am besten, man geht in das Musikgeschäft seiner Wahl, quatscht mit dem Verkäufer, der hoffentlich Ahnung hat (was leider nicht immer der Fall ist) und probiert dann möglichst viele Pedale aus und vergleicht sie miteinander in der Praxis. Am besten noch mit einer Gitarre, die der eigenen möglichst ähnlich ist an einem Verstärker, dessen Sound man kennt. Antesten nennt man das in Musikerkreisen. Davon sollte man soviel Gebrauch machen, wie man kann. Auch das Equipment der Band-Kollegen oder der anderen Musiker, die man so kennt sollte man mal antesten, wenn der Besitzer es zulässt.

Leider hat man nicht immer diese Möglichkeiten. Mittleiweile gibt es bei YouTube massenweise Videos, in denen Effektpedale vorgestellt werden. Manche sogar ohne dass dazwischen gequatscht wird und nur das Pedal mit seinen Soundmöglichkeiten zu sehen und vor allem zu hören ist. Damit kommt man oftmals auch schon weiter, auch wenn der Anbieter des Videos vom Hersteller des Effektes möglicherweise bezahlt wird. Die Aufnahmen für das Video werden dann natürlich unter Studio-Bedingungen gemacht. Im Proberaum wird das Ganze sicherlich dann doch noch etwas anders klingen. Aber die Richtung, in die es geht wird einem klar.

Kommt man an der Bestellung im Internet nicht vorbei, bieten viele Händler die Möglichkeit an, eine Rezension zu veröffentlichen. Auch die kann man bei der Beurteilung zur Rate ziehen. Zumindest auf den Seiten der großen Musikalienhändler sind die Rezensionen noch nicht so unglaubwürdig, wie bei den großen Online-Kaufhäusern. Thomann bietet dazu noch den Stompenberg FX an. Hier kann man Effektpedale virtuell ausprobieren. Das geht recht einfach und man kann sich zumindest ungefähr vorstellen, wie der Effekt klingt, auch wenn das ganze recht steril klingt.

NetzteileBearbeiten

Die meisten Effekt-Pedale lassen sich mit Batterien oder mit einem Netzteil betreiben. Nun sind ja Batterien überhaupt nicht mehr zeitgemäß, aber auch aus rein praktischen Gründen nicht zu empfehlen. Sie sind nämlich immer genau dann leer, wenn man sie am wichtigsten braucht. Frei nach Murphy’s Gesetz: „Alles was schiefgehen kann, geht auch schief!“

Ist die Batterie oder der Akku leer, so muss man sich dann auch erst einmal auf Fehlersuche begeben, was nicht immer so einfach ist. Dann benötigt man auch auf jeden Fall Ersatz und die Frage ist dann, ist denn der Ersatz auch voll? Und auch aus Kostengründen kann man nur zu einem Netzteil raten. Die Effektpedale sind nämlich nicht zu unterschätzenden Stromfresser. Viele verbrauchen auch Strom, solange ein Kabel im Input steckt und der Effekt nur auf Stand-by läuft. Bei der Probe vergessen, den Stecker aus dem Input herauszuziehen, bei der nächsten Probe ist die Batterie oder der Akku leer.

Plant man mehrere Effekte einzusetzen, sollte man sich gleich damit beschäftigen ein Mehrfachnetzteil zu erwerben. Einzelne Effekte kann man noch mit einem einzelnen, handelsüblichen Netzteil betreiben, hat man mehrere Effekte zu versorgen, ist es deutlich angenehmer, auf eine zentrale Stromversorgung zurückgreifen zu können.

Was muss ich nun beim Kauf eines Netzteiles beachten? Das hängt davon ab, was für Pedale ich betreiben möchte. Moderne, digitale Pedale mit reichlich Funktionen verbrauchen durch die hohe Rechenleistung, die benötigt wird, auch viel Strom. Das Netzteil sollte dafür als ausreichend Strom zur Verfügung stellen. Neben den üblichen 9 Volt 500 mA Ausgängen ist es möglich, dass ich für bestimmte Overdrive, Distortion oder Fuzz Effekte auch mit 12 oder 18 Volt betreiben kann, wodurch sie mehr Headroom, also mehr Gain und damit mehr Verzerrung bekommen. Habe ich solche Effekte, benötige ich auch Ausgänge mit entsprechender Volt Zahl. Mache Netzteile bieten hierfür sogar schaltbare Ausgänge. Damit ist man dann noch flexibler.

