Soziologische Klassiker/ Soziale Ordnung/ Gehlen, Arnold

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Arnold Gehlen

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Arnold Gehlens Interesse lag in der Hauptsache in der Frage, wie der Mensch überleben könne. Welche notwendigen Voraussetzungen ihn sein Leben, welches sich als problematisch gestaltet, erfolgreich bestreiten lassen. In seinem diesbezüglichen Schaffen ging er den Weg vom philosophischen Idealismus über die philosophische Anthropologie - mündend in einer kategorial differenzierenden Lehre der Institutionen. Seine Anthropologie geht von der Handlung aus - von ihr lassen sich alle anthropologischen Kategorien begreifen. Er gilt als Begründer der anthropologischen Institutionenlehre.

Der Mensch als Kulturwesen

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Der Mensch ist in Gehlens Sicht im Vergleich zum Tier unspezifisch veranlagt – dies erzeugt für ihn die Notwendigkeit zu lernen. Der Mensch ist folglich als Kulturwesen zu verstehen, denn die Kultur muss als ein System des Lernens begriffen werden. In ihr werden bestimmte Sachverhalte erlernt und konserviert, in dem sie generationsübergreifend dem weitergegeben werden. Der lernende Mensch ist keine originäre Konstruktion Gehlens – dass der Mensch aber biologisch bedingt ein lernendes Wesen ist – diese Komponente ist substantiell neu in Gehlens Sichtweise. Der Mensch findet sich nicht von Natur aus in einem Status der Instinktsicherheit wie es anderen Tieren entspricht. Die Tiere sind an eine Umwelt gebunden, der Mensch schafft sich eine Umwelt. Der Mensch steht in seiner Existenz vor der Aufgabe sich von dem durch die Natur ausgeübten Druck zu entlasten. Er verfügt nur über reduzierte Instinkte – der Mensch als Mängelwesen. Dieser auch schon vor Gehlen bekannte Gedanke wird in Gehlens Sichtweise auf die Spitze getrieben – der Mensch lernt nicht aus dem Drang heraus, sich zu vervollkommnen, nicht aus einer idealistischen Haltung dem Wissenserwerb gegenüber – sondern weil er des Lernens bedarf, um zu überleben. Zum Verständnis dieses Ansatzes muss beachtet werden, dass es die schwierigen Lebensbedingungen des 20. Jahrhunderts waren, in denen Gehlen seine Gedanken entwickelte.

[1]

Institutionen entlasten den Menschen

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Die Kultur dient dem Menschen mitsamt ihrer Ausformungen, der Institutionen. Diese üben einen notwendigen Zwang im menschlichen Dasein aus. Selbstentfremdung und Triebverzicht sind notwendige Voraussetzungen des Lernens – und lernen heißt eben überleben. Die Institutionen helfen dem Menschen hierbei, sie entlasten ihn.

Der Mensch kompensiert seinen selbstzerstörerischen Triebhang, in dem er sich selbst in höheren Ordnungen verankert - Institutionen ermöglichen ihm dies und generieren Entlastung für das Individuum. Alle Formen von sozialen Normierungen dienen dem Menschen in dieser Sichtweise zur Entlastung von Entscheidungen - das Mängelwesen Mensch wird im Kollektiv zum Erhalt einer sozialen Ordnung gebracht, in dem ihm institutionelle Verpflichtungen auferlegt werden. [2]

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Hauptartikel zu Arnold Gehlen in diesem Wikibook

Arnold Gehlen in der deutschsprachigen Wikipedia


Literatur

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  • Jonas, Friedrich (1966):
    "Die Institutionenlehre Arnold Gehlens"
    Tübingen
  • Rehberg, Karl-Siegbert (1999):
    "Arnold Gehlen. in: Kaesseler, Dirk (Hrsg.) (2002): Klassiker der Soziologie 2. Von Talcott Parsons bis Pierre Bourdieu. 3. Auflage"
    München

Einzelnachweise

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<references>

  1. Jonas , S.23ff
  2. Vgl.Rehberg, S.79-80