Kleiner Führer zu Burgen, Schlössern und Rittersitzen: Zwischen Kleve und Hünxe: Tourbeschreibung

Im Folgenden wird eine grobe Tourskizze zu allen in diesem Buch aufgeführten Objekten gegeben. Auf eine genaue Wegbeschreibung wird verzichtet, denn der Verlauf von Straßen und Wegen unterliegt einem ständigen Wandel (Sperrungen, Umbauten etc.), sodass es kaum möglich ist, mit einer detaillierten Schilderung des Weges immer up-to-date zu bleiben und somit verlässlich zu sein. In Zeiten, in denen viele Pkw ein GPS-System besitzen, ist dies wohl auch nicht mehr nötig. Es können aber auch die guten alten Straßenkarten auf Papier genutzt werden (zum Beispiel der Falk Stadtatlas „Großraum Niederrhein“).

Die vorliegende Tour ist so ausgelegt, dass sie mit dem Pkw an drei Tagen zu bewältigen ist, aber selbstverständlich kann man sich auch einfach nur einige Anlagen herauspicken und diese gezielt ansteuern. Für Fahrradfans empfiehlt es sich, die Strecke in mehrere Etappen aufzuteilen, je nachdem ob man geübter Fahrradfahrer oder eher nur Hobby-Radler ist. Der Vorteil ist sicherlich, dass man mit dem Drahtesel landschaftlich reizvollere Strecken wählen kann als dies mit dem Auto der Fall ist. Die Niederrhein-Region ist ein wahres Paradies für Radwanderer. Wenn kein GPS-System dabei zum Einsatz kommt, ist beispielsweise die ADFC Regionalkarte „Niederrhein Nord“ zu empfehlen.

Wir starten bei dem im Lippetal gelegenen Schloss Gartrop im gleichnamigen Hünxer Stadtteil, um anschließend nach Norden zum Schloss Raesfeld im südlichen Münsterland zu reisen. Die Anlage besitzt übrigens mit 52,5 Metern den höchsten Turm aller Schlösser in Westfalen. Bei Bedarf kann man dort einen Abstecher in den Tiergarten im Schlosspark machen, ehe es weitergeht gen Norden in Richtung Borken. Dort ist die Burg Gemen unser nächstes Ziel. Obwohl der Name Anderes vermuten lässt, handelt es sich bei der Anlage um ein Schloss, das heute durch das Bistum Münster genutzt wird. Wir bleiben noch ein wenig im Münsterland und fahren nach Rhede, wo das kleine Renaissanceschloss Rhede einst Martin Luther zu einem Kirchenlied inspirierte. Von dort geht es zum Schloss Diepenbrock, das seinen Namen von einer sumpfigen Landschaft erhielt und lange Zeit als Hotel-Restaurant diente.

Unsere nächste Station ist dann Schloss Ringenberg in Hamminkeln, das als Atelier- und Ausstellungszentrum von bildenden Künstlern genutzt wird. Der Weg führt anschließend weiter nach Westen zum Barockschloss Bellinghoven, das einst aus einer Turmhügelburg hervorging. Entlang der B8 geht es danach zum beeindruckenden Haus Aspel. Es gilt als eine der ältesten Anlagen im Rheinland und wird schon seit 1850 durch den Orden der Töchter vom heiligen Kreuz genutzt, steht aber Besuchern für eine Außenbesichtigung offen. Nicht mehr so gut intakt ist hingegen die Ruine des Hauses Empel in Rees. Im Zweiten Weltkrieg wurde es bei den Kämpfen um Rees fast völlig zerstört, aber der heutige Eigentümer und der Heimatverein Millingen-Empel bemühen sich um Sicherung und Erhaltung der noch vorhandenen Bausubstanz. Gut 5,5 Kilometer Luftlinie von Haus Empel entfernt finden wir ganz nahe an der deutsch-niederländischen Grenze eines der größten Wasserschlösser des Münsterlandes: die Burg Anholt. Das dort beheimatete Schlossmuseum kann – ebenso wie der große Schlosspark – entgeltlich besichtigt werden.

Unsere Tour führt uns nun zum Schloss Hueth, wo einst Feldmarschall Blücher ein- und ausging, das heute aber in Privatbesitz und deshalb nur von der Straße aus zu besichtigen ist. Von dort geht es weiter nach Westen in den Klever Stadtteil Kellen, wo uns mit Haus Schmithausen ist ein kleines Rokoko-Schlösschen direkt an der B220 erwartet. Anschließend führt die Strecke zum ehemaligen Kloster Schloss Gnadenthal, ehe wir dem Hauptsitz der mächtigen Herzöge von Kleve einen Besuch abstatten. Ihre Schwanenburg überragt weit sichtbar die Stadt und ist eine der wenigen Höhenburgen am Niederrhein. Anschließend geht es zum Mekka für Joseph-Beuys-Fans, denn das Schloss Moyland in Bedburg beherbergt die Kunstsammlung der Brüder van der Grinten und damit den weltweit größten Bestand an Werken von Joseph Beuys. Die nächste Station ist die kleine Burg Boetzleaer. Deren Erbauer, die Herren von Boetzelaer, waren eines der mächtigsten Rittergeschlechter der Region und konnten ihre Eigenständigkeit lange gegen die Grafschaft Kleve behaupten.

Die jüngste Anlage auf unserer Tour besuchen wir als nächstes: Das historistische Schloss Kalbeck wurde erst 1906 erbaut. Dann geht es zum ebenfalls in Weeze gelegenen Haus Hertefeld, das schon Friedrich I. von Preußen und Zar Alexander I. besuchten. Heute kann man in der teilrestaurierten Schlossruine fürstlich übernachten. Nur vier Fahrminuten weiter südlich erwartet uns eine weitere Übernachtungsmöglichkeit in historischem Ambiente: Schloss Wissen, Stammsitz der Familie von Loë und einer der bedeutendsten Adelssitze am Niederrhein, wird heute zum Teil als Hotel genutzt. Zum Schluss führt uns die Strecke wieder nach Osten zum Haus Winnenthal im Xantener Stadtteil Birten, wo unsere Reise endet.

Schloss GartropSchloss RaesfeldBurg GemenSchloss RhedeSchloss DiepenbrockSchloss RingenbergSchloss DiersfordtSchloss BellinghovenHaus AspelSchlossruine Haus EmpelBurg AnholtSchloss HuethHaus SchmithausenSchloss GnadenthalSchwanenburgSchloss MoylandBurg BoetzelaerSchloss KalbeckHaus HertefeldSchloss WissenHaus WinnenthalZwischen Kleve und Hünxe
Über dieses Bild

1 Schloss Gartrop
2 Schloss Raesfeld
3 Burg Gemen
4 Schloss Rhede
5 Schloss Diepenbrock
6 Schloss Ringenberg

7 Schloss Diersfordt
8 Schloss Bellinghoven
9 Haus Aspel
10 Schlossruine Haus Empel
11 Burg Anholt

12 Schloss Hueth
13 Haus Schmithausen
14 Schloss Gnadenthal
15 Schwanenburg
16 Schloss Moyland

17 Burg Boetzelaer
18 Schloss Kalbeck
19 Haus Hertefeld
20 Schloss Wissen
21 Haus Winnenthal