Esperanto: Kapitel 52

Der konditionale ModusBearbeiten

1. Die Sichtweise des Sprechers nennen wir Modus. Bisher hatten wir meist mit dem Modus „Indikativ“ zu tun, das heißt, der Sprecher stellte eine Handlung oder einen Zustand als Tatsache dar. Oder sie waren im Modus „Infinitiv“, der eine Verbidee in ganz allgemeiner Weise ausdrückt.

Der Modus „Konditional“ drückt nur eine Annahme aus, keine Tatsache.

Ein Beispiel:

mi vidus – ich sähe
vi vidus – du sähest
li (ŝi, ĝi) vidus – er (sie, es) sähe
ni vidus – wir sähen
vi vidus – ihr sähet
ili vidus – sie sähen

Zusammengesetzte Zeiten des konditionalen ModusBearbeiten

2. Theoretisch kann man vom Konditionalmodus auch zusammengesetzte Zeiten bilden, drei aktive und drei passive, und zwar indem man die Partizipien mit estus kombiniert.

Aktiv(es Genus verbi)

Präsens: mi estus vidanta – ich würde gerade sehen / ich sähe gerade
Präteritum: mi estus vidinta – ich würde gesehen haben / ich hätte gesehen
Futur: mi estus vidonta – ich würde gleich/dann sehen

Passiv(es Genus verbi)

Präsens: mi estus vidata – ich würde gesehen (werden)
Präteritum: mi estus vidita – ich würde gesehen worden sein / ich wäre gesehen worden
Futur: mi estus vidota – ich würde gesehen werden

In der Sprachpraxis haben sich die Formen mi vidus, oni vidus min als völlig ausreichend erwiesen. Für die zeitliche Präzisierung sorgt in der Regel der Kontext.

Verknüpfung von Annahme und fiktivem EreignisBearbeiten

3. Handlungen oder Vorgängen können in Abhängigkeit von bestimmten (real nicht zutreffenden) Annahmen als möglich dargestellt werden.

Se li vidus tion, li plorus. – Wenn er das sehen würde / sähe, würde er weinen / weinte er.
Mi ĝoje helpus al vi, se mi povus. – Ich würde dir gerne helfen / ich hülfe dir gerne, wenn ich können würde / könnte.
Se vi metus la korbojn sur la dorson de la azeno, ĝi portus ilin. – Wenn du die Körbe auf den Rücken des Esels legen würdest /legtest, würde er sie tragen / trüge er sie.
La atenta policisto notus la ŝoforon (de la aŭto), se tiu ne estus lia amiko. – Der aufmerksame Polizist würde den Fahrer (des Autos) notieren / Der aufmerksame Polizist notierte den Fahrer (des Fahrers), wenn dieser nicht sein Freund sein würde / wäre.
Se oni kaptus lin, li ricevus punon. – Wenn man ihn fangen würde / finge, würde er eine Strafe erhalten / erhielte er eine Strafe

Unabhängige Anwendung des KonditionalmodusBearbeiten

4. Der Konditionalmodus kann in einer Schlussfolgerung verwendet werden, deren Annahme nur impliziert wird, und dient so dazu, die Aussage oder Frage, in der er verwendet wird, abzuschwächen oder vage zu halten.

Mi ĝoje helpus vin. – Ich würde dir gerne helfen.
Ĉu vi bonvole dirus al mi? – Würdest du mir dies freundlicherweise sagen?
Kiu volus enspiri tian aeron? – Wer würde wünschen, solche Luft einzuatmen?
Estus bone reteni vian propran. – Es wäre gut dein eigenes zu behalten.
La ĉielo vin benus pro tio. – Der Himmel würde dich dafür segnen.

Das Präfix „dis-“Bearbeiten

5. Das Präfix dis- zeigt Trennung oder gleichzeitige Bewegung in verschiedene Richtungen an:

disdoni – verteilen
dispeli – auseinandertreiben
disigi – trennen (transitiv)
disiĝi – sich trennen (intransitiv reflexiv)
disiĝo – Trennung, Teilung, Auseinanderbrechen
dissendi – verschicken an viele Adressen / senden in viele Richtungen

VokabelnBearbeiten

ĉesi – aufhören
densa – dicht
difini – definieren, festlegen
ekzisti – existieren
flui – fließen
graviti – gravitieren
kaŭzi – verursachen, veranlassen
leĝo – Gesetz
naturo – Natur
objekto – Gegenstand, Objekt (auch grammatisch)
plu – mehr, weiter
turni – drehen (transitiv)

Anmerkung: Das Adverb plu zeigt die Idee der Fortsetzung beim Wort, das es modifiziert, an. Wenn es mit ne verwendet wird, geben diese zusammen eine Idee des Abbruchs einer vorherigen andauernden Handlung oder eines vorherigen andauernden Zustandes an: Ambaŭ parolis plu, Beide redeten weiter. Mi ne plu haltos, Ich werde nicht mehr anhalten. Li ne plu ŝajnis muta, Er schien nicht länger stumm zu sein.

