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Arbeitsspeicher aufrüstenBearbeiten

Die Größe des Arbeitsspeichers beeinflusst stark die Geschwindigkeit des Rechners. Wenn der Arbeitsspeicher knapp wird, muss das Betriebssystem prognostizieren, welche Programmkomponenten demnächst vermutlich nicht benötigt werden und diese auf die (vieltausendmal langsamere) Festplatte auslagern. Wenn Sie einen vom Betriebssystem nicht vorausgeahnten Klick machen, muss das Betriebssystem ganz schnell irgend ein ungenutztes Programmteil auslagern, um das von Ihnen gewünschte Programmteil laden zu können. Zu wenig Arbeitsspeicher bremst deshalb auch den schnellsten PC aus.

Komplettsysteme sind mit RAM eher knapp ausgestattet, um einen günstigen Preis zu erreichen. Für ein wenig Surfen, Musik und Videos betrachten reicht das auch. Wenn es angeboten wird, sollte man sich schon beim Kauf für eine bessere RAM-Ausstattung entscheiden.

Speicherbedarf verschiedener Windows-Installationen
  Zustand Belegter Platz Ordner Dateien
XP Prof. SP2 neu installiert 3,59 GB 584 9124
nach 225 Updates 6,47 GB 1 938 22 410
Win7 Home SP1 neu installiert 11,2 GB 13 693 65 543
nach 93 Updates 14,0 GB 16 337 83 384
Win8 Enterprise neu installiert 14,7 GB 15 528 66 532
nach 62 Updates 19,6 GB 23 196 145 546
nach 128 Updates 26,3 GB 22 485 168 595
Win10 Home 32 neu installiert 20,3 GB 17 992 98 793
nach Updates 21,2 GB 20 748 121 591

Selbst wenn Ihr PC gleich nach dem Kauf schnell genug ist, wird er im Laufe der Monate und Jahre immer langsamer werden. Wieso?

  • Im Laufe der Zeit werden immer mehr Programme installiert. Vergleichen sie mal die heutige Anzahl der installierten Programme mit dem Stand kurz nach dem Kauf!
  • Viele Programme legen sich in den Autostart und werden bei jedem Hochfahren in den RAM geladen und verbleiben dort. Häufig sind das Programme, die den PC angeblich schneller machen, x-fach Fehler finden und dann nur freundliche 19,99 Euro wollen, um diese angeblichen Fehler zu entfernen! Deinstallieren Sie solche Programme und entfernen Sie unnötige Autostarts mit Ausführen -> msconfig (Vorsicht: Dienste, Druckerkomponenten und Virenscanner nicht deaktivieren!).
  • Nicht nur die Programme belegen mehr Platz. Immer mehr Daten sammeln sich an. Fotos, Musik und Videos belegen viel Platz. Die Magnetköpfe der Festplatte müssen immer längere Wege zurücklegen, um die benötigten Daten heranzuschaffen.
  • Das Antivirenprogramm lädt jeden Tag eine Liste von neuen Bedrohungen herunter. Je umfangreicher diese Liste, desto länger dauert das Scannen jeder einzelnen Datei.
  • Im Laufe der Zeit werden sowohl Windows als auch die installierten Programme durch Updates sowohl umfangreicher als auch langsamer.

Allerdings wird nicht nur die Festplatte voller, sondern die zahlreicheren und größeren Dateien belegen mehr Arbeitsspeicher als vorher. Windows muss zunehmend oft ungenutzte Programmteile auslagern. Deshalb ist eine Aufrüstung (Vergrößerung) des Arbeitsspeichers meist sinnvoll.

Preise 11/2016
Typ 4 GB
DDR-1 130 €
DDR-2 65 €
DDR-3 25 €
DDR-4 35 €

Durch ständige technologische Fortschritte sinken die RAM-Preise ständig, etwa 20 bis 40 % pro Jahr. Doch das gilt nur für die jeweils neueste Technologie. Veraltete Technologien werden nicht mehr weiterentwickelt und die Produktionsmengen sinken, deshalb bleiben die Preise für ältere RAM-Typen auf hohem Niveau. 12 bis 18 Monate nach dem Kauf eines PC können Sie passende RAM-Module billig nachkaufen. Wesentlich länger als zwei Jahre mit dem Nachkauf zu warten ist riskant, weil dann die passende RAM-Sorte möglicherweise nicht mehr hergestellt wird oder in so geringer Menge, dass wegen andauernder Nachfrage die Preise nicht sinken.

Mit der Vergrößerung des Arbeitsspeichers erzielt man ein sehr günstiges Verhältnis zwischen Preis und Leistungszuwachs. Mehr Leistung kann man auch durch das Auswechseln der CPU erreichen (falls das geht). aber so eine Investition ist teuer (weil Sie die ausgebaute CPU nicht weiterverwenden können) und bringt vermutlich ein bescheidenes Resultat.

