Wikijunior Entwicklung des Lebens: Vom Einzeller zum Vielzeller

Entwicklung des Lebens

Vorwort
Die Entstehung der Erde
Die Anfänge des Lebens
Vom Einzeller zum Vielzeller
Das Land wird erobert
Dinosaurier
Eroberung der Lüfte
Der Mensch kommt auf
Heutiges Leben
Anhang

Die ersten VielzellerBearbeiten

In der folgenden langen Zeit, immerhin mehr als 1 Milliarde Jahre, nahm die Vielfalt der Pflanzlichen und Tierischen Einzeller (Algen, Urtierchen) weiter zu. Es entwickelten sich mehrere Hundert Arten. Aber auch die Bakterien und Archaebakterien entwickelten sich noch etwas weiter.

Verändern tat sich auch weiter die Atmosphäre und die Verteilung der Land- und Wassermassen. Der Gehalt an Stickstoff und Sauerstoff in der Atmosphäre nahm weiter zu, der an Kohlendioxid weiter ab. Die Kontinente bildeten einen Superkontinent, Hudsonland genannt, der dann wieder auseinander brach um sich dann vor rund 800 Millionen Jahren wieder zu einem neuen Superkontinent mit Namen Rhodinia zu vereinigen.

Die Einschläge von Kometen und Meteoriten ließen zwar deutlich nach, hörten aber nie auf. Aus dieser Zeit stammen mehrere Krater, darunter auch zwei große in Kanada und Südafrika. Auf Grund des Kraterdurchmessers müssen die eingeschlagenen Objekte mehrere Kilometer (!) Durchmesser gehabt haben.

Gegen Ende der Erdurzeit, vor rund 750 Millionen Jahren, wurden die Algen mehrzellig. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Pilze. Zur gleichen Zeit tauchten die ersten Tierischen Vielzeller auf. Warum schlossen sich aber die Einzeller zusammen?

Der Hauptgrund war, das es damals eine furchtbare Eiszeit gab! Das Meer zog sich fast ganz zurück und gewaltige Gletscher überzogen alles Festland! Die Erde glich einem gewaltigen Schneeball und im wenigen Meer wurde es langsam sehr eng.

Doch wie sah der erste Tierische Vielzeller aus?

Leider gibt es von diesem Tier keine Fossilien. Trotzdem können sich die Forscher ein gutes Bild von ihm machen, denn sein Nachkomme existiert noch heute - es ist ein Scheibentier! Es sieht aus wie eine Kontaktlinse und kriecht sehr langsam über den Meeresboden. Man hat bei ihm die fünf grundlegensten Lebensfunktionen nachgewiesen:

  • Bewegung
  • Stütze
  • Abwehr von Fressfeinden
  • Nahrungsaufnahme (Algen, Bakterien)
  • Fortpflanzung

Die Eiszeit endete unterdessen langsam wieder, vor allem weil die Vulkane die Erde aufheizten. Dazu kam, das der neue Superkontinent Rhodinia wieder auseinander brach. Kurz vor Ende der Erdurzeit, vor rund 600 Millionen Jahren, tauchten neue Gruppen von Vielzellern auf, darunter die Schwämme (Porifera), die ältesten Würmer, primitive Weichtiere (Ur-Schnecken)und Nesseltiere (Cnidaria), darunter die Frühformen der Korallen. In den Ediacara-Hügeln finden sich erste Abdrücke dieser Tiere und man nennt diese Zeit daher Ediacarium.

Die Kambrische ExplosionBearbeiten

Unter der kambrischen Explosion versteht man die Entstehung vieler neuer Tiergruppen innerhalb des Kambriums, des ältesten Abschnitts des Erdaltertums, der vor 542 Millionen Jahren begann und vor 488 Millionen Jahren endete.

Der Hauptgrund für die rasche Zunahme der Artenvielfalt war das Auseinanderbrechen des Superkontinents Rodinia durch heftige Vulkanausbrüche in Gondwana und zahlreiche Kleinkontinente. Dadurch entstand viel neuer Lebensraum. Aus dem Kambrium stammen so die ältesten Stachelhäuter (Ur-Seelilien), Gliederfüßer (Trilobiten, Ur-Krebse), und die Vorläufer der Wirbeltiere. Auch von letzteren lebt ein Vertreter noch bis heute - das Lanzettfischchen. Auch Pilze, Nesseltiere, Weichtiere und Würmer entwickelten sich rasch weiter und spalteten sich in viele Linien auf, darunter waren Frühformen der Schnecken, Tintenfische, Muscheln und Quallen.