Gitarre: Lerne CAGED-Stammtöne


Dieser Abschnitt ist noch im Entstehen und noch nicht offizieller Bestandteil des Buchs. Gib den Autoren Zeit, den Inhalt anzupassen!


Wiederholung der Fingersätze Bearbeiten

mit Schwerpunkt auf die Stammtöne

Diese Wiederholung ist zum einen dafür gedacht, die vorhergehenden Übungen auf jeder Saitenlage zu machen, und auch in jeder Bundlage, gleichgültig ob die Finger eng beieinander oder weit auseinander stehen. Besonderen Augenmerk wollen wir hier auf die Notennamen legen. Diese können hier mitgelernt werden.

Solltest du meinen, das sei noch nicht für dich dran und kann warten, dann springe zur ersten CAGED-Skala.


Lassen wir die erste Lektion (insbesondere für die Quereinsteiger) noch einmal Revue passieren.

Die folgenden Übungen enthalten oft eine Folge von ein- oder zweitaktigen Sequenzen. Eine Sequenz ist ein Motiv, dass sich auf verschiedenen Tonhöhen wiederholt.

Auch ohne Notenkenntnisse kannst du den Verlauf und die Wiederholungen der Sequenzen einfacher im Notenbild verfolgen, als in der Tabulatur; insbesondere wenn du dir gleichzeitig die Übung anhörst. Es kommen auch Ausschnitte aus klassischen Stücken, Folksongs, Kinderlieder o.ä. vor. Die einfache Struktur oder der Bekanntheitsgrad der Melodien sollen dir das Üben erleichtern. Die Finger finden so leichter ihre Position, als wenn du erstmal jede einzelne Note aus der Tabulatur entschlüsseln musst.

Jede Übung wird auf allen Saitenlagen geübt. Vorher blieben wir in den mittleren Lagen. Jetzt gehen wir auch in die ersten Bünde, wo man die Finger etwas mehr spreizen muss, und in die höheren Lagen, wo es ein wenig eng wird. Die Stücke wiederholen sich in dieser Lektion in der selben Tonart, doch auf verschiedenen Bünden. Du spielst immer die selbe Tonfolge, nur auf verschiedenen Tonhöhen bzw. auf verschiedenen Saitenlagen. Lediglich zwischen der G- und H-Saite musst du dir jedesmal überlegen, wie sich der Lagewechsel auf den Fingersatz auswirkt. Doch der Fingersatz in den anderen höheren Lagen bleibt immer gleich. Wie die Tonfolgen mit dem CAGED-System zusammenhängen, das muss dich nur am Rande interessieren. Es wird in den folgenden Lektionen näher und ausführlicher erleutert.

Beachte auch hier, dass du den ersten Fingersatz immer nur über 2 Saiten übst. Nicht mehr! Erst beim zweiten Durchgang kommt das nächste Saitenpaar dran, und dann das übernächste. Also sei dir jedesmal bewusst, dass der erste Fingersatz jeweils nur über zwei Saiten geht.

 

Wir hatten uns bei den vorhergehenden Übungen weitestgehend an den Intervallen (1-j7) und an der Tabulatur orientiert. Diese sind in allen Tonarten gleich.

Suche zuerst das Karré! Daran orientierst du dich.

 


Tipp:

 

Lerne bei der C-Dur-Tonleiter nicht nur die Intervalle
2 - 3 4 - 5
6 - j7 1 - 2
sondern benenne auch jede einzelne Note.
D - E F - G
A - H C - D
So bekommst du einen recht einfachen Überblick über das Griffbrett.


Töne der C-Dur Tonleiter auf dem Griffbrett Bearbeiten

Wir wollen uns in dieser Lektion auf die Töne bzw. die Notennamen konzentrieren. Allerdings sparen wir uns vorerst alle Töne mit Vorzeichen aus. Die ersten Übungen zum 1. und 2. Fingersatz werden auf die Tonart C-Dur bzw. A-Moll übertragen und wir spiele sie in den hier gezeigten Positionen.

Wir fangen mit dem zweiten Fingersatz an, wo wir entweder den Ton C oder den Ton A der C-Dur- bzw. Am-Tonleiter als Orientierung nutzen

 

Du hast vermutlich allerlei Akkordformen des CAGED-System gesehen.

Animation

 

Wenn du schon Fingerstyle oder Jazz spielst, mögen dir viele der Formen bekannt vorkommen. Doch selbst wenn du bis jetzt nur das Rockdiplom gemacht hast und mit den dort vorkommenden Barré-Akkorden vertraut bist, wirst du sehen, dass die einfachen Barré-Akkorde ausreichen, um sich auf dem Griffbrett zu zurechtzufinden.