MindestausstattungBearbeiten

Wollen Sie wissen, wie knapp Ihr Arbeitsspeicher ist? Halten Sie die Tasten Strg und Alt gedrückt und tippen Sie kurz auf die Taste Entf. Klicken Sie auf Task-Manager und wählen Sie die Registerkarte    Systemleistung   . Im unteren Teil des Fensters sehen Sie die Statistik. Im Abschnitt „Realer Speicher“ (oder „Physikalischer Speicher“) sehen Sie

  • „Insgesamt“: die Kapazität der Speichermodule in Ihrem PC
  • „Verfügbar“: Wenn dieser Wert im Leerlauf (gleich nach dem Hochfahren vor dem Start einer Anwendung) unter 100 000 fällt, brauchen Sie sich nicht wundern, warum Ihr PC wie eine Schnecke läuft und häufig abstürzt.
  32 Bit 64 Bit
Windows XP 0,5 GB 0,5 GB
Windows Vista 0,5 GB 1 GB
Windows 7 1 GB 2 GB
Windows 8 1 GB 2 GB
Windows 10 1 GB 2 GB
Windows 10 mobil 0,5 GB 1 GB

Wie viel Arbeitsspeicher Sie brauchen, hängt von der Version des Betriebssystems und den Anwendungen ab. Die von Microsoft angegebene Mindestanforderung sehen Sie in der Tabelle. Früher brauchte jede neue Windows-Version mehr Speicher als die Vorgängerversion, um vernünftig zu arbeiten. Auch für Anwendungsprogramme gilt: eine neue Version braucht mehr RAM. Doch seit Windows 8 hat Microsoft mit dem „Abspecken“ des Betriebssystems begonnen, um Windows auf den relativ knapp mit RAM ausgestatteten Smartphones konkurrenzfähig zu machen.

Beachten Sie: Wenn Sie mehrere Anwendungen gleichzeitig benutzen wollen, sollten Sie die Mindestwerte verdoppeln, damit es nicht zu langdauernden Auslagerungsvorgängen auf die Festplatte kommt. Um zügig arbeiten zu können, sollte die Speicherausstattung das drei- bis vierfache des Minimums erreichen. Noch mehr Speicher als das Vierfache des empfohlenen Minimums bringt kaum noch einen Geschwindigkeitszuwachs. Im Umkehrschluss gilt: Wenn Ihnen der PC zu langsam ist, wechseln Sie zu einer Linux-Version. Linux ist sehr effizient programmiert und kommt auch mit wenig Rechenleistung und wenig RAM bestens zurecht.

RAM-Minimum für Windows 10 mobil
Auflösung RAM
854 × 480 0,5 GB
1366 × 768 1 GB
1920 × 1200 2 GB
2560 × 1600 3 GB
2560 × 2048 4 GB

Für Windows 10 auf Mobilgeräten hängt der Mindestbedarf von der Displaygröße ab, siehe Tabelle.

Windows 8 bootet schneller als Windows 7, und Windows 10 mit UEFI-BIOS ist noch schneller? Mag sein. Doch man sollte den Zeitbedarf für das Hochfahren nicht überbewerten. Was ist wichtiger: Die Reaktionszeit des PCs während eines langen Arbeitstages oder eine Minute Zeitersparnis nach dem Einschalten?

MaximalausstattungBearbeiten

Eine weitere Einschränkung wird durch das Betriebssystem gesetzt. Eine 32-Bit-CPU kann ohne PAE nicht mehr als 4 GB Speicher adressieren, gleichgültig, ob Sie 4, 6 oder 8 GB installiert haben. Wegen diverser Besonderheiten von Hard- und Software sind von 4 GB nur etwa 3,5 GB verfügbar. Eine 64-Bit-CPU hat diese Beschränkung nicht.

Viele Hauptplatinen lassen nur eine begrenzte Speicherausstattung zu, um die Produktionskosten niedrig zu halten. Jede Steckfassung mehr erhöht die Kosten in der Fertigung. Sehen Sie im Handbuch zur Hauptplatine nach, wie viel RAM möglich und welche Kombination von Speichermodulen zulässig ist.

Welche Sorte RAM muss ich kaufen?Bearbeiten

Es gibt viele Bauformen. Aus Angaben wie „meine CPU hat 2.000 MHz“ kann der Verkäufer nicht ermitteln, was Sie brauchen. Am besten nehmen Sie das Handbuch der Hauptplatine zum Einkauf mit. Ersatzweise können Sie auch die vorhandenen RAM-Bausteine ausbauen und als Muster mitnehmen bzw. einen davon, wenn sie identisch sind.

SDRAMBearbeiten

 
SD-RAM für Pentium III

Wenn Sie einen Pentium III Prozessor (Taktfrequenz bis 1.300 MHz) oder einen Pentium 4 mit einer Taktfrequenz unter 2000 MHz haben , benötigen Sie wahrscheinlich   SDRAM-Module. Sehen Sie im Handbuch nach,

  • wie schnell die Module mindestens sein müssen (Mit „PC133“ Modulen machen Sie nichts falsch, es sind die schnellsten.)
  • wieviel Gesamtspeicherkapazität von der Hauptplatine unterstützt wird
  • ob einseitige, doppelseitige oder beide Sorten Module zulässig sind.