Sind die Ausgänge eines Mehrfachnetzteils nicht gut genug getrennt, kann es in Verbindung mit anfälligen Effekten zu Brummen kommen. Da hilft nur Probieren oder der Austausch des Netzteils, bzw. des Effektes, wenn man den Übeltäter ermittelt hat.

Es gibt Effekte, die sensibel auf Netzteile reagieren. Sie verändern durch die Art des Netzteils sogar den Sound und müssen dann mit dem zugehörigen und in diesem Fall wahrscheinlich mitgelieferten Netzteil betrieben werden.

Schön ist, wenn man das Netzteil unter dem Pedalboard verbauen kann. Da nimmt es dann auf dem Pedalboard keinen Platz mehr weg. Dazu sollte man vorher gucken, wie hoch das Netzteil ist.

Für kleine und mittlere Pedalboards gibt es auch Netzteile, die gleichzeitig ein Stimmgerät beinhalten. Das kann für das eine oder andere Pedalboard genau das richtige Feature sein.

PatchkabelBearbeiten

Hat man mehrere Effektpedale im Einsatz muss man sie mit entsprechenden Kabeln verbinden um das Signal zum Verstärker zu bekommen. Diese kurzen Kabel nennt man „Patchkabel“. Sie sind entweder mit geraden oder mit Winkelsteckern ausgestattet. Zum Verbinden von zwei Pedalen, die die Input- und Output Anschlüsse an der Seite haben, wie es bei den meisten Geräten der Fall ist, eignen sich Winkelstecker am besten. Haben die Pedale die Anschlüsse an der Hinterseite, was sehr praktisch und platzsparend sein kann, dann sind oftmals gerade Stecker besser, wenn sich nicht eine weitere Reihe Effekte dahinter befindet und Platz haben muss.

Für den Einsteiger gibt es bunte Patchkabel bei dem Musikalienhändler der Wahl Mehrfachpack schon für wenige Euro. Für den Anfang sind diese völlig ausreichend. Die Verschweißten Stecker dieser Kabel haben aber den Nachteil, dass man sie nicht reparieren kann und sie doch recht schnell kaputtgehen. Bei größeren Effektboards kann da die Fehlersuche schon mal zur Geduldsprobe werden, wenn man ein defektes Kabel hat.

Deswegen sollte man sein Pedalboard so früh wie möglich auf bessere Kabel umstellen. Dabei bieten viele Kabelhersteller Bausätze an, mit denen man exakt die richtige Länge mit den geeigneten Steckern selber kombinieren kann. Das sorgt für Ordnung auf dem Pedalboard und kurze Kabel.

Es gibt auch Verbindungen, die nur aus den Steckern bestehen. Das sind mehr oder weniger nur zwei Stecker, die zu einem Teil verarbeitet worden sind. Das ist auf den ersten Blick eine gute Lösung, problematisch ist die Höher der beiden Buchsen, die verbunden werden sollen. Ist die zu unterschiedlich, kann der Stecker das nicht mehr ausgleichen. Manche benötigen sogar exakt die gleiche Höhe. Dann muss man auch auf Qualität achten. Es gibt Modelle dabei, die doch sehr schnell kaputt gehen. Und für meinen persönlichen Geschmack liegen die Fußschalter der benachbarten Pedale manchmal zu dicht beieinander, dass eine Fehlbedienung nicht ausgeschlossen ist.,

Profis geben ein Vermögen für Kabel aus. Das liegt daran, das durch schlechte Kabel auch immer Sound verloren geht. Das lohnt sich aber nur bei ebenso hochwertigen Effekt-Pedalen, sonst kann das Patchkabel auch mal mehr kosten, als der angeschlossene Effekt.

Multi-EffektgeräteBearbeiten

 
BOSS GT-3

Sie sind meist mit Klangprozessoren ausgestattet und beherbergen als einzelnes Gerät eine Vielzahl nützlicher Effekte, die durch Programmierung miteinander kombiniert werden können. Dadurch, dass diese Gattung der Effektgeräte mit wenig Technik viele Effekte ausgeben kann, klingen die Effekte meist nicht so gut wie die der einzelnen Effektgeräte.

