Übersicht Inhaltsverzeichnis Am Anfang:   Vorwort | Einleitung | 10 Sätze zum naturwissenschaftlichen Weltbild

Die Grundlagen:   Was ist die Natur? | Materie, Energie und Information | Atome, Moleküle, Elementarteilchen, Photonen | Die vier Kräfte | Raum und Zeit |

Die Geschichte der Natur   Die Geschichte der unbelebten Natur | Was ist das Leben? | Die Entwicklung des Lebens | Die Entwicklung des Menschen |

Der menschliche Geist und seine Leistungen   Wie erkennen wir die Welt? | Geist, Seele, Bewusstsein, freier Wille | Gut und Böse in der Natur, das Gewissen | Grundlagen einer Naturethik | Leistungen des Menschen, Transzendenz der Natur |

Die Naturwissenschaften   Was sind und wie arbeiten die Naturwissenschaften? | Was sind Naturgesetze? | Grenzen des naturwissenschaftlichen Weltbildes und Grenzen der Natur | Große Irrtümer der Naturwissenschaften | Offene Fragen der Naturwissenschaften | Naturwissenschaftliche Kritik an anderen Weltbildern | Kritik an den Naturwissenschaften und ihrem Weltbild |

Die Zukunft   Wie schaut die Zukunft aus? 

Anhang:   Allgemeine Literatur zum Thema | Literatur zu den einzelnen Kapiteln | Links zum Thema | Abstellraum


 William James Durant
„Kultur ist soziale Ordnung, welche schöpferische Tätigkeiten begünstigt. Vier Elemente setzen sie zusammen: Wirtschaftliche Vorsorge, politische Organisation, moralische Traditionen und das Streben nach Wissenschaft und Kunst. Sie beginnt, wo Chaos und Unsicherheit enden. Neugier und Erfindungsgeist werden frei, wenn die Angst besiegt ist, und der Mensch schreitet aus natürlichem Antrieb dem Verständnis und der Verschönerung des Lebens entgegen.“
Quelle: Kulturgeschichte der Menschheit
Nur eine Gemeinschaft, die all ihren Mitgliedern gleichermaßen das Recht zugesteht, 
sich selbst zu erhalten, 
die sie vor Gewalt schützt 
und sie daran hindert, sich gegenseitig auszubeuten, 
schafft Einzelwesen den Freiraum, 
auf die Welt von ihrem jeweiligen Standpunkt zu reagieren. 
 Michael Hampe, Die Lehren der Philosophie , suhrkamp 2014 
Asyrische Flöte

Einleitung

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Der Mensch hat viele Dinge geschaffen, die bisher in der Natur nicht zu finden waren. Es entstand eine eigene menschliche Kultur. Die vier entscheidenden Schritte des Menschen auf dem Weg zum Kulturwesen sind folgende gewesen:

  • Die Entwicklung der Sprache
  • Die Zähmung des Feuers
  • Die Entwicklung einer Vielzahl von Werkzeugen
  • Die Entwicklung von Regeln und Formen des Zusammenlebens (Ethik, Rechtsprechung, Politik)

Auch die Naturwissenschaften sind eine Kulturleistung des Menschen. Sie haben viel zum tieferen Verständnis der Natur und des Menschen selbst beigetragen.

Einige der Kulturleistungen des Menschen treten in Konflikt mit Naturgesetzen und müssen deswegen kritisch überdacht werden.

Für viele Menschen kann die Natur allein nicht als wesentlicher Lebensinhalt genügen. Nicht alles kommt aus der Natur. Auch der Mensch hat kulturelle Werte geschaffen und schafft ständig neue, die man bewundern und verehren kann. Jedenfalls bedeutet die Kultur für viele Menschen einen ganz entscheidenden Sinn und Wert in ihrem Leben.

Unter Kultur wird hier im weitesten Sinne alles verstanden, was der Mensch selbst geschaffen hat, oder was in solch einer Form in der Natur nicht vorkommt. Auch Werkzeuge und Maschinen oder gar spezielle Verhaltensweisen können somit als Teil der menschlichen Kultur aufgefasst werden. Die im allgemeinen übliche Trennung von Kultur auf der einen und Zivilsation und Technik auf der anderen Seite wird so vermieden. Die Grenze zwischen beiden ist unscharf und verschiebt sich immer wieder, auch wenn man unter der Kultur nur die eher positiven Leistungen und unter der Zivilsation , die eher zweifelhaften Seiten menschlicher Schaffenskraft sehen will, wie das viele tun.

Dabei gibt es Leistungen des Menschen, bei denen man sich schwer tut, sie entweder der Natur oder der Kultur zuzuordnen, da sie beiden Bereichen angehören. Ein wichtiges Beispiel für eine Leistung des Menschen an der Grenze zwischen Kultur und Natur ist die menschliche Sprache.

Basisaussagen zur menschlichen Kultur

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Nathan der Weise, ein Aufruf zur Toleranz zwischen den Religionen

1. Es existiert ein Erfahrungs-, Wissens-, Kunst- und Gefühlsschatz der Menschen,.

Dieser ist aufgezeichnet in Büchern, Bildern, Filmen, erzählten Geschichten, Liedern, in Züchtungen und Forschungserkenntnissen etc.. Jeder Mensch kann sich - mit Einschränkungen - diesen Kulturschatz wieder anschauen, durchlesen oder erarbeiten.

2. Dieser Kulturschatz der Menschen wird durch neue Erfahrungen, Experimente und kreative Leistungen ergänzt, erweitert und berichtigt. Mit dem Tod der Menschheit wird er seine Bedeutung verlieren. Wird ein Teil davon aufbewahrt, ohne für eine Zeit zugänglich zu sein, so kann dieser Teil später wieder verfügbar werden, wie es z.B. bei den Hieroglyphen der Ägypter geschah.