Tipp:

 

Lassen Sie den RAM vom Händler einbauen oder lassen Sie sich eine Rückgabemöglichkeit zusichern. Es gibt mehrere Varianten der internen Beschaltung der RAM-Module (Mapping), und das BIOS der Hauptplatine muss diese erkennen und unterstützen. Manchmal werden RAM nicht erkannt, oder es wird nur die halbe Kapazität erkannt. In dem Fall kann eventuell ein BIOS-Update sinnvoll sein. Niemand kann mit völliger Sicherheit vorhersagen, ob der neue RAM in Ihrem PC funktionieren wird! Üblicherweise gibt es jedoch kein Problem, wenn der verwendete RAM auf der QVL (Qualified Vendor List) des Mainboardherstellers steht.


Übrigens ist der veraltete SDRAM mittlerweile günstig auf diversen Online-Plattformen geraucht zu erstehen. Bevor Sie viel Zeit für eine Speicheraufrüstung mit SDRAM ausgeben, überlegen Sie mal, ob nicht eine Investition in eine Aufrüstung von Hauptplatine und Prozessor und die Verwendung von DDR-RAM langfristig besser ist.

DDR-RAMBearbeiten

 
DDR-RAM-Module: oben 512 MB mit Kühlkörper, unten 256 MB

Wenn Sie eine CPU mit mindestens 2.000 MHz haben, benötigen Sie DDR-RAM. DDR bedeutet „Doppelte Daten-Rate“: Anders als bei den Vorgängern werden zweimal pro Takt die Daten übertragen. Die DDR-Speichermodule sind viel besser genormt, Überraschungen sind seltener. Meist muss eine Obergrenze für einzelne Module und die Gesamtkapazität beachtet werden. DDR-RAM kostet pro GB mehr als DDR2, prüfen sie vor Kauf, ob eine AUfrüstung auf DDR2 (mit neuem Mainboard / CPU) sinnvoll ist.

Die erste Generation DDR-RAM wird mit 2,5 Volt betrieben (der Vorgänger SDRAM benötigte 3,3 Volt).

DDR2-RAMBearbeiten

Haben sie eine Dualcore-CPU, so benötigen sie höchstwarscheinlich DDR2-RAM. Bei Intel Core 2 Duo immer, bei Intel Pentium D meistens. DDR-RAM wurde zum DDR2-RAM weiterentwickelt. Die Betriebsspannung wurde von 2,5 Volt beim DDR-RAM auf 1,8 Volt verringert. Dadurch verringerte sich auch die Stromaufnahme. Die Hersteller haben zwei Möglichkeiten, das auszunutzen:

  • Bei gleicher Frequenz verringert sich die Wärmeentwicklung und die Leistungsaufnahme etwa auf die Hälfte. Das ist prima für die Akkulaufzeit von Notebooks!
  • Je höher die Taktfrequenz, desto höher die Wärmeentwicklung. Die Taktfrequenz von DDR2-RAM kann etwa um die Hälfte erhöht werden, wobei nicht mehr Hitze als bei DDR-RAM entsteht.

Damit DDR2-RAM nicht versehentlich in DDR-RAM-Steckplätze gesteckt werden kann, befindet sich die Einkerbung in der Steckleiste an anderer Stelle.

DDR3-RAMBearbeiten

Die Betriebsspannung wurde noch weiter gesenkt, von 1,8 auf 1,5 Volt. In Notebooks bringt das eine deutlich höhere Akkulaufzeit. Die erreichbare Geschwindigkeit liegt höher, gegenwärtig ist DDR-3 aber nur etwa 5% schneller als DDR-2. Diese RAM werden bereits länger hergestellt und sind der derzeitige Standard.

Paarweise VerwendungBearbeiten

Nach dem Lesen von Daten braucht RAM eine Weile, bis er für den nächsten Lesevorgang bereit ist. Fast alle neuen Hauptplatinen bieten die Möglichkeit, die Steckplätze paarweise zu bestücken. Das nennt sich Dual-Channel. Die Daten werden abwechselnd auf beide Module verteilt. Wenn aufeinanderfolgende Daten benötigt werden, kann die CPU bereits mit dem Lesen der Daten aus dem zweiten Modul beginnen, während der erste Modul noch nicht wieder bereit ist. Das klappt bei alten Modulen in der Regel nur dann, wenn die RAM-Module als Paar gekauft werden. Wenn man einfach nur zwei RAM des gleichen Herstellers aus der gleichen Charge kaufte, waren sie nur selten ähnlich genug. Heute reicht es zumeist RAM-Module mit selber Chipanzahl und Größe zu verwenden.


Quellen