Für wen sind Multi-Effektgeräte geeignet? Für Einsteiger und um sich eine Übersicht über die breite Palette der angebotenen Effekte zu verschaffen, sind diese Geräte sehr gut geeignet. Ebenso sind die Geräte zum Üben hervorragend, da einige Geräte auch Drum-Patterns und ein Metronom integriert haben. Viele greifen jedoch lieber zu Einzel-Pedalen, da so feinere Sounds möglich sind, als ein Multi-Effektgerät es hergibt. Es gibt natürlich Multi-Effekte in der "Oberklasse" die gute Sounds bei sämtlichen Effekten haben, welche aber für den Hobbymusiker kaum bezahlbar sind.


Vorteil eines Multi-Effektgeräts Ein Multi-Effektgerät birgt den Vorteil in sich, dass fertige Sounds abrufbereit sind. Wenn man zum Beispiel bei einem Song einen 80er-Jahre Hardrock-Sound mit dezentem Einsatz von Chorus spielt und der nächste Song einen cleanen Sound mit deftigem Einsatz von Chorus erfordert, werden bei einem Multi-Effektgerät einfach zwei Sounds erstellt, gesichert und anschließend abgerufen. Bei einzelnen Effektpedalen muss das Chorus-Pedal nachgestellt werden. Es muss eventuell der Amp neu eingestellt werden (Distortion-Kanal, Gain, EQ, Master Volume, etc...). Vielleicht soll noch ein Delay in bestimmter Weise dazu, dann muss auch dieses Pedal eingestellt werden, und und und...

Vorstellung: Das Multi-Effektgerät verfügt auf der Rückseite über Anschlüsse für den Eingang ins Gerät (Input) und für den Ausgang aus dem Gerät (Output). Die Anschlüsse sind in der Regel für 6,35 mm Klinkenstecker ausgelegt. Des Weiteren befindet sich der Stromanschluss für das externe Netzteil dort. Eventuell ist noch ein Regler für den Eingangspegel vorhanden, also die Intensität, mit der das Gitarrensignal ins Effektgerät kommt.Bei den meisten Geräten ist auch ein Kopfhöreranschluss vorhanden sowie ein Aux-Eingang womit man ein externes Signal (z.B. von MP3-Player oder Drumcomputer) einspeisen kann. Damit ergibt sich die Möglichkeit zu einer Aufnahme zu spielen.

Multi-Effektgeräte bestehen weiterhin aus Bedienknöpfen für die Bearbeitung und Sicherung der Sounds (Presets)und haben ein Display um eine Übersicht der gewählten Presets zu haben. Außerdem sind Fußschalter vorhanden, mit denen Sounds abgerufen werden können. Zu guter Letzt ist oft noch ein Fußpedal im Effektgerät integriert. Dies allerdings erst in größeren Versionsstufen des jeweiligen Multi-Effektgeräts. Dieses wird dann meistens für die Steuerung von Wah-Effekten oder zur Volumenreglung genutzt. Es ist aber auch möglich damit z.B. den Effektanteil vom Delay zu regulieren.

Das Multi-Effektgerät stellt meistens noch ein Stimmgerät zur Verfügung. Es verfügt in aller Regel über eine Bypass-Funktion, die das Gitarrensignal an den Amp durchschleift ohne vorher durch das Gerät beeinflusst worden zu sein. Zu guter Letzt hat es alle gängigen Effekte integriert. Vorstufeneffekte wie Compressor, Booster und Vorverzerrung sind vorhanden. Des Weiteren sind die bekannten Effekte vorhanden, wie Verzerrung (meist mehrere Typen "Overdrive", "Distortion", "Lead", "Blues", "Metal", etc...), Chorus, Phaser, Flanger, Pitch-Shift, Delay, Hall und nicht zuletzt ein Noise-Gate (Rauschunterdrückung) (Von Hersteller zu Hersteller gibt es natürlich Abweichungen von der Regel!) Einer der wichtigsten Funktionen ist der Equalizer. Mit ihm steht und fällt ein Sound.

In einem Multi-Effektgerät werden die Sounds in sogenannten Bänken abgespeichert. Eine Bank umfasst in der Regel so viele Sounds, wie Fußschalter vorhanden sind. Bei kleineren Pedalen mit nur zwei Fußschaltern, werden die Sounds normalerweise im Stile von "Nächster-Sound" bzw. "Voriger-Sound" abgerufen. Ansonsten sind weitere Fußschalter vorhanden, welche in die nächste Bank oder in die vorige Bank schalten.

