HTML5: Unterschied zwischen Website, Webseite (Webpage) und Homepage


Im Sprachgebrauch ist es üblich, zwischen Website, Web-Seite (Webpage) und Homepage keinen Unterschied zu machen. Da bei der Entwicklung eines Projektes in (X)HTML oder anderen Sprachen wie SVG immer wieder eine Konfrontation mit englischsprachigen Anleitungen, Anglizismen, Pseudoanglizismen und mit Denglisch (deutscher Dialekt mit der Anmutung von Englisch) stattfinden wird, sind hier ein paar dieser Begriffe erläutert.

Homepage

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Die Homepage beschreibt die Startseite, also die erste Seite, die dem jeweiligen Nutzer individuell verschieden angezeigt wird, wenn ein Darstellungsprogramm (auch Brauser oder englisch: browser) gestartet wird. Historisch war es üblich, in einem gesonderten Unterverzeichnis seines Heimatverzeichnisses solch eine Seite vorzuhalten, auf welcher Verweise zu anderen Projekten gesammelt wurden. Vom ursprünglichen Konzept des weltweiten Netzwerkes her war das so gedacht, daß alle Rechner im Netz Anfragen per HTTP(S) oder einem anderen Protokoll beantworten, somit wären diese Dokumente allgemein verfügbar gewesen. Die eigenen Verweislisten hätten somit auch von anderen Personen sinnvoll genutzt werden können. Wegen der allgemeinen Verfügbarkeit wurde diese Startseite zudem oft genutzt, um Informationen über die eigene Person oder Institution der Öffentlichkeit zu vermitteln, zudem auf weitere, eigene digitale Dokumente zu verweisen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden sollen.

Statt diesem einfachen Ansatz ging die Entwicklung in eine andere Richtung und es gibt inzwischen hauptsächlich spezielle Dienstrechner mit Dienstprogrammen, die Anfragen per HTTP(S) beantworten. Die meisten Teilnehmer des Netzes blocken solche Anfragen oder sind nicht mit statischen Adressen im Netz angemeldet, können daher keinen Dienst für andere auf dem eigenen Rechner betreiben, somit nicht direkt auf dem eigenen Rechner Informationen für die Öffentlichkeit anbieten.

Bei den Darstellungsprogrammen gibt es als Startseite daher inzwischen auch das Konzept, eine leere Seite oder eine beliebige Seite aus dem Netz zu verwenden, alternativ einfach die vorherige Sitzung wieder herzustellen.

Für den eigenen Bedarf kann es trotzdem weiterhin sinnvoll sein, solch eine Verweissammlung per (X)HTML-Dokument als persönliche Startseite zu pflegen und als Startseite zu verwenden, denn solch ein Dokument ist nicht abhängig von einem bestimmten Darstellungsprogramm wie dessen interne Lesezeichenverwaltung und es ist einfacher, davon regelmäßig zusammen mit eigenen anderen Daten eine Sicherheitskopie anzufertigen, die Datei auf andere Rechner zu kopieren.

Da nun weitergehende öffentliche Projekte inzwischen zumeist auf spezielle Dienstrechner kopiert werden, welche HTTP(S)-Anfragen beantworten, hat sich die Interpretation des Begriffes Homepage auf solche Anwendungen ausgeweitet. Beim Aufruf der jeweiligen Domäne, also die URI/IRI ohne Verzeichnis- oder Dateinamen liefert das Dienstprogramm ebenfalls etwas zurück. Auch diese Antwort wird Homepage genannt, weil sie von der Funktion her der ursprünglichen persönlichen Startseite nahekommt.

Web-Seite (Webpage)

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Eine Web-Seite (Webpage) ist ein einzelnes Dokument eines Projektes im Netz.

Als Website wird ein komplettes, zusammenhängendes Projekt unter einer Domäne oder Subdomäne bezeichnet. Gelegentlich ist es auch nur ein Unterverzeichnis davon, welches unabhängig und eigenständig von anderen Autoren als andere Unterverzeichnisse verwaltet wird.

Die Dienstrechner für HTTP(S) verwalten oft viele solcher Projekte, die nichts miteinander zu tun haben. Ein Dienstrechner kann auch mehrere Subdomänen oder Domänen verwalten.

WWW, HTTP, HTTPS

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Die Abkürzung WWW steht für englisch: World Wide Web, also das weltweite Netzwerk.

Die Abkürzung HTTP steht für englisch: Hyper Text Transfer Protocol, also ein Protokoll oder Ablauf, nach dem Rechner Daten, digitale Dokumente miteinander austauschen. Ein Rechner bietet mit dem Bearbeitung von Anfragen für das Protokoll einen Dienst an, daher wird solch ein Rechner auch Dienstrechner genannt, siehe nächster Abschnitt.

HTTPS ist eine verschlüsselte Variante zu HTTP, englisch: Hyper Text Transfer Protocol Secure.

