Musiklehre: Was ist ein Ton?

Zuordnung in der Musik

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Da Musik im Allgemeinen mit Instrumenten gespielt wird - die menschliche Stimme wird ebenfalls als Instrument betrachtet - ist der Ton im Sinne der Musik ein Geräusch, das entsteht, wenn ein festgelegtes Ereignis das Instrument zum klingen bringt. Das klingt sehr abstrakt und hat auch keine klare Grenze. Oft werden Noten benutzt, Symbole auf Notenpapier, um Dauer und Höhe eines Tones festzulegen. So kann wiederholbar mit identischen Tönen gearbeitet werden. Das ist wichtig, wenn mehrere Instrumente gleichzeitig oder nacheinander erklingen. Bei Schlagwerken wie Trommeln oder der flachen Hand auf der Gitarre genügt oft ein einziges Ereignis, ohne Angabe der Tonhöhe. Hier ist nur die Zeit des Geräusches wichtig.

Eigenschaften eines Tons

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Im vorigen Abschnitt wurden bereits einige Eigenschaften angeschnitten: Dauer und Höhe. Dazu muss wohl nicht mehr viel gesagt werden. Ein langer Ton wird länger wahrgenommen als ein kurzer und ein hoher Ton ist gut von einem tiefen zu unterscheiden. In der Musik sind diese Eigenschaften von größter Wichtigkeit, möchte man doch mit der Abfolge von Tönen und der Gleichzeitigkeit einen bestimmten Effekt erzielen. Schließlich muss noch die Lautstärke angegeben werden. Töne können leise oder laut sein, sanftes Zupfen an der Harfe oder ordentliches Schlagen auf die Pauken. Bereits sehr früh war man sich darüber im Klaren, dass verschiedene Töne bestimmte Gefühle oder Stimmungen bei Hörern auslösen. Folgen sehr viele kurze Töne mit starken Wechseln aufeinander, wird diese Musik als hektisch wahrgenommen. Klingen die Töne dagegen langsamer an, verschmelzen ineinander und klingen dann langsam aus, wirkt es beruhigend und meditativ. Dazwischen sind alle weiteren Emotionen und Spielarten erlaubt. Nationalhymnen klingen erhaben und majestätisch, Märsche bei Umzügen und von Militärkapellen klingen oft ermutigend, stark und eindrucksvoll. Es gibt Musik für die Meditation und sogar Chaos- oder Zufallsmusik, die für jede Aufführung eigene Regeln aufstellt.

Der Ton als seelenloses abstraktes Ding existiert also nur auf dem Papier und gibt dem Musiker oder dem Klangerzeuger die notwendigen Eigenschaften vor. Wird der Ton allerdings gespielt und klingt im Raum, verleihen ihm das Instrument, der Raum, die Prägung des Hörers schließlich einen Klang. Die Eigenschaften nochmal als Liste:

  • Tonhöhe/ Frequenz, gemessen in Hertz, Anzahl Schwingungen pro Sekunde, wenig Hertz=tiefer Ton, viel Hertz=hoher Ton
  • Tondauer, gemessen in Anteilen an einem Takt, letztlich in Zeiteinheiten wie Sekunde, bspw. ein Viertel (einer ganzen Note, bezogen auf einen Takt, mit 120 Takten in der Minute)=1/8 Sekunde
  • Tonstärke, schwer zu messen, oft Erfahrungswert und als feststehende Begriffe formuliert, bspw. crescendo, ital. anschwellend

Stimme und Ton

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Ein Instrument, das man immer dabei hat, ist die eigene Stimme. Unsere Stimmbänder, der Rachenraum, Zunge und Lippen und die zugehörigen Nasenhöhlen bilden ein sehr komplexes Instrument. Geübte Stimmbandkünstler können einen weiten Frequenzbereich abdecken und eine Vielzahl an Geräuschen erzeugen. Wer seine eigene Stimme mal richtig benutzt, vielleicht wie eines der menschlichen Orchester (Human Orchestra Kenny Muhammad oder Michael Winslow aus Police Academy), der stellt schnell fest, dass ziemlich viel Aufwand betrieben werden muss, um einem Sänger die richtigen Ereignisse zu geben, damit ein Musikstück daraus wird. Noch aufwändiger wird es, wenn man ein Orchester zu füttern hat.

