Die Himmelstafel von Tal-Qadi


Der vorliegende Text befasst sich aus astronomischer Sicht mit dem archäologischen Fund einer zirka 4500 Jahre alten Kalksteintafel aus Malta, auf der offensichtlich ein Ausschnitt des Sternenhimmels dargestellt ist.

Die Himmelstafel von Tal-Qadi in einer Vitrine des National Museum of Archaeology in Valletta (Malta).
Maßstäbliche Replik der Himmelstafel von Tal-Qadi aus Buchenholz.
In den Sternenhimmel eingepasste Himmelstafel von Tal-Qadi mit Lage der Ekliptik.

Die beschrieben Untersuchungen verfolgen zwei Haupthypothesen:

  1. Auf der Himmelstafel von Tal-Qadi sind Ausschnitte des Sternenhimmels dargestellt.
  2. Die fünf fächerartig dargestellten Segmente zeigen einen zusammenhängenden Ausschnitt des Sternenhimmels (von links nach rechts):
    1. Teile des heutigen Sternbilds Orion.
    2. Den Kopf des Stieres im heutigen Sternbild Stier (Taurus).
    3. Die Ekliptik.
    4. Den offenen Sternhaufen der Plejaden (das Siebengestirn).
    5. Die hellsten Sterne, die am östlichen Horizont vor den Plejaden aufgehen.

Unabhängig von diesen unbeweisbaren Hypothesen, wird in diesem Beitrag nachgewiesen, dass die im Sternbild Stier (Taurus) am Goldenen Tor der Ekliptik ausgerichtete Himmelstafel von Tal-Qadi heute genauso wie vor Jahrtausenden unmittelbar zur Vermessung der ekliptikalen Breite von Mond und Planeten verwendet werden kann. Mit Hilfe derartiger Beobachtungen lassen sich nicht nur die siderische und drakonitische Periode des Mondes sowie der Meton-Zyklus bestimmen, sondern auch Sternbedeckungen sowie Mond- und Sonnenfinsternisse vorhersagen.

Die Darstellungen auf der Himmelstafel von Tal-Qadi zeigen demzufolge zahlreiche Indizien dafür, dass neolithischen Bewohner der Insel Malta über herausragende astronomische Kenntnisse und Fertigkeiten verfügten.

VorredeBearbeiten

Die Sterne haben in den Mythen aller Völker und zu allen Zeiten eine herausragende Stellung innegehabt. Sie wurden häufig als sich offenbarende Erscheinungsformen beziehungsweise als die himmlischen „Standorte“ von Gottheiten betrachtet. Im Altertum und selbst noch das Mittelalter hindurch bis zur Renaissance konnte der Mensch den Nachthimmel lediglich mit bloßem Auge betrachten. Dabei konnte jedoch schon festgestellt werden, dass die ungefähr 5000 sichtbaren Fixsterne untereinander eine ewig feststehende geometrische Konstellation bilden, nur dass zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten immer ein etwas anderer Ausschnitt des Universums zu sehen ist. Während die Sterne des Fixsternhimmels für die Navigation von Seefahrern oder von Wüstenwanderern von großer Bedeutung waren, wurden die gegenüber dem Fixsternhimmel beweglichen Himmelsobjekte häufig für astrologische Ausdeutungen herangezogen.

Der Anblick unserer Galaxie in der Milchstraße, der benachbarten Andromedagalaxie oder offener Sternhaufen, allen voran der Plejaden (Messier 45), aber auch der Hyaden, der Krippe (Praesepe, Messier 44) oder des Doppelsternhaufens h Persei und χ Persei, wurde sicherlich immer schon als besonders und geheimnisvoll erfahren. Auch hell und farbig leuchtende Sterne wie die Roten Riesen Aldebaran, Antares, Arktur, Beteigeuze oder Pollux sowie bläuliche Sterne wie Spica oder Wega oder der hellste und somit am stärksten farbig szintillierende Stern Sirius waren schon immer besonders auffällig. Die hellsten Fixsterne sind an wenigen Händen abzählbar und konnten nicht nur verhältnismäßig leicht ins Gedächtnis eingeprägt werden, sondern erhielten zur Identifikation oder für die Kommunikation mit anderen Menschen sogar Eigennamen.

Zu den besonderen, jedoch weitgehend unregelmäßigen Erscheinungen am Fixsternhimmel zählen neben Meteoren auch Supernovae und Kometen. Im Mittel war in den letzten 2000 Jahren ungefähr alle 200 Jahre eine Supernova mit bloßem Auge zu sehen. Der Komet Halley ist in China bereits im Jahr 240 vor Christus belegt.[1] Der vorletzte Periheldurchgang des langperiodischen Kometen C2020 F3 (NEOWISE) dürfte beispielsweise während der Tarxien-Phase der Insel Malta stattgefunden haben.

Es gab immer wieder auch heute oft noch unvorhersagbare Ereignisse, wie das Auftreten von Novae, Kometen oder Sternschnuppen, die sicherlich mythisch verarbeitet wurden. Beim Betrachten des Nachthimmels fiel den ersten Menschen gewiss schon auf, dass sieben besondere Wandelgestirne sich mehr oder weniger regelhaft und immerwährend gegenüber dem Fixsternhimmel bewegen, allen voran die Sonne und der Mond, aber auch die fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn.

→ Siehe auch Exkurs Zur Sieben.

Im Laufe der Zeit ziehen die Wandelgestirne einmal mehr und einmal weniger dicht an Fixsternen vorbei und ziehen dabei auch durch Asterismen, bei denen von den Beobachtern sicherlich schon seit vielen Jahrtausenden benachbarte Sterne geometrisch in Verbindung gebracht wurden, um sie leichter wiedererkennen zu können. Manchmal treffen sich sogar zwei oder sogar mehrere von diesen Wandelgestirnen bei einer Konjunktion scheinbar an einer Stelle des Himmels. Auch deren scheinbare Begegnung mit ekliptiknahen Sternen oder sogar deren Bedeckung hat immer wieder die Aufmerksamkeit von Beobachtern erregt. So erwähnt zum Beispiel Aristoteles (* 384 vor Christus; † 322 vor Christus) in seiner Schrift „Meteorologikon“ (altgriechisch: Μετεωρολογικῶν), dass er die scheinbare Verschmelzung vom Planeten Jupiter und einem Stern im Sternbild Zwillinge (Gemini) beobachtet hat, ohne dass dabei ein Komet entstanden sei. Offenbar handelte es sich um die Konjunktion zwischen Jupiter und dem Stern Wasat (δ Geminorum), die in Griechenland in den Morgenstunden des 13. Juli 360 vor Christus am östlichen Horizont beobachtet werden konnte.[2]

Leider sind nicht viele solcher astronomischer Ereignisse und Sachverhalte schriftlich festgehalten worden, oder sie harren noch ihrer Entdeckung und Entschlüsselung. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass in interessierten und unterrichteten Kreisen eine mündliche Tradierung von Wissen stattfand, sicherlich auch in den mehr oder weniger geheimen Kreisen von Priestern oder zum Beispiel auch bei den Kelten, die lange Zeit keine Schriftzeichen verwendeten. Auch schon lange bevor die Notenschrift mit adiastematischen Neumen erfunden wurde, konnten komponierte Melodien über viele Generationen weitergegeben werden. Durch den Vergleich der frühen Handschriften von geographisch weit entfernten Orten ergibt sich, dass die Reproduktion dieser Melodien aus der Erinnerung der Schreiber erstaunlich zuverlässig funktioniert hat. Verschiedene Urfassungen der Odyssee von Homer wurden jahrhundertelang durch Sänger vorgetragen und rein mündlich überliefert. Im Mittelalter konnten viele Mönche alle 150 Psalmen des Psalters auswendig rezitieren. Aus der Tatsache, dass nirgends aufgeschrieben wurde, dass die spätmittelalterlichen Folianten für den Gebrauch im Chor von Kirchen so groß beschriftet werden mussten, damit nicht nur mehrere Sänger gleichzeitig, sondern auch altersweitsichtige Sänger aus größerer Distanz die Texte und Noten überhaupt noch lesen konnten, kann nicht geschlossen werden, dass dies keine Rolle gespielt hat. Für solche Analysen müssen möglichst viele Indizien ermittelt und Hypothesen geprüft werden, ohne dass letztlich ein Beweis erbracht werden kann. Umgekehrt darf natürlich auch bei Schriftzeugnissen nicht immer davon ausgegangen werden, dass sie Tatsachen entsprechen - sie können unzuverlässiger sein als eine mündliche Überlieferung.

Auf der geografischen Breite von Malta gibt es aufgrund des trockenen und ausgeglichenen Klimas gute astronomische Beobachtungsbedingungen. Dort konnten regelmäßig Mondfinsternisse, aber immer wieder auch totale Sonnenfinsternisse beobachtet werden, wie zum Beispiel mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sonnenfinsternis in den Morgenstunden vom 18. Mai 2146 vor Christus.[3]

→ Siehe auch Exkurs Konjunktionen.

Die intelligenten Menschen des Altertums waren sicherlich nicht wesentlich weniger verständig als wir es heute sind, sie wussten damals nur erheblich weniger über abstrakte Zusammenhänge in der Natur. Das scheinbar merkwürdige, mystische und damals noch völlig unerklärliche Verhalten der Wandelgestirne fesselte mit Gewissheit schon im Altertum einige unserer Vorfahren, und viele Mythen sind daraus schließlich erwachsen. Erst viel später in der Neuzeit konnten die physikalischen Zusammenhänge in der Himmelsmechanik gefunden und beschrieben werden. Durch die Erfindung des optischen Fernrohrs vor gut 300 Jahren erfolgte ein sprunghafter Erkenntnisgewinn. Aber auch durch die natürliche Betrachtung der Verhältnisse am Himmel konnten bereits lange vorher zahlreiche beachtenswerte Sachverhalte erkannt und sogar für nützliche Vorhersagen verwendet werden. Diese reale Weltanschauung hatte zusammen mit dem über Generationen überlieferten Wissen der Vorfahren gewiss einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung von Gemeinschaften, sei es, dass Kalender implementiert wurden oder mythischer Glaube zu Religionen zusammengeführt wurde oder beides in Kombination passierte.