3. Dieser Kulturschatz ist Grundlage und Quelle für alle weiteren Fortschritte der Menschen. Mit ihm versucht der Mensch auch den Anfang der Welt, den Anfang der Erde und die Entstehung des Lebens auf der Erde, sowie die weitere Entwicklung der Menschheit zu verstehen.

4. Dieser Kulturschatz wird ständig erweitert, verändert und Teile gehen auch verloren. Durch seine Anwendung wird das Leben der Menschen und ihre Umwelt im positiven und negativen Sinne verändert. Wichtig ist eine effektive Bewahrung und Speicherung des Kulturschatzes, und eine gleichberechtigte leichte Verfügbarmachung des Kulturschatzes für alle Menschen.

5. Ein Teil dieses "Kulturschatzes" dient nur dazu, Menschen zu quälen, zu töten, zu unterdrücken, die Natur zu unterjochen, auszubeuten und aus dem Gleichgewicht zu bringen.

6. Ein Teil dieses Kulturschatzes sind Regeln für das Zusammenleben der Menschen untereinander und mit der Natur. Es sind die Gesetze, Menschenrechte, Natur- und Umweltschutzrechte. Verstöße gegen diese werden nur manchmal verhandelt, bestraft oder vergeben.

7. Der Kulturschatz ist sehr alt und lebt länger, als jeder individuelle Mensch leben kann. Teile davon sind Tausende von Jahren alt. Wichtige Teile sind auch erst vor sehr kurzer Zeit dazugekommen oder kommen gerade dazu. Aber er ist nicht unsterblich, und Teile davon gehen ständig verloren.

8. Tiere und Pflanzen haben wahrscheinlich keinen Kulturschatz. Es ist nicht auszuschließen, dass höher entwickelte Tiere, wie die Affen und Delfine, einen gewissen weitergegebenen Erfahrungsschatz haben, beispielsweise den Gesang der Wale. Der Kulturschatz der Menschen fliegt manchmal in Flugzeugen oder Raketen oder als Flugblätter oder als Schallwellen durch den Himmel. Radiowellen enthalten auch manches von ihm.

9. Die Geschichte der Fortentwicklung des Kulturschatzes der Menschen ist nicht vorbestimmt, sondern offen. Mit dem Ende der Menschheit auf der Erde wird auch der größte Teil des menschlichen Kulturschatzes verfallen.

Für die meisten Menschen ist die Kultur ein ganz wesentlicher Teil ihres Lebens. Eine der schönsten Erfindungen der Menschen ist beispielsweise die Musik. Sie bedeutet einer Mehrzahl von Menschen sehr viel und unser Leben wäre ärmer, müssten wir auf die Musik verzichten.

Ähnlich wichtig sind Bücher und Filme. Aber auch die menschliche Arbeit, handwerkliche Fähigkeiten, Forschungstätigkeit, die Sammlung und Sichtung von Wissen und nicht zuletzt die Kunst sind für viele Menschen ein entscheidender Lebensinhalt. Es wird also wenig Uneinigkeit darüber geben, die Kultur als unverzichtbaren Teil unseres Lebens zu bezeichnen.

Es gilt den Kulturschatz möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Man sollte auf allen Fachgebieten Standardlehrbücher und Faktensammlungen anlegen, die möglichst umfassend und gleichzeitig verständlich das Wissen und die Leistungen eines Fachgebietes darstellen. In Form von Büchern, Ton- und Videokassetten , Lernprogrammen und anderen Lernhilfen sollte jeder soweit als irgendmöglich auch ohne fremde Hilfe sich kulturelles Wissen und Fähigkeiten erarbeiten können. Elektronische Diskussionsplattformen auf allen Wissensgebieten sollten gefördert werden.

Zum Umgang mit der Kultur gehört auch eine Bewertung und gegebenenfalls Aussortierung von offensichtlichem Unsinn . Als Beispiele kann man hier die Astrologie oder die Homöopathie nennen. Aber auch der Gottesglaube in seiner naiven Form gehört zum großen Haufen des derart zu deklarierenden Kulturabfalles. Man sollte diesen nicht verbieten oder völlig vernichten, aber die Weiterverbreitung und Vermehrung nicht fördern, bzw. ihn für jedermann deutlich als Abfall kennzeichnen, um hier einmal die Redeweise der Entsorgungswirtschaft zu benutzen.

Die Notwendigkeit des Ausmistens wird jedem klar, wenn es zum Beispiel um Gesetze und Verordnungen geht. Auch diese gehören zur Kultur. Nur sie müssen unbedingt auf das Wesentliche begrenzt werden, um nicht Menschen in Bürokratie und Überreglementierung ersticken zu lassen.

Auf manchen Gebieten muss die Weiterentwicklung des "Kulturschatzes" verboten oder scharf überwacht werden, beispielsweise in der Waffen- und Giftproduktion.

Eine der entscheidenden Errungenschaften der menschlichen Kultur ist die Formulierung und Anwendung der allgemeinen   Menschenrechte.

Wünschenswert ist eine leichte, allgemeine Informationsmöglichkeit z.B. via Satellitenradio oder - fernsehen für alle Menschen. Es ist eine allgemeine globale Sprache, beispielsweise Englisch, nötig. Für die globale Sprache und Schrift müssen sehr einfache, spielerische Lernprogramme auf Taschencomputern oder auf Fernsehern verfügbar sein.

Gutes Geld ist, auch wenn es mancher nicht glauben will, ein hohes Kulturgut. Global gesehen ist ein verlässliches Geld für alle in Form einer Weltbankwährung nötig.