Die C-Dur-Tonleiter in den ersten drei Bünden setze ich als bekannt voraus und es sollte dir nicht allzu schwer fallen, diese in den 12. Bund zu übertragen.

  

C-Dur als Barré im 3. Bund kennst du vom Rockdiplom, und C-Dur im 8. Bund ist auch kein Hexenwerk. Dazwischen liegt nach dem CAGED-System die G-Form, die dir vermutlich noch nicht untergekommen ist (hier mit weißem Fingersatz). Statt uns die Töne von der G-Form abzuleiten, machen wir es uns einfacher und leiten uns die Töne zur Orientierung vom Am im 5. Bund ab. Du erinnerst dich noch an die Dur- und Mollparallelen? (C- \ Am-Tonleiter bzw. G- \ Em-Form). Oder du nutzt die Grundtöne des C-Barré im 8. Bund.

 

Leite dir also die Grundtöne C und A von den dir bekannten Barré-Akkorden ab und spare dir die ungewöhnlicheren Akkordformen auf, bis sie dir später beim Fingerstyle oder Jazz begegnen. Es macht dabei garnichts aus, wenn du zum Auffinden der Grundtöne und zum Finden des Starttons ein paar Sekunden brauchst. Du wirst sehen, dass die Wiederholungen der bekannten Übungen auf den verschiedenen Bünden und in verschiedenen Oktavebereichen leicht von der Hand gehen. Lediglich beim Lagewechsel zwischen der G- und H-Saite musst du etwas überlegen.

 

Diese wenigen"Eckpunkte" reichen aus, um dich grob auf dem Griffbrett zurechtzufinden. Suche sie noch einmal in der Skala und natürlich auch auf deinem Griffbrett.

 

Zweiter Fingersatz Bearbeiten

 

Zuerst suchen wir uns in der C-Dur-Tonleiter überall den zweiten Fingersatz heraus.

 

Zur leichteren Orientierung wird die Grafik bei jeder neuen Melodie wiederholt.

Rondeau (Auszug) Bearbeiten

Die eintaktige Sequenzen wurde aus einem Rondeau von J.S. Bach entnommen, dass beliebig wiederholt werden kann. Der Grundton C, welcher im letzten Takt rot eingefärbt wurde, wird mit dem kleinen Finger gegriffen. Du kannst tatsächlich die Noten nutzen (sofern du es schon kannst) oder aber du orientierst dich an den Notennamen.


Am Anfang des Griffbrettes brauchen wir den zweiten Fingersatz nicht vollständig.

 


In der A-(Bb-)Form müssen wir den Lagewechsel zwischen der G- und H-Saite beachten. Übrigens werden hier die Töne in der englischen Form angegeben. (Bb-Form und der Ton B statt des deutschen H.) Nur der erste Bund wird bis zur letzten Note in der dritten Lage gespielt. Der Rest bis zur letzten Note in der zweiten Lage.

 


Statt in der G-Form das C zu suchen, suche lieber das A im 5. Bund (hier grün hervorgehoben). Oder du leitest dir das C vom Barré im 8. Bund ab. Der Startton E ist auf der A Saite im 7. Bund unter dem Ringfinger. Ansonsten stellt der Fingersatz keine Herausforderung mehr dar.

 


Der kleine Finger des C-Barré im 8. Bund in der E- bzw. F-Form gibt gleichzeitig das C des zweiten Fingersatz an. Du siehst, dass ab jetzt alles leichter geworden ist, weil sich ansonsten nichts mehr am Fingersatz ändert.

 


Für den Grundton C müssen wir uns die D-Form gar nicht so genau ins Gedächtnis rufen, wenn uns die C-Form viel vertrauter ist.

Diese hohe Lage ist für E-Gitarristen oder Gitarren mit Cutaway gedacht. Auf der Konzertgitarre ist die sehr hohe Lage schlecht zu spielen. Gehe ggf. einen Kompromiss ein, und spiele diese hohe Saitenlage ein paar Bünde tiefer als Übung nur für den Fingersatz aber nicht für die Notennamen.

 


Noten über dem hohen C (der mit zwei Hilfslinien) wird dir seltener begegnen, da in dem Fall bevorzugt die Noten nach unten oktaviert werden. (Beachte die 8 im Notensystem.) Bei den weiteren Übungen werden jedoch die Versionen mit den vielen Hilfslinien angezeigt.

 


Mit der C-Form in den ersten drei Bünden im Hinterkopf ist der 12. Bund leicht zu bewältigen. Wieder eine Übung, die weniger für Konzertgitarren geeignet ist.