Zwischen den Disziplinen Astronomie (altgriechisch ἄστρον und νόμος = Sterngesetz) und Astrologie (altgriechisch ἄστρον und λόγος = Sternlehre) gab es im Altertum selbst bis zur Renaissance noch gar keinen Unterschied. Durch die langfristige und regelmäßige Beobachtung des Sternenhimmels ergab sich ein Erkenntnisgewinn, und nur hierdurch entstand die Möglichkeit, Kalender zu führen oder bestimmte Konstellationen vorhersagen zu können. Daraus konnten sich ein entsprechendes mathematisches Vorstellungsvermögen und eine geometrische Ordnung entwickeln, die für lange Zeit allerdings nur mündlich überliefert wurden und denen heute nur mühsam und freilich immer nur unvollkommen in den zahlreichen verschiedenen Traditionen nachgespürt werden kann. Es ist daher auch wenig verwunderlich, dass die Astronomie im Mittelalter zusammen mit der Arithmetik, der Geometrie und der Musik zu den vier freien Künsten des Quadriviums gehörte.

→ Siehe auch Quadriviale Kuriositäten.

Die Vorgänge am Himmel sind in der Tat nach wie vor recht abstrakt und komplex sowie nur mit umfassendem Vorwissen zu verstehen und miteinander in Bezug zu bringen. Leider geht dieses Wissen heute zunehmend verloren, da der Nachthimmel durch die starke Lichtverschmutzung kaum noch eine umfassende Beobachtung zulässt und das Interesse an diesen Vorgängen entsprechend abnimmt. Vielleicht tragen diese Ausführungen hier dazu bei, dass das Interesse an dieser Materie geweckt wird oder die bereits vorhandenen Kenntnisse vertieft werden können.

Die Archäoastronomie ist eine vergleichsweise junge Wissenschaft, die sich insbesondere im deutschsprachigen Raum noch kaum etablieren konnte. Eventuell tragen die hier dargestellten Ergebnisse auch dazu bei, diese Disziplin ein wenig voran zu bringen sowie interessierten Kreisen die astronomischen Grundlagen für die Einordnung von archäoastronomischen Sachverhalten näher zu bringen und hierfür wichtige Aspekte darzustellen. In dieser Abhandlung wird der Schwerpunkt also weniger auf die archäologischen Aspekte des Fundes gelegt. Die folgenden Ausführungen stellen vielmehr einen Versuch dar, die Darstellungen auf der Steintafel ausgehend von den bisherigen Befunden aus astronomischer, geometrischer und geographischer Sichtweise zu interpretieren und damit eventuell dazu beizutragen, den Fund in einen erweiterten Kontext einordnen zu können.

Anhand der seit Jahrtausenden ohne Fernrohre in freier Natur zu beobachtenden Himmelserscheinungen konnten in der Astronomie bereits viele grundlegende Sachverhalte erkannt und miteinander in Bezug gebracht werden. Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe hat 1816 in seinem Werk Künstlers Apotheose unter der Überschrift „Ein Liebhaber zum Schüler“ den Kern dieser Betrachtungsweise wunderbar zum Ausdruck gebracht:

Mein Herr, mir ist verwunderlich,
Dass Sie hier Ihre Zeit verschwenden
Und auf dem rechten Wege sich
Schnurstracks an die Natur nicht wenden;
Die Natur ist aller Meister Meister !
Sie zeigt uns erst den Geist der Geister,
Lässt uns den Geist der Körper sehn,
Lehrt jedes Geheimnis uns verstehn.
Ich bitte, lassen Sie sich raten !
Was hilft es, immer fremden Taten
Mit größter Sorgfalt nach zu gehn ?
Sie sind nicht auf der rechten Spur;
Natur, mein Herr ! Natur ! Natur !

Tal-QadiBearbeiten

 
Reliefkarte von Malta mit der Lage von Tal-Qadi (35° 46,2′ Nord, 14° 25,2′ Ost).
 
Stark zerstörter und verfremdeter Zustand der Ruine von Tal-Qadi im Jahr 2014.

Die Tempelanlage von Tal-Qadi liegt zehn Kilometer nordwestlich der maltesischen Hauptstadt Valletta im nördlichen Teil der Inselrepublik in der Nähe der heutigen Kleinstadt Sàn Pawl il-Baħar. Die Lage ist bei 35°56'12" nördlicher Breite und 14°25'14" östlicher Länge. Die Höhe über dem Meeresspiegel des Mittelmeers beträgt rund 16 Meter.

Die Besiedlung von Malta lässt schon ungefähr 5200 vor Christus nachweisen. 1400 Jahre später, also etwa ab 3800 vor Christus begannen die Menschen der maltesischen Megalith- und Tempelkultur, für das unterirdische Hypogäum von Ħal-Saflieni Felsen auszuhöhlen. Aus großen Steinblöcken wurden erste Kultplätze errichtet.

Der Ort Tal-Qadi auf Malta wurde bereits 4000 vor Christus von Menschen genutzt. Die ersten Tempelgebäude von Tal-Qadi wurden zwischen 3300 und 3000 vor Christus gebaut und waren danach für mehrere Jahrhunderte in Gebrauch.

TarxienBearbeiten

Die über 500-jährige Periode vor 2500 vor Christus wird die Tarxien-Phase der Insel Malta mit ihren beiden kleineren Nachbarinseln Gozo und Comino genannt. Sie ist nach dem zirka 13 Kilometer weiter südöstlich von Tal-Qadi gelegenen Ort Tarxien (Aussprache ['tarʃiɛn] mit „sch“, auf Maltesisch [tar'ʃɪ:n]) benannt, in dem - wie auch an vielen weiteren Orten auf der Insel - Tempel errichtet worden waren. Am Ende der Tarxien-Phase brach der Tempelbau auf Malta abrupt ab.

Der Wahlspruch der Einwohner von Tarxien soll immernoch „Tyrii Genure Coloni“ lauten, was so viel bedeutet wie „Tyrische Siedler haben (uns) hervorgebracht“ und was sich auf die uralte Stadt Tyros in Phönizien bezieht, die heute an der südlichen Küste des Libanons liegt und spätestens im 15. vorchristlichen Jahrhundert von Seefahrern bevölkert war. Der römische Dichter Vergil hat im ersten Buch seiner Aeneis mit „Tyrii tenure coloni“ eine sehr ähnliche Formulierung für die Gründung der afrikanischen Küstenstadt Karthago durch die Tyrer verwendet.[4] Der große Schriftprophet Hesekiel schreibt in seinem 27. Kapitel über das prächtige Schiff Tyrus:[5]

4 Im Herzen der Meere liegt dein Gebiet. Vollendet schön schufen dich deine Erbauer.
...
6 Deine Ruder machten sie aus Terebinthen vom Baschan, dein Deck aus Elfenbein und Eschenholz von den Inseln der Kittäer.
7 ... Deine Planen waren aus violettem und rotem Purpur von den Küsten Elischas.
8 ... Deine Weisen, Tyrus, waren bei dir. Sie waren deine Seeleute.
...
12 Tarschisch kaufte bei dir wegen der Fülle all deiner Güter; Silber, Eisen, Zinn und Blei gaben sie für deine Waren.
13 Jawan, Tubal und Meschech, sie waren deine Händler. Menschen und Kupfergeräte gaben sie für deine Handelswaren.
...
15 ... Viele Inseln standen als Kaufleute an deiner Seite; als Abgaben brachten sie dir Elfenbein und Ebenholz.
...
25 Die Schiffe von Tarschisch dienten dir als Karawanen für deine Waren. So fülltest du dich, wurdest schwer beladen im Herzen der Meere.
26 Über gewaltige Wasser brachten dich deine Ruderer. Da zerbrach dich der Ostwind im Herzen der Meere.

Auf der Insel Malta befand sich im Altertum eine hochentwickelte Kultur, die sicherlich auch in vielen anderen Küstenregionen des Mittelmeers bekannt war. Der legendäre in der Bibel mehrfach erwähnte und im Mittelmeer vermutete Ort Tarschisch (auch Tarsis oder Tharsis) hat einen sehr ähnlichen Wortstamm wie „Tarxien“. Die vier Söhne des Enkels Jawan vom Urvater Noach hießen zur Zeit der Tarxien-Phase Elischa, Tarschisch, die Kittäer und die Rodaniter:[6]

„Von ihnen trennten sich die Inseln der Völker in ihren verschiedenen Ländern, jedes nach seiner Sprache, gemäß ihren Sippenverbänden, innerhalb ihrer Völker.“

Die von Noachs Urenkel Kittim abstammenden Kittäer werden mit dem Königreich Kition auf der Mittelmeerinsel Zypern und die Rodaniter werden auch mit der östlich gelegenen und viertgrößten griechischen Insel Rhodos in Verbindung gebracht. Bei einer Inschrift des Königs Assurhaddon (7. vorchristliches Jahrhundert) aus dem Assyrischen Reich in Mesopotamien heißt es:[7]

Alle Könige, die mitten im Meere wohnen, von Iadanana (Zypern) und Iaman (Griechenland) an bis nach Tarsisi, unterwarfen sich unter meine Füße.

Die Seefahrer aus Tarschisch sollen mit Edelmetallen und afrikanischen Waren gehandelt haben.[8] Das hinter der Meerenge von Gibraltar am äußersten westlichen Ende des Mittelmeers gelegene Tartessos wird manchmal in Verbindung mit diesem Ort gebracht. Malta ist liegt vom östlichen Rand des Mittelmeers aus gesehen nur auf halbem Weg bis nach Tartessos, ist die nächste Insel westlich von Zypern und Kreta, der südlich gelegenen und größten der griechischen Inseln, und ist mit einem Schiff somit erheblich leichter und früher erreichbar gewesen als das westliche Ende des Mittelmeers. Die von Malta aus nicht weit entfernte afrikanische Küstenstadt Tunis bestand bereits vor dem Eintreffen der ersten phönizischen Seefahrer, Händler und Siedler im 9. Jahrhundert vor Christus, die dort damals die nahegelegene Küstenstadt Karthago gegründet haben. Auch die im zehnten Vers des 72. Psalms erwähnten „Könige von Tarschisch und von den Inseln“[9] und der geplante Fluchtort des Propheten Jona[10] werden mit von Vorderasien aus gesehen weit westlich gelegenen Orten in einem großen Meer in Verbindung gebracht.