Pri la gravito (Leseübung)Bearbeiten

Se vi portas objekton, vi sentas ĝian pezon. La pezon kaŭzas forto, kiun oni nomas gravito. Pro tiu forto ne nur objektoj sur Tero, sed ankaŭ Tero mem, havas pezon. La pezon de nia planedo jam antaŭ longa tempo kalkulis sciencistoj. Ankaŭ Suno kaj Luno havas pezon. Ambaŭ moviĝas, same kiel nia planedo, laŭ la influo de la gravito. Fakte la gravito regas ĉiujn korpojn de la universo.

Se la gravito ĉesus efiki, la riveroj ne plu fluus al la maro. Ne plu fluante de lokoj altaj al malaltaj, la akvo disfluus, aŭ restus tie, kie ĝi estus. Ne falus pluvo. La akvovaporo restus en la aero, en la formo de densaj mallumaj nuboj ĉiamaj. Ĉiuj vivaj estaĵoj, ĉiuj konstruaĵoj, jes vere ĉio, baldaŭ dissvebus, for de la rapide turniĝanta planedo. Imagu ĉion, kio nun devas resti sur la tero pro la efiko de la gravito. Se la gravito ne plu ekzistus, nenio restus sur la tero. Ankaŭ la aero ne plu ĉirkaŭus nin. Ankaŭ ĝi forlasus la planedon. Per aliaj vortoj: La atmosfero iĝus pli kaj pli maldensa kaj finfine malaperus.

La fama angla sciencisto Newton estis la unua, kiu studis, kial objektoj falas. Oni rakontas, ke iam li vidis falantajn pomojn. Tio okazis, kiam li promenis en sia ĝardeno. Nu, ŝajnas, ke sciencistoj neniam povas vere ripozi. Antaŭ tri jarcentoj li eltrovis nekonatan forton, la graviton, kaj priskribis la naturan leĝon laŭ kiu efikas gravito.

Ĉi tiu forto, kiu tenas ĉion sur la tero, estas ankaŭ la kaŭzo de nia laciĝo, kiam ni marŝas aŭ kuras. La gravito faras nin pezaj. (Jes, ankaŭ la ĉokolado, sed tio estas alia temo.) Do mi ripetas: La gravito faras nin pezaj. Tial ni ofte deziras halti kaj ripozi. Nun provu difini per propraj vortoj kio estas gravito!


ÜbersetzungsübungBearbeiten

  1. Newton war ein Engländer, der vor drei Jahrhunderten lebte.
  2. Eines Tages, als er gerade in seinem Garten spazieren ging, sah er fallende Äpfel.
  3. Er blieb stehen und fragte sich: „Warum fallen die nach unten, warum nicht nach oben ... oder zur Seite?“
  4. Er wollte den Grund unbedingt herausfinden.
  5. Newton dachte: Vielleicht kann ich hier ein Gesetz entdecken, ein Naturgesetz, das alles erklärt.
  6. Er beobachtete verschiedene fallende Gegenstände und versuchte ihre Geschwindigkeit zu berechnen.
  7. Letztendlich entdeckte er eine Kraft, die wir heute Erdanziehungskraft nennen.
  8. Selbstverständlich gab es diese Kraft schon immer.
  9. Schon immer fielen Gegenstände nach unten.
  10. Aber vor Newton hat niemand so intensiv darüber nachgedacht.
  11. Gäbe es, sagen wir: ab heute, keine Erdanziehungskraft mehr, würde es nie mehr regnen.
  12. Das Wasser und die Luft würden bleiben, wo sie sind.
  13. Aber allmählich würden Luft und Wasser den Planeten verlassen.
  14. Würdest du einen Sprung machen, würdest du nicht zur Erde zurückkehren.
  15. Bliebe nur „Gute Reise“ zu wünschen.