Glögg (schwedisch - dänisch, norwegisch: gløgg, finnisch: glögi) ist die skandinavische Form von Glühwein und unterscheidet sich von jenem vor allem dadurch, dass er mit Ingwer und Kardamom gewürzt ist und deutlich mehr Alkohol enthält. Es gibt allerdings auch alkoholfreie Varianten.

 
Dünngeschnittene Orangenschalen (hier die Menge für 0,7 l Vodka)
 
Ingwer und Kardamom geben den typischen Geschmack
 
Der Gewürzextrakt, von Nelken und Zimt bräunlich gefärbt.

Gewürzextrakt:

  • 1 dl Vodka
  • 20 Gewürznelken
  • 5 Zimtstangen
  • 1 Teelöffel gestoßener Kardamom
  • 1-2 Scheiben Ingwer
  • 1 Orangenschale

zur Fertigstellung:

  • 1 l Rotwein
  • 1 dl gelber Zucker
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • Rosinen
  • Geschälte Mandeln

Zubereitung

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  • Die Schale von einer mittelgroßen Orange schneiden.
  • Zimtstangen in kleine Stücke brechen.
  • Kardamom im Mörser zerstoßen oder mit dem Wiegemesser zerkleinern.
  • Orangenschale, Zimt, Kardamom, Gewürznelken, Ingwer in ein verschließbares Gefäß (z.B. Einsiedeglas) geben und Vodka hinzufügen.
  • Mischung 24 bis 48 Stunden verschlossen ziehen lassen.
  • Gewürzextrakt durch ein Sieb in einen Topf gießen, Rotwein, Zucker und Vanillezucker hinzufügen und erwärmen (nicht über ca. 75 Grad, da sonst der Alkohol verdampft -- Trinktemperatur reicht völlig).
  • Umrühren bis der Zucker gelöst ist, eventuell nachzuckern.
  • In Tassen abfüllen und mit Mandeln und Rosinen servieren.

Tipps/Anmerkungen

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  • Glögg kann auf verschiedene Art und Weise zubereitet werden - es hat wohl jede skandinavische Familie ihr eigenes Hausrezept.
  • Je nach Geschmack und je nach Alkoholgehalt des Vodkas kann auch mehr Rotwein als angegeben verwendet werden. Eine erheblich Alkohol-reduzierte Variante, die sich auch noch für Jugendliche eignet, ist ohne Vodka. Man lässt den Wein einmal kräftig ohne Deckel aufkochen. Da Alkohol einen niedrigeren Siedepunkt als Wasser hat, verfliegt er sehr schnell, und der Alkoholgehalt sinkt auf ein akzeptables Minimum. Es spricht nichts dagegen, dass sich die Erwachsenen ihren Glögg noch einmal mit etwas Vodka nachwürzen.  
  • Bei größeren Mengen können Zimt und Kardamom mit der (gut gereinigten) Kaffeemühle zerkleinert werden: Erst den Kardamom mahlen, dann jeweils drei halbierte Zimtstangen hineingeben, ein paar Mal stoßweise mahlen, die großen Stücke aussortieren und mit der nächsten Füllung mitmahlen, bis der gesamte Zimt zerkleinert ist.
  • Ingwerscheiben können für die Dauer einer Glögg-Saison in der Tiefkühltruhe aufbewahrt werden.
  • Orangen dünn schneiden, damit die angegebene Vodka-Menge ausreicht, um die Ingredienzien im Glas zu bedecken. Bei fester Schale hat sich der Spargel- oder Gurkenschäler sehr bewährt.
  • Statt Orangen können, sofern verfügbar, auch Pomeranzen verwendet werden.
  • Die Vodka-Gewürzmischung sollte nach spätestens 48 Studen abgeseiht werden, da sonst die Gewürze zu intensiv und etwas bitter werden.
  • Der Extrakt kann dann aber gut verschlossen über längere Zeit aufbewahrt werden.
  • Barbarisches Kleinmengen-Hop-und-Ex-Verfahren: Wein in Tasse (250 ml) füllen, je eine Messerspitze Vanillezucker, eineinhalb gehäufte Eßlöffel gelben Zucker, einen Eßlöffel Extrakt hinzufügen, in der Mikrowelle vorsichtig erhitzen und umrühren.
  • Dieses Rezept beruht auf einem Glögg-Rezept aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das in der schwedischen Ausgabe der Wikibooks wiedergegeben ist.

Erfasst von: atat, am 15.12.2007