Weniger ist oft mehr: Dieses Prinzip gilt gerade bei den Multi-Effektgeräten. Natürlich ist dies auch bei allen anderen Effekten der Fall. Nur sind bei Multi-Effektgeräten viele Effekte gleichzeitig kombinierbar, was leicht zur Überladung des Sounds führen kann. Empfohlene Betrachtungsweise für die Effekte: Sie sind das Salz in der Suppe! Dezenter Einsatz ist gefragt, wenn nicht der Effekt etwas besonderes erreichen soll (oft bei Tom Morello zu beobachten).

Bekannte Hersteller von Bodeneffektgeräten: Digitech, Zoom, Korg, Boss, Vox, Line6

Rack EffektgeräteBearbeiten

Man kann sie in 19" Racks (weltweiter Standard) einbauen und muss zur Steuerung noch eine externe (Midi-)Schaltleiste anschließen, um sie zu bedienen. In den 80er Jahren war der Andrang groß, weil viele wie Ihre Idole klingen wollten. Der Haken war der sehr hohe Preis (manchmal über 50.000€ für ein Rack!). Ein berühmter Rackbauer und auch Pionier auf diesem Gebiet ist Bob Bradshaw, welcher für viele Gitarristen ein System zusammengestellt hatte. Die Qualität ist natürlich viel höher als bei den Boden-Multi-Effektgeräten. Teilweise wurden mehrere Verstärker und hiermit verbundene Effektgeräte mit nur einem Tritt auf einen Schalter gewechselt, die Vorteile liegen auf der Hand. In einem Rack waren jeweils Vorstufe, Verzerrer, mehrere Effekte, Equalizer und Endstufe zusammengefasst. Ein eingebauter Lüfter hinter und manchmal auch zwischen den Geräten sorgte für die benötigte Kühlung.

19" Rack : [1]

HallfedernBearbeiten

Kein richtiges Effektgerät, jedoch oft in Verstärkern eingebaut, um Hall (Räumlichkeit, Nachhall) auf analogem Weg zu erzeugen. Hierzu befinden sich mehrere metallische Federn in einem Gehäuse. Das Tonsignal durchläuft die Federn und durch diese Verzögerung entsteht der Halleffekt.

Mehr Info :[2]

Hall und EchoBearbeiten

Um akustische Akkordpassagen oder Sololäufe etwas voller klingen zu lassen, bedienen sich viele Gitarristen eines Hall- oder Echo-Effektes. Die Unterschiede zwischen Hall und Echo sind nicht allzu groß. Das Echo wiederholt die Töne zeitversetzt, der Hall lässt die Töne länger nachklingen.

Speziell mit dem Echo ist es möglich, mit einer einzigen Gitarre mehrstimmige Melodiepassagen zu spielen. Dafür muss die Wiederholungs-Rate entsprechend lang eingestellt werden, so dass die bereits gespielten Töne zeitversetzt nochmals erklingen. Besonders in Kombination mit Arpeggios können auf diese Weise erstaunlich professionell klingende Melodieläufe entworfen werden. Will man das Ganze in einem Lied einsetzen, so muss die Wiederholungs-Rate des Echos natürlich an die Geschwindigkeit des Liedes angepasst werden.

Chorus und FlangerBearbeiten

 
Ibanez CF7 Bodeneffektgerät Chorus/Flanger

Der Chorus ist ein Standard-Effekt, der bei vielen bekannten Gitarristen ein fester Bestandteil ihres Sounds ist. Chorus bedeutet, dass der Effekt den gespielten Ton mit zusätzlichen Tönen in einer leicht abweichenden Tonhöhe anreichert. Er lässt die Gitarre etwas fetter klingen, da der Zuhörer den Eindruck hat, dass mehrere Gitarren das Gleiche spielen (so wie bei einem Chor). Sehr oft wird der Chorus im Stereobetrieb benutzt, hierzu sind auch die meisten Pedale mit 2 Ausgängen versehen.