Stellt ein Rechner im weltweiten Netzwerk eine Anfrage an einen anderen Rechner, um Daten zu erhalten, so geht diese Anfrage fast immer über mehrere andere Rechner, die zum Netzwerk gehören. Die Daten sind also auf jedem der Verbindungsrechner verfügbar. Werden nun vertrauliche Daten ausgetauscht, ist es einfach möglich, diese auf diesen Verbindungsrechnern mitzulesen, wenn die Verbindung unverschlüsselt ist. Das ist in der klassischen Post ähnlich wie bei Postkarten. Die soll der Briefträger zwar nicht lesen, es gibt aber technisch nichts, was ihn daran hindern würde. So ist dies auch beim HTTP.

Beim verschlüsselten HTTPS hingegen handeln die beiden Rechner, die eigentlich die Daten austauschen wollen, eine Verschlüsselung aus und die Daten werden verschlüsselt durch das Netz gesendet. Diese verschlüsselten Daten können zwar ebenfalls auf den Verbindungsrechnern eingesehen werden, ohne die passenden Schlüssel ist aber nur klar, welche beiden Rechner Daten ausgetauscht haben, der Inhalt bleibt unklar. Das ist bei vertraulichen Informationen erwünscht, vermeidet ferner auch, daß sich Abhörer etwa unter der Identität abgehörter Personen bei Diensten anmelden können, um dort Informationen zu manipulieren oder statt der abgehörten Person in deren Namen zu veröffentlichen.

Neben den beiden Protokollen gibt es einige andere, auch deutlich ältere, mit denen Daten im Netz ausgetauscht werden können, sie haben jeweils eine spezifisch Funktion. Beispiele für andere Dienste sind E-Mail, das Usenet, FTP, SFTP, SSH, IRC.

server, client, browser

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Ein Rechner im weltweiten Netz, welcher Daten ausliefert, wird Dienstrechner, englisch: server genannt. Der Rechner, welcher die Anfrage stellt, um Daten zu bekommen, ist ein Endgerät oder ein Kundenrechner, das Programm, welches darauf die Anfragen stellt wird entsprechend Kunde genannt englisch: client.

Die Person, die auf dem Kundenrechner die Anfrage auslöst, verwendet also ein Programm, welches die Fähigkeit hat, über das weltweite Netz eine Anfrage per HTTP(S) oder einem anderen Protokoll zu stellen. Im Anschluß werden die ausgelieferten Daten von dem Programm präsentiert oder dargestellt, daher wird ein Programm mit solch einer Fähigkeit auch Darstellungsprogramm genannt, englisch: browser

parser, DOM

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Nachdem ein Darstellungsprogramm ein Dokument bekommen hat, um es darzustellen, muß dieses Dokument erst analysiert und interpretiert werden, Text wird dekodiert, in ähnlicher Weise werden auch Pixelbilder dekodiert.

Bei Formaten wie XML oder HTML ist es zunächst ein Syntaxanalysator (englisch: parser), welcher die Struktur des Dokumentes untersucht, gegebenenfalls Fehler feststellt und meldet. Danach wird bei gängigen Programmen das Dokument zumeist in ein sogenanntes Dokument-Objekt-Modell transformiert (DOM). Für das Darstellungsprogramm ist es einfacher, auf solch eine DOM-Repräsentation des Dokumentes zum Beispiel Stilvorlagen im Format CSS oder Transformationen mit dem Format XSLT anzuwenden, ebenso zugehörige Skripte (JavaScript) zu verarbeiten, anschließend die Präsentation oder Darstellung des Dokumentes zu realisieren.

Was für ein parser zum Einsatz kommt, hängt davon ab, zu welchem Format ein Dokument gehört. Handelt es sich um ein Dokument, welches zur Sprachfamilie XML gehört, so kommt ein XML-parser zum Einsatz. Weil alle Formate der Sprachfamilie XML dieselbe einfache Syntax teilen, ist es relativ einfach, aus dem Dokument ein DOM zu konstruieren. Von daher sind XML-parser relativ einfach, wenig fehleranfällig, von den Entwicklern also mit überschaubarem Aufwand bereitzustellen und aktuell zu halten.

Für spezielle Formate gibt es hingegen spezielle parser oder Programme, die auf anderem Wege ein DOM oder eine Präsentation erstellen. Für die Markierungssuppen-Variante von HTML5 gibt es etwa wenige, sehr komplexe parser, weil das Format relativ komplexe Regeln hat. Die Bereitstellung ist somit schwierig und aufwendig, ebenso die Behebung von Fehlern und Sicherheitslücken bei solchen Programmen.

Für die Darstellung oder die Präsentation selbst ist mehr notwendig als nur die Syntax eines Formates zu analysieren. Dazu ist es notwendig, die semantische Bedeutung und Funktion von Strukturen wie Elementen und Attributen zu kennen. Daher ist der Programmteil nach dem parser, welcher mit dem DOM umgeht, zwangsläufig spezifisch für das jeweilige Format.

Nimmt man als Beispiel ein (X)HTML-Dokument, welches einmal mit einem XML-parser und einmal von einem Markierungssuppen-parser in ein DOM verwandelt wird, können die Ergebnisse leicht unterschiedlich sein. Auf das jeweilige Ergebnis kann dann allerdings derselbe Programmteil zugreifen, um daraus eine Präsentation zu realisieren.