Es ist daher naheliegend, den Ort Tarschisch mit dem Ort Taxien und die Inseln mit der Insel Malta und den Mittelmeerinseln in deren weiterer Umgebung zu identifizieren, namentlich mit Sizilien, Sardinien, Korsika oder eventuell sogar den Balearen.

Bezüge der Tempelanlage zum HimmelssystemBearbeiten

Aus der Archäologie sind verschiedene Beispiele bekannt, wie im Altertum Himmelsrichtungen ermittelt sowie die Auf- und Untergänge von Gestirnen bestimmt und vorhergesagt werden konnten. Genannt seien exemplarisch die Kreisgrabenanlage von Goseck in Sachsen-Anhalt (4900 vor Christus)[11], die Tempelanlagen in Mnajdra auf Malta (um 3500 vor Christus), die Himmelsscheibe von Nebra (um 2000 vor Christus) oder das Belchen-System der Kelten in den Vogesen, bei dem vom Elsässer Belchen aus gesehen die vier anderen, weiter östlich gelegenen Belchen der Region in Bezug auf die Sonnenaufgänge eine Kalenderfunktion haben.[12] Der älteste bekannte Sonnenkalender Europas aus der Jungsteinzeit soll sich in der Höhle von Magura im äußersten Nordwesten Bulgariens beziehungsweise des Balkangebirges befinden.[13]

Von der Tempelruine Tal-Qadi aus gesehen befindet sich in Richtung Westen (bei einem Azimut von 270 Bogengrad, die Richtung zum Sonnenuntergang bei Frühlings- und Herbstanfang) die gut erkennbare Schneise eines natürlichen Tals, in Richtung Osten liegt ein über 50 Meter hoher Hügel, der den Horizont verdeckt.

Der Ätna auf Sizilien ist bei guten Sichtverhältnissen in nördlicher Richtung über die in anderthalb Kilometer Entfernung befindliche schmale Bucht mit Salinen östlich von Sàn Pawl il-Baħar in gut 200 Kilometern sichtbar. Nur in dieser Richtung ist das Mittelmeer von der Tempelanlage aus von einem um einige Meter erhöhten Standpunkt zu sehen. Für die Orientierung am Nachthimmel war und ist in der nördlichen Hemisphäre der Himmelsnordpol ein wichtiger Bezugspunkt. Der Polarstern war im Altertum wegen der Präzession der Erdachse noch nicht an der Stelle des Himmelsnordpols und konnte daher nicht unmittelbar zur Bestimmung der Nordrichtung herangezogen werden. Diese kann von der Tempelanlage aus allerdings leicht durch die Anvisierung der Meeresbucht in Richtung des Ätna identifiziert werden. Dies war umso einfacher, wenn der Vulkan aktiv war und eine große, weit sichtbare Rauchsäule erzeugte, und sogar nachts, wenn die entsprechende Feuersäule wahrnehmbar war. Derartige Ereignisse sind in den Überlieferungen aus dem Altertum zur geographischen Orientierung belegt, wie zum Beispiel beim Auszug der Israeliten aus der Sklaverei des Pharaos in Ägypten etwa zwischen 1500 und 1000 vor Christus (vergleiche Exodus 13,21+22).[14]

Die Ausrichtung der Tempelanlage von Westen nach Osten ist im Vergleich zu allen anderen maltesischen Tempelanlagen außergewöhnlich, da diese größtenteils entlang der Hauptachse der Insel von Nordwesten nach Südosten ausgerichtet sind. In Nord-Süd-Richtung hatte das Gebäude eine Länge von rund 30 Meter, und in Ost-West-Ostrichtung waren es etwa 25 Meter. Wo sich der Eingang des Tempels befand, lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen.[15]

Der Azimut (Horizontalwinkel) der noch erkennbaren Achse im Tempel weist nach Osten nach 76 Bogengrad (Richtung zum Sonnenaufgang am 18. April und am 24. August) beziehungsweise in westlicher Gegenrichtung nach 256 Bogengrad (Richtung zum Sonnenuntergang am 17. Februar und am 24. Oktober).

Die KalksteintafelBearbeiten

BeschreibungBearbeiten

 
Skizze der Einritzungen auf der Himmelstafel von Tal-Qadi nach einer photographischen Aufnahme vom Institute for Studies of the Study of the Ancient World der New York University.[16]

In der Tempelanlage von Tal-Qadi wurde bei den 1927 begonnenen Ausgrabungen eine fächerartige Kalksteintafel mit Einritzungen gefunden. Die meisten Markierungen erinnern deutlich an die Darstellung von Sternen, was den Fund zu einem der ältesten archäoastronomischen Objekte macht. Die Tafel befindet sich im National Museum of Archaeology in Valletta.[17]

Es ist unklar, ob die gefundene Kalksteintafel weitgehend vollständig ist oder nur ein Fragment einer größeren Platte ist, allerdings sind einige Seiten auffällig gerade und glatt gearbeitet.[18] Die Kalksteintafel hat die Form eines unregelmäßigen Sechsecks, ist 29 Zentimeter breit, 24 Zentimeter hoch und ungefähr 5 Zentimeter dick. Kalkstein hat keine große Härte und kann daher auch ohne Metallwerkzeuge bearbeitet und geritzt werden, und so wurden auf der ebenen Oberfläche zahlreiche Symbole und graphische Elemente dargestellt. Allerdings gibt es auch viele natürliche Unebenheiten, und es kann nicht an allen Stellen eindeutig erkannt werden, ob die Oberfläche natürliche, bewusst von Menschenhand gemachte, unbeabsichtigte oder auf Beschädigungen zurückzuführende Strukturen aufweist. Die Provenienz der Steintafel ist offenbar noch nicht untersucht worden, wie zum Beispiel anhand der chemischen Analyse der Zusammensetzung des Gesteins.

Entsprechend der Abmessungen ergibt sich für die Steintafel eine Fläche von knapp 500 Quadratzentimetern. Mit einer Dichte von 2,7 bis 2,9 Gramm pro Kubikzentimeter für Kalkstein[19] beträgt die Masse der Tafel also rund sechs Kilogramm. Damit ist sie portabel und kann mit einem entsprechenden Kraftaufwand für einige Minuten in den Händen gehalten werden.

Die Darstellung wird durch vier gerade Linien strahlenförmig in fünf ungefähr gleichgroße Segmente mit einem Winkel von jeweils gut 20 Bogengrad geteilt. Die Linien haben einen gemeinsamen Schnittpunkt etwas außerhalb der Tafel und gehen dabei radial von dem Eckpunkt links der längsten und geraden Kante aus. In den jeweils zwei Segmenten links und rechts sind sternförmige Symbole dargestellt. Im linken Segment ist ein einzelnes Sternsymbol erkennbar, in den drei anderen mehrere Sternsymbole. Das mittlere Segment zeigt eine halbkreisförmige Figur, deren gerade Kante senkrecht auf der Richtung zum Zentrum der Radialstrahlen und auf der Seite zu diesem Zentrum liegt. Die beiden rechten Segmente werden von einer deutlich stärker ausgeprägten Furche durchquert.

InterpretationBearbeiten

Der italienische Archäologe Luigi Maria Ugolini (* 1895; † 1936) mutmaßte bereits 1934, dass die Steintafel eine astrologische Funktion hätte und dass darauf Sterne und eine Mondsichel zu sehen seien.[20]

Schon früh sind die drei dargestellten Sterngruppen mit Sternzeichen in Verbindung gebracht worden. Es wurde gemutmaßt, dass die drei Sterngruppen für die drei Sternzeichen Skorpion, Jungfrau und Löwe stehen, oder dass die vorhandene Tafel lediglich ein Fragment einer größeren Tafel sei, die einen Mondphasenkalender dargestellt hat. Das Symbol im mittleren Segment wurde hierbei mit einem Halbmond in Zusammenhang gebracht.[15]

Es besteht die Möglichkeit, dass die auf der Himmelstafel dargestellte Himmelsregion mit den dann und dort untergehenden Gestirnen damals vom Tempel von Tal-Qadi aus insbesondere abends und in westlicher Richtung beobachtet wurde.[21]

 
Moderne künstlerische Untermalung des Nachthimmels mit Ausschnitten der benachbarten Sternbilder Orion und Stier (Taurus). Links unten der Arm und der Bogen vom Jäger Orion und in der Mitte der Kopf des Stieres mit Aldebaran und den Hyaden sowie der Rumpf des Tieres mit den Plejaden weiter oben rechts. Der Stern Omikron Tauri (ο Tauri) liegt rechts unten in der linken Vorderhufe, und die beiden Sterne Tien Kuan (ζ Tauri) und Elnath (β Tauri) liegen links oben in den Spitzen der Hörner. Oberhalb der Plejaden am Bildrand ist ein Fuß des Sternbilds Perseus mit den beiden Sternen ζ Persei und Atik (ο Persei) zu sehen.

Neueren Untersuchungen des Archäologen Peter Kurzmann zu Folge könnte es sich bei den sieben sternförmigen Darstellungen direkt links der Mitte um den Stern Aldebaran (α Tauri) mit den zum offenen Sternhaufen der Hyaden gehörigen Sternen γ, δ, ε und θ Tauri im heutigen Sternbild Stier (Taurus) sowie den beiden Spitzen der Stierhörner und Tien Kuan (ζ Tauri) und Elnath (β Tauri) handeln.[22]

Der Stern ε Tauri wird auch Ain genannt. Die beiden Sterne Aldebaran und Ain stehen für die Augen des Stieres, und es ist interessant darauf hinzuweisen, dass Aldebaran und Ain nicht nur die astronomischen Namen α Tauri (alpha Tauri) und ε Tauri (epsilon Tauri) haben, sondern dass sie auch mit dem ersten Buchstaben Aleph   und dem Buchstaben Ain   des bereits im zweiten vorchristlichen Jahrtausend verwendeten phönizischen Alphabets in Zusammenhang gebracht werden können.[23] Im später eingeführten hebräischen Alphabet entsprechen diese dem ersten Buchstaben Aleph und dem Buchstaben Ajin (zu Deutsch "Auge"). Diese Buchstaben tauchen auch im eng verwandten paläohebräischen Alphabet als Aleph und Ayin auf. Ferner ist bemerkenswert, dass der Frühlingspunkt auf der scheinbaren Sonnenbahn vor 5000 Jahren zwischen diesen beiden Sternen lag und dass die Sonne während eines Sonnenjahres vom Anfang bei Aldebaran auf dieser Bahn bis zum Ende bei Ain zog. Im Christentum wird das "A und O" auf die Offenbarung des Johannes bezogen:[24]

Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.