Ein Flanger erzeugt einen Sound, der meist mit dem eines vorbeifliegenden Flugzeugs verglichen wird, wenn die Modulationsgeschwindigkeit auf langsam eingestellt ist. Dabei wird eine Kopie des Signals zusätzlich zum Original mit einer Zeitverzögerung eingemischt, wobei der zeitliche Abstand von Originalsignal zu Kopie ständig variiert wird. Es handelt sich somit um eine Art Delay mit ständig wechselnder Länge. Die Verzögerung schwankt dabei meist zwischen ca. 1 bis 10 ms. Durch Einmischen des so modulierten Signals in das Originalsignal (Rückkopplung) kann der Effekt zusätzlich an Tiefe gewinnen.Mit dem Flanger wird auch oft ein Pseudo-Stereosignal erzeugt, in dem man die Zeitverzögerungen für den linken und rechten Kanal gegeneinander Phasenweise veschiebt.

ArpeggiatorBearbeiten

Hier handelt es sich um einen Effekt, der aus einzelnen Tönen Akkorde generiert. Damit dies überhaupt korrekt funktionieren kann, muss am Arpeggiator stets die Tonart eingestellt werden, in der man sich befindet. Zudem ist es unerlässlich, dass die Gitarre absolut akkurat gestimmt ist, sonst hört sich dieser Effekt nur wie "Katzengejammer" an!

OktaverBearbeiten

Der Oktaver erzeugt zusätzlich zum gespielten Ton einen zweiten Ton, der je nach Einstellung eine Oktave höher oder tiefer liegt. Oft ist es auch möglich, den gespielten Ton durch den erzeugten zu ersetzen, so dass eine Gitarre wie ein Bass klingen kann (wie zum Beispiel bei Seven Nation Army von den White Stripes). Die Einstellung mit einer Oktave höher wird als 12-saitiger Gitarren-Ersatz benutzt, wobei im Gegensatz zur echten 12-saitigen Gitarre die hohe E- und H-Saite auch eine Oktave erhöht werden.

TremoloBearbeiten

Der Tremolo-Effekt variiert die Lautstärke der Gitarre in der eingestellten Geschwindigkeit.

Pitch-ShifterBearbeiten

Mit Hilfe dieses Effekts lässt sich die Gitarre auf elektronischem Wege um ein beliebig viele Halbtöne (meistens +/-12) nach oben oder unten verstimmtes Signal erweitern, ähnlich wie bei dem Oktaver, aber jetzt in einzelnen Halbtonschritten (z.B. um eine Quinte oder Quarte erhöht). Sehr oft wird der Effekt verwendet, um zweistimmige Melodien zu spielen, wofür man sonst einen zusätzlichen Gitarristen bräuchte. Dieser Effekt wird eher selten auf der Bühne oder im Studio eingesetzt, da eine reelle 2te Gitarre einfach wesentlich besser klingt. Ausnahmen gibt es natürlich, z.B. Steve Vai benutzt den Effekt gerne. Eine weitere Benutzungsvariante ist der "Detune" (= verstimmt) Modus. Hierzu wird nur geringfügig vom 2ten Signal Gebrauch gemacht, und auch meistens nur 1 Halbton verstimmt.

WahWahBearbeiten

 
WahWah-Pedal

Nach der Verzerrung ist der Wah-Wah-Effekt wohl zweifelsfrei der beliebteste und meistgespielte Effekt den es gibt.

Der WahWah Effekt wird meist vom Gitarristen selber über ein Fußpedal gesteuert. Moderne Multieffektgeräte bieten meist ein sog. Auto-WahWah an, das aber vom Klang als auch von den Möglichkeiten dem manuellen WahWah in Form eines Fußpedals weit unterlegen ist. Es gibt aber einige 19-Zoll-Multieffektgeräte, die den Anschluss eines Midi-Fußpedals erlauben, und somit auch eine größere Kontrolle über den Klang. Bei einigen 19-Zöllern ist der Klang so gut, dass er kaum von den herkömmlichen WahWahs zu unterscheiden ist.

Der Name WahWah ist dabei eigentlich selbsterklärend, es ist die phonetische Schreibweise des Klangs der durch einen WahWah-Effekt erreicht werden kann (im Deutschen 'uWahuWah')

Funktion von WahWahBearbeiten

(Diese Erläuterung bezieht sich auf Fußpedale)

Anhand eines am Pedal angebrachten Druckschalters lässt sich der WahWah-Effekt ein- und ausschalten. Hierzu wird das Pedal lediglich einmal ganz durchgetreten um ein- oder auszuschalten. Mittlerweile sind aber auch Pedale mit sog. silent "auto-off" Funktionen erhältlich, bei denen der WahWah-Effekt allein durch Berühren bzw. Nicht-Berühren des Pedals ein und ausgeschaltet werden kann.

