Die Rennmaus/ Anschaffung und Kauf

Inhaltsverzeichnis:

► Haltung

Nun ist es soweit. Egal ob im Tierladen um die Ecke, auf Haustierseiten im Internet, bei Bekannten zu Hause, die großen Knopfaugen und der niedliche, behaarte Schwanz haben es geschafft: Eine Rennmaus soll einziehen.

Vorüberlegungen

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Nun gibt es natürlich allerlei zu bedenken und beachten, damit sich die neuen Hausgenossen sofort wohl fühlen und einem viel und lange Freude bereiten. Ja, richtig. Mehrere werden es sein. Eine der allerersten Vorüberlegungen - die Wichtigste von allen folgenden - ist, dass man diese Tiere NIEMALS alleine halten darf. Es sind sehr soziale Tiere mit komplexem Gruppenverhalten, die innerlich verkümmern, wenn sie in Einzelhaft leben müssen. Stereotypes Verhalten, Apathie, sogar Krankheiten können die Folge sein. Und da man ja nun gerade frisch verliebt ist in die niedlichen Tierchen, will man ja nur das Beste für sie. Also müssen es mindestens ZWEI Rennmäuse sein.

Wenn man dazu bereit ist (und nur dann), gehen die Überlegungen weiter: Hat man, als zukünftiger Rennmausbesitzer, auch genügend Zeit sich um die Tiere zu kümmern? Bei ordentlicher Haltung der Tiere in einem angemessen großen Rennmausheim bedeutet das je nach Größe einmal alle vier bis acht Wochen Komplettreinigung. Ferner steht an, jeden Tag nach dem Sandbad zu sehen, die Schale zu reinigen, frischen Sand einzufüllen, zu füttern, das Wasser zu kontrollieren. Wenn man nicht nur gesunde und zufriedene, sondern auch noch zutrauliche Rennmäuse will, sollte man außerdem täglich eine gewisse Zeit investieren um Vertrauen aufzubauen.

Ist genügend Platz vorhanden? Ein Rennmausheim (siehe Kapitel XXX, Seite YY) braucht eine gewisse Grundgröße (man sollte ab 80 cm Länge und 40 cm Höhe rechnen) für die ein geeigneter Platz gefunden werden will. Keine Zugluft, dafür Tageslicht, aber keine direkte Sonnenlichteinstrahlung ohne Rückzugsmöglichkeit in den Schatten und eine gewisse Temperatur (normale Zimmertemperatur) sollten gewährleistet sein. Außerdem sollte bedacht werden, dass aus einem Rennmausheim schnell zwei werden könnten, falls es Streit gibt (oder eine Quarantäne nach Operation oder Krankheit). Auch das sollte also vor der Anschaffung bedacht werden.

Auch wenn Rennmäuse gemeinhin als relativ anspruchslos gelten, so ist das erstens nicht ganz richtig (kein Haustier ist anspruchslos...) und zweitens, auch wenn die Haltung nicht so aufwendig ist wie die eines Hundes oder einer exotischen Schlangenart, so kostet sie dennoch Geld. Die Anschaffung einer geeigneten Unterbringung ist nicht umsonst, aber immerhin nur eine einmalige Investition. Obwohl sie Rennmäuse heißen, sind es eigentlich mehr Wühlmäuse und das heißt, sie bedürfen einer ganzer Menge Einstreu. Das sollten schon 20 cm Füllhöhe sein. Sollte man gesteigerte Ansprüche an die Einstreu stellen – etwa weil der kleine Schützling eine Allergie gegen das normale Kleintierstreu entwickelt, einem die Staubbildung zu hoch ist, ein Familienmitglied ein (Allergie-) Problem mit feinem Staub hat etc. - muss man auf höherwertige, dementsprechend aber auch teurere Produkte ausweichen. (siehe Einstreualternativen, Kapitel XXX, Seite YY) Hinzu kommen feste Posten wie Heu, Stroh, Einrichtungsgegenstände wie Trinkflaschen oder Häuschen, die durchaus leiden könnten, da die possierlichen Tierchen ja nunmal Nager sind. Das richtige Futter (siehe Seiten YY) ), ist weniger teuer als es ein exotisches Haustier vermuten lässt. Am besten nimmt man jedoch kein Fertigprodukt aus dem Supermarkt, da dort oft ungesunde Stoffe wie Zucker und dergleichen enthalten sind. Lieber selbst mischen (in größeren Zoohandlungen gibt es offene Futtertheken mit allerlei Kleinsämereien und allem, was das Rennmausherz begehrt). Wird die Rennmaus krank, muss sie selbstverständlich zum kleintiererfahrenen Tierarzt. All dies sind Kosten, die man einplanen sollte. Natürlich bedürfen Rennmäuse keiner aufwendigen Heiztechnik für ihr Heim, wie andere Exoten das benötigen, aber dennoch gibt es eben oben genannte Kosten, die ein Renmausleben - immerhin zwei bis zu vier Jahre - lang auf den Halter zukommen. Dazu bleibt zu sagen, dass gerade Tierarztkosten sehr schnell sehr hoch werden könnten. Höher als es ein normales Taschengeld bezahlen kann. Also auch da ist die Überlegung der Eltern gefragt: Sind Sie bereit, diese Beträge selbst zu übernehmen, wenn das Kind es nicht kann?