Die Konstellation rechts der Mitte könnten die sieben Hauptsterne des offenen Sternhaufens der Plejaden, ebenfalls zum Sternbild Stier (Taurus) gehörig, sowie ganz rechts das nördlich angrenzende Sternbild Perseus darstellen. Der einzelne Stern links wurde mit einem der drei hellsten Sterne des nördlichen Sternhimmels südlich der genannten Sternhaufen in Verbindung gebracht:[22]

  • Der markante Rote Überriese Beteigeuze (α Orionis) im Sternbild Orion, die Schulter des Himmelsjägers (auch als linker Schulterstern bezeichnet, weil er vom Betrachter aus links oben ist).
  • Der hellste Stern im Sternbild Orion Rigel (β Orionis), der gegenüberliegende Fuß des Himmelsjägers.
  • Der hellste Stern des Sternhimmels Sirius (α Canis Majoris) im Hals- und Kopfbereich des Sternbilds Großer Hund (Canis Major).

In einer weiteren Untersuchung von Peter Kurzmann wird darauf hingewiesen, dass die Kanten der Steintafel nicht gebrochen, sondern bearbeitet und teilweise recht gerade sind, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Geometrie der Steintafel beabsichtigt ist und dass es sich nicht um ein Bruchstück aus einer größeren Tafel handeln dürfte. Eine in der Tafel erkennbare fünfeckige Struktur hat Ähnlichkeiten mit den Grundrissen maltesischer Tempel.[18]

Auch in einer anderen Tempelanlage auf Malta, im Südtempel von Mnajdra, haben sich Hinweise auf die mögliche Beobachtung der Plejaden im Altertum gefunden.[25]

Andere Forscher gehen davon aus, dass das halbkreisförmige Symbol eine Vogelbarke sei, mit der die Bewohner Maltas damals das Mittelmeer befahren hätten. Die Sternkonstellationen seien Abbilder der Adria-Region, des östlichen Mittelmeers und des Schwarzen Meers.[26] Folgt man diesem Ansatz, liegt die Basis der Steintafel nicht im Zentrum der Strahlen, sondern genau gegenüber, damit die Barke richtig, nämlich im Wasser schwimmend ausgerichtet wäre. Es wird mit Verweis auf Isaac Newtons Schrift The Chronology of Ancient Kingdoms Amended[27] davon ausgegangen, dieser hätte postuliert, dass Sternbilder zur Navigation verwendet wurden. In der Chronik finden sich zwar Verweise auf die Navigation mit Sternen und auf die Verwendung von Sternbildern im Altertum, jedoch betrifft dies weder die Zeit vor 4500 Jahren noch werden Navigation und Sternbilder von Newton in eine direkte Beziehung gebracht. Vielmehr weist er nur darauf hin, dass im Altertum zur Navigation die Auf- und Untergänge (Morgenerst und Morgenletzt beziehungsweise Abenderst und Abendletzt) einzelner Gestirne beobachtet wurden (auch heliakische und akronychische Auf- und Untergänge genannt). Von Übereinstimmungen von Sternbildern mit geographischen Gegebenheiten ist bei Newton ebenfalls keine Rede.[28]

Im Folgenden werden einige der erwähnten Himmelsobjekte sowie einige astronomische Sachverhalte etwas näher beschrieben und in Zusammenhang gebracht.

Die PlejadenBearbeiten

 
Die hellsten Sterne im offenen Sternhaufen der Plejaden.

Der mit bloßen Auge sichtbare und sehr auffällige offene Sternhaufen der Plejaden (Siebengestirn, „M45“ im Messier-Katalog) befindet sich am Rand unserer Milchstraße im Sternbild Stier (Taurus), umfasst deutlich über 1000 Sterne und ist ungefähr 125 Millionen Jahre alt. In sehr vielen Kulturen haben die Plejaden einen Eigennamen, und auch deren hellste Sterne wurden in der Tradition der antiken griechischen Mythologie mit den Namen der Plejaden genannten Nymphen und deren Eltern versehen.

→ Ausführungen zu den Plejaden finden sich im Exkurs „Die Plejaden“.

Astronomische BezugssystemeBearbeiten

 
Eine historische Armillarsphäre im Historischen Museum in Basel.

Die wichtigsten astronomischen Bezugssysteme für die Beschreibung des von der Erde aus beobachteten Sternenhimmels werden bei einer Armillarsphäre mit drei beweglichen Ringen, die die drei astronomischen Ebenen des Horizonts, des Himmelsäquators und der Ekliptik realisiert. Mit einfachen Ausführungen von solchen Armillarsphären beobachteten schon die Babylonier in der Antike das Geschehen am Nachthimmel.

→ Ausführungen zu den astronomischen Bezugssystemen des Horizonts, des Himmelsäquators mit den beiden Himmelspolen und dem Frühlingspunkt sowie der Ekliptik und dem Goldenen Tor der Ekliptik finden sich im Exkurs „Astronomische Bezugssysteme“.

Tage, Monate und JahreBearbeiten

 
Die leuchtende Sphäre der Sonne ist durch einen ausgesprochen präzisen Kreis begrenzt. Auf dem Bild sind auch einige Sonnenflecken zu erkennen, deren besonders große Exemplare beim Sonnenauf- oder -untergang sogar mit bloßem Auge gesehen werden können.

Das Sonnenjahr (auch tropisches Jahr, altgriechisch τρόπος (tropos) = Drehung) beschreibt einen vollständigen Umlauf der Erde um die Sonne und hat 365,242 Tage - das sind knapp Fünfeinviertel Tage mehr als 360, die Zahl, die im Gradsystem der Winkelmessung einem vollen Kreis entspricht. Da es knapp einen Vierteltag länger ist als 365 Tage, wird in den Kalender fast alle vier Jahre der 29. Februar als Schalttag am ehemaligen Ende des Kalenderjahres (der September war der siebente Monat, der Oktober der achte und so weiter) eingeschoben, damit die Jahreszeiten synchron mit dem Sonnenlauf bleiben. Dadurch bleibt auch der Zeitpunkt im Sonnenkalender, in dem die Sonne bei der Tag-und-Nacht-Gleiche den Frühlingspunkt erreicht, immer am Frühlingsanfang.

MondzyklenBearbeiten

 
Um Mitternacht fast im Zenit stehender Dezember-Vollmond.

Der Mond hat von allen wandelnden Gestirnen die kürzeste siderische Umlaufzeit, die nur einen Monat beträgt, und er ändert mit seinen ständig wechselnden Mondphasen täglich sein Aussehen. Mit einem scheinbaren Winkeldurchmesser, der mehr oder weniger so groß ist, wie derjenige der Sonne, kann er sehr gut und einfach beobachtet werden. Dies gilt insbesondere auch bei der Bedeckung von Sternen und Planeten (Okkultation) oder auch bei der Bedeckung der Sonne während einer Sonnenfinsternis. Der Mond selber kann während seiner Vollmondphase vom Erdschatten getroffen werden, so dass es zu einer Mondfinsternis kommt, bei der der Mond im Falle der Totalität eine stark rötliche Verfärbung erfährt („Blutmond“).

Da der Mond hell genug ist, im Gegensatz zur Sonne jedoch nicht blendet, kann er sowohl am Tag als auch in der Nacht beobachtet werden, sofern er über dem Horizont und nicht zu dicht an der Sonne steht. Dies macht ihn zum vorrangigen Objekt für die Beobachtung und die Gestaltung von Mondkalendern. Ein Mondviertel dauert ungefähr sieben Tage beziehungsweise eine Woche, und in jedem der vier Mondviertel steht er zu einer bestimmten Tageszeit in einem anderen Himmelsquadranten und somit in einer anderen der vier Himmelsrichtungen. Viele alte Mondkalender basieren daher auf der Einteilung der Ekliptik in 27 oder 28 Mondhäuser, in denen der Mond sich immer ungefähr einen Tag lang aufhält.

Durch die Beobachtung von mehrjährigen Mondzyklen können Finsternisse und Bedeckungen vorhergesagt werden.

→ Ausführungen zu verschiedenen Mondzyklen finden sich im Exkurs „Mondzyklen“.

Der Kalenderstein vom Tempel MnajdraBearbeiten

Weitere Indizien für die Beobachtung des Mondes durch die Neolithiker auf Malta sind auf Kalendersteinen vom maltesischen Tempel Mnajdra zu finden, die ebenfalls aus der Tempelperiode der Insel stammen.[25] Es ist interessant festzustellen, dass auf dem östlichen Kalenderstein mehrere Lochreihen auftreten, die mit lunaren und solaren Kalendern im Zusammenhang stehen könnten. Die Bohrungen sind heute in horizontaler Richtung, wurden möglicherweise jedoch senkrecht nach unten auf dem noch liegenden Stein durchgeführt, um die Wirkung der Gravitation ausnutzen zu können. Danach wäre es möglich gewesen, für Markierungs- oder Zählzwecke kugelförmige Steine in die Löcher zu legen.

