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Definition

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Lernplattformen oder Learning Management Systems (LMS) sind heutzutage für den universitären Gebrauch, teils auch in Schulen oder Unternehmen, kaum mehr wegzudenken. Aber was genau ist eine Lernplattform? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen folgt eine Definition von HUMMER und OBERLECHNER et al. (2008): „Eine Lernplattform ist ein Programm für die Organisation und Betreuung webunterstützen Lernens. Diese Software wird auf einem zentralen Server installiert und über einen lokalen Client, beispielsweise über einen Web-Browser, angesprochen. Nicht dazu gehören bloße Bildungsinhalte, die über das Internet angeboten werden wie normale Webpräsenzen oder –Portale. Eine Lernplattform hilft vielmehr den Lernprozess zu organisieren.“

Artverwandte oder alternative Bezeichnungen für Lernplattformen sind:

  • Learning Management System (LMS)
  • Learning Content Management System (LCMS)
  • Managed Learning Environment (MLE)
  • Course Management System (CMS)
  • Learning Platform (LP)

Funktionsbereiche von LMS

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Learning Management Systems können sehr verschieden erscheinen, doch im Grunde sollte laut HUMMER und OBERLECHNER et al. (2008) jedes LMS insbesondere fünf Funktionsbereiche beinhalten.

  • Präsentation von Inhalten (Learning Content)
  • Werkzeuge zur Erstellung von Aufgaben und übungen
  • Evaluations- und Bewertungshilfen
  • Administration (Verwaltung von Kursen, Terminen, Inhalten, …)
  • Kommunikationswerkzeuge (synchron, asynchron)

Anforderungen

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Es werden drei verschiedene Benutzergruppen unterschieden und jeden von ihnen stellt bestimmte Anforderungen an ein Learning Management System. Unterschieden wird in Lehrende, Lernende und Administratoren.

Anforderungen der Lernenden

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  • Ein Lernsystem mit dem man ortsunabhängig und ohne große technische Vorkenntnisse arbeiten kann.
  • Eine leichte und überschaubare Navigation
  • Einheitliche Seitenlayouts, unabhängig vom Autor
  • Aktuelle Formen von Kommuniaktionsmöglichkeiten (synchron/asynchron)
  • Aktuelle und korrekte Inhalte und Links
  • Auf Lernende abgestimmte Lerninhalte

Anforderungen der Lehrenden

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  • Leichte Teilnahme, sprich einfache Form der Anmeldung zur Plattform
  • Suchfunktion
  • Austauschbarkeit von Inhalten
  • Wiederverwendbarkeit von einmal erstellten Inhalten

Anforderung der Administratoren

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  • Statistische Auswertung als Kontrollwerkzeug (Erreichbarkeit, Nutzungsintensität, …)
  • Ein Qualität-Management-System (redaktionelle Kontrollmechanismen z.B.: Lektor, Tutor, Student, …)

Durch die viele verschiedene Anforderungen an diese Art der Plattform, unterteilte RICHARD HUBER im Auftrag des Bundesinstitutes für Berufsbildung eine Marktübersicht zum Thema Lernplattformen (2004). Die wichtigsten Formen, die er nennt, sind:

Kommerzielle LMS

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Sind von Teams, bestehend aus Programmierern, Kommunikationswissenschaftler, Psychologen und Designern, entwickelte Systeme, die meist mit einer ungeheuren Vielzahl an Funkionen bestückt sind. Bestechen durch deren weite Verbreitung und ständigen Erweiterungen. Durch deren kommerzielle Ausrichtung garantieren sie auch für eine gewisse Beständigkeit, die sich aber teuer bezahlen lässt.

Open-Source LMS

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Ist eine Plattform, deren Quellcode für die universitäre, schulische oder auch private Nutzung frei und ohne Kosten verfügbar ist. Das Programm kann selbst weiterentwickelt werden, dieses Update des Systems muss aber ebenfalls wieder frei zugänglich gemacht werden. Aufgrund des Kostenvorteils dieser Programme eignen sich diese Plattformen besonders für kleinere Institutionen die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um sich eine kommerzielle Variante anzuschaffen.