Rennmäuse und Kinder

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Rennmäuse sind, konträr der vorherrschenden Meinung, keine idealen Haustiere für ein Kind. Es gibt keine Garantie, dass sie vollkommen zahm werden, sie sind wirklich mehr Beobachtungs- als Streicheltiere. Sie sind auch nachts aktiv, was ein Kind beim Schlafen stören könnte und einige Aspekte ihres Verhaltens - zum Beispiel das neu Dazugewöhnen fremder Tiere, sog. „Vergesellschaften“, falls eine der beiden nach einem Todesfall oder Streit alleine zurückbleibt – verlangen überlegtes Handeln und eine sensible Vorgehensweise. Ist all dies Kind und Eltern bewusst und ist das Kind sehr verantwortungsvoll im Umgang mit Tieren, steht einer tiefen Freundschaft natürlich nichts mehr im Wege.

Rennmäuse und Allergiker

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Das Halten von Rennmäusen ist für Allergiker durchaus möglich. Gegen das Haar der Tiere selbst ist noch keine Allergie bekannt. Das weitaus größere Problem stellt die notwendige Einstreu dar, die niemals völlig staubfrei sein kann. Immerhin werden Naturprodukte verwendet. Aber man kann die Staubmenge durchaus reduzieren, indem man alternatives Einstreu verwendet. Das freut nicht nur den Allergiker, sondern auch den Reinlichkeitsfanatiker.

Es sollte klar sein, dass Rennmaushaltung auch Schmutz im Haus bedeutet: Staub auf Oberflächen, Einstreu auf dem Teppich, Heureste auf der Couch ... eine gewisse Schmutztoleranz ist also unbedingte Voraussetzung. Diese wird von den Rennmäusen aber durch vollkommene Geruchsarmut belohnt. Im Gegensatz zu Farb mäusen, Ratten, Meerschweinchen und Co riecht man mongolische Rennmäuse bei artgerechter Haltung überhaupt nicht.

Rennmäuse im Schlafzimmer

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Wie schon oben erwähnt, sollten die Rennmäuse entweder zu Menschen ziehen, die einen tiefen Schlaf haben oder in ein Zimmer gestellt werden, in dem sie auch nachts ungestört scharren, nagen und buddeln dürfen. Denn wenn die Tiere wach sind, hört man sie auch.

Rennmäuse und andere Haustiere

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Verblüffend wie es klingen mag, gibt es doch sehr viele Rennmaushalter, die genauso Katzen beherbergen. Bei guter Sicherung des Rennmausheims ist dies kein Problem. Allerdings versteht sich erhöhte Wachsamkeit und gewissenhafte Kontrolle der Käfigtüren / Aquarienabdeckungen von selbst. Immerhin sind Katzen auch nur kleine Raubtiere. Die meisten Hunde hingegen reagieren gelassen auf die Nager. Wobei Jagdhunde natürlich wieder ein besonderes Kapitel sind. Für sie gilt die gleiche Wachsamkeit des Besitzer wie für Katzen. Ein vorhandenes Haustier ist bei gegebener Sorgfalt des Besitzers jedoch kein Grund sich gegen Rennmäuse zu entscheiden. Solange beide Tierarten nicht in direkten Kontakt miteinander kommen, sind Rennmäuse mit jedem Haustier kompatibel. Niemals jedoch sollte versucht werden, Rennmäuse mit anderen Tierarten zusammen in einer Behausung zu halten. Sie dulden keine anderen Tiere und es würde zu Kämpfen bis zum Tod kommen.