Am Kopf des Steins gibt es mehrere hundert, flächenhaft angeordnete Löcher, die eventuell für die einzelnen Monate oder Jahre einer langfristigen Beobachtung stehen. Darunter tauchen rechtsbündig sieben horizontale Reihen auf:

 
Skizze der Lochreihen auf dem Kalenderstein von Mnajdra nach Ventura und Hoskin.[25]
Lochreihen auf dem Kalenderstein vom Tempel Mnajdra auf Malta
Reihe Anzahl der Löcher Mögliche Verwendung
A 19 Für die jeweilige Goldene Zahl jedes Sonnenjahres innerhalb des 19-jährigen Meton-Zyklus (235 synodische, 255 drakonitische, 254 siderische Monate beziehungsweise 6940 Tage).
Nach einem Sonnenjahr hat die Sonne wieder die gleiche ekliptikalen Länge. Nach Ablauf der gesamten Meton-Periode hat der Mond wieder die gleiche Mondphase und die gleiche ekliptikalen Breite und die gleiche ekliptikalen Länge (zum Beispiel im Goldenen Tor der Ekliptik oder im Frühlingspunkt).
B B1: 13 (links) In Summe 29, für die Anzahl der vollständigen Tage in einem synodischen Monat (29,5 Tage). Nach dieser Zeit hat der Mond wieder die gleiche Mondphase erreicht.
Vom Altlicht des Mondes bis zum Vollmond sind es 16 Tage, und danach sind es 13 Tage bis zum nächsten Altlicht.
Nachdem die Doppelreihe vervollständigt wurde, gibt es dafür einen Übertrag in die Reihe E und wenn diese bereits voll ist, für das nächste beginnende Goldene Jahr einen Übertrag in die Reihe A.
B2: 16 (rechts darunter)
C C1: 3 (rechts oben) Für die sieben vollständigen Tage eines Mondviertels (7,4 Tage) respektive einer Woche.
Wenn diese Doppelreihe gefüllt ist, gibt es für die Vervollständigung einer neuen Woche einen Übertrag in die Reihe G.
Alternativ könnten hier jeweils die drei Monate in den vier Jahreszeiten markiert und gezählt worden sein.
C2: 4 (rechts unten)
C3: 3 (links) Für die drei nach Neumond vollendeten Mondviertel innerhalb eines laufenden synodischen Monats.
Beim Erreichen eines Neumonds, eines abnehmenden Halbmonds, eines Vollmonds oder eines abnehmenden Halbmonds gibt es jeweils einen Übertrag in die Reihe D und, nachdem diese gefüllt ist, in die Reihe F.
D 25 Für die 25 vollendeten Mondviertel in der ersten Hälfte eines Sonnenjahres.
E 11 Nachdem die Doppelreihe B vollständig durchlaufen wurde, gibt es einen Übertrag in diese Reihe. Diese elf Mulden stehen dann für überzähligen Tage in einem Sonnenjahr (365,2 Tage) im Vergleich zu zwölf synodischen Monaten (354,4 Tage). Wenn diese Reihe bereits voll ist, gibt es für das nächste beginnende Goldene Jahr einen Übertrag in die Reihe A.
F 24 + 1 = 25 Für die 24 bis 25 vollendeten Mondviertel in der zweiten Hälfte eines Sonnenjahres. Das 25. Loch ist etwas abgesetzt, da es für ein am Ende des Jahres eingeschaltetes Mondviertel steht, das nur ungefähr in jedem zweiten Sonnenjahr auftritt.
G 53 Für die begonnenen 53 Siebentagewochen in einem Sonnenjahr (365,2 Tage) beziehungsweise
von einem heliakischen Auf- oder akronychischen Untergang der Plejaden zum nächsten.
 
Über dem östlichen Horizont beim Morgenletzt gerade noch sichtbares Altlicht des abnehmenden Mondes 33 Stunden vor Neumond mit der vom Erdschein beleuchteten Nachtseite des Mondes.

Zu der Doppelreihe B sei angemerkt, dass auch im altägyptischen Mondkalender, der im Neolithikum in Verwendung war, der Monat nicht mit dem unsichtbaren Neumond, sondern mit dem gerade noch sichtbaren Altlicht des Morgenletztes des Mondes begann, also gut einen Tag vor Neumond.[29] Die beiden letzten Löcher sind etwas nach links abgesetzt, was mit folgendem Sachverhalt im Einklang steht: zwei Tage vor dem Ende einer synodischen Periode, also schon nach gut 27 Tagen, ist ein siderischer Monat vorüber, nach welchem der Mond die gleiche ekliptikale Länge erreicht hat. Das heißt bereits nach gut 27 Tagen steht der Mond zum Beispiel wieder im Goldenen Tor der Ekliptik, bevor er erst nach gut 29 Tagen erneut sein Altlicht erreicht (gut einen Tag vor Neumond). Die Sonne ist innerhalb des synodischen Monats durch die Bewegung der Erde um die Sonne gegenüber dem Fixsternhimmel um knapp 30 Bogengrad weiter nach links gezogen.

Alternativ könnten die 50 Löcher in Reihen D und F eventuell auch für die 50 vollständigen Siebentagewochen (350 Tage) innerhalb von zwölf synodischen Perioden stehen, die eine Dauer von 50,6 Wochen beziehungsweise 354,4 Tagen haben.

Auch auf einem weiteren, sogenannten westlichen und heute ebenfalls aufgerichteten Stein der Tempelanlage sind mehrere Lochreihen zu sehen, die aus 16, 12, 19, 7, 30, 31, 32, 35, 37, 12 und 13 Löchern bestehen.[30] Einige dieser Zahlen tauchen auch im Zusammenhang mit dem östlichen Stein auf oder sind ebenfalls leicht mit lunaren oder solaren Kalendertagen in Verbindung zu bringen.

Malereien in der Höhle von MaguraBearbeiten

 
Erste Hälfte des synodischen Monats in einer Darstellung der Höhlenmalerei von Magura. Rechts ist die schmale, liegende Mondsichel des Altlichts beim Morgenletzt zu sehen. Ein bis zwei Tage später ist Neumond, danach nimmt der Mond wieder zu, und nach insgesamt sechzehn Tagen wird der Vollmond erreicht (links).

In der Magura-Höhle gibt es nicht nur eine sehr alte Darstellung eines Schöpfungsmythos, sondern ebenfalls Hinweise darauf, dass verschiedene Mondzyklen bekannt waren. Unter den Darstellungen befindet sich insbesondere eine Reihe von Strichen, mit denen die 16 Tage vom Altlicht des Mondes bis zu Vollmond gezählt worden sein können.

→ Weitere Erläuterungen finden sich im Wikibook „Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle“.

→ In Bezug auf die Bedeutung von bestimmten Zahlen in der Astronomie siehe auch Exkurs „Zahlen“.

SchlussfolgerungenBearbeiten

 
Das Sternbild Orion in der linken Bildhälfte mit dem Roten Überriesen Beteigeuze (α Orionis, links oben), das Sternbild Stier (Taurus) in der rechten Bildhälfte mit dem Roten Riesen Aldebaran (α Tauri, links oben in der V-förmigen Konstellation des offenen Sternhaufens der Hyaden) und dem offenen Sternhaufen der Plejaden (rechts oben). Der rote Planet Mars (rechts unterhalb der Plejaden) auf dem Weg in das Goldene Tor der Ekliptik. Ganz rechts unten der helle Stern Menkar (α Ceti) und der Stern Kaffaljidhma (γ Ceti) im Sternbild Walfisch (Cetus).
 
Skizze der auf der Himmelstafel von Tal-Qadi möglicherweise dargestellten Himmelsregion am westlichen Abendhimmel.

Ausgehend von der Hypothese, dass die beiden Winkelsegmente links und rechts der Mitte der Himmelstafel von Tal-Qadi die Asterismen der Hyaden und der Plejaden im Sternbild Stier (Taurus) zeigen, die das Goldene Tor der Ekliptik bilden, könnte das halbkreisförmige Symbol im dazwischenliegenden mittleren Segment für den Bogen der Ekliptik über dem Horizont stehen. Im Goldenen Tor der Ekliptik können alle sieben gegenüber dem Fixsternhimmel hindurchziehenden Wandelgestirne beobachtet werden. Genau an dieser Stelle befand sich während der maltesischen Tarxien-Phase der Frühlingspunkt der Sonne.

Bei der astronomischen Beobachtung der Hyaden und der Plejaden können mit Hilfe der entsprechend ausgerichteten und eingepassten Himmelstafel jederzeit und an jeder Stelle des Himmels unmittelbar Lage und Neigung der Ekliptik abgelesen werden, ohne die Wandelgestirne oder gar deren Lauf beobachten zu müssen. Mit dieser Kenntnis ist es dann ebenfalls möglich, die jeweilige Lage der beobachteten Wandelgestirne auf der Ekliptik zu bestimmen, also eine Messung der ekliptikalen Länge zum Beispiel vom Frühlingspunkt aus oder von der langen rechten Kante der Himmelstafel aus vorzunehmen.

Die Ekliptik steht bei der unten beschriebenen Ausrichtung senkrecht in der Mitte dieser Kante. Von dort aus kann entlang der Kante nach oben oder nach unten die ekliptikalen Breite abgelesen werden. Somit ist bei längerfristiger Beobachtung eine Bestimmung der drakonitischen Periode zwischen den Durchgängen des Mondes durch die Mondknoten auf der Ekliptik möglich.

Die Höhe über der Ekliptik ist bei der Sonne definitionsgemäß Null, und bei den sichtbaren Planeten sowie dem Mond beträgt die Abweichung nur einige Grad. Somit tritt der Mond bei der Ausrichtung der Tafel alle 27 1/3 Tage senkrecht über die rechte untere Kante der Himmelstafel in das Goldene Tor der Ekliptik. Trifft er hierbei ungefähr vier Bogengrad nördlich der Ekliptik auf die Kante, kommt es einen Tag später zu einer Bedeckung der Plejaden durch den Mond. Läuft die Mondbahn hingegen auf der gegenüberliegenden Seite ungefähr fünf Bogengrad südlich auf die Kante, kommt es anderthalb Tage später zu einer Bedeckung des Sterns Aldebaran durch den Mond. Beides sind außergewöhnliche und besondere astronomische Ereignisse.[31][32]

Befindet sich der Mond bei dieser Beobachtung in der Nähe der Ekliptik, also in der Mitte der rechten unteren Kante der Himmelstafel, kann es bei zeitlicher Nähe zum Vollmond zu Mondfinsternissen und bei zeitlicher Nähe zum Neumond zu Sonnenfinsternissen kommen. Bei regelmäßiger und langfristiger Beobachtung anhand der im Goldenen Tor der Ekliptik auftretenden ekliptikalen Breiten und Mondphasen konnte der 19-jährige Meton-Zyklus zu allen Zeiten nachvollzogen werden. So erschien der Vollmond zum Beispiel in der Nacht vom 29. zum 30. November 2020 im Goldenen Tor der Ekliptik (Bild siehe oben). An folgenden Vormittag kam es wegen der betragsmäßig hinreichend geringen ekliptikalen Breite von -1,8 Grad zu einer partiellen Halbschattenmondfinsternis, die allerdings nur außerhalb von Europa auf der Nachtseite der Erde sichtbar war.[33]

Zuordnung der Sterne zur DarstellungBearbeiten

Ob und welche Sternbilder vor 4500 Jahren in Gebrauch waren, ist unbekannt. Da in der Dämmerung und bei vorhandenem Mondlicht nur die hellsten Sterne des Firmaments zu sehen sind, empfiehlt es sich, für eine Zuordnung der auf der Himmelstafel dargestellten Sterne insbesondere diese in Betracht zu ziehen. Die folgende Tabelle zeigt die hellsten Objekte im Bereich der möglicherweise auf der Himmelstafel von Tal-Qadi dargestellten Himmelsregion:

 
Die hellsten Himmelsobjekte im Bereich der grob eingepassten Himmelstafel von Tal-Qadi.
 
