Arschloch ist ein traditionelles Kartenspiel, bei dem es darum geht, als erster seine Karten abzulegen um zum König (oder auch Präsident) aufzusteigen. Die Regeln variieren in ihren Details sehr. Mittlerweile existiert das Spiel in einigen kommerziellen Varianten (Beispiel: Der Große Dalmuti, Karrierepoker, früher auch Hollywood-Poker), als Freeware für den PC (Leet & noob) oder auch als offizielle Regelvariante anderer Spiele (etwa Tichu)

Arschloch besitzt große Ähnlichkeiten mit dem Kartenspiel Karrierepoker, bei dem man sich, thematisch entschärft, vom Tellerwäscher zum Boss hocharbeiten muss. Ähnlichkeit besteht auch mit den Kartenspielen Mau-Mau und UNO.

Die Regeln

Es wird mit einem beliebigen Kartenspiel gespielt. Zu Beginn werden alle Karten möglichst gleichmäßig an die Spieler verteilt. Für die erste Rund wird eine Anfangskarte bestimmt, die einen möglichst niedrigen Rang haben sollte.

Der Spieler mit der Anfangskarte auf der Hand kommt als erstes heraus; ob er dafür die Anfangskarte nutzen muss variiert, jedoch darf er sie immer mit gleichrangigen Karten kombinieren. Reihum spielen die Spieler Karten aus. Der Spieler der herauskommt (als erster eine Karte legt), darf entscheiden, ob er eine einzelne Karte legt oder einen Mehrling (mehrere Karten mit gleichem Rang). Ein Spieler darf stets passen oder mit genau gleich vielen Karten eines höheren Rangs stechen. Die Reihenfolge der Ränge sollte unbedingt vorher vereinbart werden, sie variiert regional stark. Wer zuletzt gestochen hat, wenn alle anderen Spieler gepasst haben, gewinnt den Stich (die Karten sind dann aus dem Spiel) und darf erneut herauskommen.

Sobald ein Spieler keine Karten mehr hat, wird er mit dem höchsten noch übrigen Amt belohnt. Der erste Spieler wird König, der zweite Vizekönig und so weiter. Der vorletzte Spieler wird Vizearschloch, der letzte Arschloch. Sonstige Spieler verbleiben Bürger (Bürgermeister, Bürger, Bauer, Knecht genügt für 8 Spieler).

Das Arschloch teilt erneut alle Karten aus. Nun wird „gedrückt“. Allgemein müssen die Spieler mit niedrigeren Ämtern ihre Karten an die Spieler mit höheren Ämtern abgeben, während sie dafür die unliebsamen Karten ihrer Mitspieler bekommen. Das Arschloch gibt also Karten an den König ab (die Anzahl variiert), dieser danach welche zurück ans Arschloch; dasselbe gilt für Vize-König und Vize-Arschloch, meist mit weniger Karten. Dann beginnt ein Spieler die neue Runde. Dieser ist gewöhnlich das Arschloch, der König oder der Spieler mit der Anfangskarte.

Entweder erhält der (Vize-)König einfach die besten Karten des (Vize-)Arschlochs und dieses die schlechtesten des (Vize-)Königs (feste Anzahl) oder der (Vize-)König darf sich die Karten aussuchen. Dabei hat er gewöhnlich eine Anzahl von Versuchen in Form von Fragen zur Verfügung. Da somit die Möglichkeit besteht, dass der (Vize-)König gar keine Karten erhält, gibt es auch die Variante so lange zu Fragen, bis der (Vize-)König eine festgelegte Anzahl an Karten erhalten hat. Übrige Versuche kann der (Vize-)König sofern vorhanden natürlich noch nutzen. So viele Karten wie erhalten wurden werden vom (Vize-)König ans (Vize-)Arschloch zurückgegeben. Der König kann vom Vizekönig verlangen, dass dieser vor ihm fragt. Mehr als zwei privilegierte Ämter sind unüblich, da es mittlere Ämter geben sollte.

