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Einleitung | Traumerinnerung | Techniken | Verwendung | Weiterführende Literatur und Links | Glossar | Autoren

 

Du hast nun einiges über das Klarträumen gelesen. Aber dich wird wahrscheinlich brennend interessieren, wie man nun zu diesen Klarträumen kommt. Da gibt es nämlich verschiedene Techniken, die hier nun beschrieben werden. Du musst kritisches Bewusstsein üben und dich viel mit Klarträumen beschäftigen, dann klappt das schon. Schau auch regelmäßig in Internet-Klartraumforen nach, was es dort für Tipps gibt. Ein wichtiger Tipp kommt nun: Wenn du dich einmal in einem Klartraum befindest, beachte, dass meistens, wenn du im Klartraum Augen bewegst oder atmest, dies auch in der wirklichen Welt geschieht. Alle anderen Körperfunktionen sollten keine Auswirkung auf deinen echten Körper haben. Wenn du es aber dennoch schaffst, im Traum deinen wirklichen Körper zu bewegen (nur eine andere Person kann dir sagen, ob du dies geschafft hast), wirst du aufwachen. Dass man durch Blickfixation aufwacht, ist eine mittlerweile widerlegte These, die immer noch zeitweise auftaucht. Hab keine Angst, du kannst im Traum ruhig Dinge anstarren! Bei manchen kommt der erste Klartraum nach ein paar Tagen, bei anderen dauert es aber Wochen oder Monate, wieder andere hatten hingegen schon längst einige. Eine Leseempfehlung: Paul Tholey: Klarträumen – Wie geht das? Du solltest dir keine Frist setzen; irgendwann kommt der erste Klartraum bestimmt!

Vorbereitung

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Theoretisch kann man auch ohne diese Techniken klarträumen. Wenn man es aber noch nie getan hat, ist es unerlässlich sie zu üben. Bemühe dich, dass du sie auch richtig verstehst und forsche im Zweifelsfall weiter nach! Welche Techniken die besten für dich sind, kannst du nur durch ausprobieren herausfinden.

Aufwachen und wieder einschlafen

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Zunächst muss man wissen, wie man sich selbst weckt und 10 bis 60 Minuten später wieder einschläft. Ein relativ leiser Wecker ist womöglich die einfachste Lösung. Man kann ihn auf die andere Seite des Zimmers stellen, damit er einen zwingt, aufzustehen. Man kann auch die MILD-Technik (s. entsprechender Abschnitt später in diesem Kapitel) benutzen, um kurz nach einem Traum aufzuwachen. Dies sollte auch die Traumerinnerung verbessern. Es kann auch helfen, viel Wasser oder Tee zu trinken, auch andere harntreibende Mittel sollten den gleichen Zweck erfüllen. Man beachte aber, dass der harntreibende Effekt von Kaffee durch das Koffein ausgelöst wird, was einen daran hindern kann, einzuschlafen.

Wenn man vor allem Schwierigkeiten hat einzuschlafen, sollte man eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen etwas trinken, um nicht später durstig zu werden, und danach nichts mehr. Koffein und/oder Zucker sollten vermieden werden! Es regt den Körper an.

Sollte es dennoch sehr lange dauern, bis man einschläft, kann man diese Zeit nutzen, um Bücher über das Klarträumen zu lesen. Das erhöht die Chance auf einen Klartraum beträchtlich. Tipp: Eine Lampe in der Nähe des Bettes zu nutzen, kann verhindern, dass man wieder wach wird, wenn man das Licht ausschalten möchte.

Realitätschecks

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Mit Hilfe von Realitätschecks (oder kurz RCs) unterscheidet man zwischen Traum und Realität. Es wird empfohlen, dass man sie ausführt, allerdings gibt es gleichzeitig vieles bei ihrer Ausführung zu beachten, damit man sie auch im Traum und dort erfolgreich ausführt. Eine Nebenwirkung regelmäßiger RCs ist eine kritische Grundeinstellung gegenüber der eigenen Wahrnehmung und dem eigenen Erleben, wodurch auch ohne RC ein Traum als solcher erkannt wird.

  • Wichtig ist, dass man unbedingt Traumresultate erwarten muss, ansonsten verändert der Placebo-Effekt die Ergebnisse der Checks im Traum, sodass man die Traumrealität akzeptiert. Im wahren Leben sollte es nicht zu einer solchen Beeinflussung kommen, aber im Traum hat man in Erwartung von Traumresultaten eine höhere Erfolgsquote.
  • Außerdem muss beachtet werden, dass die Gedankengänge im Traum wahrscheinlich weder zusammenhängend noch logisch sind. Es ist daher sehr von Nutzen, Realitätschecks wirklich spontan durchzuführen.
  • Als hilfreich erweist sich zudem, unmittelbar davor in Gedanken „Das ist ein Traum!“ mit genau dieser Überzeugung auszurufen.

Es folgen einige Beispiele für Reality-Checks. Man sollte sich mit allen vertraut machen, auch wenn man nur einige davon benutzt.

Bezeichnung Anleitung Verlässlichkeit Geschwindigkeit Diskretion Insgesamt
Sicht Hast du eine klare Sicht? Das funktioniert meist nur bei Leuten mit leicht verschwommener Sicht in der wachen Welt. 4 5 5 4.67
Hände Haben deine Hände eine seltsame Farbe, hast du zu viele Finger (verschwinden sie und tauchen wieder auf, wenn du versuchst, sie zu zählen)? Siehst du Abnormalitäten? Kannst du deine Finger durch deine andere Hand oder durch Gegenstände bewegen? 4 5 5 4.67
Atmung Kannst du mit geschlossener Nase atmen? 5 5 4 4.67
Lesen Verändern sich die Sätze, wenn du etwas liest? Lies etwas, drehe dich kurz weg und lies es dann noch einmal. Wiederhole diesen Vorgang. 5 4 4 4.33
Wand Lehne dich an eine Wand. Ist sie fest oder weich? 4 5 5 4.67
Zeit Zeigt deine Uhr eine vernünftige Zeit? Kann man die Zeit überhaupt ablesen? Manchmal zeigen Uhren falsche Zahlen oder gar Symbole, oder sie haben mehr Zeiger als gewöhnlich. Anmerkung: Mit digitalen Anzeigen funktioniert die Sache besser. 4 5 4 4.33
Superkräfte Kannst du fliegen (stell es dir einfach vor), Türen öffnen oder hast du andere „magische“ Kräfte? Versuche, durch eine Mauer oder einen Spiegel zu laufen. 4 5 3 4.00
Nase Kannst du deine Nase mit nur einem offenen Auge sehen? 2 5 5 4.00
Springen Wenn du springst, gleitest du sanft zu Boden? 5 5 1 3.67
Erinnerung Kannst du dich erinnern, wie du an diesen Ort gelangt bist und warum du dort bist? Was passierte vor einer Stunde? Anmerkung: Dieser Test ist nicht sehr zuverlässig! 2 3 5 3.33
Spiegel Ist dein Spiegelbild normal? Hast du überhaupt eines? 3 3 3 3.00
Schmerz Fühlst du Schmerz, wenn du dir (leicht) auf die Zunge beißt? ? 5 5 ?
Lichtschalter Funktionieren die Lichtschalter oder andere Geräte? 4 3 1 2.67

Mache regelmäßig ein paar ausgewählte RCs. Gehe dabei wirklich davon aus, dass du träumst, und führe in dieser Annahme auch die Realitätschecks durch. Wenn dir mehrere Tests zeigen, dass du nicht träumst, solltest du dir überlegen, was in einem Traum anders sein könnte. Dadurch wirst du auch eher Realitätschecks im Traum durchführen.

