Gitarre: Zupfen mit Wechselbass


Zupfen mit WechselbassBearbeiten

 
Was ist ein Wechselbass?

Wenn ein Akkord länger ausgehalten wird, dann kann es recht langweilig klingen, wenn man immer den gleichen Basston spielt. Damit mehr Abwechslung in das Zupfen reinkommt, beginnt man (wie gelernt) mit dem Basston (Grundton). Doch beim zweiten Takt geht man eine Saite höher oder tiefer. Man spielt in der Wiederholung einen anderen Ton, als den Basston(Grundton). Wiederholt man das mehrfach, dann erhält man einen Wechselbass.

4/4-TaktBearbeiten

mit Wechselbass
 

Übrigens: Lasse dich von dem Pausenzeichen nicht zu sehr verwirren. Der mit dem Daumen angeschlagene Bass und der mit den Fingern gezupfte Diskant (d.h. die unteren drei Melodiesaiten) werden hier wie zwei verschiedene Stimmen notiert. Der Bass soll weiterklingen, wenn die Melodiesaiten gezupft werden. Und sehr oft sollen auch die Melodiesaiten weiterklingen, obwohl da eigentlich eine Pause steht. Glaube mir einfach mal, dass es so viel einfacher zu lesen ist.

Ein Wechselbass wird bei den Akkorden üblicherweise nicht mit angeben. Du wirst im Laufe der Zeit selbst ein Gespür dafür entwickeln, wann ein Wechselbass möglich und wann er angebracht ist.

3/4-TaktBearbeiten

mit ausnotiertem Wechselbass

Im folgenden Beispiel wurden die Akkorde mal vollständig ausnotiert.

 
Den Themenbereich C-Dur-Tonleiter vertiefen...


BeispielBearbeiten

Ein Loch ist im Eimer

Der Wechselbass wird deutlicher, wenn ein Akkord mehrere Takte nicht gewechselt wird.

Die sogenannte Slash-Akkorde (s.u.) werden, wie oben schon gesagt, für den Wechselbass im Lied üblicherweise nicht angeben. Du darfst selbst entscheiden, ob einer passt.

notiert wurde
Ein [D] Loch ist im [G] Eimer Karl-['] Otto Karl-['] Otto, ein
[D] Loch ist im [G] Eimer Karl-['] Otto ein [D]Loch
oder
Ein [E] Loch ist im [A] Eimer Karl-['] Otto Karl-['] Otto, ein
[E] Loch ist im [A] Eimer Karl-['] Otto ein [A]Loch
mögliche Ausführung
dann [D] stopf' es oh [G] Henry oh [G/H] Henry oh [G] Hennry,
dann [D] stopf' es oh [G] Henry oh [G/H] Henry mach's [D] dicht!
oder
dann [E] stopf' es oh [A] Henry oh [A/E] Henry oh [A] Hennry,
dann [E] stopf' es oh [A] Henry oh [A/E] Henry mach's [E] dicht!

Slash-AkkordeBearbeiten

Wird mal nicht der übliche Basston von einem verlangt, und es handelt sich auch nicht um einen Wechselbass, den man völlig selbstständig (ohne dass es irgendwo notiert ist) einsetzen kann, dann gibt man das extra an. Der Basston wird dann neben dem Akkord unter einem Bruchstrich (englisch: Slash) geschrieben.

BeispielBearbeiten

 

In der Tabulatur oben ist beim C-Dur-Akkord anstelle eines Wechselbasses ein anderer Ton angegeben. Dort ist H im Bass (bzw. engl. B) dh. 2. Bund auf der 2. Saite von oben. Bis du den kleinen Basslauf gelernt hat, kannst du auch zur Not die kleine ausgegraute 2 darunter spielen. Du wirst mit der Zeit Akkordfolgen kennenlernen, bei denen sich ein Basslauf anbietet, obwohl er nicht notiert wurde. Doch das kommt erst durch Erfahrung.

Dieses Zupfmuster besteht aus klassischen Arpeggios. Der Akkord wird also nicht geschlossen angegezupft, sondern die Töne erklingen harfenartig nacheinander. Aber wie schon zu Beginn dieses Zupfworkshop erklärt wurde, verwendet man eigentlich den Begriff "Arpeggio" eher für einzelne harfenartige Anschläge. Da hier aber mehrere Arpeggios schön regelmäßig und noch dazu mit einem Wechselbass gespielt werden, nennt man es schlicht und ergreifend ein Zupfmuster.

Technik

Auch hier beim Wechselbass kann man immer wieder alle Finger aufsetzen, um sie dann einzeln abzuziehen, wobei der Daume unmittelbar mit dem Aufsetzen gezupft wird. Ein Weiterklingen der Töne vom vorhergehenden, abgelaufen Akkord wird damit unterbunden.

     1   +   2   +      3   +   4   +     
|(R)-------------R--(R)-------------R-|
|(M)---------M------(M)---------M-----|
|(Z)-----Z----------(Z)-----Z---------|
|-------------------------------------|
|-------------------(D)-D-------------|
|(D)-D--------------------------------|

RandbemerkungBearbeiten

Viele dieser Zupfmuster lassen sich auch mit einem Plectrum ausführen. Bei einer passenden Gelegenheit kannst du also mal ausprobieren, welche Zupfmuster sich auch dazu eignen. Verschiebe dieses aber günstigerweise, bis du das Zupfen fehlerfrei beherrschst. Langfristig solltest du beides können. Aber alles nacheinander.