Verfassen wissenschaftlicher Texte: Literatursuche

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AngebotstypenBearbeiten

Stellen an denen ein direkter Zugriff auf die Inhalte der Quellen möglich ist.
→ Bibliotheken, Datenbanken, Informations-, Daten, Dokumentations-, Recherche-Dienste

Anbieter

  • Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen
  • Berufsständ. Vereinigungen, Kammern, Verbände, Gewerkschaften
  • Ministerien des Bundes und der Länder
  • Statistische Ämter der EU , des Bundes und der Länder
  • EU
  • Internationale Organisationen (UN, Council of Europe, IWF, etc.)
  • Öffentliche Institutionen (Zentralbanken, Paröamente, Behörden, Körperschaften des öffentlichen Rechts wie BfA, BVA, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Landeszentralen für politische Bildung)
  • Unternehmen

Bibliothekstypen

  • Präsenz-Bibliotheken (direkter Zugriff möglich)
  • Ausleihbibliothek (Zugriff auf Freihandbestand)
  • Fernleihe (Zugriff nach Bestellung und Lieferung)

In Präsenzbibliotheken können die Werke nicht mit nachhause genommen werden und müssen vor Ort gelesen oder Teile daraus kopiert werden. Bibliotheken die die Ausleihe ermöglichen, haben in der Regel einen Freihandbestand aus dem man wählen kann, um sie dann an der Ausleihetheke oder dem Automaten für eine festgeschriebene Dauer auszuleihen. Die meisten Universitätsbibliotheken sind eine Mischform aus beiden, besitzen also einen kleinen Bestand, der nur vor Ort nutzbar ist und einen größeren, der normal ausgeliehen werden kann.

Im Leihverkehr können Werke aus allen an den deutschen Bibliotheksverbund angeschlossenen Bibliotheken ausgeliehen werden. Die Kosten betragen pro Werk 2 Euro und können über den OPAC oder der Ausleihetheke der Bibliothek, in der man Mitglied ist, bestellt werden. Allerdings ist eine erhebliche Dauer einer Fernleihe zu beachten, welche durchaus manchmal mehrere Wochen betragen kann. Eine Fernleihe kann auch über den Karlsruher virtuellen Katalog (KVK) getätigt werden: http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html

LiteraturtypenBearbeiten

Diese Einteilung ist die klassische innerhalb der Literaturtypen.

  • Selbstständige Literatur
  • Nicht selbstständige Literatur:
    • Kongress-/Konferenzbände
    • Sammelwerke
    • Fachzeitschriften
    • Zeitungen
    • Jahrbücher
  • Magazine

Zur nicht selbstständigen Literatur zählen also alle Werke die nicht von einem Autor oder mehreren gemeinsam erarbeitet wurden, sondern eine Zusammenstellung von Beiträgen darstellt.

  • „Graue“ Literatur

Dies beinhaltet alle Werke die nicht von Verlagen publiziert werden und somit außerhalb des Buchhandels erscheinen. Veröffentlicht werden diese vor allem an Hochschulen, Behörden, Forschungseinrichtungen oder Firmen. Darunter zählen also auch alle Diplomarbeiten und Dissertationen, wenn sie nicht außerhalb des Prüfungsrahmens von einem Verlag publiziert werden. Dadurch ist die graue Literatur für Wissenschaftler eine wichtige Fundgrube und wird deshalb auch oft von Bibliotheken gesammelt.

Nach Inhalten

  • Allgemeine Nachschlagewerke

Sind in fast allen Bibliotheken zu finden. Allerdings werden sie wegen den hohen Anschaffungskosten nicht mehr regelmäßig aktualisiert. Wenn aktuelle Angaben benötigt werden, ist es hierbei günstiger auf Nachschlagewerke im Internet zu zugreifen.