Neben den RCs während des Tages sollte man auch beim Aufwachen eine Überprüfung vornehmen. Dadurch kann man ein falsches Erwachen nutzen, um luzid zu werden; meist erträumt man bei diesen Erwachen den folgenden Tag.

Wenn man Probleme damit hat, die Überprüfungen auch im Traum durchzuführen, dann stelle man sich vor dem zu Bett gehen vor, dass man träume, seltsame Dinge bemerke und einen Realitätscheck durchführe. Anschließend macht man einen Realitätscheck im wahren Leben. Nach einigen Malen wird man RCs auch im Traum durchführen.

In Situationen, in denen man keinen RC machen kann, zum Beispiel bei Vorlesungen, sollte man dies so schnell wie möglich nachholen. Man kann auch diskrete Überprüfungen machen, beispielsweise das Erfühlen der Finger, ob es noch immer fünf sind. Wenn man allerdings anfängt, sich zu sagen: „Jetzt kann ich keinen Realitätscheck machen!“, dann sollte es einen nicht überraschen, wenn man diesen Fehler auch im Traum macht.

Welcher Realitätscheck ist der beste?

Wenn man sich seine persönlichen RCs aussucht, sind Verlässlichkeit, Geschwindigkeit und Diskretion die wichtigsten Kriterien.

  • Unter Verlässlichkeit ist zu verstehen, wie schnell und ob man durch ein Traumergebnis (z.B. 7 Finger an einer Hand) merkt, dass man träumt. Es ist von Person zu Person unterschiedlich, aber manche RCs sind insgesamt verlässlicher als andere. Die Zahlen in der Tabelle sind nur grob geschätzt und können leicht variieren.
  • Es ist wichtig, dass ein Realitätscheck schnell verläuft. Es wäre verschwendete Traumzeit, wenn man nach einem Buch oder gar nach einem Spiegel sucht. Außerdem gibt man dadurch seinem Unterbewusstsein die Möglichkeit, reale Ergebnisse zu imitieren, vor allem wenn man glaubt, dass man diese Ergebnisse bekommt.
  • Zuletzt sollten RCs diskret sein, das heißt, sie sollten nicht zu viel Aufmerksamkeit auf einen ziehen, wenn man sie in der realen Welt ausführt. Plötzliches Aufspringen oder der Versuch, durch eine Wand zu laufen, können einen ziemlich in Verlegenheit bringen!

Ich vergesse ständig, Realitätschecks zu machen. Was kann mich daran erinnern?

Man sollte sich nicht extra „Realitätscheck“ oder „luzid“ auf die Hand schreiben, weil sich dadurch eine zu starke Abhängigkeit von dieser Gedächtnisstütze entwickelt und man die Stütze im Traum vielleicht nicht hat. Ein Punkt oder ein Kreis auf der Hand sollte genügen.

Eine andere Möglichkeit ist es, sich einige Dinge aufzuschreiben, die man regelmäßig am Tag tut. Zum Beispiel: seinen Namen hören, einen Gang entlanggehen, den Fernseher anschalten, ein Buch lesen, einen Fremden sehen. Morgens suche man sich dann drei dieser Dinge aus und nehme sich vor, jedesmal einen RC durchzuführen, wenn die Dinge am Tag passieren. So gewöhnt man sich an, immer öfter am Tag Realitätschecks durchzuführen.

Ein RC im Traum ergab, dass ich nicht träumte. Was ist da falsch gelaufen?

Einige RCs funktionieren ausgezeichnet bei manchen Leuten, bei anderen wiederum überhaupt nicht. Vor allem beim Lichtschalter oder bei den Händen tritt dieses Problem auf. Wenn die Lichtschalter funktionieren oder die Hände total normal aussehen, sollte man die Technik wechseln.

Auch nach einem Realitätscheck wurde mir nicht bewusst, dass ich träumte. Was ist da falsch gelaufen?

Man sieht zum Beispiel in einen Spiegel und das Spiegelbild hat große Dellen oder ist neblig und trotzdem bemerkt man nicht, dass man träumt. Das passiert allerdings selten, wenn man in den Spiegel schaut, um einen RC durchzuführen. Man muss dann im wahren Leben die RCs sorgfältiger durchführen oder verlässlichere Realitätschecks benutzen, die einem stärker zeigen, dass man träumt. Man sollte auch darauf achten, dass die RCs einfach zu machen sind. Zum Beispiel sollte man nicht den Zeit-Check benutzen, wenn man nie eine Uhr trägt oder nicht den Spiegel-Check, wenn man fast nie in den Spiegel blickt oder weiß, dass man in seinen Träumen keinen Spiegel findet.

Eine weitere Möglichkeit, die besonders gut funktioniert, ist, zu springen und sich dabei um 180° zu drehen, sodass man nach dem Sprung die Umgebung hinter sich sieht. Diese Methode ist leider nicht sehr diskret, funktioniert aber sehr gut. Wenn man träumt, dann dreht sich das Sichtfeld einfach weiter oder in die falsche Richtung, bei manchen fühlt es sich an als würden ihre Füße unter ihnen weggezogen.

