Segelflug: Überblick Theorie

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Jeden Winter wird in den Vereinen die Theorie behandelt. Das heißt, dass die frostige Zeit mit Lernen beziehungsweise mit Wiederholen des theoretischen Stoffs überbrückt. Regelmäßig, meist am Wochenende oder am Abend eines Werktages, unterrichten die Fluglehrer einzelne Fächer:

LuftrechtBearbeiten

Das Fach Luftrecht behandelt die Themen über Verordnungen, Gesetze, Straftaten/Ordnungswidrigkeiten und Bestimmungen der Deutschen Flugsicherung GmbH. Auch die Lufträume werden intensiv gelehrt, da diese sehr komplex sind.

NavigationBearbeiten

Grade als Segelflieger muss man in der Lage sein zu navigieren. Solange es um das Fliegen von A nach B geht, scheint die Berechnung einfach. Jedoch sind aber mehrere Teilabschnitte zu berechnen. Auch der Wind muss berücksichtigt werden, und der Segelflieger muss in der Lage sein, die Abdrift und den Luvwinkel (Korrekturwinkel, um die Abdrift zu kompensieren) zu berechnen. Hinzu kommen teilweise unter anderem Treibstoffverbrauch und Flugdauer.

MeteorologieBearbeiten

Der Segelflieger muss in der Lage sein, die Wettergeschehnisse zu verstehen, um selber Voraussagen einzuschätzen. Er wird lernen, professionelle Flugwetterberichte auszuwerten, damit er nicht bei einer gefährlichen Wetterlage fliegt. Außerdem ist die Meteorologie beim Suchen von Aufwinden sehr wichtig.

AerodynamikBearbeiten

Warum fliegt ein Flugzeug? Das erfährt er im Fach Aerodynamik. Außerdem wird die richtige Verwendung von Wölb-, Lande- und Bremsklappen gelehrt. Auch wichtig sind spezielle Zustände des Flugzeugs, wie zum Beispiel das Abkippen, also wenn die Strömung an den Flächen abreißt, oder unkontrollierte Flugzustände, wie z. B. Trudeln, bzw. wie man solche verhindert. Diese Erkenntnisse können Leben retten.

Flugzeugkunde, TechnikBearbeiten

Hier lernt man das eigene Flugzeug näher kennen. Aufbau und Funktion der einzelnen Bestandteile eines Flugzeuges werden näher erläutert. Da es heutzutage auch Segelflugzeuge mit Klapptriebwerk gibt, wird auch die Funktion des Verbrennungsmotors besprochen. Dieses Wissen ist für sicheres Fliegen zwingend erforderlich, damit der Pilot in der Lage ist, sein Flugzeug vernünftig zu checken und zu fliegen. Vergaservereisung ist z. B. ein großes Problem, mit dem man umgehen sollte.

Verhalten in besonderen FällenBearbeiten

Nicht immer verläuft ein Flug so, wie man ihn sich vorstellt. Seilrisse, Motorversagen, Kontrollverlust, Trudeln, Funkausfall, schlechter werdendes Wetter, Brand, sogar Strukturschäden der Zelle, und viele andere "besondere Fälle" können jeder Zeit auftreten. Jedoch muss der Pilot immer in der Lage sein, solche Probleme eigenständig zu lösen, obwohl sie selten vorkommen. Natürlich werden diese besonderen Fälle in der Praxis simuliert und Standardverfahren geübt, soweit es möglich ist.

Menschliches Leistungsvermögen / Human factorsBearbeiten

Bei den meisten Unfällen ist nicht ein technischer Fehler die Ursache, sondern das menschliche Versagen. Daher muss der Segelflieger wissen, wie weit er belastbar ist, und wann er in der Lage ist, ein Flugzeug zu steuern. Dabei spielen Beschleunigungskräfte, Flughöhe, Medikamente und viele andere Faktoren eine große Rolle. Vor allem die Flughöhe ist sehr wichtig, da der Mensch unter Sauerstoffmangel sein Urteilsvermögen verliert, sodass er irgendwann die Gefahr nicht erkennt und deswegen die Sauerstoffmaske nicht aufsetzt. Deshalb muss er so früh wie möglich über zusätzlichen Sauerstoff verfügen.

Funksprechzeugnis (BZF)Bearbeiten

Als Segelflieger ist es nicht unbedingt notwendig ein Funksprechzeugnis zu besitzen. Allerdings ist man ohne sehr eingeschränkt. Man darf nur bis zu einer bestimmten Höhe fliegen, und der Streckensegelflug wird problematisch. Daher machen die meisten Flugschüler das BZF II (Funksprechzeugnis zur Ausübung der Sprechfunks auf Deutsch). Da dieses auch für Motorflieger gültig ist, ist die Sprechfunkausbildung sehr umfangreich.