Doch bleiben wir zunächst bei der Stimme und Tönen. Jedem wird auf Anhieb ein Kinderlied oder wenigstens ein Abzählreim einfallen. Selbst beim täglichen Sprechen bedienen wir uns verschiedener Töne. Bei Fragesätzen heben wir die Stimme an, die Tonhöhe steigt, im Streitgespräch wird die Stimme lauter, Frauen haben eine höhere Stimme als Männer u.s.w.

Versuchen wir mit den Eigenschaften aus dem vorigen Abschnitt ein bisschen mit der Stimme zu intonieren, Töne zu erzeugen. Zuerst brauchen wir einen Grundton, d.h. wir picken uns einfach eine beliebige Frequenz heraus. Wenn das einzig bekannte Lied Happy Birthday ist, wie wäre es mit dem ersten Ton, dem Wort happy? Von hier aus kann man sanft zum nächsten Ton gleiten[1], d.h. die Stimme erhöhen. Man kann auch hart von einem zum anderen Ton gehen, man kann auch eine beliebige Art und Menge an Zwischentönen einfügen. Die Dimensionen sind bereits hier mit einer einzigen Stimme grenzenlos.

Wenn man ein ganzes Orchester zur Verfügung hat, dann werden oft verschiedene Töne gleichzeitig gespielt, genauso wenn mehrere Sänger auf der Bühne stehen. Natürlich können auch alle gleichzeitig den einzigen Ton gemeinsam spielen, den das gesamte Musikstück umfasst. Aber erklingen mehrere verschiedene Töne gleichzeitig, dann nennt man das mehrstimmig. Während ein tiefer Ton sehr lang gespielt wird, kann man viele mittlere und hohe Töne gleichzeitig und in rascher Folge erklingen lassen. Mit der Mehrstimmigkeit ist die Vielfalt von Musik weiter gewachsen.

Ton und Klang

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Die Orchester wurden bereits mehrfach angedeutet, ebenso Sänger. Jedes Instrument, jede Stimme, hat seinen eigenen Frequenzumfang und natürlich seinen eigenen Klang. Man kann Flöten sehr leicht von Geigen unterscheiden, einen Bass-Sänger von einer Sopranistin. Manchmal sind die Unterschiede aber sehr fein und gelegentlich nimmt das Ohr sogar nur unterschwellig ein Geräusch wahr, unser Gehirn filtert es aber heraus. Dennoch fehlt etwas, wenn man das Instrument, resp. die Stimme, wegnehmen würde.

Wenn also ein Ton erklingt, dann fügt jeder Klangerzeuger etwas charakteristisches hinzu, was es uns erlaubt, den Erzeuger wiederzuerkennen oder von anderen zu unterscheiden. Diesen Charakter nennt man im physikalischen Sinne Spektrum. Es ist ein recht aufwändiger Parameter der angibt, welche Obertöne, d.h. welche zusätzlichen Frequenzen ein Instrument abstrahlt. Unsere eigene Stimme wird mit Hilfe des Rachenraumes, der Zunge und der Lippen gefiltert. Wenn wir ein i sprechen und die Lippen aus der breiten Öffnung in ein kleines Löchlein verwandeln, wird daraus etwas wie ein o, mit dem Umweg über etwas wie ein e. Mit dieser Filterung haben wir das Spektrum geändert und können so verschiedene Vokale voneinander trennen.[2]

Genauso hat eine Trompete ein charakteristisches Spektrum und derselbe Ton mit derselben Grundfrequenz klingt auf ihr gespielt anders, als würde man die Saite einer Gitarre anzupfen oder in ein Fagott blasen. Manchmal lassen sich Instrumente aber auch verändern oder anders spielen, um das Spektrum eines anderen Klangerzeugers zu imitieren. Elektronische Instrumente sind da wahre Alleskönner und Synthesizer lassen Streicher, Blechbläser oder Schlagwerke erklingen. Wer genau hinhört, erkennt hier aber auch charakteristische Spektren und entlarvt den Synthesizer als elektronisches Instrument.


  1. Ein rundes Stück Kunststoff oder Metall, sogar Glas über dem Finger und eine Gitarre machen den schönen Hawaii-Effekt, ein gleiten (glissando) von Ton zu Ton
  2. Für Trompeten gibt es verschiedene Dämpfer, die man vorn einstecken kann, einen Blechdeckel kann man auch verwenden, die Trompete scheint dann Vokale zu formen