Kochbuch/ Semmelknödel



Semmelknödel sind eine Spezialität der süddeutschen, österreichischen und böhmischen Küche. Die Knödel aus Brötchen (Semmeln), Eiern und Milch werden als Beilage zu Gerichten wie Schweinsbraten, Saurem Lüngerl oder Pilzen in Sahnesauce serviert. Sie ähneln den böhmischen Serviettenknödeln, sind aber anders geformt und von würzigerem Geschmack.

Semmelknödel
Portionen: 4 Personen
Zubereitungszeit: 45–60 Minuten
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Hinweise
Vegetarisch: Ja
Alkohol: Nein

Zur Schreibweise Semmelnknödeln siehe dort.

ZutatenBearbeiten

  • 8 Semmeln vom Vortag
  • 1/4 Liter Milch (eventuell etwas mehr)
  • 1 kleine Zwiebel
  • Petersilie
  • etwas Butter
  • Muskat
  • Salz
  • Pfeffer

WerkzeugeBearbeiten

  • große Schüssel
  • (kleine) Pfanne
  • großen Topf
  • Schneidebrett
  • Messer
  • eventuell Schaumlöffel oder einen großen Löffel zum Entnehmen der Knödeln aus dem heißen Wasser

ZubereitungBearbeiten

  • Die ausgetrockneten Semmeln in dünne Scheiben schneiden. Diese Semmelscheiben in eine große Schüssel geben.
  • Die Milch etwas erwärmen und über die Semmelscheiben in der Schüssel gießen und diese 20 Minuten einweichen lassen
  • Zwiebel und Petersilie fein hacken
  • In einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen und die in feine Würfel geschnittene Zwiebel darin glasig andünsten, nicht braten!
  • Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.
  • Muskat, Salz, Pfeffer und die feingehackte Petersilie dazugeben.
  • Das ganze mit den Händen gut durchkneten.
  • Die Zwiebel mit dazugeben und nochmals durchkneten. ACHTUNG! Verbrennungsgefahr durch das heiße Fett. Eventuell mit einem großen Löffel oder ähnlichen vormischen.
  • Mit den Händen Knödel formen. Evtl. die Hände nass machen, dann lassen sich leichter die Knödel formen. Die Knödel nicht zu groß formen, es sollten etwa 6–8 Stück geformt werden.
  • Einen großen Topf mit Wasser und Salz heiß machen. Das Wasser leicht zum Köcheln bringen. Nicht zu viel Wasser in den Topf geben, da die Knödeln Platz brauchen, sie sollen aber frei schwimmen.
  • Die Knödeln etwa 20 Minuten lang im heißen Wasser ziehen lassen. Das Wasser sollte allerhöchstens leicht köcheln.

Tipps/AnmerkungenBearbeiten

  • In vielen Knödelrezepten wird fälschlicherweise die Verwendung von Eiern in der Knödelmasse beschrieben. Das ist fachlich nicht korrekt, gibt aber den Knödeln mehr Festigkeit, eine Art Zerfallsversicherung für Anfänger. Da bei Semmelknödeln aber i.d.R. kein Mehl zugegeben wird, ist das Ei für die Bindung nicht notwendig.
  • Keine zu alten Semmeln verwenden!
  • Die richtige Menge Milch hängt von der Trockenheit der Semmeln ab. Knödelmasse darf nicht zu feucht sein, aber auch nicht zu trocken. Auf gar keinen Fall sollte man Wasser bzw. Milch auspressen können. Sollte das der Fall sein, dann war es eindeutig zu viel!
  • Mit etwas Mehl kann die etwas zu feucht geratene Knödelmasse gebunden werden.
  • Im Knödel sollen schließend noch kleine Teile der Semmel zu erkennen sein. Die Knödelmasse daher nicht komplett durchmatschen oder gar mit dem Elektrorührer drangehen.
  • Nachdem die Knödeln aus dem Wasser genommen worden sind, nicht sofort servieren. Etwas ruhen lassen, dann bilden sich die von der Oberfläche wegstehenden schwammig gewordenen Stücke zurück.

VariantenBearbeiten

  • Speckknödel Es kommen zusätzlich etwa 125 Gramm Speck hinzu. Den Speck anbraten. Zum Dünsten der Zwiebel kann das ausgelassene Fett des Specks verwendet werden, es wird keine Butter mehr benötigt.
  • Statt Semmeln Laugenbrezen verwenden, dann hat man Brezenknödel

Wenn etwas übrig bleibtBearbeiten

Übriggebliebene Semmelknödel vom Vortag werden als Geröstete Knödel in Scheiben geschnitten, in der Pfanne knusprig gebraten und zum Beispiel mit Spiegelei und Salat gereicht. Sie können auch mit Ei gemeinsam in einer Pfanne gebraten sein. Saure Semmelknödel werden kalt mit Zwiebeln, Essig und Öl, Salz und Pfeffer zubereitet.

GerichteBearbeiten

Semmelknödel sind eine Beilage, können aber auch als Hauptgericht verwendet werden, z.B.:

  • Semmelknödel mit Pilzen in Sahnesoße


Bon Appetit


Erfasst von: --AndreasH 3. Jul 2005 19:19 (UTC), am 03.07.2004