Wird ein Spieler fertig und seine letzte Karte wird nicht gestochen, so ist je nach Vereinbarung der nächste Spieler („erben“), das Arschloch bzw. der Spieler mit dem niedrigsten Amt („Arschprivileg“), der König bzw. der Spieler mit dem höchsten Amt („Königsprivileg“) oder ein vom Zufall bestimmter Spieler an der Reihe. Bei Privilegien ist es notwendig, dass alle mittleren Ämter verschieden sind.

Spielende

Das Spiel endet, wenn der vorletzte Spieler seine Karten losgeworden ist und somit alle Ämter vom König bis zum Arschloch verteilt worden sind.

Varianten

Die hier genannten Varianten werden nur auf Vereinbarung gespielt und stellen keine typischen Regeln dar.

  • Arschloch kann sogar dann gespielt werden, wenn der Kartensatz nicht vollständig ist. Es sollte aber sichergestellt sein, dass jeder Spieler weiß, welche Karten fehlen.
  • Damit die Anzahl der Karten genau ein Vielfaches der Anzahl der Spieler beträgt, werden vor Spielbeginn überzählige Karten gezielt offen, zufällig offen oder zufällig verdeckt entfernt.
  • Für den Anfang der nächsten Runde, ändern alle Spieler nun entsprechend der Ämter ihre Sitzreihenfolge.
  • Das Spiel kann auch mit Joker gespielt werden, wobei je nach Vereinbarung auch Joker gedrückt werden müssen oder nicht. In manchen Varianten zählt dabei der rote Joker mehr als die zwei schwarzen und ein einzelner Joker reicht zum überstechen von Mehrlingen.
  • Unter Jugendlichen sehr beliebt ist dass das Arschlochs für Verpflegung am Tisch sorgen muss und nach Lust und Laune des Königs andere Aufgaben zu erfüllen hat, die nicht direkt mit dem Spiel in Verbindung stehen müssen.
  • Wer gegen die Regeln verstößt wird automatisch zum Arschloch, so dass der letzte Spieler nur noch Vizearschloch wird.
  • Eine kommerzielle Variante ist auch „Das GROSSE und das kleine A...“, bei dem sich aus taktischen Gründen empfiehlt, bis zum Schluss noch niedrige Karten auf der Hand zu behalten.
  • Schafft ein Spieler den direkten Aufstieg vom Arschloch zum König, dann erhält er in der nächsten Runde Vorteile. Dazu gehören: Mehr Karten vom Arschloch, einmal ohne Zutun stechen, ...
  • Wer als seine letzte Karte ein Ass ablegt, wird automatisch zum Arschloch. Dies fordert ein leicht strategisches Vorgehen auch mit einem guten Blatt.
  • Wer mit 3 Assen (angenommen als höchster Rang) startet muss dies ankündigen, wer mit 4 Assen startet muss mit offenen Karten spielen.
  • Ein Spieler kann mit vier Karten des gleichen Kartenwerts (meist „Bombe“ genannt) jeden Stich gewinnen. Die Anzahl vorher zu legender Karten ist unerheblich. Dabei wird manchmal eingeschränkt, dass mit einer Bombe nur Asse überboten werden können.
  • Karten mit dem niedrigsten Rang können explizit die mit den höchsten (auch mehrere Ränge) überbieten. Kommt es dazu, können diese wieder ganz normal überboten werden. Dadurch garantieren Asse keine Stich.
  • Nach dem Drücken legt jeder Spieler je nach Vereinbarung eine, zwei oder drei Karten vor sich und schiebt diese dem linken Nachbarn zu. Ob alle zwei/drei Karten gleichzeitig oder nacheinander verschoben werden, variiert.
  • www.ehr-2003.de/leet: Leet & noob Kartenspiel - Freeware Variante des Kartenspiels Arschloch für den PC