Im Pedal ist ein Verstärker verbaut, der je nach Stellung des Pedals bestimmte Frequenzen anhebt, also verstärkt, während andere wiederum abgesenkt werden.

Zum Beispiel werden bei flacher Pedalstellung die hohen Mitten und insbesondere Höhen verstärkt, während tiefe Mitten und Bässe abgesenkt werden. Je weiter nun das Pedal geneigt wird, desto mehr tiefe Frequenzen werden verstärkt, wobei gleichzeitig mehr und mehr Höhen und hohe Mitten abgesenkt werden.

Man könnte also von einem parametrischen Equalizer sprechen.

Neuere Effektpedale bieten die Möglichkeit, verschiedene Parameter wie beispielsweise die Breite des zu verstärkenden Frequenzbandes oder den Grad der Verstärkung zu manipulieren, und bieten somit ein ziemlich breites Spektrum an unterschiedlichen Gitarrensounds.

Einsatz von WahWahBearbeiten

Egal ob für markante Soli Einlagen oder "easy Reggae-Grooves", der WahWah-Effekt ist für fast alle Musikrichtungen interessant. Durch die Möglichkeit ihn als "Quasi-Midboost" zu verwenden, wirkt der Einsatz eines WahWah-Effekts aber anscheinend proportional zur Lautstärke der gesamten Combo.

Aber auch als rein akustisches Hilfsmittel kann ein WahWah-Effekt zum Einsatz kommen. Beispielsweise als sog. offenes WahWah bei dem ein WahWah-Pedal in einer Stellung arretiert wird.

Dementsprechend breit ist das Spektrum berühmter Musiker, die auf den Einsatz von WahWah Pedalen setzten. Es reicht von Virtuosen wie Jimi Hendrix (wahnsinnig intuitiver Einsatz von WahWah-Effekten bei "Voodoo Chile") über Großmeister wie Eric Clapton bis hin zu Ausnahmekünstlern wie David Gilmour. Aber auch in der modernen Punk/Rock-Szene (Green Day, Die Ärzte o.ä.) ist sowohl live als auch im Studio immer wieder ein WahWah-Effekt zu hören.

Spielen mit WahWahBearbeiten

Um selber in den Genuss eines WahWah-Effektes zu kommen, bedarf es in erster Linie Geld. Ein einfaches WahWah-Pedal kann gut und gerne 150 € (Stand Juli 2005) kosten. Bei Pedalen in dieser Preiskategorie sollte die Ausgabe allerdings schon eher als Investition auf Lebenszeit gesehen werden, denn WahWah-Pedale sind elektronisch gesehen sehr einfach gestrickt und gelten allgemein als robust und beinahe unverwüstlich.

Anfangs werden viele vom recht kurzen Pedalweg überrascht sein. Um ein WahWah-Pedal richtig zu bedienen, bedarf es ein wenig "Zehenspitzengefühl". Aber im Großen und Ganzen muss das Spielen mit einem WahWah-Pedal nicht lange erlernt werden sondern gelingt meist schon nach wenigen Minuten intuitiv.

E-BowBearbeiten

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Viele Gitarristen wissen heute gar nicht mehr, was ein E-Bow überhaupt ist! Es handelt sich dabei um ein Gerät, das die Saiten einer E-Gitarre durch Magnetismus zum Schwingen bringt. Damit lässt sich ein sehr geigenähnlicher Sound erzielen, welcher enorm weich klingt.

Man muss dieses batteriebetriebene Gerät einfach nur über eine Saite halten und schon beginnt sie zu schwingen. Damit ist das E-Bow für besonders softe Melodiepassagen bestens geeignet. Zum Beispiel beim Lied "Wonderwall" hört man im Hintergrund ein Cello brummen, aber in Wirklichkeit ist das ein E-Bow.

SchlussbemerkungBearbeiten

Obwohl vom Klang als auch von der Technik wohl einer der eher schlichten Effekte, ist der WahWah-Effekt in seiner Art und in seinen Möglichkeiten so vielfältig wie kein Zweiter.

Kurzum, ein WahWah-Effekt gehört in jeden (E-)Gitarristen Haushalt.