Materialwirtschaft: Beschaffung: Arten der Bedarfsdeckung: Vorratsbeschaffung


Warum Vorratsbeschaffung?

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In vielen Fällen ist weder die Einzelbeschaffung noch Just in Time wirklich sinnvoll.

Die Einzelbeschaffung erzeugt hohe Wartezeiten und damit in der Produktion Fehlmengenkosten. Darüber hinaus ist eine Beschaffung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten (Stichwort: Mengenrabatt) nicht möglich. Just in Time hingegen hängt vom Produktionsprozess und der Zuverlässigkeit des Lieferanten ab. Beides ist nicht immer gegeben. Darüber hinaus können geringer Materialbedarf oder zu hohe Beschaffungskosten selbst in der Produktion das „Just in Time“-Verfahren unwirtschaftlich machen.

In diesem Fall muss die Unternehmung einen eigenen Bestand an Materialien bilden, um wirtschaftliche Konditionen maximal ausnutzen zu können. Dies hat darüber hinaus noch den Vorteil, eine (je nach Höhe der Lagerhaltung) kurz- oder langfristige Entkopplung vom Beschaffungsmarkt durchzuführen: Die Unternehmung kann angesichts zu erwartender Preisentwicklung und natürlichen Schwankungen in der Verfügbarkeit eines Gutes flexibler entscheiden als bei den oben genannten Verfahren, bei denen die Unternehmung gezwungen ist, beim aktuellen Preis zu kaufen.

Die Vorratsbeschaffung und Lagerbildung stellt große Herausforderungen an die Planung, um mögliche Zielkonflikte zu vermeiden. Die wirtschaftlichen Vorteile dieses Verfahrens, die sich aus Rabatten und Unabhängigkeit am Markt sowie ausbleibenden Fehlmengenkosten ergeben, sollen nicht von hohen Lagerkosten, Wertverlust des Materials und übermäßig hoher Kapitalbindung wieder aufgezehrt werden.

Zudem können auch bei der Lagerhaltung Fehlmengenkosten entstehen, wenn man den aktuellen Bestand und den Bedarf im Unternehmen nicht permanent im Auge behält. Um dies zu gewährleisten, gibt es verschiedene Methoden, die Sie in den nächsten Kapiteln kennenlernen werden.

Wann lohnt sich Vorratsbeschaffung?

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  • Güter, die in großen Mengen beschafft werden, jedoch nur einen geringen Wert haben


Beispiel

Kopier-/Druckerpapier, Druckerpatronen, Büroklammern, Schrauben, Muttern, Flachstahl.

  • Güter, die hohen Preis- und Verfügbarkeitsschwankungen unterworfen sind.


Beispiel

(nicht schnell verderbliche) Lebensmittel, Edelmetalle, bestimmte Chemikalien.

  • Güter, die keinen hohen Wertverlust haben


Beispiel

Gegenbeispiele: Computer, Speicherbausteine, leicht verderbliche Lebensmittel.

  • Bei Eigenfertigung oder Handelsunternehmen

Vorteile und Nachteile

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Vorteile

  • Erlaubt im Gegenteil zu anderen Beschaffungsarten Bedarfsabweichungen durch ungenaue Bedarfserfassung
  • Höhere Toleranz gegenüber Ausschuss, Produktionsstörungen und Lieferproblemen
  • Rabatte aufgrund größerer Liefermengen
  • Geringere Bezugskosten durch seltenere Lieferungen
  • Hohe Verfügbarkeit der Güter, dadurch geringe Wartezeiten beim Bedarfsträger
    • Dadurch: Niedrige Fehlmengenkosten
  • Preisschwankungen am Markt lassen sich vorteilhaft ausnutzen (kaufen bei niedrigem Preis, nicht bei Bedarf)
  • Güterverfügbarkeit am Markt spielt eine untergeordnete Rolle (z.B. bei Lebensmitteln)


Nachteile

  • Hohe Kapitalbindung
  • Möglicher Wertverlust der Güter
  • Hohe Lagerungskosten
  • Anfällig für Fehlkäufe (Kauf eines Gutes auf Vorrat, welches in der nächsten Periode nicht mehr benötigt wird)


Übungsaufgaben

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Übung 1


Ein Lieferant der Queja AG bietet dem Unternehmen ein neues Speichermedium an, welches aufgrund seiner Speicherkapazität nach Marktschätzungen eine hohe Nachfrage am Markt erzielen könnte. Da es bislang wenig andere Interessenten gibt, überlegt die Queja AG die aktuell günstigen Preise auszunutzen und eine größere Menge dieser Speichermedien auf Vorrat zu bestellen.

Nennen Sie 5 Gründe, die gegen eine solche Maßnahme sprechen.