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In den Rechenzentren wurden Disketten in den frühen 70er Jahren eingeführt, ergänzend zu den teuren, wartungsintensiven Bandmaschinen. Diese Disketten fassten zwar weniger Daten und die Diskettenlaufwerke sind langsamer als Magnetbandgeräte, andererseits sind Diskettenlaufwerke um Größenordnungen kleiner und billiger. Durchgesetzt hat sich die Ausführung von IBM mit 8" Durchmesser (200 mm) mit einer Kapazität von 1 MB. Sie wird mit einer Dauerdrehzahl von 360 U/min betrieben, d. h. sie dreht ständig, die Köpfe werden nur bei Zugriff abgesenkt. Zur Unterscheidung von späteren Entwicklungen wird die 8" Diskette als „Normaldiskette“ oder „Maxidiskette“ bezeichnet.

Größe in Zoll und Baujahr: 8" (1980), 5,25" (1983), 3,5" (2004)

Anfangs waren die Disketten „Hardware-Formatiert“: In die Scheibe wurde eine Spur von Indexlöchern gestanzt, für jeden Sektor ein Loch. Diese Disketten wurden bald durch Soft-Sektorierte Disketten abgelöst. Sie haben nur noch ein einziges Indexloch zur Kennzeichnung von Sektor Eins. Der Anfang der anderen Sektoren wird durch spezielle Bitmuster gekennzeichnet und vom Lesekopf erkannt. Der Vorteil: Die Programmierer waren nicht mehr an eine feste Sektorgröße gebunden. Sie konnten ohne Einschränkungen durch das Betriebssystem größere und kleinere Sektoren einrichten. Es war sogar möglich, im äußeren Bereich der Diskette mehr Sektoren anzuordnen als innen, wo der Umfang kleiner ist. Bei nicht-IBM-kompatiblen Computern wurde eine Vielfalt weiterer Kapazitäten verwendet.

Fortschritte in der Magnetisierungstechnik und bei elektronischen Bauelementen erlaubten es, kleinere Disketten zu entwickeln, ohne Kapazität einzubüßen. 1978 stellt die Firma Shugard die ersten 5,25" Diskettenlaufwerke her. Ihre Drehzahl betrug 300 U/min mit einer zulässigen Toleranz von 2,5%. Bei diesen Laufwerken schleifen die Köpfe ständig auf der Magnetschicht, deshalb wird der Motor nur bei Bedarf eingeschaltet. Wenn kein weiterer Lese- oder Schreibbefehl erfolgt, schaltet nach einer kleinen Wartezeit der Antriebsmotor ab. Die zugehörigen „Minidisketten“ hatten einen Durchmesser von 5,25" (133 mm). Als 1981 der IBM-PC entwickelt wurde, waren die 8" Disketten bereits veraltet.

Die Speicherkapazität konnte im Laufe der Jahre immer wieder erhöht werden: 160 kB, 180 kB, 360 kB, 1200 kB. Diese Disketten waren „soft-sektoriert“. Das bedeutet, die Größe der Sektoren und deren Aufteilung kann ohne Einschränkungen vom Betriebssystem festgelegt werden.

Die nächste Generation von Disketten, die "Microdisketten", haben mit einem Durchmesser von 3,5" (90 mm) weniger als die Hälfte der magnetisierbaren Fläche der 5,25" Disketten. Fortschritte in der Technologie ermöglichten eine noch höhere Speicherkapazität: Anfangs 720 kB, später 1,44 MB.

Um ein versehentliches Löschen des Inhalts zu vermeiden, hatte jede Diskette einen mechanischen Schreibschutz:

  • Bei 8" Normaldisketten entfernt man den Schutzaufkleber von der Schreibschutz-Kerbe.
  • Bei 5,25" Minidisketten klebt man die Schreibschutzkerbe zu.
  • Bei 3,5" Microdisketten öffnet man eine quadratische Aussparung mit einem Schieber.