„10 Gebote“

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Paul Tholey stellte für das Erlernen des Induzierens eines Klartraums folgende 10 Gebote auf:

  1. Stelle dir die kritische Frage, ob du wach bist oder träumst mindestens fünf- bis zehnmal am Tag.
  2. Stelle dir dabei intensiv vor, dich in einem Traum zu befinden, dass also alles, was du wahrnimmst, inklusive deines eigenen Körpers, geträumt ist.
  3. Achte bei der Beantwortung der Frage sowohl auf das, was gerade in diesem Moment geschieht, als auch auf Vergangenes, denn oft setzen Traumerlebnisse unvermittelt ein und in der Regel gibt es im Traum kein Gestern, sondern eine Lücke. Also, hast du Erinnerungslücken oder bemerkst du etwas Ungewöhnliches? (Realitätscheck)
  4. Stelle dir die kritische Frage immer in Situationen, die für Träume charakteristisch sein könnten, z. B. wenn etwas Ungewöhnliches geschieht.
  5. Hast du wiederkehrende Inhalte in deinen Träumen, tauchen z. B. häufig Hunde oder Katzen auf? Stelle dir in dem Fall immer dann die kritische Frage, wenn du einen Hund bzw. eine Katze siehst.
  6. Stelle dir im Wachzustand bestimmte Trauminhalte vor, wie z. B. durch die Luft zu fliegen, und versuche dich intensiv in das Erlebnis hineinzuversetzen (Visualisierung). Diese Vorstellung wird mit dem Gedanken verbunden, dass man sich im Traum befindet.
  7. Schlafe mit dem Gedanken ein, dass du einen Klartraum haben wirst (Autosuggestion).
  8. Ist deine Traumerinnerung eher schwach, so führe ein Traumtagebuch, um sie zu verbessern.
  9. Nimm dir vor, im Traum eine ganz bestimmte Handlung auszuführen (Intention).
  10. Übe regelmäßig, aber nicht verbissen, und bewahre Geduld!

Techniken

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Übersicht

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Die unterschiedlichen Techniken können individuell sehr verschieden wirken. Es gibt keine „perfekte“ Methode, und die meisten Techniken können zum luziden Träumen verwendet werden. Grundsätzlich können sie drei Kategorien zugeordnet werden:

1. Klarheit bewahrende Techniken
Der noch wache Mensch versucht, sein Bewusstheit in den Traum fließend mit hinüberzunehmen, wie beispielsweise bei der sog. WILD-Technik (Wake Induced Lucid Dream). Gewissermaßen schläft nur der Körper ein und verfällt in eine Schlafstarre. Klarträume können dabei nahezu beliebig induziert werden.
2. Klarheit gewinnende Techniken
Der Träumende erkennt während des Traumgeschehens, dass er träumt. Dies kann beispielsweise durch Erkennen von Schlüsselsymbolen geschehen. Wenn diese regelmäßig in Träumen auftreten, kann bei deren erneutem Erscheinen ein Klartraum induziert werden.
3. Einsatz von externen Reizen
Wenn der Träumende in der REM-Phase von außen Reize (visuell, auditiv) erhält, die ihn auf sein Träumen hinweisen, kann dies Klarträume induzieren. Solche Reize können Lichtsignale, Worte oder Töne sein.

 

Technik Zusammenfassung Vorteile Nachteile Am besten geeignet für …
WBTB
(Wake-Back-To-Bed)
Nach ein wenig Schlaf aufwachen, aufstehen und nach einiger Zeit wieder zurück ins Bett gehen.
  • einfach
  • sehr zuverlässig, insbesondere in Kombination mit anderen Techniken
  • unterbricht den Schlafzyklus
Personen, die ihre Techniken ausbauen wollen oder ohnehin mitten in der Nacht aufwachen.
Autosuggestion Lass dich selbst wirklich glauben, dass du klarträumen wirst.
  • einfach
  • nicht so effektiv wie andere Techniken (z. B. MILD)
  • geringe Ausdauer bei anderen Techniken
Hypnoseempfängliche Personen
MILD
(Mnemonic Induction of Lucid Dreams)
Einschlafen, während du dich auf die Absicht konzentrierst, dich zu „erinnern“, dass du träumst.
  • einfach
  • kann ziemlich langweilig werden
Menschen, die gut in der Lage sind, sich an Vorgenommenes zu erinnern
WILD
(Wake-Initiation of Lucid Dreams)
Das Bewusstsein wach halten, während man einschläft, um so geradewegs in den Traum einzutreten.
  • kann einen luziden Traum durch die bloße Absicht dazu induzieren
  • Man kann sich voll und ganz entspannen.
  • kann erschreckende Körperempfindungen hervorrufen
  • kann (oder wird) hypnagoge Bilder während des Einschlafens hervorufen, die beim Einzelnen recht erschreckend aussehen können
  • Es braucht einige Zeit, bis man diese Technik beherrscht.
Personen, die verlässlich einen luziden Traum haben wollen.
VILD
(Visual Induction of Lucid Dreams)
Durch wiederholte Visualisierungen kann ein Traum provoziert werden, in dem man einen Realitätscheck macht.
  • lässt dich ebenfalls einen luziden Traum durch deinen Willen erleben
  • funktioniert bei einigen Menschen wirklich sehr gut …
  • … bei anderen wiederum überhaupt nicht
  • Visualisieren kann dich wach halten.
Personen mit guter Vorstellungskraft
HILD/FILD
(Hargarts Induced Lucid Dream / Finger Induced Lucid Dream)
Am Morgen nach dem Aufwachen den Zeigefinger auf und ab bewegen, während man sich sagt, dass man in 30 Sekunden bis 1 Minute einen Realitätscheck macht
  • einfach
  • keine Hypnagogen Bilder oder Schlafparalyse
  • Man sollte dazu sehr müde sein
  • Man befindet sich nach dem RC nicht immer in einem Traum
Personen die am nächsten Tag nicht früh aufstehen müssen.
CAT
(Cycle Adjustment Technique)

„Justierung“ deines Schlafzyklus, um Klarträume in den späteren Abschnitten des Schlafes zu fördern

  • erfordert relativ geringen Aufwand, außer deinen Schlafzyklus zu justieren
  • sehr effektiv
  • verlangt von dir, dass du an manchen Tagen sehr früh aufstehst
  • Du wirst nur an bestimmten Tagen luzide Träume haben (obwohl diese öfter auftreten werden als bei anderen Techniken).
Personen mit einem sehr regelmäßigen Schlafzyklus

IPA steht für intended perverted action (beabsichtigte abnormale Handlung).
Du überlegst dir ein festes Vorhaben für deinen Traum, welches du niemals beabsichtigst in der Wirklichkeit zu tun; Beispiele wären: fallen, suizid etc. also etwas das du in der Realität unter keinen Umständen tun würdest, theoretisch aber könntest – und einen gewissen Reiz (Neugierde) verspürst auszuprobieren was passiert wenn. Die einzige Möglichkeit hierfür ist jedoch der Traum, nur dort kannst du dieses Vorhaben gefahrlos umsetzen. Wichtig ist, dass es ein tieferes Verlangen danach gibt, es kann dabei durchaus mehrere Tage dauern bis du dein Vorhaben umsetzen kannst. Du solltest das Vorhaben nicht verändern bis du es geschafft hast und dir jeden Abend vor dem Einschlafen dieses noch einmal bewußt machen zb: Wenn ich träume werde ich aus dem Fenster springen. Oder im Traum werde ich versuchen zu sterben. usw. Durch die mit Anzahl der Versuche steigende Manifestation wirst du dich irgendwann im Traum an das Vorhaben erinnern z.B. weil du ein Fenster siehst, und deine Wunschaktion ausführen. Funktioniert bei experimentierfreudigen Personen vermutlich besser. Zum einen erinnern wir uns an "schräge" Dinge besser als an normale, wodurch die Chance steigt, dass es während des Träumens ins Bewusstsein vordringt. Weiter ist die Aktion auch gleich dein RC, denn durch die Aktion (auch wenn du sie nur unbewusst im Traum ausführst) wird dir bewußt, dass du träumst. Von dem Augenblick kannst du deinen Traum dann gestalten, wie es dir beliebt.

