Musiklehre: Stufen- und Funktionstheorie


Um die verschiedenen Akkorde innerhalb einer Tonart unterscheiden zu können, gibt man ihnen Namen. Den Akkord der Tonart selbst (also in C-Dur der C-Dur-Akkord) nennt man erste Stufe. Der Akkord, der mit dem zweiten Ton der Tonart beginnt (also in C-Dur der d-Moll-Akkord), heißt zweite Stufe und so weiter. Diese Benennung heißt Stufentheorie.

Einige dieser Akkorde kommen besonders oft vor und haben deswegen noch einen besonderen Namen. Die erste Stufe ist sozusagen das "zu Hause" der Tonart. Sie wird auch "Tonika" genannt. Wenn man harmonisch von der I. Stufe weggeht, macht man das meist mit der IV. Stufe, der "Subdominante". Außerdem hat die V. Stufe den Namen "Dominante". Sie drängt sehr stark zur Tonika zurück und wird deswegen oft am Ende eines Stücks oder eines Teils eingesetzt um es mit der Tonika abzuschließen. Dieser leitende Charakter wird noch verstärkt, wenn man dem Dominantakkord die Septime hinzufügt. Dann heißt er Dominantseptakkord. Besonders stark leitet der Dominantakkord auch, wenn ihm die Terz erst vorenthalten wird und stattdessen die Quarte gespielt wird (Quartvorhalt). Diese Art der Benennung heißt Funktionstheorie.

Stufe Funktion (in Dur) Abkürzung (in Dur) Akkord in C-Dur Akkord in c-Moll
I. Tonika T C-Dur c-Moll
II. Subdominantparallele Sp d-Moll d-Vermindert
III. Dominantparallele Dp e-Moll Es-Dur
IV. Subdominante S F-Dur f-Moll
V. Dominante D G-Dur G-Dur/g-Moll (s. Musiklehre: Molltonarten)
VI. Tonikaparallele Tp a-Moll As-Dur
VII. o h-Vermindert B-Dur

Wie man sieht, gibt es noch zwei weitere Namen in der Funktionstheorie: Die Subdominantparallele. Diese wird in der Kadenz meist in Form des Sextakkords als Ersatz für die Subdominante verwendet. Und die jeweilige Parallele, die andere Tonart mit den gleichen Vorzeichen, wobei es natürlich in Dur nur die Moll-Parallele und in Moll nur die Dur-Parallele gibt.

FunktionstheorieNBn3

Akkordfunktionen

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Tonika - Subdominante - Dominante

Die Namen sind lediglich Bezeichnungen, die das Verhältnis der verschiedenen Akkorde zueinander betiteln.

  • Tonika = der Grundakkord
  • Subdominante = der vermittelnde Akkord
  • Dominante = der spannungserzeugende Akkord, der gerne als Dur7 auftritt.

So benennt man den Akkord, auf dem ein Lied in Dur basiert. Jedes Stück ist in einer bestimmten Tonart geschrieben, z.B. C-Dur. Damit ist der C-Dur-Akkord die Tonika. Sehr häufig (aber nicht immer) beginnt und endet ein Stück mit der Tonika, und nicht selten ist die Tonika auch der häufigste bzw. am längsten gespielte Akkord in dem entsprechenden Stück.

Dominante

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Dieser Akkord führt meist zur Tonika zurück. Er erzeugt die größte Spannung in einer klassischen Akkordkombination, welche meist durch die darauf folgende Tonika wieder abgebaut wird. In C-Dur übernimmt der G-Dur-Akkord diese Funktion. Man erkennt diesen Akkord oft daran, das er eine 7 hat. z.B. G7. Sehr häufig wird nämlich die Spannung des Akkordes durch einen weiteren Ton (der Septime) verstärkt. Von der Tonika ausgehend ist die Dominante im Quintenzirkel der nächste Akkord im Uhrzeigersinn.

Subdominante

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Dieser Akkord ist weniger spannungsreich als die Dominante, jedoch nicht der Ruhepol, den die Tonika darstellt. Er dient sehr gut als Übergang von der Tonika zur Dominante oder umgekehrt. Wenn man sich in der Tonart C-Dur befindet, ist das der Akkord F-Dur. Von der Tonika ausgehend ist die Subdominante im Quintenzirkel der nächste Akkord gegen den Uhrzeigersinn.

Suche dir einige Lieder heraus, die mit nur drei Dur-Akkorden begleitet werden. Du wirst feststellen, das (bis auf wenige Ausnahmen) diese drei Dur-Akkorde im Quintenzirkel direkt nebeneinander stehen. Der Akkord, der gleichzeitig die Tonart angibt, steht in dieser Dreiergruppe immer in der Mitte.

  • Suche dir Lieder, wo auch Moll-Akkorde mit vorkommen. Du wirst feststellen, dass auch hier das oben gesagte meist zutrifft. Es gibt eine Ausnahme die mit Tonarten in Moll zusammenhängt. Dazu weiter unten mehr.