Bogenbau/ Werkzeug/ Ziehmesser

Das Ziehmesser kann bis zum Tillervorgang verwendet werden. Es ist wohl das wichtigste Werkzeug beim Bogenbau, da man damit viel Holz wegnehmen, später aber auch genau arbeiten kann, wenn es mit der Spiegelseite nach oben gehalten wird.

Kleines Ziehmesser von pfeil

Zum genaueren Arbeiten hält man insbesondere grosse Ziehmesser schräg, so dass die führende Hand näher liegt und die ziehende weiter hinten, und schneidet nahe bei der führenden Hand. Entrinden von Stämmchen ist ebenfalls einfacher mit umgekehrtem Ziehmesser (die Spiegelseite zeigt nach oben statt nach unten); die Gefahr, in den Rücken zu schneiden, ist so deutlich geringer, ebenfalls lässt es sich besser kontrollieren.

Im Markt erhält man hauptsächlich zwei Arten von Ziehmesser: Grosse mit einer Klingenlänge um 30 cm, welche im Forstbetrieb zum Entfernen von viel und dicker Borke verwendet werden, und kleinere, sauber verarbeitete Ziehmesser, welche für präzise Arbeiten verwendet werden.

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Ziehmesser von unten

Neue Ziehmesser für den Forstbetrieb sind meist erstens sehr steil geschliffen (45 Grad) und zweitens auf der Unterseite uneben beziehungsweise gar nicht geschliffen (siehe Bild). Der erste Schritt ist daher, es etwas flacher zu schleifen (je nach Geschmack und Einsatzzweck, Unentschlossene nehmen 35 Grad) und es auf der Unterseite glatt zu schleifen. So hat man einen saubereren Schnitt und etwas weniger Reibungswiderstand.

Schleift man zusätzlich die Unterseite unter einem Winkel von 5 Grad, hat man eine bessere Kontrolle über das Schnittverhalten. Die Gefahr, zu tief ins Holz zu schneiden und Späne herauszureissen, ist so geringer.

Um von Hand einen konstanten Winkel zu bekommen, kann das Ziehmesser entweder unter dem gewünschten Winkel fixiert werden, so dass der Schleifstein horizontal gehalten werden kann, oder man drückt es mit der einen Hand an die Achsel und schleift längs der Klinge nach. So lässt sich auch eine scharfe Klinge erzielen.