Diese Technik wurde „grün“ eingestuft: Diese Technik wurde erfolgreich in wissenschaftlichen Versuchen getestet und/oder ist Teil eines kommerziellen Buches über luzides Träumen.

WBTB steht für “Wake-Back-To-Bed” („Aufwachen-Zurück-ins-Bett“).

Weck dich selbst nach 4 bis 6 Stunden Schlaf, stehe auf und bleibe zwischen einigen Minuten und einer Stunde wach, bevor du dich wieder ins Bett legst. Vorzugsweise machst du in dieser Zeit etwas, das mit luzidem Träumen zusammenhängt, z. B. ein Buch über dieses Thema lesen. Am besten funktioniert WBTB, wenn es mit anderen Techniken kombiniert wird; viele Menschen haben erstaunliche Resultate mit einer MILD/WBTB-Kombination erzielt. Die WBTB-Technik erhöht signifikant die Chance, im Traum klar zu werden, und in Verbindung mit MILD (siehe unten) erhöhst du sie noch weiter, wenn du eine Stunde oder mehr Schlaf nach der WBTB-„Sitzung“ einplanst. Wie auch immer, für WBTB brauchst du viel Zeit zum Schlafen, und daher ist diese Technik eher an Wochenenden anwendbar.

Ich wache immer auf, aber kann mich nicht zusammenreißen und aufstehen. Was kann ich tun?

Hänge ein Blatt Papier mit den Worten „Aufstehen!“ an die Wand oder die Decke, so dass du es sehen kannst, wenn du aufwachst. Andere Anreize zum Aufstehen können natürlich der Wecker oder ein Licht, das sich unter dem Bett anschaltet, sein. Nachdem du mit WBTB einen luziden Traum hattest, wirst du es viel leichter finden, aus dem Bett zu kommen, weil du dadurch erst die richtige Motivation erhältst.

Autosuggestion

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Diese Technik wurde „grün“ eingestuft: Diese Technik wurde erfolgreich in wissenschaftlichen Versuchen getestet und/oder ist Teil eines kommerziellen Buches über luzides Träumen.

Diese Technik verwendet Autosuggestion, um luzide Träume zu erzielen. Dies kann für Personen, welche sehr empfänglich für Hypnose sind, von Vorteil sein, aber für die meisten Menschen wird die MILD-Technik effektiver sein.

Bevor du also schlafen gehst, stell dir vor, dass du diese Nacht einen luziden Traum haben wirst. Du kannst ein Mantra (wie z. B. „Ich werde erkennen, dass ich träume!“) verwenden, wenn du willst, aber versichere dich, dass du nicht zu angestrengt einen luziden Traum zu erzwingen versuchst. Anstatt zuviel Energie in deine Suggestion zu stecken, versuche einfach, dir vorzustellen, einen luziden Traum zu haben. Versuch dir schon mal vorzustellen, wie ein solcher Traum sein könnte, aber sei geduldig, falls du nicht gleich einen solchen Traumzustand erreichst.

Man kann Autosuggestion auch dazu verwenden, seine Traumerinnerung zu verbessern. Benutze die Technik wie oben beschrieben, aber anstatt dir zu suggerieren, einen luziden Traum zu haben, willst du dich an deine Träume erinnern können. Du kannst auch ein Mantra wie dieses hier benutzen: „Wenn ich aufwache, werde ich mich daran erinnern, was ich geträumt habe!“ Sei vorsichtig, das Mantra nicht zu angestrengt zu wiederholen. Erwarte stattdessen wirklich, dass du dich an deine Träume erinnern wirst.

Außerdem hat der Placebo-Effekt einen starken Einfluss auf das Träumen. Wenn man glaubt, dass die Traumcharaktere langweilig und leblos agieren, werden sie es viel eher auch so tun. Wenn man dagegen glaubt, dass sie kreativ, originell und überraschend sein können, werden sie es auch viel eher sein. Ein großer Teil der Träume wird vom Placebo-Effekt beeinflusst. Denk daran, dass das Klarträumen einfacher sein wird, wenn man auch daran glaubt, dass es einfach ist.

Diese Technik wurde „grün“ eingestuft: Diese Technik ist detailliert im Buch Exploring the World of Lucid Dreaming von Stephen LaBerge beschrieben.

MILD bedeutet „Mnemonic Induction of Lucid Dreams“ oder „Mnemonically Induced Lucid Dream“. Die MILD-Technik wurde von Stephen LaBerge entwickelt und wird in seinem Buch Exploring the World of Lucid Dreaming ausführlich erläutert.

Bei der MILD-Technik konzentrierst du dich darauf, dich daran zu „erinnern“, dass du träumst. Wiederhole in deinen Gedanken ein kurzes Mantra, beispielsweise „Das nächste Mal, wenn ich träume, werde ich mich daran erinnern, dass ich träume!“ Denk darüber nach, was das bedeutet (z. B., dich daran zu erinnern, dass du träumst, genauso wie du dich im Supermarkt daran erinnerst, dass du noch Brot brauchst) und stell dir vor, dich in einem Traum zu befinden, den du gerade hattest, aber diesmal erkennst du, dass du träumst. Stell dir zum Beispiel vor, du würdest fliegen und erkennst es als Traum, eben weil du fliegst. Wiederhole und visualisiere das Mantra bis du dir sicher bist, dass deine Absicht sich in deine Gedanken „eingegraben“ hat, oder du einschläfst. Wenn du mit den Visualisierungen und dem Mantra aufhörst, versuche, dass das Letzte in deinen Gedanken, bevor du einschläfst, die Absicht ist, zu erkennen, dass du träumst.

Im Allgemeinen kann MILD eingesetzt werden, wenn du gerade erst ins Bett gehst, oder nachdem du während der Nacht aus einem Traum erwacht bist. Wenn du die MILD-Technik benutzt, nachdem du aus einem Traum aufgewacht bist, solltest du diesen Traum noch einmal in Gedanken durchgehen, um sicher zu sein, dass du dich an den Traum erinnern kannst. Manche Menschen finden es hilfreich, einige Notizen über den Traum in ihrem Traumtagebuch zu machen.

Wenn du den Traum in Gedanken durchgegangen bist, gehe wieder ins Bett und benutze die MILD-Technik, aber stelle dir diesmal den Traum vor, den du gerade hattest. Gehe durch den Traum, bis du ein Traumzeichen findest, das dir im vorherigen Traum nicht aufgefallen ist. Doch diesmal erkennst du dieses Traumzeichen und wirst „luzid“.

