Studienführer Norbert Hoerster: Intellektueller Lebenslauf

Zum Inhaltsverzeichnis des Buches - Zu den Kapiteln: - Hoersters intellektueller Lebenslauf - Kurze Charakterisierung der Hoersterschen Philosophie - Abtreibung im säkularen Staat - Sterbehilfe im säkularen Staat - Ethik des Embryonenschutzes - Grundfragen der Tierethik - Was ist Recht? - Hoersters Rechtspositivismus - Die Frage nach Gott - Interessenethik - Hoerster Ethik-Theorie - Kontroversen und Debatten - Kritik - Publikationsliste - Sekundärliteratur - Weblinks und E-Texte


Hoersters Intellektueller Lebenslauf

Norbert Hoerster, Prof. Dr. Dr., geboren 1937 in Lingen/Ems; Studium der Rechtswissenschaft sowie der Philosophie an verschiedenen deutschen und ausländischen Universitäten.

  • 1960 Erste juristische Staatsprüfung am Oberlandesgericht Hamm
  • 1963 Master of Arts in Philosophie an der University of Michigan
  • 1964 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Münster
  • 1967 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Bochum
  • 1967-1968 Lehrtätigkeit an der University of Michigan sowie Forschungsaufenthalt an der University of Oxford
  • 1972 Habilitation für Philosophie an der Universität München
  • Seit 1974 Professor für Rechts- und Sozialphilosophie am juristischen Fachbereich der Universität Mainz.
  • Neben der Lehrtätigkeit zahlreiche Veröffentlichungen und öffentliche Vorträge.
  • 1997 zunehmende Anfeindungen, die sich 1997 zuspitzen.
  • 1998 vorzeitige, freiwillige Pensionierung. Es folgt eine Reihe weiterer Buchveröffentlichungen.

Die wichtigsten Buchveröffentlichungen:

  • Abtreibung im säkularen Staat, Suhrkamp 1991;
  • Neugeborene und das Recht auf Leben, Suhrkamp 1995;
  • Sterbehilfe im säkularen Staat, Suhrkamp 1998;
  • Ethik des Embryonenschutzes. Ein rechtsphilosophischer Essay, Verlag Philipp Reclam, Stuttgart 2002;
  • Ethik und Interesse, Verlag Philipp Reclam, Stuttgart 2003;
  • Haben Tiere eine Würde? Grundfragen der Tierethik, München (becksche Reihe) 2004.
  • Die Frage nach Gott, München (becksche Reihe) 2005.
  • Was ist Recht? Grundfragen der Rechtsphilosophie, München (becksche Reihe) 2006.

Hoersters rechtlich-philosophische Behandlung von Abtreibungsfragen hat viele vehemente Gegner auf den Plan gerufen. Seine Argumente für eine geregelte Gesetzgebung der Sterbehilfe ist dabei oft unfair behandelt worden und ist zum Beispiel fälschlicherweise sogar mit der Nazi-Euthanasie in Zusammenhang gebracht worden.

Hoerster hat sich nicht nur gegen unfaire Argumente zur Wehr setzen müssen; er hat auch den Druck der Menge zu spüren bekommen und unter der Feigheit derer gelitten, die ihn leicht hätten verteidigen können. Das veranlasste ihn, 1998 seinen Lehrstuhl an der Universität Mainz aufzugeben und die Pensionierung zu beantragen. Hoerster zog damit die Konsequenzen aus einer langen Reihe von gewalttätigen Störungen seiner Vortragsarbeit und seiner Lehrtätigkeit.


Literatur:

Über die Vorgänge vor Hoersters Pensionierung und zu einigen der umstrittenen Punkte:

  • Niemann, H. J., 'Ein unruhiger Mensch - Zu Norbert Hoersters Emeritierung', Aufklärung und Kritik 2 (1998) S. 140-141.
  • Niemann, H. J., 'Letzte Hilfe', Rezension von Hoersters Sterbehilfe im säkularen Staat, Aufklärung und Kritik 2 (1998) S. 167-8.
  • Niemann, H. J., 'Ende ohne Schrecken. Norbert Hoersters Plädoyer für ein selbstbestimmtes Sterben', Sic et Non (1998). Volltext: [1].
  • Niemann, H. J., 'Reason - a Victim of Nazi Legacy', The Philosophers' Magazine, London, Winter 1999, p. 12-13.