Beispiel für die geometrischen Verhältnisse beim Einpassen der Himmelstafel in die beschriebene Konstellation während einer Beobachtung.
 
Mögliche Zuordnung der hellsten Himmelsobjekte zu den im Bereich der eingepassten Himmelstafel von Tal-Qadi dargestellten Sterne.
Eigenname Astronomische
Bezeichnung
Scheinbare
Helligkeit
Sirius α Canis Majoris -1,5m
Capella α Aurigae 0,0m
Rigel β Orionis 0,0m
Beteigeuze α Orionis 0,5m
Hyaden Sternhaufen (Taurus) 0,5m
Aldebaran α Tauri 1,0m
Plejaden Sternhaufen (Taurus) 1,5m
Alnilam ε Orionis 1,5m
Alnitak ζ Orionis 1,5m
Bellatrix γ Orionis 1,5m
Elnath β Tauri 1,5m
Alamak γ Andromedae 2,0m
Algol β Persei 2,0m
Caph β Cassiopeiae 2,0m
Hamal α Arietis 2,0m
Menkalinan β Aurigae 2,0m
Mintaka δ Orionis 2,0m
Mirfak α Persei 2,0m
Saiph κ Orionis 2,0m
Schedir α Cassiopeiae 2,0m
Tsih γ Cassiopeiae 2,0m
Ruchbah δ Cassiopeiae 2,7m

Abgesehen von den in Bezug auf die beschriebene Region auf der linken Seite deutlich abgelegenen Sterne Sirius, Rigel und Saiph und den weit oberhalb gelegen Sternen Menkalinan und Capella im Sternbild Fuhrmann (Auriga) können alle anderen hellen Sterne der Himmelstafel zugeordnet werden.

Schließlich sei darauf hingewiesen, dass die Himmelstafel durch den großen dargestellten Winkelbereich auch bei störenden Wolken korrekt eingepasst werden kann. Beteigeuze, Aldebaran, Mirfak und Algol sowie die Cassiopeia-Sterne sind über einen so weiten Bereich verteilt, dass auch bei verdeckter Sicht auf vereinzelte Himmelsregionen immer eine zuverlässige Ausrichtung der Himmelstafel möglich ist.

Linkes SegmentBearbeiten

Der einzelne Stern im linken Segment könnte in dieser Konstellation zum hellsten Stern des gesamten Nachthimmels Sirius im Sternbild Großer Hund (Canis Major) passen, der auch schon im alten Ägypten im 3. Jahrtausend vor Christus eine Kalenderfunktion hatte, da sein Auftauchen in der Morgendämmerung die Nilflut ankündigte.

Zwischen Sirius und dem Goldenen Tor der Ekliptik liegt allerdings das auffällige Sternbild Orion. Die Sumerer sahen in diesem Sternbild ein Schaf, der Jäger der griechischen Mythologie Orion und das Sternbild Orion sind erst später belegt. Dessen auffällig roter Schulterstern Beteigeuze kommt aus geometrischer Sicht eher als der auf der linken Seite der Tafel einzeln dargestellte Stern in Frage. Die sechs zwischen dem radialen Zentrum der Himmelstafel und Beteigeuze dargestellten Linien können in der heutigen Darstellung des Orion hierbei dem aus den sechs π-Sternen bestehenden Bogen (der zentrale und mit 3m hellste dieser Reihe π3 Orionis wird nach seinem arabischen Namen al-thābit auch Tabit genannt), dem Arm zum Stern der Schulter Bellatrix, der Schulterlinie zum Stern der anderen Schulter Beteigeuze sowie unterhalb davon zum Gürtel mit den drei Gürtelsternen Mintaka, Alnilam und Alnitak entsprechen.

Halblinkes SegmentBearbeiten

Der Y-förmige Teil des Sternbilds Taurus (Stier) besteht heute aus den folgenden hellen Himmelsobjekten:

  • Nördlich der Ekliptik:
    • Elnath (β Tauri, rechte Hornspitze, gehört gleichzeitig zum Sternbild Auriga (Fuhrmann))
  • Südlich der Ekliptik:
    • Offener Sternhaufen der Hyaden (Kopf des Stieres, inklusive Ain)
    • Aldebaran (α Tauri, rotes, rechtes Auge)
    • Tien Kuan (ζ Tauri, linke Hornspitze)

Die Linien zwischen unterhalb der Hyaden können mit den dunkleren, noch mit bloßem Auge sichtbaren Sternen im Sternbild Stier (namentlich λ Tauri (3,5m) und e Tauri (5m)) zusammenhängen und auf den Stern ο Tauri an der unteren Spitze der ausgerichteten Himmelstafel zulaufen.

Die Spitze zwischen dem halblinken und dem mittleren Segment markiert das vierte Mondhaus Manazil al-Qamar Aldebaran, also beim Nachfolgenden der Plejaden, dem Roten Riesen Aldebaran, (indisch: Nakshatra Rohini, der Rötliche) .

Mittleres SegmentBearbeiten

 
Die Ekliptik über dem Horizont in Blickrichtung Süden beim Sonnenuntergang zum Frühlingsanfang.

Der Bogen mit der dazwischenliegenden geraden Linie im mittleren Segment der Himmelskarte von Tal-Qadi dürfte kein Symbol für ein Tor sein. Tore mit halbrunden Bogen waren in damaliger Zeit noch gar nicht verbreitet.

Es muss in diesem Zusammenhang jedoch zur Kenntnis genommen werden, dass die Ekliptik von der Erde aus gesehen einen Kreisbogen darstellt, der den Horizont an zwei Punkten schneidet und sich unterhalb von diesem fortsetzt. Wegen der großen Ähnlichkeit ist es nicht abwegig anzunehmen, dass das im mittleren Segment der Steintafel gezeigte Symbol, das genau im Goldenen Tor der Ekliptik liegt, den Kreisbogen der Ekliptik über dem Horizont und auch noch etwas unterhalb des Horizonts darstellt.

 
Monduntergang am Horizont des westlichen Morgenhimmels.

Neben der einfachen Deutung des Kreisbogens im mittleren Winkelsegment der Himmelstafel als Bogen der Ekliptik über dem Horizont gibt es noch eine weitere Möglichkeit für eine Erklärung: heute kann zur Wintersonnenwende morgens alle 19 Jahre der Vollmond im Goldenen Tor der Ekliptik beim Untergang beobachtet werden, wo er dann direkt über dem westlichen Horizont oder an der oberen Kante der eingepassten Himmelstafel als nach oben gewölbter Halbkreis zu sehen ist.

Es sei angemerkt, dass unter den hier genannten Voraussetzungen das radiale Zentrum der Begrenzungslinien der fünf Segmente der Himmelstafel beim Stern ο Tauri (omikron Tauri) liegt, der zwar mit einer scheinbaren Helligkeit von 3,5m nicht ganz so hell wie die anderen beschriebenen Sterne im Sternbild Stier (Taurus) ist, aber dennoch zu den gut erkennbaren Sternen der Region zählt und sich daher sehr gut für eine präzise Einpassung der Tafel verwenden lässt.

Die untere Spitze der so eingepassten Tafel steht bei der schwierigen letzten, nur kurzzeitigen Möglichkeit zur Beobachtung der Plejaden am Abendhimmel, beim akronychischen Untergang beziehungsweise Abendletzt (heute am 1. Mai) und bevor sie in den nördlichen subtropischen Breiten mit bloßem Auge für vierzig Tage nicht mehr zu sehen sind, auf dem westlichen Horizont. Stehen die Plejaden an diesem Abend höher, werden sie vom Tageslicht überstrahlt, stehen sie niedriger, wird ihr Licht auf dem langen Weg durch die Atmosphäre durch starkes Streulicht und die vermehrte Extinktion verschleiert.

Halbrechtes SegmentBearbeiten

 
Detail an der rechten, 22 Zentimeter langen Kante der in 60 Zentimeter Betrachtungsabstand eingepassten Himmelstafel mit maßstäblich dargestellten Vollmonden. Die roten Linien zeigen die senkrecht auf der rechten Kante der Tafel stehende Ekliptik sowie parallel dazu die beiden extremen ekliptikalen Breiten der Mondbahn nördlich und südlich der Ekliptik an. Trifft der Mond die Kerbe an der langen Kante der Himmelstafel (grau), kommt es einen Tag später zu einer Bedeckung der Plejaden. Auch bei der maximal südlichsten Lage der Ekliptik ist an der langen Kante eine eingekerbte Markierung zu erkennen. Trifft der Mond diese Stelle, kommt es anderthalb Tage später zur Bedeckung des Sterns Aldebaran.

Im Sternbild Taurus (Stier) liegt nördlich der Ekliptik der offene Sternhaufen der Plejaden, die im halbrechten Segment dargestellt sind. Im Schwerpunkt dieser Darstellung befinden sich nach der Ausrichtung der Himmelstafel die Plejaden und somit die ekliptikale Länge des dritten Mondhauses Manazil al-Qamar Thuraya (indisch: Nakshatra Krittika). Von Plejaden in Richtung radialem Zentrum der Himmelstafel sind mehrere Striche vorhanden, die die entsprechenden dort liegenden Sterne andeuten könnten (namentlich ξ Tauri (3,5m), s Tauri (5m) und f Tauri (4m)). Die Plejaden kreuzten den Horizont vor 5000 Jahren beim Untergang fast senkrecht und exakt im Westen und beim Aufgang exakt im Osten, da deren Deklination damals null Bogengrad betrug.