 


"Das häßliche Entlein" oder "Alle meine Entchen"[1] in A-Moll Bearbeiten

Die vorherige Übung war in Dur, und hier verwenden wir ein und den selben Fingersatz in Moll. Wie du siehst und hörst, lässt sich ein Fingersatz oder ein Pattern nicht eindeutig einer einzigen Tonart zuordnen. Der Schlusston oder der Schlussakkord (hier der Ton A bzw. der Akkord Am) bestimmt die Tonart. Der Grundton A ist hier die Sexte (6) des zugrunde liegenden C-Major-Pattern. Es bleibt dir überlassen, ob du zur Orientierung lieber den Grundton A (grün) bestimmst, oder das C aus dem Karré (rot).

Wenn in einer Tabulatur über einer Ziffer zwei Notenhälse stehen, so ist das ein Zeichen für eine halbe Note, die zwei Schläge dauert. Da dieses für viele Gitarristen sehr ungewöhnlich aussieht, verzichtet man oft auf Taktstriche in der Tabulatur. In dem Fall lässt sich die Tondauer allein an den Notenwerten ablesen.

 
 


Der Lagewechsel zwischen der G- und H-Saite ist hier leicht zu bewältigen.

 


Auch hier ist es wieder einfacher das A (grün) zu suchen.

 


 


Statt lange nach dem Grundton der D-Form zu suchen, erinneren wir uns kurz, wo der Grundton C auf der H- (B-)Saite sein muß (13. Bund).

 


 

Die Moldau (Hauptmotiv) Bearbeiten

Die Abfolge der Töne der folgenden Übung unterscheidet sich kaum von der vorhergehenden. Doch mit dem anderen Rhythmus haben wir das Hauptmotiv von der Komposition YT   "Die Moldau" von Bedrich Smetana (ohne Auftakt und rhythmisch vereinfacht).

Auch wenn es hier (wie in der 7. Übung) nur die Molltonleiter rauf und runter geht, merkst du hoffentlich, wieviel der Takt und Rhythmus an der Wirkung ausmacht. Wenn du später mal meinst, deine Improvisationen hören sich langweilig an, dann solltest du dich mehr mit Rhythmus beschäftigen. Dazu kannst du dich auch ein wenig mit Schlagmustern beschäftigen.

 
 


Warum die Form hier Gm-Form genannt wird, das wird dir in den nachfolgenden Lektionen klarer werden. Auf Fingersatzangaben können wir hier verzichten, wenn du vorher "Alle meine Entchen in Am" gespielt hast.

 


Hier bietet sich besonders an, den Am-Barré zur Orientierung zu verwenden.

 


Auch hier gibt dir der kleine Finger des Am-Barrés den Grundton an. Du kannst dir die Dm-Form aber auch über die F-Form (C im 8. Bund) ableiten.

 


Zähle vom C (H-Saite, 13. Bund) rückwärts zum A.

 


Hier wird die erste Übung in den 12. Bund verschoben.

 


1. Fingersatz Bearbeiten

Dir wird wohl aufgefallen sein, dass beim zweiten Fingersatz der Ton G fehlt. Den üben wir mit dem ersten Fingersatz.

 

Beachte, dass der Grundton (1) unter dem Ringfinger (also im zweiten Bund dieses Fingersatzes) ist, und dass du deine freie Improvisationsübung in Dur günstigerweise mit der (1) beginnen oder zumindest enden sollte.

Diesen Fingersatz suchen wir in der C-Dur-Tonleiter auf dem Griffbrett.

 


Eintaktige Sequenzen Bearbeiten

Die erste Lage mit leeren Saiten stellt noch keine Herausforderung dar.

 



Du musst noch nicht einmal den C-Barré im 3. Bund bemühen, um den Grundton zu finden. Die C-Dur-Tonleiter in den ersten drei Bünden reicht. Natürlich kannst du auch den Startton G suchen. Die Tabulatur sagt dir "D-Saite 5. Bund". Erinnere dich daran, dass dies der Stimmton der D-Saite ist (beim Stimmen nach Bünden). Auch hier ist der Fingersatz leicht.

 


Beachte den Lagewechsel zwischen der G- und H-Saite. Den Grundton C kannst du dir auch vom Ringfinger des C-Barrés ableiten. Du musst dir hier eine Strategie zurechtlegen, wann du den Lagewechsel durchführen möchtest. Ich empfehle hier, den Lagewechsel so früh wie möglich zu machen, damit du den Zeigefinger frei hast, um gleich hintereinander zwei Töne in einem Bund zu spielen. Betrachte die Angaben zum Fingersatz nur als Vorschlag.

 


Hier eine alternative Lösung. Du kannst einen kleinen Barré über die Noten C und E legen, und den Lagewechsel später ausführen. Das V unter dem C zeigt hier den 5. Bund an, und nicht etwa Abschläge. Der Lagewechsel erfolgt hier im letzten Takt.