Wiederhole diese Schritte, bis du einschläfst; hoffentlich wirst du dich in dem Traum wiederfinden, den du gerade hattest, die Traumzeichen bemerken, die du vorher gesetzt hast, und luzid werden.

Diese Technik wurde „grün“ eingestuft: Diese Technik wurde erfolgreich in wissenschaftlichen Versuchen getestet und/oder ist Teil eines kommerziellen Buches über luzides Träumen.

WILD steht für „Wake-Initiated Lucid Dream“ oder „Wake-Initiation of Lucid Dreams“ und bezieht sich auf ähnliche Techniken, die sich um bewusstes Einschlafen drehen. Diese Technik funktioniert ähnlich wie Selbsthypnose. Einige Menschen glauben, dass WILDs keine Träume, sondern eine Form der außerkörperlichen Erfahrung sind. Zahlreiche Webseiten befassen sich mit diesem Thema.

Bei den meisten WILD-Träumern funktioniert diese Technik am besten früh am Morgen, direkt nach dem Aufwachen oder beim Mittagsschlaf, weil der Schlafzyklus dann mit einer REM-Phase fortgesetzt wird. Sobald man etwas Erfahrung mit WILDs hat, kann man es auch zu anderen Zeiten versuchen.

Am besten beginnst du damit, deinen Körper komplett zu entspannen. Nutze eine Entspannungs-, Meditations- oder Trancetechnik, die dir angenehm ist (etwa (progressive Muskelentspannung oder 61 Punkte entspannung). Diese sollte bewirken, dass sich dein Körper entspannt und schwer anfühlt.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, WILDs einzuleiten wie z.B. das umgekehrte Blinzeln, aber alle haben gemeinsam, dass sie versuchen, den Geist wachzuhalten, während der Körper einschläft. (Natürlich muss auch der Geist bis zu einem gewissen Grad einschlafen, du musst es nur bemerken.) Weiter unten sind ein paar Methoden ausgeführt.

Wenn du während des Versuchens dieser Technik deinem physischen Körper Beachtung schenkst, wirst du wahrscheinlich in die Schlafparalyse fallen (die normalerweise erst nach dem Einschlafen auftritt), ohne das Bewusstsein über deinen Körper zu verlieren. Du wirst ein prickelndes bzw. kribbelndes Gefühl wahrnehmen (das könnte unangenehm sein). Dieses Phänomen kann sich so stark anfühlen, als müsstest du jeden Augenblick aufspringen; aber bleib liegen und halte das unangenehme Gefühl aus. Keine Angst, das Ganze ist zu 100% ungefährlich! Manchmal kannst du aber auch einfach warten, bis du geradewegs in einen luziden Traum fällst. Wie auch immer, wenn du nicht einschläfst, wirst du – mit Ausnahme deiner Augen – komplett paralysiert werden. Versuche, dich auf keinen Fall zu bewegen. Stell dir deine Traumhand oder Geisteshand vor, steige auf, lasse deinen physischen Körper hinter dir. Nun solltest du zwei verschiedene Körper haben: einen Traumkörper und einen in der „wachen Welt“. Kontrolliere nur deinen Traumkörper; benutzt du deinen echten, wirst du aufwachen. Jetzt kannst du versuchen, aus dem Bett zu rollen, direkt in deine Traumwelt. Alternativ kannst du auch durch einen Spiegel gehen oder in deinem Bett versinken.

Eine andere Methode ist es, nach der Entspannungsphase mit dem „umgekehrten Blinzeln“ zu beginnen, d.h., du machst die Augen nur für einen Sekundenbruchteil auf und sofort wieder zu, also wie normales Blinzeln, nur umgekehrt. Nach fünf Minuten kannst du es beenden und abwarten, dann beginnt die Phase, in der das Prickeln und die Vibration auftreten.


Hypnagoge Bilder

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Lasse deine Gedanken abschweifen. Versuche nicht einen Gedankengang festzuhalten, sondern beobachte, wie sich die Gedanken alle paar Sekunden von alleine ständig ändern. Dies simuliert deine Gedankenmuster während des Einschlafens. Wenn du dies lang genug getan hast, beginnen die Bilder und Töne sich zu verselbstständigen und dabei irreal und etwas seltsam zu werden – dies nennt man hypnagoge Bilder. Wenn du es schaffst, an dieser Stelle in den Traum einzutreten, wirst du sehr schnell luzid werden. Ansonsten wirst du vielleicht erkennen, dass du dich bewusst in einer Schlafparalyse befindest(siehe oben).

Eine andere Technik ist, stumm bis 100 zu zählen, wahlweise kann man zum Beispiel „Ich träume!“ zwischen zwei Zahlen einfügen. Als Alternative kann man sich vorstellen, eine Treppe runterzugehen und in jedem Stockwerk die Nummer des Stockwerks zu lesen, beginnend mit dem 100. Stock runter ins Erdgeschoß. Versuche, dir dieses Bild so lebhaft wie möglich vorzustellen: Erfasse nicht nur, was du siehst, sondern auch, was du hörst, fühlst (berühre das Treppengeländer) und riechst. Ab einem bestimmten Punkt sollte sich dieses Bild in einem Traum fortsetzen, oder du trittst in die Schlaflähmung ein, wie oben beschrieben.

Geräuschtechnik

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Einigen Personen wird diese Technik zusagen, einigen wiederum nicht. Die Idee ist in etwa die Gleiche wie bei anderen WILD-Techniken, also bewusst in den Traumzustand einzutreten. Um diese Methode anzuwenden, brauchst du einen absolut ruhigen Schlafplatz. Er sollte derart ruhig sein, dass man sein eigenes Blut sozusagen fließen hören kann. Leg dich hin und versuche, dich so gut wie möglich zu entspannen, während du versuchst, diesen Ton zu hören. Diese Technik funktioniert zusammen mit der WBTB-Methode. Falls du zu müde bist, wirst du bald einschlafen, und es ist sehr schwierig, das Bewusstsein aufrechtzuerhalten. Mit der Zeit wirst du bemerken, dass die Intensität dieses summenden Tons zunimmt. Anfänger kann dies ängstigen, aber keine Angst! Du wirst nicht taub sein, wenn du aufwachst – alles ist gefahrlos! Dies ist nur ein Effekt, welcher durch das Gehirn hervorgerufen wird, das versucht, vom wachen Hören auf das Traum-Hören, welches ja keine realen Geräusche zur Grundlage hat, umzuschalten. An diesem Zeitpunkt tritt der hypnagoge Zustand ein. Alles, was du dazu brauchst, ist Konzentration. Hab keine Angst und denk an nichts, lieg nur still da, und mit der Zeit wirst du in den Traumzustand abgleiten...