An der Stelle und in der Richtung, wo in den beiden rechten Winkelsegmenten die dicke Querfurche erkennbar ist, verläuft am Nachthimmel ungefähr die – an dieser Stelle allerdings nur schwach ausgeprägte – Milchstraße. Jenseits der Milchstraße liegen im Segment rechts der Mitte gegenüber den Plejaden zwei Sterne, die mit den beiden Hauptsternen Menkalinan (links) und Capella (rechts) des Sternbilds Fuhrmann (Auriga) identifiziert werden könnten.

Aufgrund der Erfahrungen mit dem Einpassen einer maßstäblichen Replik der Sterntafel in die Konstellation scheinen die beiden Sterne ζ Persei (4m) und Atik (ο Persei, 2,7m) dargestellt sein, die heute den hinteren Fuß des Sternbilds Perseus direkt nördlich der Plejaden bilden. Bei den Babyloniern wurde dieses Sternbild - vermutlich wegen der nach vorne gebeugten Anmutung - als Alter Mann (SU.GI) bezeichnet. Bei den Beduinen werden die beiden Sterne al-Atiq (bestehend aus ζ Persei und ο Persei) seit Urzeiten als das Schulterblatt von Thuraya (auch al-Thurayya) angesehen.[34] Die beiden Arme der Thuraya breiten sich vom Betrachter aus gesehen von den Plejaden im Sternbild Stier (Taurus) nach links bis zu Menkar im Sternbild Walfisch (Cetus) und nach rechts über das Sternbild Perseus bis hin zum Sternbild Kassiopeia (Cassiopeia) aus, wo sich jeweils die Hände befinden. Die deutlich kürzere Hand auf der linken Seite gilt als die amputierte Hand, und die Hand auf der rechten Seite als die mit Henna tätowierte Hand. An der Stelle des tätowierten Handgelenks befinden sich die beiden mondgroßen, mit bloßem Auge sichtbaren offenen Sternhaufen h und χ Persei.[35]

Eine weitere Möglichkeit der Deutung wäre, dass alle neun mit bloßem Auge sichtbaren Sterne des offenen Sternhaufens der Plejaden in diesem Winkelsegment dargestellt sind, also zusätzlich zu den sieben Hauptsternen auch Celaeno und Asterope, beziehungsweise die beiden Eltern, also der Titan Atlas und die Okeanide Pleione, mit all ihren sieben Töchtern Alkyone, Asterope, Elektra, Kelaeno, Maia, Merope und Taygete.

Rechtes SegmentBearbeiten

Das äußerste rechte Segment zeigt einen Stern, der zu dem sehr hellen, mitten in der Milchstraße liegenden Stern Mirfak im Sternbild Perseus passt. Diesseits der Milchstraße gibt es in diesem Segment die drei hellen Sterne Algol im Sternbild Perseus, Alamak im Sternbild Andromeda und ganz unten eventuell auch noch Hamal im Sternbild Widder (Aries). Dahinter liegt das sehr auffällige Sternbild Kassiopeia (Cassiopeia oder auch Himmels-W) mit seinen fünf Sternen, von denen Segin (ε Cassiopeiae, 3,3m) allerdings erkennbar dunkler ist als Ruchbah, Tsih, Shedar und Caph.

Die Konstellation dieser vier Sterne könnte also in der rechten Ecke der Himmelstafel angedeutet sein. Hierzu kann zur Kenntnis genommen werden, dass von Malta aus gesehen heute lediglich die Sternbilder Giraffe (Carmelopardalis), Kassiopeia, Kepheus (Cepheus) und Kleiner Bär (Ursa Minor) vollständig zirkumpolar sind. Von diesen vier Sternbildern hat nur das Sternbild Kassiopeia vier Sterne zweiter Größenklasse (2m) und ist somit zu jedem Zeitpunkt der Nacht und sogar in der Dämmerung einfach und eindeutig zu erkennen. Vor 4500 Jahren lag der nördliche Himmelspol allerdings zwischen dem Großen Wagen im Großen Bären (Ursa Major) und dem Kleinen Bären (Ursa Minor), und nur die heutigen Sternbilder Kleiner Bär (Ursa Minor) und der langegezogene Drache (Draco) waren damals zirkumpolar. Das Sternbild Kassiopeia stand aber immerhin 15 Stunden lang täglich über dem Horizont und kündigte mit seinem Aufgang rechtzeitig den Aufgang der Plejaden an.

Die lange Kante der ausgerichteten Himmelstafel befindet sich im zweiten Mondhaus Manazil al-Qamar Botein, also im Bäuchlein des Widderlammes, (indisch: Nakshatra Bharani, der Wegtragende) und lässt sich zum Ablesen der vom Mond erreichten ekliptikalen Breiten verwenden. Die markante Furche an dieser Kante markiert die nördliche ekliptikale Breite der Plejaden. Die ekliptikalen Breiten des Mondes ändern sich bei dieser Breite nur langsam, so dass es am Folgetag zur Bedeckung der Plejaden durch den Mond kommen wird, wenn der Mond auf diese Furche stößt. Dies war zu allen Zeiten ein besonderes Ereignis, so dass diese auffällige Markierung eventuell auch in diesem Zusammenhang als ein Werkzeug für eine solche Vorhersage gesehen werden kann.

Auf- und UntergängeBearbeiten

Der Aufgang der Plejaden wurde bereits vier Stunden im Voraus durch die oben im rechten Winkelsegment genannten Sterne angekündigt. Kassiopeia ging auf Malta damals genau im Nordosten auf, zwei Stunden später etwas weiter östlich gefolgt von Mirfak (α Persei) und Alamak (γ Andromedae). Ungefähr eine Stunde danach erschienen Algol (β Persei) und Hamal (α Arietis), eine weitere Stunde später genau im Osten die Plejaden sowie noch eine Stunde später dann dort die Hyaden und der Rote Riese Aldebaran (α Tauri, arabisch al-dabaran für der (Nach-)folgende). Noch zwei Stunden später - insgesamt also sieben Stunden nach Kassiopeia - ging schließlich der weitere Rote Überriese Beteigeuze (α Orionis) im Osten auf. Alle genannten Sterne kreuzten den östlichen Horizont beim Aufgang unter einem Winkel von ungefähr 45 Bogengrad.

Eventuell könnte die dicke Querfurche in den beiden rechten Segmenten der Himmelstafel daher den Verlauf des östlichen Horizonts vor dem Aufgang der Plejaden andeuten, die damals fast exakt im Osten aufgegangen waren. Von Tal-Qadi aus gesehen wird der Horizont in Richtung Osten durch einen flachen Hügel bestimmt. Wenn die Furche während des Aufgangs der Plejaden mit der Kontur dieses Hügels in Übereinstimmung gebracht wurde, waren Mirfak (α Persei), Algol (β Persei) und Hamal (α Arietis) bereits gut eine Stunde zu sehen, und Bharani (41 Arietis oder auch Nair al Butain) war knapp eine Stunde vorher sowie Atik (ο Persei) nur knapp eine halbe Stunde zuvor aufgegangen. Da die beiden Sterne Atik und Bharani zur Einpassung der Himmelstafel verwendet werden können, ist auf diese Weise über die Darstellungen auf der Himmelstafel eine Lagebestimmung der Plejaden und von Aldebaran möglich, obwohl sich diese noch unter dem Horizont befinden und somit gar nicht sichtbar sind.

Beim Untergang verschwand von diesen Sternen damals zuerst Hamal (α Arietis) genau im Westen, eine Stunde danach gefolgt von Alamak (γ Andromedae) etwas weiter nördlich und vom heutigen Sternbild Kassiopeia zuerst Caph (β Cassiopeiae) im Nordwesten. Ungefähr eine weitere Stunde später folgten das Goldene Tor der Ekliptik im Westen und Algol (β Persei) sowie Mirfak (α Persei) etwas weiter nördlich. Die Sterne Algol (β Persei) und Ruchbah (δ Cassiopeiae) gingen hierbei erst gleichzeitig mit den Plejaden unter und danach ebenfalls gleichzeitig Aldebaran (α Tauri) und Mirfak (α Persei) sowie übrigens auch zusammen mit dem hellen Stern Rigel (β Orionis). Den Abschluss machte weitere anderthalb Stunden später Beteigeuze (α Orionis) gleichzeitig mit den beiden Hornspitzen des Sternbilds Stier (Taurus) Tien Kuan (ζ Tauri) und Elnath (β Tauri). Alle genannten Sterne kreuzten den westlichen Horizont beim Untergang fast senkrecht.

Praktische AnwendungBearbeiten

ÜbersichtBearbeiten

Die folgende Galerie zeigt eine Astrophotographie der relevanten Himmelsregion, mit verschiedenen Elementen und schließlich auch der eingepassten Himmelstafel von Tal-Qadi zu besseren Orientierung:

VollmondBearbeiten

Das folgende Bild zeigt, wie mit der Himmelstafel von Tal-Qadi die ekliptikalen Breite des Vollmonds gemessen werden kann, indem sie zwischen vier markanten Sternen eingepasst wird, die in Bezug auf die Plejaden in der Mitte der Anordnung in vier senkrecht zueinander stehenden Richtungen liegen. Wird die Himmelstafel zwischen dem Hauptstern des Sternbilds Stier (Taurus) Aldebaran links in der Kerbe des halblinken Segments, dem Sternenpaar ζ Persei und Atik im Sternbild Perseus an der Oberkante des halbrechten Segments und ο Tauri im radialen Zentrum unten eingepasst, schneidet die Ekliptik die gerade Kante am äußersten rechten Segment sowohl mittig, als auch senkrecht dazu. Der Stern Bharani im Widder (Aries) befindet sich dann direkt an der rechten oberen Ecke der langen geraden Kante.

Der Mond hatte während der Aufnahme eine (südliche) ekliptikale Breite von -3,0 Bogengrad und stand im zweiten Mondhaus beim Stern Bharani im Sternbild Widder (Aries).

