Soziologische Klassiker/ Soziale Ordnung/ Smith, Adam

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Adam Smith

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Adam Smith geht davon aus, dass ein wesentlicher Zug der menschlichen Natur das Selbstinteresse ist.

Nun stellt sich ihm die Frage, wie es möglich ist, dass Menschen dennoch dauerhaft miteinander auskommen und gemeinsam handeln. Dies beantwortet Smith damit, dass der Mensch zwar von Eigeninteresse getrieben, er jedoch auch ein moralisch denkendes und handelndes Wesen ist.

Die Moral entsteht durch die natürlichen Beziehungen der Menschen zueinander.[1]


Die Entstehung von moralischen Gefühlen

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Smith stellt fest, dass die Schwäche des Menschen, an sein Selbstinteresse zu denken, durch die Bildung moralischer Gefühle ausgeglichen wird.

Wir beobachten das Verhalten/Handeln anderer Menschen und bilden so unmerklich gewisse allgemeine Regeln darüber, welches Handeln angemessen ist und welches nicht.

Wir lernen also durch Beobachtung, wie wir uns richtig verhalten sollen. Diese Erfahrung des „richtigen“ oder „falschen“ Verhaltens geht einher mit der Ausbildung bestimmter moralischer Gefühle. Diese gelernten Gefühle nennt Smith „moral sentiments“.

Durch die gegenseitige Beobachtung und Beurteilung entwickeln sich somit allgemeine moralische Standards und Normen.[2]


Prinzip der Sympathie

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Nach Smith liegt es, gleich wie das Selbstinteresse, in der Natur des Menschen, am Schicksal anderer Anteil zu nehmen. Dieses Mitgefühl nennt Smith „Sympathie“.

Sympathie bedeutet „Mitgefühl“ nicht im Sinne von Mitleid, sondern von Einfühlen, Empathie. Wir versetzten uns im Geist in die Situation eines anderen hinein und stellen uns vor, wie wir empfinden und handeln würden, wenn wir in der gleichen Lage wie der andere wären. Wir fragen uns auch, ob wir in dieser Situation genauso gehandelt hätten. Wenn ja, erscheint und das Handeln angemessen, wenn nicht erscheint es uns unangemessen. Somit ist Sympathie das erste Mittel zur Vergesellschaftung.


Ebenso wie der Mensch das natürliche Bedürfnis hat, mit anderen mitzufühlen, hat er auch das Bedürfnis, seine eigenen Gefühle auf andere abzustimmen. Menschen wollen also sowohl mit den Gefühlen anderer sympathisieren können, als auch, dass andere mit ihren Gefühlen mitfühlen.

Wenn wir wollen, dass andere mit unseren Gefühlen und Handlungen sympathisieren, müssen diese ebenfalls der Situation angemessen sein. Somit wird das Streben nach Eigennutz von der natürlichen Suche nach Sympathie gebremst.

Sympathie ist also die Voraussetzung für sozial angemessenes Handeln.[3]


Der unparteiische Zuschauer

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Wie aber kommen Akteure zu Urteilen über sich selbst und ihr Handeln?

Dies funktioniert laut Smith gleich wie das Prinzip der Sympathie: Man versetzt sich in die Lage von jemandem, der einen beim Handeln beobachtet und fragt sich, ob dieser die eigene Handlung als angemessen oder unangemessen beurteilen würde. So entwickeln wir ein moralisches Bewusstsein.

Wir handeln also so, als würde uns ständig jemand beobachten. Diesen fiktiven Beobachter nennt Smith den „unparteiischen Zuschauer“. Der unparteiische Zuschauer ermöglicht dem Menschen, sein eigenes Handeln einer moralischen Bewertung zu unterziehen. Somit ist es die Vorstellung, von einem unparteiischen Zuschauer beobachtet zu werden, die die Menschen dazu treibt, sich angemessen zu verhalten.

Der unparteiische Zuschauer wird verinnerlicht, verdichtet sich und wird schlussendlich zum Gewissen. Das Gewissen dient uns dazu, den Kompromiss zwischen dem was wir wollen und dem was die anderen wollen zu finden.[4]


Die unsichtbare Hand

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Dennoch darf man nicht meinen, dass die Gesellschaft das geplante Ergebnis des Handelns von Individuen sei. Vielmehr ergibt sie sich aus einem Zusammenspiel zwischen intendierten und nicht intendierten Folgen des Handelns.

Smith denkt weiters, dass Normen nicht von den Menschen erfunden sind, sondern von diesen vorgefunden werden. Es gibt eine natürliche Ordnung.

Die Natur hat es eingerichtet, dass wir alle das Wohl der Gemeinschaft anstreben, obwohl wir dies nicht bewusst wahrnehmen. Der Einzelne weiß nicht, dass er zu einer bestimmten Ordnung beiträgt.

Hier nennt Smith das Wirken einer "unsichtbaren Hand", die alles lenkt. Darunter ist jeder funktionale Zusammenhang zu verstehen, der sich in einer Gesellschaft herausbildet und bestimmte soziale Regelungen nach sich zieht, die sich wiederum auf das Handeln des Einzelnen auswirken. Es gibt soziale Phänomene, die der Einzelne gar nicht oder nur äußerst beschränkt beeinflussen kann.

Die "unsichtbare Hand" koordiniert die Interessen der Menschen zum Wohle aller, ohne deren besonderen Einfluss.[5]


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Adam Smith in der deutschsprachigen Wikipedia


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  • Abels, Heinz (2007):
    "Einführung in die Soziologie. Bd.1: Der Blick auf die Gesellschaft. 3.Auflage"
    Wiesbaden
  • Gabriel, Manfred (2008):
    "Vorlesung Geschichte der Soziologie. Sommersemester 2008"
    Paris-Lodron-Universität Salzburg
  • Kiss, Gabor (1974):
    "Einführung in die soziologischen Theorien. Vergleichende Analyse soziologischer Hauptrichtungen. 2.Auflage"
    Opladen.

Einzelnachweise

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  1. Vgl. Abels 2007, S. 89; Kiss 1974, S. 79
  2. Vgl. Abels 2007, S. 89
  3. Gabriel 2008
  4. Gabriel 2008
  5. Vgl. Abels 2007, S. 94; Gabriel 2008