Traum-Inkubation

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Diese Technik wurde „grün“ eingestuft: Diese Technik wurde erfolgreich in wissenschaftlichen Versuchen getestet und/oder ist Teil eines kommerziellen Buches über luzides Träumen.

Um einen Traum mit einem spezifischen Thema zu erlangen, solltest du dir einen Satz zurechtlegen, der dieses Thema zusammenfasst (z. B. „Ich werde nach Atlantis gehen“). Vielleicht hilft es dir, diesen Satz niederzuschreiben. Wenn du etwas in deinem Traum erledigen willst, dann denk an einen Satz, der auch dies beinhaltet (z. B. „Ich will Atlantis im Ozean versinken sehen“). Willst du in diesem Traum klar werden, solltest du etwas wie „Wenn ich [über das Thema] träume, will ich mich daran erinnern, dass ich träume!“ neben deinen Themensatz schreiben. Gehe zu Bett und konzentriere dich auf deinen Themensatz. Stell dir vor, wie du von diesem Thema träumst und wie du bemerkst, dass du träumst. Denk an deinen Satz, das Thema und die Absicht, luzid zu werden, während du einschläfst. Das letzte, das dir in den Sinn kommen sollte, bevor du einschläfst, sollte deine Absicht sein, luzid vom gewünschten Thema zu träumen. Vielleicht möchtest du dich selbst aufwecken, wenn der Traum verblasst, so dass du dich eher an deinen Traum erinnern kannst; dies kannst du durch Ignorieren der Traumwahrnehmung erreichen, dem Gegenteil der Traumstabilisierungstechniken. Mache dann aber auch einen Reality-Check nach dem Aufwachen, um sicher zu sein, dass du wirklich wach bist.

Verketten von Träumen

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Diese Technik wurde „grün“ eingestuft: Diese Technik wurde erfolgreich in wissenschaftlichen Versuchen getestet und/oder ist Teil eines kommerziellen Buches über luzides Träumen.

Das Verketten von Träumen ist eine Möglichkeit, nach dem Erwachen wieder in einen Traum zurückzukehren. Grundsätzlich funktioniert sie bei Klar- und normalen Träumen, aber wahrscheinlich willst du sie für einen Klartraum benutzen.

Wenn du von einem Traum erwachst, bleib ruhig liegen und lass deine Augen geschlossen. (Wenn du denkst, du hast vor dem Erwachen nichts geträumt, funktioniert diese Technik wahrscheinlich nicht so gut.) Es macht nichts, wenn du dich ein bisschen bewegst oder die Augen öffnest, aber je weniger Bewegung, Sinnesreize oder Zeit nach dem Aufwachen, desto besser. Am besten sollte es sich nicht so anfühlen, als ob du aufgewacht wärst, sondern eher wie eine kurze „Pause“ während eines Traumes. Sobald du bereit bist, wieder einzuschlafen, schließe deine Augen und stell dir entweder vor, du seist bereits wieder in dem Traum, oder benutze die „Drehtechnik“ (siehe nächstes Kapitel), bei der du dir vorstellst, du „drehest“ dich zurück in deinen Traum. Diese Technik funktioniert etwas schneller als die erstgenannte. Stelle sicher, dass du dich immer daran erinnern wirst, dass du träumst, denn ansonsten könntest du deine Klarheit verlieren. Stimuliere deine Sinne so früh wie möglich.


Diese Technik wurde „gelb“ eingestuft: Es gibt mehrere Bestätigungen im Forum ld4all.com, dass diese Technik funktioniert.

VILD steht für „Visual Induction of Lucid Dreams“ oder auch „Visually Induced Lucid Dream“. Diese Technik wurde von Peter Harrison, auch als Pedro im Forum von ld4all.com bekannt, vervollständigt. Hier kannst du den betreffenden Thread nachlesen. Die hier beschriebene Version wurde leicht verändert.

Als erstes solltest du dich entspannen. Du kannst die Entspannungsmethoden verwenden, die im WILD-Kapitel beschrieben werden. Du kannst dir vorstellen, wie dein Gehirn sich langsam „leert“ und du immer schläfriger wirst. Wenn es dir schwerfällt, schnell einzuschlafen, kann es sehr hilfreich sein, ein Buch zu lesen (vorzugsweise natürlich über luzides Träumen), bis du dich schläfrig fühlst.

Jetzt solltest du dir einen vorher vorbereiteten Traum visualisieren. Hier ist ein Beispiel für so einen vorbereiteten Traum: Ich bin in einem roten Raum mit einer Tür. Ein Freund neben mir fragt mich, ob ich ihm zeigen kann, was Reality-Checks sind. Ich mach meine RCs (die mir zeigen, dass ich träume!), sage ihm, dass dies nur ein Traum sei, und gehe auf die Tür zu. Versichere dich, dass du genau weißt, wie der Traum ablaufen wird, z.B. welche Freunde, die exakten Worte, die sie sagen, und welche RCs du machst. Reality-Checks, die keine Gegenstände wie Uhren oder Bücher benötigen, sind zu bevorzugen. Stell dir diesen Traum dreimal hintereinander langsam vor, damit du sicher bist, dir jedes Detail vorgestellt zu haben. Danach kannst du richtig durchstarten und dir diesen Traum immer und immer wieder vorstellen. Du solltest dir diesen Traum so visualisieren, als würdest du alles mit eigenen Augen sehen, also nicht aus dem Blickwinkel einer dritten Person. Wenn deine Gedanken abschweifen, ignoriere sie einfach und fahre weiter damit fort, dir deinen Traum ununterbrochen vorzustellen. Du wirst für diese Technik Geduld brauchen – gib nicht einfach auf, weil du glaubst, es würde nicht funktionieren.

Wenn du dies dann tatsächlich träumst, wirst du den Unterschied bemerken, sobald du deine Reality-Checks machst. Danach kannst du dich im Traum bewegen (z. B. deinem Freund danken) und durch die Tür gehen.

Nachteil dieser Technik ist, dass das Visualisieren einen wach halten kann.

HILD/FILD

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Diese Technik wurde „grün/gelb“ eingestuft. Es gibt Berichte von vielen verschiedenen Menschen, die bestätigen, dass diese Technik funktioniert.

FILD bedeutet Finger Induced Lucid Dream, diese Technik wird auch oft HILD (Hargarts Induced Lucid Dream) genannt, nach dem Forumnamen des Erfinders „Hargart“.

