Traktorenlexikon: Holder EHG

Traktorenlexikon Hersteller-/Markenübersicht Kapitel „Gebrüder Holder“

Während des 2. Weltkrieges wurde die Zuteilung der Benzinvorräte für die Landwirtschaft eingestellt. Somit konnte der Schlepperbau nur weiterbetrieben werden, wenn eine alternative Motortechnik nachgewiesen werden konnte. Max Holder setze auf Holzgas wie bei den Großtraktoren. Die Fachleute standen dem Vorhaben sehr skeptisch gegenüber. Ihrer Ansicht nach benötigte der Holzgasbetrieb ein Motorhubvolumen von mindestens 2500 cm³, während der Holder Einachsschlepper von einem Motörchen mit etwa 500cm³ angetrieben wurde.

Gebrüder Holder EHG
EHG Baujahr 1943
EHG Baujahr 1943
Basisdaten
Hersteller/Marke: Gebrüder Holder
Modellreihe: Einachser
Modell: EHG
Bauweise: Rahmenlose Blockbauweise
Produktionszeitraum: 1942/43–1946
Maße
Eigengewicht: 390 kg
Länge: 2300 mm
Breite: 750-950 mm
Höhe: 1250 mm
Bodenfreiheit: 260 mm
Spurweite: 550-760 mm
Standardbereifung:
Motor
Nennleistung: 6 PS
Nenndrehzahl: 2.500?/min
Zylinderanzahl: 1
Hubraum: 510 cm³
Kraftstoff: Holzgas
Kühlsystem: Luftkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Einachser
Getriebe: 4/1
Höchstgeschwindigkeit: 8 km/h

Aus einem Imbert-Generator würde ein Gasgenerator in Kleinformat entwickelt, welcher auf die Leistung eines Einachsers abgestimmt war. Ersten Versuche machte man mit dem DKW F8 Meisterklasse von Max Holder. Der Zweitakt-Benzin-Motor musste auch für den Betrieb mit Holzgasgenerator modifiziert werden, denn dem Holz konnte ja kein Schmieröl, wie bei Benzin, zugesetzt werden. Somit musste für den Gasbetrieb eine eigenständige Schmierölversorgung geschaffen werden. Auf Grund der geringen Leistung bei Holzgasbetrieb, müsste auch das Getriebe neu abgestuft werden. Als Neuerung kam die Drehgrifflenkung hinzu, die auch in den Folgejahren ein Merkmal für die Holder Einachser war.

Am 16.12.1942[1] wurde dann der EHG mit einem DKW Motor (EL 442 88x76 8,75 PS bei 2800-3000/min) in der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt in Quedlinburg präsentiert. Mit der Serienproduktion wurde dann 1943 begonnen. Sie wurde aber mit einen Ilo Motor ausgestattet. Überlebt haben nur wenige Holzgas-Vertreter, denn bald nach Kriegsende stand wieder Sprit zur Verfügung und die „Holzgaser“ wurden zu „Benzinern“ umgerüstet.

  • Zweitaktmotor Ilo E500 (510 ccm) mit Luftkühlung durch Turbogebläse welcher für den Gasbetrieb eine eigene Schmierölversorgung erhielt. Erzielt wurde nur ein Leistung von 6 PS.
  • Gasgenerator Typ 500 mit Imbert Lizenz

Kupplung

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  • nachstellbare Trockenkupplung

Getriebe

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  • vier Vorwärtsgänge und ein Rückwärtsgang

Geschwindigkeiten vorwärts

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Geschwindigkeiten in km/h
mit Standard Gitterrädern mit 700 mm Durchmessern
1. Gang 2. Gang 3.Gang 4. Gang rückwärts
1,5 2,6 4,0 8,0

Zapfwelle

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  • Klauenkupplung vorne und hinten nicht schaltbar?
  • feststellbare Innenbackenbremse mit Bremsausgleich
  • eine Portalachse ohne Differential, die Räder konnten einzeln auskuppelt werden
  • Einzelradlenkung durch Drehgriff Räder wurden einzeln auskuppelt.

Maße und Abmessungen

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  • Länge: 2.300 mm
  • Spurweiten: 530 - 700 mm
  • Breite: 750 - 950 mm
  • Höhe: 850 mm
  • Bodenfreiheit: 260 mm

Bereifung

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  • Eisengreifräder mit einem Felgendurchmesser von 700 mm und einer Breite 120 mm, bestückt mit je zwölf Spatengreifern. Für schwierige Böden ließen sich Radverbreiterungen (Breite 80 mm) aufstecken.

Füllmengen

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Verbrauch

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  • Holz 5 kg/h
  • Schmieröl 0,12 l/h

Sonderausrüstung

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  • Stützräder
  • Pflug mit einer Schnittbreite von 260 mm und einen Tiefgang von 180 -240 mm
  • Kultivator und Egge
  • Riemenscheibe 1000/min mit zwei Durchmessern von 100 und 180 mm und einer Breite von je und 60 mm
  • Fräse mit einer Breite von 700 mm
  • Einachsanhänger mit einer Ladefläche von 2200 mm x 1400 mm und einer Nutzlast von 750 kg
  • Anhängerdeichsel

Literatur

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Michael Prelle Schlepper Post 2013 - 3

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  1. : EHG Vorstellung auf MyHolder.de
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