Autofahren (Schweiz): VKU: Verkehrsumwelt

Partnerkunde

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In der Partnerkunde geht es darum, auf die unterschiedlichen Partner im Strassenverkehr acht zu geben. Wir unterscheiden primär:

  • LKW/Traktor (grosse Fahrzeuge)
  • PKW (mittlere Fahrzeuge)
  • Motor- und Fahrrad (kleine Fahrzeuge)
  • Fussgänger und Passanten (keine direkten Fahrzeuge, aber dennoch schwache Verkehrsteilnehmer)

Wie man selber erkennt, muss besonders auf die schwachen Partner acht gegeben werden. Aber auch ein LKW kann für einen PKW gefährlich werden. Daher gilt es in der Partnerkunde alle Aspekte der Partnerschaftlichkeit zu betrachten.

Lernen Partner einzuschätzen

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Als PKW-Fahrer darf man Fussgänger oder Velofahrer nicht als störende Hindernisse betrachten. Alle Verkehrsteilnehmer haben ihre Berechtigung, wenn auch nicht jeder dieser sich immer an die Verkehrsordnung hält.

Die drei Grundsätze:

  • Gute Aufmerksamkeit
  • Blickkontakt immer herstellen
  • Kommunikatives Verhalten

3-A-Training

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Mit dem 3-A-Training kann man bereits einen Teil der Partnerkunde gut abdecken.

  • Alter
  • Aufmerksamkeit
  • Absicht

Das Alter der Verkehrsteilnehmer spielt eine grosse Rolle. Gerade Kinder leben meist in einer verspielten und impulsiven Welt, die viele Überraschungen bereit halten. Ältere und Betagte gehen meist langsamer und hören schlechter. Diese Umstände muss man bei den jeweiligen Verkehrssituationen unbedingt beachten. Gerade bei Fussgängern gilt generell: vom Gas leicht runter und eventuell je nach Situation Bremsbereitschaft zeigen, um die Reaktionszeit zu verringern.

Aufmerksamkeit

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Die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer beeinflusst erheblich deine Ausgangssituation. So kann es vorkommen, dass gewisse Verkehrsteilnehmer so vertieft in Gespräche sind, dass sie rundherum nichts mehr wahrnehmen. Auf diese Umstände muss man besonders acht geben. Sollte dich jemand nicht bewusst wahrnehmen, dann achte darauf und kalkuliere das in deine Entscheidungen mit ein.

Frühzeitiges Erkennen der Absichten des Verkehrspartners ist eine wichtige Fähigkeit im Strassenverkehr. Blinkt jemand und gibt eine Richtung an oder dämpft jemand seine Geschwindigkeit? Diese Anzeichen verraten bereits mögliche Verkehrsmanöver. Daraus kannst du bereits schliessen, was wohl in der Zukunft passiert.

Gefährdete

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Gefährdete Personen sind wie oben bereits angeklungen schwächere Verkehrsteilnehmer. Darunter zählen:

  • Betagte Menschen
  • Behinderte und Invalide
  • Velofahrer
  • Gruppen von Menschen
  • Motorradfahrer
  • Eilige Menschen
  • Raser, Drängler oder Schleicher

Spezielle

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Spezielle bezieht sich auf spezielle Fahrzeuge. D.h. besonders langsame, grosse, lange FZG oder FZG mit besonderen Rechten. Darunter zählen:

  • Einsatzfahrzeuge (Polizei, Feuerwehr, Rettungsfahrzeuge) Diese haben bei Blaulicht und/oder eingeschalteten Wechselklanghorn Vortritt gegenüber anderen Fahrzeuge.
  • Landwirtschaftliche Fahrzeuge
  • Schwertransporte
  • Lastwagen
  • Sattelschlepper
  • Baufahrzeuge etc.

Sichere Partner überraschen dich nicht und kommunizieren ordnungsgemäss mit ihren Verkehrspartnern. Die Liste oben gibt dir einen Anhaltspunkt, wo es am meisten Gefährdung und Irritationspotenzial gibt.

Strassenkunde

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Strasse ist nicht gleich Strasse. Jede Strasse hat andere Merkmale und Charakteristiken. Tiefenmerkmale geben Hinweise auf den Verlauf der Strasse. Mögliche Merkmale sind:

  • Sichtweite
  • Sichtbehinderung
  • Verlauf der Strasse
  • Kurvenart
  • Kuppe
  • Steigung
  • Gefälle

Basismerkmale

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Die Merkmale der Fahrbahn bestimmen die Geschwindigkeit. Basismerkmale sind:

  • Fahrbahnoberfläche
  • Fahrbahnbreite
  • Fahrbahnneigung
  • Fahrbahnzustand
  • Fahrbahnzweck

Beispiel: Es gibt Fahrbahnbeläge, die eine geringe Haftkraft besitzen. Das heisst, dass die Antriebskraft grösser ist, also das Rad sich durch die Kraft des Motors schneller dreht, wie die Haftkraft des Belages diese auffangen kann. Dann spult das Auto quasi durch. Bei nasser Fahrbahn fängt man an zu gleiten, daher redet man dann nicht mehr von einer Haftkraft, sondern einer Gleitreibungskraft.