Der beste Zeitpunkt für diese Technik ist der frühe Morgen, wenn man müde aufwacht und leicht in den Schlaf zurückfallen könnte. Nachdem man aufgewacht ist, sollte man sich am besten nicht bewegen oder die Augen öffnen. Man bewegt abwechselnd den Zeigefinger und den Mittelfinger, es sollte nur eine kleine Bewegung sein (z. B. als würde man auf einem Klavier abwechselnd mit den Fingern zwei Tasten drücken). Während man den Finger bewegt, entspannt man sich und man sagt zu sich selbst, dass man in 30 bis 60 Sekunden einen RC macht. Versuche nicht die Zeit zu zählen, das würde nur wachhalten. Nachdem man den RC gemacht hat, ist man entweder in einem Traum oder man ist leider noch wach. Das kann daran liegen, dass man nicht müde genug war oder sich (aus Versehen) wachgehalten hat. Man bemerkt, wenn man in den Traum gleitet, weil man sich nicht mehr müde fühlt (eine Art anderes Körpergefühl).

Diese Technik wurde „grün/gelb“ eingestuft. Es gibt Berichte von vielen verschiedenen Menschen, die bestätigen, dass diese Technik funktioniert.

LILD bedeutet „Lucid Induction of Lucid Dreams“ oder auch „Lucidly Induced Lucid Dream“.

Um diese Technik anzuwenden, brauchst du zuerst einmal einen luziden Traum. Das hört sich vielleicht seltsam an, aber es kann dir helfen, mehr luzide Träume zu haben. Die Idee dahinter ist, dass du jemanden in deinem Traum fragst, ob er dich das nächste Mal daran erinnern kann, dass du träumst. So kannst du in deinen nächsten Träumen klar werden. Zum Beispiel kannst du einen deiner Traum-Charaktere um Hilfe bitten; sage ihm, dass ihr euch in der nächsten Nacht wieder treffen werdet und er dich daran erinnern möge, dass du träumst. Wenn es so funktioniert, wie es sollte, wird in der nächsten Nacht dieser Traumcharakter auf dich zugehen und dir sagen, dass du gerade träumst, und du so (hoffentlich) klar träumen. Es gibt zahlreiche Variationen dieser Technik; du kannst Schilder in deiner Traumumgebung aufstellen, die dich an einen Reality-Check erinnern, oder „Klartraum-Pillen“ nehmen. Diese Technik hat nicht den Anspruch, sehr effektiv zu sein, aber sie kann funktionieren; alles hängt davon ab, ob du unbewusst diese Erinnerung (z. B. deinen Traum-Charakter oder die Schilder in deiner Traumumgebung) in einem späteren Traum wieder hervorkramst und dadurch klar wirst.

Diese Technik wurde „grün/gelb“ eingestuft. Es gibt Berichte von einigen verschiedenen Personen, die bestätigen, dass diese Technik funktioniert.
  1. Gehe eine Woche lang jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett und stehe 90 Minuten früher als normal wieder auf. Mache in diesen 90 Minuten alle zwei bis fünf Minuten Reality-Checks.
  2. Nach der ersten Woche täglich abwechselnd: führe Schritt 1 aus und nimm dir vor, die Reality-Checks zum normalen Zeitpunkt auszuführen. Schlafe dann das nächste Mal die ganze Nacht durch. Das wird dazu führen, dass du deine Reality-Checks genau in der besten REM-Schlaf-Phase machst.

Schlüssel zum Klarträumen

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Diese Technik wurde „gelb“ eingestuft: Es gibt mehrere Bestätigungen im Forum Dreamviews.com, dass diese Technik funktioniert.

Diese Technik wurde von einem User namens SilverBullet im Dreamviews-Forum entwickelt. Es geht darum, sich selber glauben zu lassen, dass man schon klarträumen kann. Dabei benötigt man weder Realitychecks noch ein Traumtagebuch. Die folgende Anleitung wurde vom Englischen ins Deutsche übersetzt.

Schritt 1

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Als erstes musst du dich von der Vorstellung verabschieden, dass es schwierig sei, Klarträume zu haben. Denn Klarträume zu haben ist wirklich sehr einfach. Das Einzige, was dir im Wege steht, bist du. Viele Websites verbreiten die falsche Vorstellung, dass es schwer sei, Klarträume zu haben. Hör damit auf, diesen Glauben noch weiter zu verbreiten.

Schritt 2

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Spüre, dass du ein geborenes Naturtalent im Klarträumen bist. Dass du mit jeder Zelle deines Körpers ein Klarträumer bist, als wäre es deine Bestimmung. Stell dir vor, du hast dein Ziel bereits erreicht. Für dein Unterbewusstsein sind Vorstellung und Realität nämlich das Gleiche.

Schritt 3

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Stell Sachen an, als hättest du den „klar werden im Traum“-Teil schon erledigt. Mache dir Gedanken, was du anstellen würdest, falls du in einem Klartraum wärst. Und denk dran, alles ist möglich, es sind keine Grenzen gesetzt! Es ist gut, wenn du im Traum deine Hände betrachtest. Es ist jedoch nicht nötig, sich daran zu gewöhnen, im Alltag immer wieder die Hände zu betrachten. Mach es einfach, wenn du in einem Traum bist. Es hört sich vielleicht so an, als würde es keinen Sinn machen, aber das tut es.

Schritt 4

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Dieser Schritt ist optional, wird aber sehr empfohlen. Falls dein Klartraum beginnt zu verblassen, denke daran, dich nicht zu bewegen und keinesfalls deine Augen zu öffnen, falls du aufwachst, damit du schnell wieder in den Traum einsteigen kannst. Dadurch kannst du viele Klarträume hintereinander haben. Natürlich funktioniert das auch bei einem normalen Erwachen, aber es ist deutlich einfacher, wenn du aus einem Klartraum erwachst.

Das Klarträumen ist sehr einfach, was auch der Grund ist, weshalb diese Anleitung aus so wenigen Schritten besteht. Du schaffst das auch, ohne ein Raketen-Wissenschaftler zu sein. Du kannst diese Schritte mit anderen Techniken kombinieren oder auch nicht.

Tibetische Methoden

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Tibetische Buddhisten praktizieren das sogenannte Traumyoga. Wahrscheinlich eine der zeitaufwändigsten Techniken, um luzide Träume zu induzieren, aber, laut den praktizierenden Personen, dafür auch die lohnendste. Das grundsätzliche Prinzip ist die Bewusstheit. Bewusstheit sollte im wachen Zustand genauso wie im Schlaf praktiziert werden. Meditationen über die Frage „Wer ist bewusst?“ können dich in höhere Ebenen des Bewusstseins katapultieren. Diesen Level zu halten ist natürlich eine andere Sache. Die Tibeter haben viele Yoga-Übungen und Disziplinen dazu entwickelt. Der vielleicht interessanteste Unterschied zwischen tibetischem Traumyoga und den modernen westlichen Methoden, luzide Träume zu induzieren, ist der Anspruch der Tibeter, auch in der Tiefschlafphase ihre Bewusstheit zu erhalten, also nicht nur in den REM-Phasen des Schlafes. Für den interessierten Leser ist die für den Anfang beste Methode, alle Erfahrung als Traum zu sehen. Von den unglaublichen Mengen an Materie und Strahlung, die uns umgeben, stellt sich unser Nervensystem nur auf einen sehr kleinen Ausschnitt ein. Für Menschen, die glauben, dass wir mehr oder weniger unsere eigene Realität erschaffen, sollte diese Übung eigentlich ganz einfach sein. Allgemein sei gesagt, dass es besser ist, sich seine Anweisungen von einem Lehrer aus Fleisch und Blut zu holen, als aus der Literatur oder einem Buch wie diesem hier.