VenusBearbeiten

Die folgenden Bilder zeigen ein Anwendungsbeispiel mit der eingepassten Himmelstafel von Tal-Qadi bei der Messung der ekliptikalen Breite der Venus, die im Moment der Aufnahme eine (nördliche) ekliptikale Breite von 3,0 Bogengrad hatte:

MarsBearbeiten

Hier ein Anwendungsbeispiel mit der zwischen den Sternen Aldebaran (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), Atik (ζ Persei) im Sternbild Perseus, Bharani (41 Arietis) im Sternbild Widder (Aries) und ο Tauri (omikron Tauri) eingepassten Himmelstafel von Tal-Qadi bei der Messung der ekliptikalen Breite vom Planeten Mars am 12. Februar 2021, 24 Tage vor dessen Erreichen des Goldenen Tors der Ekliptik. Der Mars hatte während der Aufnahme eine (nördliche) ekliptikale Breite von 1,35 Bogengrad, und somit nur etwas weniger als der Stern Botein (δ Arietis) direkt links neben Mars in der Abbildung bereits innerhalb der Himmelstafel.

SchlussbetrachtungBearbeiten

Jeder Astronom weiß, wie schwierig es ist, in der Dunkelheit der Nacht Geräte zu bedienen sowie Dokumente zu lesen oder zu schreiben. Eine gut ertastbare und gegebenenfalls vom Dämmerlicht oder von roter Glut in moderater und für eine gleichzeitige Himmelsbeobachtung hinnehmbarer Weise beleuchtete Tafel ist in diesem Kontext gewiss ein brauchbares Hilfsmittel.

Mit den hier dargelegten und naheliegenden Annahmen wäre die Himmelstafel von Tal-Qadi nicht nur ein historisch bedeutendes Abbild des maltesischen Abendhimmels vor rund 4500 Jahren, sondern hätte bereits zu diesem Zeitpunkt für die Bestimmung von kalendarischen Daten und zur Vorhersage von Sternbedeckungen gedient. Dies wäre ein Beleg für die frühen und keineswegs trivialen astronomischen Kenntnisse der damaligen Bewohner der Insel.

WidmungBearbeiten

 
Das Goldene Tor der Ekliptik als Photomontage mit der Kontur einer abgestorbenen Fichte, die zufälliger Weise die Form des Stierkopfs darstellt. Unten in der Mitte die helle Venus, in der Bildmitte die Plejaden und rechts oben das Sternbild Perseus.

Diese Zusammenstellung ist dem deutschen Wissenschaftler   Friedrich Wilhelm Bessel (* 1784; † 1846) gewidmet, der völlig zu Unrecht unbeachtet im Schatten der prominenten Persönlichkeiten seiner Zeit und seines Umfelds steht.

Air de Cour "Je suis ravi de mon Uranie" von Étienne Moulinié (1625). Die Urania war im antiken Griechenland die Schutzgöttin der Sternkunde.

Der Hauptautor dankt besonders seinem Hochschullehrer   Fritz Hinderer (* 1912; † 1991). Er hat ihn mit seiner stets freundlichen, interessierten und zugewandten Art sowie seinem profunden Wissen nicht nur die Astrophysik gelehrt, sondern ihm mit seinem sehr umfangreichen astronomischen Handwerkszeug auch die zahlreichen Facetten der astronomischen Beobachtung nahegebracht.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Halley (1986) - Begleiter der Jahrhunderte, Astro Corner
  2. Aristoteles: Meteorology, Teil 6, Buch I, um 350 vor Christus, ins Englische übersetzt von Erwin Wentworth Webster (* 1880; † 1917)
  3. Rita Gautschy: solar eclipse -2146/05/18, Kanon der Sonnenfinsternisse von 2501 vor Christus bis 1000 nach Christus, Version 2.0, Januar 2012
  4. Aeneis - Buch 1 - Vers 12
  5. Siehe Hesekiel, Kapitel 27, Einheitsübersetzung, bibleserver.com
  6. Siehe Genesis, Kapitel 10, Einheitsübersetzung, bibleserver.com
  7. Isaac Kalimi: Anhang C (1), Zur Geschichtsschreibung des Chronisten: Literarisch-historiographische Abweichungen der Chronik von ihren Paralleltexten in den Samuel- und Königsbüchern, Band 226 von Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft, Seite 338 ff., Walter de Gruyter, 2016, ISBN 9783110884036
  8. Siehe Erstes Buch der Könige, Kapitel 10, Vers 22, Einheitsübersetzung, bibleserver.com
  9. Siehe Psalm 72,10, Einheitsübersetzung, bibleserver.com
  10. Siehe Buch Jona, Kapitel 1, Einheitsübersetzung, bibleserver.com
  11. 2.000 Jahre vor Stonehenge… – Das Sonnenobservatorium von Goseck, scienexx, 1. Februar 2008
  12. Rolf d'Aujourd'hui: Belchen, Historisches Lexikon der Schweiz, 7. Mai 2002, Bern
  13. Kiril Kirilov: An excerpt of my Magura cave paintings study, 1. November 2014
  14. Exodus 13,21+22, bibleserver.com, Einheitsübersetzung 2016
  15. 15,0 15,1 Chris Micallef: „The Tal-Qadi Stone: A Moon Calendar or Star Map“, The Oracle, Number 2, 2001, pages 36 to 44
  16. Stone fragment with incised rays, stars, and crescent, New York University, Institute for Studies of the Study of the Ancient World, Globigerina Limestone. H. 23.5, W. 30.0, D. 4.5 cm Tal-Qadi Temple (Malta) HM–NMA: 21314
  17. National Museum of Archaeology
  18. 18,0 18,1 Peter Kurzmann: Weitere Untersuchungen zur neolithischen Sternkarte von Tal-Qadi auf Malta, Archäologie online, 10. Juli 2016
  19. Kalkstein - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung, steine-und-minerale.de
  20. Luigi Maria Ugolini: Malta: Origini della Civilta Mediterranea, Seite 128, Malta, La Libreria dello Stato, 1934
  21. Siehe auch Klaus Albrecht: Die „Sternenkarte“ von Tal-Qadi (Malta) und die Ausrichtung des Tempels von Tal-Qadi nach Osten, Kapitel 9 in: Gudrun Wolfschmidt (Herausgeberin): Orientierung, Navigation und Zeitbestimmung - Wie der Himmel den Lebensraum des Menschen prägt, Tagung der Gesellschaft für Archäoastronomie in Hamburg 2017, aus der Reihe Nuncius Hamburgensis - Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften, Band 42
  22. 22,0 22,1 Peter Kurzmann: Die neolithische Sternkarte von Tal-Qadi auf Malta, Archäologie online, 25. Juli 2014
  23. Ernst von Bunsen: Die Plejaden und der Thierkreis oder: Das Geheimnis der Symbole, Verlag von Mitscher und Röstell, Berlin, 1879
  24. Offenbarung des Johannes, Kapitel 22, Vers 13], bibleserver.com, Einheitsübersetzung
  25. 25,0 25,1 25,2 Frank Ventura, Michael Hoskin: Temples of Malta, in: Clive Ruggles (Herausgeber), Handbook of Archaeoastronomy and Ethnoastronomy, 7. Juli 2014, Seiten 1421-1430, Springer, New York, ISBN 978-1-4614-6140-1
  26. Kai Helge Wirth: „The Zodiac of Malta - The Tal Qadi Stone Enigma - Ultimate proof of Newtons Theory”, 2016, 2. Auflage, ISBN 978-3741250590
  27. Isaac Newton: The Chronology of Ancient Kingdoms Amended, London, 1728
  28. Isaac Newton: A Short Chronicle from the First Memory of Things in Europe, to the Conquest of Persia by Alexander the Great
  29. Joachim Friedrich Quack: Zwischen Sonne und Mond - Zeitrechnung im Alten Ägypten, Seite 38, in: Harry Falk (Herausgeber), Vom Herrscher zur Dynastie. Zum Wesen kontinuierlicher Zeitrechnung in Antike und Gegenwart, Bremen 2002
  30. David Humiston Kelley, Eugene Frank Milone: Exploring Ancient Skies: A Survey of Ancient and Cultural Astronomy, Part II Astronomy in Cultures, 6 Paleolithic and Neolithic Cultures, 6.2 Megalithic Cultures, 6.2.18 Mediterranean and North African Megalithic Sites, 6.2.18.1 Malta, pages 201 and 202, Springer, 2011, ISBN 9781441976246
  31. Dirk Lorenzen: Aldebaran-Bedeckung am frühen Morgen - Sternbedeckung wie einst bei Copernicus, Deutschlandfunk, 5. November 2017
  32. Werner Papke: Zwei Plejaden-Schaltregeln aus dem 3. Jahrtausend, Archiv für Orientforschung, 31. Band, 1984, Seiten 67-70
  33. 29–30. November 2020 Halbschatten-Mondfinsternis, timeanddate.de, Time and Date AS, Stavanger, Norwegen
  34. Emilie Savage-Smith: Islamicate Celestial Globes - Their History, Construction, and Use, Smithsonian Studies in History and Technology, Nummer 46, Smithsonian Institution Press, Washington, D.C., 1985
  35. Danielle Adams: Thuraya, the Abundant Darling of the Heavens - The quintessential asterism, Two Deserts, one sky - Arab Star Calendars, 3 December 2015
  36. Danielle Adams: The Lamb - A folkloric celestial complex, Two Deserts, one sky - Arab Star Calendars, 2017

Zusammenfassung des ProjektsBearbeiten

  „Die Himmelstafel von Tal-Qadi“ ist nach Einschätzung seiner Autoren zu 100% fertig

  • Zielgruppe: Astronomen, Archäologen
  • Lernziele: Anwendung der Himmelskunde anhand eines praktischen Beispiels.
  • Buchpatenschaft/Ansprechperson: Benutzer:Bautsch
  • Sind Co-Autoren gegenwärtig erwünscht? Ja, sehr gerne. Korrekturen von offensichtlichen Fehlern direkt im Text; Inhaltliches bitte per Diskussion.
  • Richtlinien für Co-Autoren: Wikimedia-like.