Proprietäre LMS

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Sind speziell angefertigte Plattformen, aus der Not heraus, da keine andere den gewünschten oder benötigten Anforderungen entsprochen hat. Zum Beispiel für die Durchführung von chem. Versuchen oder Projekten wie es im Fall des Vernetzen-Studiums Chemie haben. http://www.vs-c.de

Verwendung von Lernplattformen

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Lernplattformen finden insbesondere im Bildungsbereich drei Verwendungsmöglichkeiten, so auch BREMER (o.J.), der von folgenden Konzepten spricht: Anreicherungskonzept: Präsenzlehre wird mit Materialien und eventuell auch Kommunikationstools unterstützt. Integrationskonzept: Ausgeglichene Kombination aus Online- und Präsenzphasen. Onlineangebot muss genutzt werden. Virtualisierungskonzept: Anstatt des Präsenzangebots nur mehr online Angebote. Es gibt verschiedene Bezeichnungen für die drei Unterteilungen, so spricht kann man statt Anreicherungskonzept von E-Learning, bzw. beim Integrationskonzept von Blended Learning sprechen.

Beispiele für Lernplattformen

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Unter diesem Punkt werden drei Lernplattformen vorgestellt und es wird gezeigt, wie sie aufgebaut sind, bzw. welche Möglichkeiten sie den verschiedenen Benutzern bieten. Neben dem an unserer Universität benutztem System „Blackboard“ wird auch „Moodle“ und „Olat“ vorgestellt.

Blackboard

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Einen Vertreter der Kommerziellen Lernplattformen stellt Blackboard dar. Wie bereits oben schon erwähnt, sind kommerzielle Systeme mit immensen Anschaffungskosten verbunden, dafür darf man aber auch mit einem zuverlässlichen System rechnen. Blackboard orientiert sich hauptsächlich an die Bedürfnisse eines „Blended Learning Konzeptes“, was so viel heißt, dass Sequenzen aus dem Präsenzkurs in die Lernplattform abgegeben werden.

Moodle ist eine Plattform die zu den international Verbreitesten zählt. Dies basiert zum einen darauf, dass Moodle ein Open-Source Produkt ist, welches wie oben bereits erwähnt für Bildungseinrichtungen und Private kostenlos zur Verfügung steht. Was bietet Moodle:

  • Einfaches Design
  • NutzerInnen können sich selbstständig via Email anmelden
  • Eigenes Nutzerprofil
  • Mehr als 70 Sprachpakete
  • Kalender und Terminplaner (Stundenplan)
  • Flexible Gestaltung der Kurse mit Übungen, Foren, Journalen, Quiz, Materialien, Befragungen und Prüfungen

Ebenfalls bietet Moodle den Nutzern die Möglichkeit untereinander zu Kommunizieren. Dazu dienen Foren oder ein Chat.

Olat (online learning and training) ist ebenfalls eine Open-Source Plattform, welche an der Universität Zürich entwickelt wurde. Zu den Features gehören:

  • unbegrenzte Anzahl an Teilnehmern
  • Kalender und Stundenplanfunktion (synchronisiert mit iCal)
  • Volltextsuche
  • Nutzer können Gruppen und Projekte bilden
  • Forum

Hot Potatoes

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Hot Potatoes bietet sechs Anwendungen zur Übungs- und Überprüfungsgestaltung und auch deren Durchführung. Angeboten werden JCloze (Lückentext), JQuix (Quiz), JCross (Kreuzworträtsel), JMix (Sätze zusammensetzen) und JMatch (Bildrätsel). Hot Potatoes wird nicht nur von Lehrpersonen gern verwendet, sondern kommt auch bei Schülerinnen und Schülern gut an.

Individual Learning Plan

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Moodle-Tool zum erstellen eines, wie der Name schon sagt, individuellen Lehrplanes. Man kann sich Deadlines setzten und es gibt eine Übersicht über den Lernfortschritt.

Java Clic

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Erstellen von interaktiven Übungen mit Multimediaunterstützung. Geeignet für Schüler von der Volksschule bis hin zur Matura. Das Tool ist unterteilt in Author, Player und Datenbank, dass sind quasi die Erstellung und Bearbeitung der Übung, die Schüler arbeiten dann am Player und die Datenbank werte die Ergebnisse der SchülerInnen aus und speichert diese.

Camtasia Studio

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Ideal für Programmerklärungen oder andere Aktivitäten am Computer, die doch eher gezeigt als beschrieben werden sollen. Sie zeigen die einzelnen Schritte mit der Maus und kommentieren diese. Anschließend können sie die Aufnahme noch bearbeiten. Dann einfach abspeichern und den Schülern oder Studenten zur Verfügung stellen.

Literatur

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