  • Spezielle Nachschlagewerke

Sind Nachschlagewerke die sich auf bestimmte Themen oder Fachbereiche spezialisiert haben. Sie sind sehr wichtig, besonders wenn es um Fachbegriffe und bedeutende Autoren im Fachgebiet geht. Eine Liste der speziellen Nachschlagewerke gibt es hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Spezialenzyklop%C3%A4dien#Liste_der_Spezialenzyklop.C3.A4dien

  • Fakten und Zahlen

Es gibt Faktendatenbanken die zum jeweiligen Fachgebiet genaue Fakten und Zahlen enthalten. Diese sind meistens kostenpflichtig.

  • Gesetzgebung, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften, Abkommen

Sind auch in vielen Bibliotheken vorhanden und werden als Loseblattsammlung geführt, wodurch eine Aktualität gewährleistet ist, da Veränderung und Erweiterungen hinzu geheftet werden.

  • Urteile und Beschlüsse
  • Verwaltung
  • Statistiken
  • Fachliteratur

SuchwerkzeugeBearbeiten

  • Bibliotheksverzeichnisse
  • Datenbankverzeichnsse
  • Übersichten für sonstige Standorte
  • Bibliothekskataloge zur Suche nach Quellen
  • Alphabetischer Katalog
  • Schlagwort-/Stichwortkatalog
  • Systematischer Katalog
  • Kreuzkatalog (Bsp. OPAC)
  • Bibliographien (Verzeichnisse für einen abgegrenzten Bereich)
  • Datenbanken (Volltext-, Referenz-, Faktendatenbanken)

Vorgehensweisen bei der Literatursuche und -beschaffungBearbeiten

Systematische Methode
Starten in aktuellen Zeitschriften, danach systematisch in Monographien und Sammelwerken von aktueller zu älterer Literatur. Birgt die Gefahr, dass aktuelle wissenschaftliche Diskussionen nicht verstanden werden, da die Grundlagen unklar sind. Deshalb bietet es sich an, nebenher mit Fachlexika und populär wissenschaftlichen Materialien zum Thema zu arbeiten.

Methode der konzentrischen Kreisen
Angegebene Literatur einer Quelle weiterverfolgen. Dies bietet sich besonders an, wenn vom Prüfer schon Literatur vorgegeben oder vorgeschlagen wurde. Literaturverweise steigen zuerst stark an, später gibt es dann oft eine Wiederholung der Literaturverweise. Dadurch bildet sich schnell eine Ansammlung von Literatur, ein Hinweis dafür, aber keine Sicherheit, dass die häufig genannten Quellen hohe Qualität besitzen. Gefahr, dass Quellen aus Nachbardisziplinen nicht gefunden werden. Weiterer Nachteil, dass nur Veröffentlichungen gefunden werden können, die älter sind als die ursprüngliche Quelle.

Vorwärtssuche
Verschiedene Suchmaschinen zeigen Veröffentlichungen an, die die Quelle zitieren (z.B. Google Scholar) Vergleichbar mit der Methode der konzentrischen Kreisen, jedoch werden aktuellere Veröffentlichungen gefunden.

Wissenschaftliche Suchmaschinen die Zitationen angeben:

Google Scholar

CiteSeer Scientific Literature Digital Library

arXiv.org

Scirus (teilweise kostenpflichtig)

Science Citation Index (kostenpflichtig)

Autorensuche
Nach weiteren Veröffentlichungen eines Autors suchen, der relevante Texte zum gesuchten Thema geschrieben hat. Hierbei kann der Bibliothekskatalog nach dem Autor durchsucht werden, oder die Internetseite des Autors in der sich vielleicht eine vollkommene Auflistung seiner Werke wieder findet.

Auswahl und QualitätsprüfungBearbeiten

  • Ist der Titel der Quelle für das zu bearbeitende Thema relevant?
  • Ist der Autor als Experte bekannt?
  • Aktualität / Erscheinungsdatum?
  • Ist der Verlag, die Zeitschrift seriös? Nicht popülarwissenschaftlich?
  • Ist die Literatur stark vereinfachend oder detailliert?
  • Literaturverzeichnis mit dem Betreuer bzw. Gutachter diskutieren.