Soziologische Klassiker/ Soziale Ordnung/ Parsons, Talcott

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Talcott Parsons

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In seiner funktionalistischen Theorie wird die Sozialisation als zentraler Mechanismus gesehen, der das gesellschaftliche Gleichgewicht stabilisiert. Für den Handelnden ist es immer leichter, sich an das System anzupassen, da dadurch weniger mit Sanktionen zu rechnen ist. Somit werden die Entscheidungen zwischen Allgemeininteressen und persönlichen Interessen immer zu Gunsten der Systemstabilität ausfallen. Hierbei geben die in der Gesellschaft gültigen Werte die Grenzen zwischen Eigen- und Kollektiv-Interessen vor.

Daraus geht hervor, dass systemstabilisierende Verhaltensweisen aus dem Kennen von gesellschaftlichen Werten und Normen entwächst. Diese Verhaltensweisen nennt man „Soziales Handeln“. Durch diese Handlungen werden Normen und Werte weitergegeben und sozialisieren das Individuum. Soziales Handel ist in Systeme gegliedert. Talcott Parsons teilt in vier Handlungssysteme ein die jeweils unterschiedliche Funktionen für den Erhalt des Systems erfüllen.

Diese vier Systeme sind wiederum in Funktionsstrukturen aufgeteilt, um zu untersuchen wie die Stabilität des Systems erhalten bleiben kann. Das nennt Parsons das AGIL Schema und beschreibt damit die grundlegenden Eigenschaften der Handlungssysteme die den Erhalt und die Reproduzierbarkeit dieser zur Aufgabe haben.[1]

Integration und Internalisierung

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Jede gesellschaftliche Position ist mit Verhaltensweisen verbunden die vom Individuum, das diese Position inne hat, erwartet werden. Die Gesellschaft stellt an diese Rollen Erwartungen, die je nach Erfüllung dieser, positiv oder negativ Sanktioniert werden. Dies reproduziert wiederum das jeweilige Rollenverhalten. Die erwartete Rollenkompetenz entsteht durch die Sozialisation.

Der Kreislauf der Sozialisation beginnt schon im Kindesalter. Die pflegende Person vermittelt die ersten strukturellen Verweise auf das soziale und kulturelle System. In diesem ersten Sozialisationsstadium wird die Rollenstruktur der Kernfamilie übernommen die meist in Generationen- und Geschlechter- Rollen zu unterteilen sind. Generationenrollen werden durch das Macht und Autoritätsgefälle, und Geschlechterrollen durch die Bi-Polarität von Emotion und Ratio, definiert. Dadurch wird die Grundstruktur des sozialen Systems Internalisiert und führt zur spiegelbildlichen Abbildung (mirror image) dieser im Persönlichkeitssystem.[2]

Dichotome Wertorientierungsdimensionen

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Um Rollenkompetenz zu erlangen, werden Wertorientierungsmuster von der näheren sozialen Umwelt an das Kind herangetragen um diese als Orientierungsdimensionen zu verinnerlichen (pattern variables).

  • Selbstorientierung vs. Kollektivorientierung:Entscheidung zwischen Eigeninteresse und dem Kollektiven Interesse.
  • Spezifität vs. Diffusität:Alternative zwischen Handlungen, die auf die ganze Person und solchen, die auf spezielle Segmente, d. h. einzelne, klar definierte „Teile“ (Rollen) des Individuums bezogen sind.
  • Affektivität vs. affektive Neutralität: Das Individuum hat die Wahl, seine unmittelbaren Bedürfnisse zu befriedigen z. B. wie unter Familienmitgliedern (Affektivität) oder aber, die Affektivität zugunsten der Befriedigung eines langfristigen Bedürfnisses aufzuschieben (Neutralität).
  • Universalismus vs. Partikularismus:Alternative zwischen dem Akzeptieren allgemeiner und besonderer Gruppennormen. Partikularismus bedeutet eine Handlungsmöglichkeit, die stärker an den individuellen Bedürfnissen ausgerichtet ist, also ob sich der Akteur an der zu ihm selbst in einer Situation orientieren soll. Universalismus hingegen richtet sich an den gesellschaftliche Vorgaben aus.
  • Zuschreibung vs. Leistung:Alternative zwischen zugeschriebenen Eigenschaften und erworbenen Leistungen. [3]


Hierbei ist zwischen familiärer Kleingruppe und komplexen Gesellschaft zu unterscheiden. Diese Wertorientierungsdimensionen werden zur Entwicklung von Bedürfnissen und zur Einordnung und Unterscheidung von sozialen Objekten benötigt.

Die Sozialisationsstruktur verändert sich, so bald sich die Situationsbedingungen verändern. Das Gleichgewicht von Bedürfnisdispositionen, Interaktionsstrukturen und Wertorientierungen wird durch die Veränderung gestört. Der Prozess der Anpassung an veränderte Gegebenheiten ist das erlernen neuer Verhaltensweisen. Der Sozialisationsprozess in dieser Form vollzieht sich laut Parsons in einem „spiralförmigen Zyklus“. Im Erwachsenenalter werden diese Entwicklungsetappen immer komplizierter da die Interaktionssysteme immer komplexer und die Handlungskompetenzen immer umfangreicher werden. [4]

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Hauptartikel zu Talcott Parsons in diesem Wikibook

Talcott Parsons in der deutschsprachigen Wikipedia

Literatur

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  • Gabriel, Manfred (2008):
    "Vorlesung Geschichte der Soziologie. Sommersemester 2008"
    Paris-Lodron-Universität
  • Ganguin, Sonja (2001):
    "Die struktur-funktionale Systemtheorie von Talcott Parsons" ISBN (E-Book): 978-3-638-98856-8
    Universität Bielefeld
  • Kässler, Dirk (Hrsg.) (1999):
    "Talcott Parsons. Klassiker der Soziologie 2. Becksche Reihe"
    München
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http://www.soziologie-forum.de/thema.php?id=2696 gesichtet 26.03.2009

http://de.wikipedia.org/wiki/Pattern_variables gesichtet 29.03.2009

http://de.wikipedia.org/wiki/Talcott_Parsons gesichtet 29.03.2009

Einzelnachweise

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<references>

  1. vgl. Kässler, S.33-35.Becksche Reihe
  2. vgl. Ganguin. ISBN (E-Book)
  3. vgl. www.wikipedia.org/wiki/Pattern_variables
  4. vgl. Ganguin. ISBN (E-Book)