Gruppengrößen und Gruppenkonstellationen

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Die Gruppenhaltung bei Mongolischen Rennmäusen kann sich als äußerst schwierig erweisen. Daher erfordert sie einiges an Erfahrung.

Je größer eine Gruppe ist, desto eher kann sie zerbrechen, vor allem, wenn die Tiere viel Platz haben und kleine abgesonderte Grüppchen Reviere bilden können. Die Tiere fangen an, sich innerhalb ihres Heimes in kleinere Gruppen aufzuspalten und eigene kleine Reviere zu bilden. Dabei kann es zu wilden Rangeleien und Beißereien unter den einzelnen Tieren kommen. Die kleinsten Anzeichen von Rangeleien sollten daher von einem erfahrenen Halter erkannt werden und es muss auch rechtzeitig eingegriffen werden, bevor es zu tödlichen Auseinandersetzungen kommt. Große Gruppen können sich immer zerstreiten, egal wie eng sie miteinander verwandt sind.

Daher wird vor allem Anfängern immer zu einer Zweiergruppe geraten, da sich zwei Tiere nur selten wirklich zerstreiten.

Einzelhaltung?

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Von Alleinhaltung wird allerdings generell abgeraten, da Rennmäuse sehr sozial sind und sich für die gegenseitige Fellpflege brauchen. Tiere in Alleinhaltung weisen oft typische Verhaltensstörungen auf, wie zum Beispiel Scharren in den Ecken, Nagen an den Gitterstäben, stereotypisches Laufen im Laufrad oder einfach tägliches Schlafen ohne sich aus dem Nest zu bewegen.

Männchen oder Weibchen?

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Bei der Haltung ist es egal, ob man sich eine Gruppe von Männchen oder Weibchen anschafft. Jedoch hat sich gezeigt, dass Weibchen sich untereinander öfter streiten und mitunter ein zickiges Verhalten an den Tag legen.

Zuchtgruppen?

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Von Zuchtgruppen gibt es unter Züchtern geteilte Meinungen. Werden mehrere Weibchen zusammen gehalten und gedeckt, so kommt es nicht selten vor, dass fremde Weibchen den Wurf eines anderen töten. Allerdings berichten auch einige Züchter, dass sich alle Weibchen um die Babies kümmerten. Bei mehr als einem Männchen kann es aber passieren, dass es zu Rangeleien kommt, da sie um die Gunst des Weibchens kämpfen könnten.


Bezugsquellen

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Rennmäuse gibt es meistens in:

  • Zoohandlung
  • Tierheim
  • Züchter
  • Privatpersonen

Alle haben ihre Vorzüge und Nachteile, worauf in den folgenden Absätzen eingegangen werden soll:

Zoohandlung

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Eine Zoohandlung bietet den Vorteil, dass man die Tiere sofort mitnehmen kann, vieles vom Zubehör bekommt man dort auch und eine fachkundige Beratung - sollte man meinen.

Leider sieht die Realität oft anders aus: Die Tiere werden in zu kleinen Behältern und in gemischtgeschlechtlichen Gruppen gehalten, das Personal hat nicht die erforderliche Fachkenntnis um kompetent beraten zu können und der Profit steht im Vordergrund. Also werden unsachgemäße Ratschläge gegeben, Plastikequipment verkauft und oft auch unpassende Haltungsformen vermittelt. Bei einer Zoohandlungsmaus weiß man nicht, was man bekommt. Oftmals ist schon die Geschlechtsbestimmung des Verkäufers falsch, was dann zu jeder Menge ungewolltem Nachwuchs führt. Die Tiere sind manchmal krank (es ist unbedingt zu achten auf: glänzende, offene Augen; glattes, sauberes Fell und einen generell lebendigen, agilen Gesamteindruck!) und oft weiß man nicht, woher sie kommen. Häufig stammen sie von Massenvermehrern.

Sollte jedoch eine verantwortungsvolle Zoohandlung vorhanden sein, die einem Züchter und das Geburtsdatum der Rennmäuse angeben kann (und dies auch bereitwillig tut), bei der nach Geschlechtern getrennte Tiere sitzen, die genügend Platz und entsprechende Einrichtungsgegenstände haben (auf jeden Fall ein Sandbad und eine Rückzugsmöglichkeit, frisches Wasser und Futter), wo die Tiere also nicht als Futtertiere in spärlich eingerichteten, überfüllten Terrarien eingepfercht sind, dann ist auch gegen einen Kauf dort nichts zu sagen. Jedoch gibt es solche verantwortungsvollen Betriebe nur sehr selten und oft fällt es einem Laien schwer, einzuordnen welcher Kategorie das Geschäft der Wahl angehört.

