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Shibari/ Takate-Kote

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EinleitungBearbeiten

Der Takate-Kote, kurz TK, ist eine der wichtigsten und am häufigsten genutzten Formen im Shibari, da er als Grundlage für andere darauf aufbauende Fesselungen dient, z. B. Gyaku-Ebi (japanisierte Umschreibung für den Hog-Tie). Beim TK werden die Arme und Hände unter Einzugnahme des Oberkörpers gebunden. Charakteristisch sind die oberhalb und unterhalb der Brust verlaufenden Seile sowie die Sicherungen, zumindest auf der unteren Hauptlage. Mit dem TK lassen sich die Arme wahlweise vor bzw. hinter dem Oberkörper fesseln.

 


AnleitungBearbeiten

Anfangs werden beim Standard-TK die Arme antiparallel in Höhe der Handgelenke bzw. Unterarme auf dem Rücken zusammengebunden. Dies geschieht mit zwei bis drei Doppelseilwindungen ohne Zwischensteg und einem anschließenden allumgreifenden Knoten dessen kurzes Seilende frei sein muss (für eine schnelle Befreiung der Arme/Hände im Notfall). Die Handfesselung darf nicht festgezurrt werden, sondern muss eine Verdrehung der Gliedmaßen sowie eine definierte Lageänderung zulassen. Erfahrungsgemäß muss noch ein Finger (der des Riggers) zur Kontrolle unter das Seil passen.

Das lange Ende des Seils wird nun mehrmals, meistens zweimal, um den Oberkörper oberhalb der Brust geführt und danach am Stamm (senkrecht verlaufendes Seil von den Händen kommend und an der Wirbelsäule nach oben zur ersten Oberkörperlage gehend) gesichert, und zwar so, dass das losgelassene Seilende unter normalen Bedingungen nicht dazu führt, dass sich die obere Mehrfachseillage von alleine lockert. Dies ist wichtig für den nächsten Schritt.

Nun wird die an den Oberarmen gestauchte Muskulatur geordnet. Dazu greift der Aktive mit einem Finger unter die Mehrfachseillage, hebt sie leicht vom Körper ab und führt dieses Abheben von der Brust ausgehend bis zum Rücken durch. Diese Aktion sollte schnell, bewusst und ohne Kneifen durchgeführt werden. Außerdem unterstützt diese Aktion die visuelle Wirkung auf Dritte bzw. Zuschauende.

Es folgen die s. g. Sicherungen, die vergleichsweise locker (!) die obere Seillage gegen nach oben gerichtetes Abrutschen sichern. Dies ist insbesondere für Hängefesselungen wichtig, da eine gen Hals verrutschte Hauptseillage zur Strangulation führen kann! Weiterhin müssen die Sicherungen entkoppelt ausgeführt werden, d. h. bei Belastung der Hauptseillagen dürfen die Sicherungsseile nur minimal mitgespannt werden. Sind die Sicherungen links und rechts gelegt, wird gegen dem Stamm entkoppelt und die Haupthalteseillagen unterhalb der Brust ausgeführt, ebenfalls wieder mit kurzfristigem Abheben der Seile und anschließender Sicherung.

Der letzte Schritt ist die Stabilisierung des TKs an sich. Dies erfolgt je nach folgendem Verwendungszweck mehr oder minder aufwendig. Wird der TK nur beim Floorwork zum Einsatz, reicht eine V-förmige Zugstabilisierung. Das bewirkt, dass die gefesselte Person ihre Unterarme nicht in Richtung Boden durchdrücken kann und somit die gesamte Fesselung destabilisieren würde (bis hin zum Herunterrutschen der Hauptseillagen). Beginnend vom rückwärtigen Zentrum aus wird das Doppelseil seitlich des Halses (auf genügend Abstand achten) geführt, dann zwischen der Brust entlang zur unteren Hauptlage vorne. Diese wird umschlungen und das Seil dann wieder hochgeführt, auf der anderen Seite des Halses vorbei wieder an den rückwärtigen Zentralpunkt. Somit würde eine nach unten ziehende Kraft ihr Gegenlager auf den Schultern links und rechts finden. Das seitliche Herausziehen der Hände/Unterarme wird durch die Oberkörper-Hauptlagen verhindert. Somit ist die passive Person im Normalfall ausreichend fest gefesselt.


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Die Kapitel des Buches: Shibari - Vorwort - Einführung - Geschichtliches - Sicherheit - Materialkunde - Knotenkunde - Fesselungen - Begriffslexikon - Bekannte Künstler - Index - Quellen