Andere Techniken

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Diese Techniken wurden „rot“ eingestuft. Es gibt keine sicheren Hinweise darauf, daß sie funktionieren.

Viele dieser Techniken sind einfach Kombinationen anderer Techniken mit einigen Modifikationen.

  • Traumzeichen – Du kannst luzid werden, wenn du versuchst, auf bestimmte Traumzeichen in deinem Traum zu achten. Du kannst Autosuggestion (wie oben beschrieben) verwenden, um ein Traumzeichen mit einem Reality-Check zu kombinieren, oder du gewöhnst dich einfach daran, einen RC zu machen, wenn du im wachen Zustand ein Traumzeichen siehst. Hier sind einige Traumzeichen, die du verwenden kannst:
    • Durst – Trinke lange Zeit nichts (natürlich nicht zu lange). Stehe in der Nacht auf und streue etwas Salz auf deine Zunge oder iss eine Chilischote, um dich noch durstiger zu machen. Fülle dann ein Glas mit kühlem, frischem Wasser und stelle es neben dein Bett. Vielleicht wirst du im Traum ja davon trinken oder etwas zu trinken bekommen.
    • Falsches Erwachen – Stell dir beim Einschlafen vor, dass du mitten in der Nacht aufwachen wirst. Wenn du einen tiefen Schlaf hast, wirst du hoffentlich nur davon träumen, dass du mitten in der Nacht aufwachst. Falls du einen sehr leichten Schlaf hast, wirst du hingegen wahrscheinlich tatsächlich aufwachen.
    • Harnblase – Trinke große Mengen Wasser, bevor du schlafen gehst. Du wirst im Traum wahrscheinlich auf die Toilette gehen müssen. Achtung: Du kannst dir damit dein Bettzeug versauen! Anmerkung von einem Leser: Danke, die Warnung kam zu spät.
  • Chakra – Benutze die Chakra-(„Drittes Auge“-)Meditation, um leichter einzuschlafen. Verwende sie zusammen mit der WBTB-Methode.
  • Bestrafung oder Belohnung – Bestrafe oder belohne dich, je nachdem, ob du erkannt hast, ob du träumtest, oder nicht. Diese Methode kann deine Motivation steigern luzide zu träumen.

Andere Methoden

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Erinnerung aktivieren

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Versuche Dich an alle Einzelheiten des vergangenen Tages so zu erinnern wie Du sie erlebt hast. Die Chronologie der Episoden ist nicht so sehr wichtig. Regelmäßige Praxis und der Umfang der Rekapitulation, wirken sich direkt auf die Erinnerungsfähigkeit der im Traum erlebten Wahrnehmungen aus.

Essen und Trinken

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Es gibt zahlreiche Nahrungsmittel und Getränke, deren Konsum Auswirkungen auf den Schlaf und sogar auf das Träumen hat. Beachte bitte, dass es für manche dieser Wirkungen keine Erklärungen bzw. wissenschaftlichen Studien gibt und dass einige wahrscheinlich auf einem einfachen Placebo-Effekt beruhende Mythen sind.

Übertreibe es damit nicht, ein Übermaß an bestimmten Lebensmitteln kann unter Umständen üble Nebenwirkungen mit sich bringen. Experimentiere nicht ohne Hintergrundwissen einfach drauflos! Einige der Medikamente können Nebeneffekte haben. Es wird empfohlen, die Präparate online und/oder mit einem Arzt näher zu begutachten, bevor man sie verwendet. Die Autoren befürworten in keiner Weise den Gebrauch illegaler Drogen.

  • Warme Milch beinhaltet die Aminosäure Tryptophan, welche eine Vorstufe für das Hormon Serotonin darstellt und beim Einschlafen helfen soll.
  • Vitamin B6 und andere Vitamine der B-Gruppe sind essentiell für neuronale Funktionen.
  • Melatonin ist ein weiteres Hormon mit neuronalen Aktivitäten.
  • 5-HTP oder L-Tryptophan ist ein dem Serotonin ähnliches Präparat, von dem manche behaupten, es induziere luzide Träume in der Hälfte der Nächte, in denen man es zu sich nimmt.
  • Mit Matcha, einem in der japanischen Teezeremonie verwendeten grünen Pulvertee, lässt sich ein sehr hoher Wirkungsgrad erzielen, wobei er aufgrund seines hohen Koffeingehaltes nicht zu hoch dosiert werden sollte. Andere Grüntees können auch verwendet werden, jedoch ist dort die Konzentration der Wirkstoffe viel geringer und ein eindeutiger Effekt noch nicht nachgewiesen.
  • Galantamin wird aus dem Schneeglöcklein gewonnen und verbessert Gedächtnis und Konzentration. Träume werden leichter und besser erinnert, die Chance luzide zu träumen deutlich erhöht. (siehe auch unter Links am Ende des Buches)

Pflanzen:

Schnickschnack

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Es gibt verschiedenste Utensilien, die beim Erreichen der Klarheit helfen sollen. Die meisten davon basieren auf einer Erkennung der REM-Phase und dem anschließenden Auslösen eines Reizes (z. B. eines Blinklichts), der den Schlaf nicht unterbricht, sondern im Idealfall in den Traum eingebunden werden und so zu einem Klartraum führen wird.

Software

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Es gibt frei verfügbare Software für deinen PC, mit deren Hilfe du Einfluss auf deine Träume nehmen kannst:

  • Lightened Dream für Windows. Ein freies Traumtagebuch mit vielen Diagrammen womit man auch Musik mitten in der Nacht abspielen kann.
  • Brainwave Generator für Windows. Es funktioniert, indem es sogenannte „binaural beats“ abspielt, die deine Gehirnwellen beeinflussen sollen.
  • SBaGen für Windows, MacOS X, und Linux. Auch hier wird die „binaural beats“-Technik verwendet, die angeblich Einfluss auf die Gehirnwellen nimmt.
  • Dream Recorder für MacOS X. Die iSight Webcam nimmt dich im Schlaf auf und erkennt deine REM-Phasen. Während diesen können Sounds abgespielt werden, um luzide Träume hervorzurufen.

Es gibt noch zahlreiche andere Programme; am besten, man wirft auch mal einen Blick in die Hilfsmittel-Sektion des Klartraum-Forums, wo man sich aktuell über allerlei Programme informieren kann.