 


Den Grundton C kannst du dir vom C-Barré im 8. Bund ableiten. Der Fingersatz ist wieder einfach.

 


Die Tonhöhe ist die selbe, wie in der G-Form, wo wir uns komplizierte Strategien für den Fingersatz zurechtlegen mussten. In dieser Lage ist alles einfacher. Ein kompletter Lagewechsel (nebst Formwechsel) wäre eine weitere gangbare Strategie gewesen.

 


Hier wurde die C-Durtonleiter in den 12. Bund verlegt. Der Grundton ist auf der H-Saite im 13. Bund. (Eine Oktave höher als bei der C-Dur Tonleiter in den ersten drei Bünden.) Auf der Konzertgitarre kann es sich lohnen, die Töne im 15. Bund mit dem Ringfinger zu greifen. Es käme zu einer Überstreckung, die in den höheren Lagen jedoch leicht fallen.

 


Halbtaktige Sequenzen Bearbeiten

Diesmal hast du halbtaktige Sequenzen, die einmal wiederholt werden.

 
 



 


Du kannst die beiden hintereinander folgenden Noten im 5. Bund mit einem Mini-Barré ausführen, und die Lagewechsel mittels Slide (= Glissando) durchführen, oder wie in der Wiederholung ohne Slide durchführen.

 


Fingersatztechnisch wieder problemlos.

 


 


 


Ein Vogel wollte Hochzeit machen Bearbeiten

Hier habe ich ein relativ bekanntes Kinderlied gefunden, dass perfekt zum 1. Fingersatz passt. Die Tondauern sind für Ungeübte in Sachen Noten schwer herauszulesen. Kennst du aber das Stück, oder hörst du es dir mehrmals an, so ist es keine unüberwindbare Schwierigkeit.

 

Folgt das G nach dem D, greifst du den besser mit dem kleinen Finger.

 


Hier ist es wohl am einfachsten, dass du den kleinen Finger umlegst, wenn du nach dem D den G greifen willst.

 


Wenn der Ton C auf ein E-folgt, kann man entweder ein

 


 


 


 


Halbtaktige Sequenzen (2) Bearbeiten

 
 


 


Bei der G-Form kommt es zwischen der G- und H-Saite zu einem Lagewechsel. Du musst dir jedesmal eine Strategie zurechtlegen, wann und wie du am besten den Lagewechsel durchführst.

Wenn du Glück hast, findest du im Notenbild einen Hinweis, wie man günstig die Lage wechseln kann. Ich empfehle dir dort wo die 2 über den Noten steht, den Mittelfinger zu nehmen.

  • (1 = Z, 2 = M, 3 = R, 4 = K, 0 = leere Saite)

Betrachte solche Hinweis nur als Vorschlag, denn es gibt keine verbindliche Regel, wie der Lagewechsel zu erfolgen hat. Übst du die gleiche Sequenzen ein paar Saiten höher oder tiefer, geht es leichter von der Hand.

 


 



 



 


Einsingen Bearbeiten

Diese beiden Motive kennen viele, die schon einmal in einem Chor gesungen haben. Leider entsprechen viele Lieder in ihrem Tonumfang nicht genau einem der vollständigen drei Fingersätze oder der später folgenden Skalen. Zumeist werden nur Ausschnitte aus den Patterns gebraucht. Im ersten Motiv fehlt beispielsweise die große Septime (j7) vor dem Grundton.

Dafür enthält das zweite Motiv die große Septime (j7). Das zweite Motiv eicht den Chor auf die gerade geforderte Tonart. Hier werden nur Akkordtöne in einer auf oder absteigenden Tonfolge gespielt (auch Arpeggios genannt). Der A7-Akkord enthält sowohl den Leitton (j7) der zum Grundton (1) hin leitet, als auch den Strebeton (4) die zur Durterz (3) hin strebt. Mit den zwei spannungsreichen Tönen, die sich zum Grundakkord auflösen wollen, wird der Chor auf die Durtonart eingenordet. Hier brauche ich dir nicht zu erklären, wo der Grundton D ist.

 
 


 


 



 



 



 


Wie geht es weiter? Bearbeiten

Solltest du als Quereinsteiger in diese Lektion gestolpert sein, dann schaue dir die erste Lektion zum Aufbau der CAGED-Skalenformen an. Insbesondere die Abschnitte, die hier übergangen wurden. Dannach kannst du mit der ersten CAGED-Skala in der D-Dur-Form weitermachen.



  1. Anspielung auf ein Märchen der Gebrüder Grimm nebst einem bekannten deutschen Kinderlied.