Soziologische Klassiker/ Soziale Ordnung/ Locke, John

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John Locke

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Locke bewegt sich in seiner Theorie zwischen Rousseau und Hobbes. Auch er bezeichnet den Menschen als vernünftig, beschäftigt sich somit näher mit dem Menschen als Subjekt. Als Subjekt mit Meinung und Verstand.[1]


Lockes Naturzustand

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Im Gegensatz zu Rousseau bezeichnet Locke den Menschen im Naturzustand nicht als frei. Er behauptet zwar, dass der Mensch ein freies Wesen ist, aber die Tatsache, dass alle Menschen frei sind, schränkt jeden von ihnen wieder ein.[2]

Hobbes behauptet, dass der Mensch im Naturzustand machtgetrieben und somit ein Egoist ist. Dem widerspricht Locke. Er behauptet, dass das Problem im Naturzustand jenes ist, dass sich der Mensch in einer Spannung zwischen individuellem und sozialem Dasein befindet. Das Individuum weist naturgegeben auch positive Eigenschaften auf.[3]

In seinem Buch „Second Treatise of Government“ beschreibt Locke, dass der Naturzustand von daher nicht so schlecht funktioniert, da sich informelle Normen vorfinden lassen. Jeder Mensch wird als Kind Gottes betrachtet, was bedeutet, dass sie alle Diener und Geschöpfe eines allmächtigen Vaters und somit alle gleich sind. Sie haben alle die gleichen Fähigkeiten und gleichen Rechte. Und wie bereits Moses verkündet hat, dass man nicht töten darf, so herrscht laut Locke im Naturzustand die ungeschriebene Regel, dass man anderen Menschen keinen Schaden zufügen darf.[4]

Im Naturzustand stellt das Eigentum noch kein Problem, da jeder so viel besitzt, wie er zum Leben braucht. Das Problem entwickelt sich erst, sobald sich Geld vorfinden lässt, denn nun ist es möglich, sein Vermögen zu vermehren und Ungleichheit entsteht, welche weiter zu Krieg führt.[5]

Lockes Gesellschaftsvertrag

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Im Naturzustand gibt es keine Ordnungsmacht. Somit soll ein Staat gegründet werden, der dafür sorgt, dass Recht eingehalten und Schutz geboten wird. Der Schutz bezieht sich aber hauptsächlich gegen Angriffe, von jenen Individuen, die nicht der Gemeinschaft angehören.[6]

„Wo immer daher eine Anzahl von Menschen sich zu so einer Gesellschaft vereinigt hat, daß jeder seines Yaraks, das Naturgesetz zu vollstrecken, entsagt und zugunsten der Allgemeinheit darauf verzichtet, dort – und einzig dort entsteht eine politische oder bürgerliche Gesellschaft.“[7]

Locke meint, dass die Gesellschaft pluralistisch ist und somit nicht von einem Monarch alleine regiert werden kann, da dieser nicht die Interessen aller vertreten kann (ganz im Gegenteil zu Hobbes Souverän). Die Regierung der Gemeinschaft erfolgt somit über Gewaltenteilung, also über Repräsentation, was für Rousseau nicht denkbar gewesen wäre. Voraussetzung für diese Repräsentation stellt das Vertrauen. Dennoch aber werden immer verschiedene Meinungen vorherrschen, was Locke als positiv betrachtet, denn „Pluralismus der Meinungen“ ist für eine funktionierende, sich weiterentwickelnde Gesellschaft von Nöten.[8]

Zusammenfassend kann bei Locke folgendes vorgefunden werden: Der Mensch ist zu keiner Zeit ein freies Wesen, muss also sein Zusammenleben mit anderen Menschen regeln. Dies geschieht dadurch, dass jeder seine Rechte an Repräsentanten abgibt, welche für Ordnung sorgen und dafür, dass ein jeder Schutz vor Ungerechtigkeit findet. Diese Repräsentanten suchen sich die Menschen selbst aus, damit sie ihnen vertrauen, und das vorherrschend Misstrauen, welches ebenfalls immer vorhanden ist, minimieren können. Somit kann die Spannung zwischen Individualismus und Sozialismus gelindert und beide Strömungen kombiniert werden.

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John Locke in der deutschsprachigen Wikipedia


Literatur

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  • Gabriel, Manfred (2008):
    "Vorlesung Geschichte der Soziologie. Sommersemester 2008"
    Paris-Lodron-Universität Salzburg
  • Schwan, Alexander/ Schwan, Gesine (1987):
    "Der normative Horizont moderner Politik I. In: von Beyme, Klaus u.a. (Hrsg): Politikwissenschaft. Eine Grundlegung. Bd. I: Theorien und Systeme"
    Stuttgart-Berlin-Köln-Mainz

Einzelnachweise

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<references>

  1. Vgl. Gabriel 2008
  2. Vgl. Schwan 1987, S.41
  3. Vgl. Schwan 1987, S.43
  4. Vgl. Schwan 1987, S.43
  5. Vgl. Gabriel 2008
  6. Vgl. Schwan 1987, S.43f.
  7. Locke zit. n. Schwan 1987, S.44
  8. Vgl. Schwan 1987, S.44