Gerade im Winter und bei nassen Witterungsverhältnissen musst du dies besonders beachten. Auch wenn Beläge beispielsweise viele Ritzen und Rillen besitzen, besteht auch schon weniger Haftkraft. Gerade ältere Strassen musst du mit einer gewissen gesunden Vorsicht geniessen.

Randmerkmale

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Randmerkmale sind Signale die vom Rand der Strasse ausgehen und indirekt Einfluss auf die Strasse haben. Dazu zählen:

  • Leiteinrichtungen
  • Häuserfronten
  • Bepflanzungen
  • Schulhäuser
  • Überbauungen
  • Ausfahrten von Liegenschaften

Spezielle Strassen

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Es gibt spezielle Strassen mit ein paar Eigenheiten, die man kennen sollte.

 
  • Begegnungszone; Hier hast du nichts zu sagen. Also max 20km/h und auf alles achten was sich bewegt + Bremsbereitschaft wenn nötig.
  • 30er-Zonen in Wohnquartieren. Hier musst du besonders auf die vielen Rechtsvortritte acht geben. Hier musst du auch Bremsbereitschaft zeigen.
  • Einbahnstrasse; Nur eine Richtung ist befahrbar.
  • Geschäftsstrasse; Hier geht es besonders eilig und hektisch zu und her. Achte auf die vielen Menschen.
  • Autostrassen sind fast wie Autobahnen, aber haben direkten Gegenverkehr auf der gleichen Fahrbahn. Max. sind 100km/h erlaubt.
  • Autobahnen sind was die Geschwindigkeit anbelangt die schnellsten Strassen. Max. 120km/h. Man sollte an der Prüfung zwischen 80-100km/h fahren. Obwohl es eigentlich auch auf der Autobahn keine gesetzliche Mindestgeschwindigkeit gibt, entgegen der weit verbreiteten Ansicht man müsse mind. 80km/h fahren, sollte natürlich trotzdem nicht mit 40km/h gefahren werden. Der Verkehrsfluss soll auch hier gewährleistet sein.
  • Berg- und Passstrassen. Sind meist sehr eng und schmal.
  • Kreisverkehrsplätze. Es empfiehlt sich hier generell im zweiten Gang mit 20-30km/h zu fahren. Bei gut übersichtlichen könnte auch im dritten gefahren werden, was ich aber nicht empfehle.
  • Tunnelstrecken

Tageszeiten

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Die Tageszeit beeinflusst auch unsere Fahrdynamik. Hier kurz ein paar Gefahren:

  • Morgens an Schulen sind viele Kinder unterwegs, daher Vorsicht.
  • Zwischen 16-19 Uhr sind typische Stosszeiten. Je nach Jahreszeit kommen noch Dämmerung und Witterungsverhältnisse dazu.
  • Nachts ist besondere Vorsicht angebracht. Schlechte Sichtverhältnisse und Müdigkeit sind nur zwei Gründe achtsam zu sein.

Wochentage

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Gerade der Freitag und der Samstag gelten als besondere Risikotage nach der Statistik. Hier passieren die meisten Unfälle. An Wochenenden ist zusätzlich mehr Verkehrsaufkommen unterwegs, daher auch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Unfälle.

Jahreszeiten

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Die vier Jahreszeiten können unterschiedlicher nicht sein. Bedeutungen:

  • Frühling => Viele gehen wieder zu Fuss und mit dem Velo zur Arbeit.
  • Sommer => Zeit der Ferien und Touristen.
  • Herbst => Der Herbst ist die Zeit des Nebels. Laub auf der Strasse sorgt für zusätzliche Rutschgefahr. Erster Frost führt zur Glatteisgefahr.
  • Winter => Schneeglätte und Frost können das Auto zum rutschen und schleudern bringen.

Witterungsbedingte Einflüsse

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Typische Witterungsverhältnisse sind:

  • Neblige Strasse
  • Nasse Strassen
  • Laubige Strassen (gemeint ist das Laub der Bäume)
  • Frostige Strassen mit Glatteisgefahr
  • Verschneite Strassen

Bei extremen Verhältnissen bitte immer nur so schnell fahren, dass du dich sicher fühlst. Bei dickem Schnee und ohne Schneeketten wird es dir nicht viel bringen, mit zu viel Gas (Antriebskraft) zu fahren. Damit gefährdest du dich nicht nur dich selber, sondern auch andere, in dem du ins rutschen und schleudern kommst.

Tipps und Tricks

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  • Achte auf betagte Menschen.
  • Achte auf Kinder und Schüler.
  • Versuche die Strasse richtig zu lesen und zu fühlen. Damit sind die Witterungsverhältnisse gemeint.
  • Fahre nie abends in übermüdetem oder alkoholisiertem Zustand. Deine Verkehrsumwelt wird nicht darauf achten!