Tierheim

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In den meisten Tierheimen sitzen Rennmäuse, die ein neues Zuhause suchen. Der Vorteil hierbei ist offensichtlich. Einer Rennmausgruppe wird ein neues, liebevolles Zuhause gewährt und, wenn es ein gutes Tierheim ist, bekommt man gleich Informationen zum Charakter der ausgewählten Tiere.
Leider sitzen auch viele einzelne Rennmäuse im Tierheim. Dies in der Regel für ihr restliches Leben. Hier ist es empfehlenswert das diese einzelnen Tiere eine Chance auf eine Vergesellschaftung bekommen. Vergesellschaftungen funktionieren nicht durch einfaches Zusammensetzen von zwei fremden Tieren sondern erfordern einiges an Aufwand und Rennmauswissen. Diese sollte daher nur durch den erfahrenen Halter erfolgen.

Der Nachteil hierbei ist, dass man eingeschränkt ist, was die Farbauswahl und das Alter der Tiere angeht. Was nicht heißen soll, dass dort keine Jungtiere abgegeben werden. Genauso gut können aber eben auch ausschließlich erwachsene Tiere im Tierheim sitzen. Aber geht es denn bei der Suche nach einem Tier nur um das Aussehen?

Züchter

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Das große Pro bei einem (verantwortungsvollen!) Züchter liegt zweifelsohne in der Sicherheit ein gesundes Tier zu erwerben. Außerdem kann man dort Jungtiere bekommen und sich einen Züchter aussuchen, der den gewünschten Farbschlag hat. Ein kompetenter Züchter hält seine Zuchtpaare artgerecht, ist besorgt über die zukünftige Unterbringung seiner Jungtiere und wird jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es einmal Fragen zu den neuen Hausgenossen gibt. Auch sind Inzuchtschäden auszuschließen, wenn derjenige etwas von seinem Handwerk versteht. Die jeweiligen Stammbäume seiner Zuchttiere sollte er vorlegen können. Einen guten Züchter erkennt man auch an ausgiebigen Vorgesprächen.

Natürlich bleibt immer fraglich, ob man Züchter unterstützen sollte, solange es so viele „überzählige“ Tiere in Tierheimen und Pflegestellen gibt. Diese Frage stellt sich bei fast allen domestizierten Tieren und sie liegt bei jedem Halter selbst zu beantworten. Und natürlich kann man Pech haben und an einen „Vermehrer “ geraten, der sich nur Züchter nennt, aber sich weder auf die Genetik noch auf die Bedürfnisse der Rennmaus versteht. All dies liegt im eigenen Ermessen.

Privatpersonen

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Scheut man den Weg zu einem Züchter (oder findet man keinen in der näheren Umgebung) oder hat das örtliche Tierheim gerade keine Rennmäuse da, bleibt natürlich die Möglichkeit, Kleinanzeigen zu studieren, das Internet zu durchsuchen (entsprechende Rennmaus Foren haben meistens auch eine Rubrik für die Vermittlung) und sich eine Gruppe aus Liebhaberhaltung zu holen. Sei es ein Wurf aus einer sogenannten „Zooladenschwangerschaft“ (sprich: die Tiere wurden nicht getrenntgeschlechtlich gehalten, der Käufer darüber aber nicht informiert) oder Tiere, für die keine Zeit oder schlicht kein Interesse mehr vorhanden ist.

Der Vorteil dabei ist, dass auch hier Auskunft über den Charakter der neuen Schützlinge gegeben werden kann. Der Nachteil bei Jungtieren aus einem solchen ungeplanten Wurf ist, dass Inzuchtschäden auftreten könnten. Das muss nicht zwangsläufig äußerlich erkennbar sein. Es könnte auch ein generell geschwächtes Immunsystem der kleinen Rennmäuse bedeuten.

Aber auch hier gilt es, sich den Vorbesitzer genau anzusehen. Ebenso die neuen Hausgenossen. Sehen sie gesund aus? Machen sie einen aufgeweckten Eindruck? Wie sehen die Unterbringungen aus?
Diese Fragen sollte man klar positiv beantworten können. Bei jeder der oben genannten Anschaffungsalternativen.