Rommé (orthografische Variante: Rommee) ist ein Kartenspiel für zwei bis sechs Personen. Es wird mit doppeltem Blatt gespielt, das heißt die Werte 2 bis 10 sowie Bube, Dame, König, Ass tauchen in den Farben Karo, Herz, Pik und Kreuz doppelt auf. Zudem gibt es noch zwei Joker, die als Ersatz für beliebige Karten dienen können.

Der Spielverlauf

Grundsätzliches

Ziel des Spieles ist es, alle Karten auf der Hand loszuwerden. Ein Spieler kann dies tun, indem er Karten auslegt oder bei von Mitspielern ausgelegten Karten anlegt.

Jeder Mitspieler erhält 13 Karten. Die verbleibenden Karten kommen in den Talon.

Ein Spieler beginnt seinen Zug damit, dass er eine Karte vom Talon nimmt. Er prüft nun, ob er diese Karte einsetzen oder ob er Karten auf dem Tisch auslegen kann. Am Ende des Zugs legt er eine Karte, die er nicht gebrauchen kann, auf dem Ablagestapel ab.

Aus- und Anlegen

Ein Spieler kann entweder Karten gleicher Wertigkeit und verschiedener Farbe oder aber eine fortlaufende Reihe gleicher Farbe (auch Straße genannt) auslegen. Es müssen dabei mindestens drei Karten ausgelegt werden. Der Joker kann dabei als Ersatz für jede Karte verwendet werden.

Als besondere Schwierigkeit muss ein Spieler beim ersten Auslegen eine Mindestpunktzahl erreichen, auf die sich die Spieler vorab geeinigt haben. Üblich sind hier 30, 40 oder 50 Punkte. Bube, Dame und König zählen dabei jeweils 10, Ass 11 Punkte, die übrigen Karten ihren aufgedruckten Wert. Wird ein Joker eingesetzt, zählt dieser den Wert der ersetzten Karte.

Hat ein Spieler erstmals ausgelegt, sprich er ist "raus gekommen", kann er auch Karten anlegen, sowohl bei sich als auch bei anderen Spielern. Beispiel: Ein Mitspieler hat die Reihe Pik Bube, Dame, König ausgelegt. Der Spieler der am Zug ist, könnte nun sowohl eine Pik Zehn als auch ein Pik Ass anlegen, sofern er diese Karten auf der Hand hat.

Spielende

Das Spiel endet, wenn ein Spieler am Ende seines Zuges keine Karten mehr auf der Hand hat. Er muss seinen Zug aber auf jeden Fall beenden, d. h. die letzte Karte auf dem Ablagestapel ablegen.

Macht ein Spieler Schluss, der bislang noch keine Karten ausgelegt hatte, spricht man von Hand-Rommé.

Wertung

Bei der Wertung zählen alle Karten, die die übrigen Spieler noch auf der Hand haben, als Minuspunkte entsprechend ihrem Wert, den sie beim Auslegen haben. Der Joker zählt 50 Minuspunkte. Wurde das Spiel durch Hand beendet, zählen alle Minuspunkte doppelt.

Variationen

Wie bereits erwähnt, gibt es zahlreiche Variationen des Rommé-Spiels. Hier sei deshalb nur eine Auswahl der beliebtesten genannt.

Rommé mit mehr Jokern

Statt mit nur zwei kann Rommé auch mit sechs Jokern gespielt werden. Manche Spieler verbeinbaren sogar, dass die 2 ähnlich wie bei Canasta als Joker gezählt wird.

Nehmen vom Ablagestapel

Statt vom Talon kann der Spieler auch die Karte vom Ablagestapel nehmen. Zusätzlich wird oft vereinbart, dass der Spieler diese nur nehmen darf, wenn er bereits rausgekommen ist. Diese Möglichkeit beschleunigt das Spiel, da die Spieler hier ein höheres Interesse daran haben, frühzeitig rauszukommen. Zudem muss man stärker darauf achten, welche Karte man abwirft, da sie unter Umständen dem Nachbarn noch von Nutzen sein kann.

Klopfen

Ist ein Spieler nicht an der Reihe, kann aber die Karte auf dem Ablagestapel gut brauchen, kann er auf den Tisch klopfen. Er darf sich die Karte vom Ablagestapel nehmen, muss aber zusätzlich noch eine vom Talon aufnehmen. Auch hier kann man vereinbaren, dass Klopfen nur möglich ist, wenn man bereits rausgekommen ist. Zudem kann der Spieler, der am Zug ist, die Karte trotzdem für sich beanspruchen. Der Klopfer geht dann leer aus, muss aber trotzdem eine Karte vom Talon nehmen.

Ausgelegte Joker austauschen

Liegt ein Joker aus und der Spieler hat die dazu passende Karte, kann er den Joker durch diese ersetzen. Um dies anderen Spielern zu erschweren, kann man beim Auslegen von Karten gleichen Wertes die Farbe deklarieren.

Beispiel: Es werden Pik Bube, Karo Bube und ein Joker gelegt und der Spieler erklärt: "Dieser Joker ist Herz". Hat ein Mitspieler einen Kreuz Buben, kann er diesen nur anlegen, sich aber nicht den Joker nehmen.

Ass als eins

Neben ...D-K-A darf A-2-3... abgelegt werden. Je nach Variante ist auch ...K-A-2... erlaubt oder nicht.

Ausgelegte Karten neu kombinieren

Dies ist eine Variante, die eigentlich aus dem Rummy stammt (einem Spiel mit Steinen bzw. Plättchen, das dem Rommé sehr ähnlich ist). Hier kann man auslegte Karten, auch die eines Mitspielers, neu anordnen, um dabei eigene Karten durch Anlegen loszuwerden.

Beispiel: Es liegt eine Straße mit den Werten 5, 6, 7, 8, 9. Der Spieler hat eine 7 dieser Farbe, er benutzt die Werten 5, 6 und 7 für eine neue Straße und legt seine 7 mit der 8 und der 9 zu einer weiteren aus.

Hand-Rommé

Bei dieser Variante muss das Spiel durch Hand beendet werden, ein vorzeitiges Auslegen gibt es also nicht. Für Ungeübte ist dies jedoch ein recht langweiliges Spiel.