Erste Hilfe/ Nasenbluten

Nasenbluten an sich ist normalerweise kein lebensbedrohlicher Notfall, problematisch sind allerdings ein unstillbares Nasenbluten, eventuelle Hintergrunderkrankungen oder -ursachen.

UrsachenBearbeiten

Die Ursachen für Epistaxis sind unterschiedlich; neben Verletzungen (meist beim Nasenbohren) spielen verschiedene gerinnungshemmende Medikamente (z. B. Marcumar) und Krankheiten wie Bluthochdruck eine wesentliche Rolle.

Es werden zwei verschiedene Arten von Epistaxis unterschieden:

1. so genanntes habituelles Nasenbluten

  • tritt vor allem bei Kindern auf
  • lokale Ursachen wie Gefäßverletzung im Bereich des Locus Kiesselbachii
  • physikalische oder chemische Schädigung der Nasenschleimhaut
  • Trauma (z. B. Fraktur der Schädelbasis, Fraktur der Nasenscheidewand)
  • Nasenfremdkörper
  • Rhinolithen
  • Nasen- und Nasennebenhöhlentumore
  • Basalfibroid

2. Epistaxis als Symptom einer Allgemeinerkrankung bei

  • akuten Infektionskrankheiten (z. B. Virusgrippe, Typhus)
  • Gefäß- und Kreislauferkrankungen (z. B. Arteriosklerose, Hypertonie, Osler-Rendu-Weber-Krankheit)
  • hämorraghischer Diathese (z. B. Hämophilie)
  • Thrombozytopathie (z. B. Willebrand-Jürgens-Syndrom)
  • Mangel an Vitamin K
  • Skorbut

SymptomeBearbeiten

Epistaxis ist sehr einfach an austretendem Blut aus der Nase zu erkennen. In den meisten Fälle ist es dunkelrot und maximal leicht geronnen.

GefahrenBearbeiten

Die größte Gefahr beim Nasenbluten ist, in Verbindung mit Bewusstseinsstörungen, die Aspiration, also das Einatmen von Blut in die Luftröhre. Auch ist Blut ein sehr starkes Brechmittel.

Bei lang anhaltendem Nasenbluten besteht die Gefahr des Volumenmangelschocks und, damit verbunden, der Bewusstlosigkeit.

SofortmaßnahmenBearbeiten

Die Sofortmaßnahmen der Ersten Hilfe umfassen in diesem Fall, neben der Betreuung des Patienten, die richtige Lagerung des Kopfes. Der Betroffene beugt den Kopf nach vorne, damit das Blut nach vorne aus der Nase fließen kann. Die Kühlung des Nackens oder der Stirn mit einer kalten Kompresse (zum Beispiel einem in ein Handtuch eingeschlagenem Kühlakku) verschafft in vielen Fällen deutliche Besserung. Die Nase sollte nicht komprimiert werden, solange die Ursache von Nasenbluten unbekannt ist.

In besonders schwerwiegenden Fällen (hoher Blutverlust, Bewusstseinstrübung des Patienten, lange anhaltendes Nasenbluten (länger als 10 Minuten), sowie bei Grunderkrankungen des Patienten (wie oben genannt), ist zusätzlich wie folgt vorzugehen:

  • Notruf (veranlassen)
  • Wärmeerhalt
  • anhaltendes Betreuen des Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
  • ermutigen, trösten

Weitere Maßnahmen durch den RettungsdienstBearbeiten

Je nach Grunderkrankung richtet sich die Therapie des Rettungsdienstes:

  • psychische Betreuung und Fortführung der Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Sollte dem Nasenbluten ein erhöhter Blutdruck zugrundeliegen, so werden meist Antihypertensiva verabreicht.
  • Teilweise wird die Nase tamponiert, in manchen Fällen auch mit verdünntem Adrenalin.
  • in Abhängigkeit vom Blutverlust: venöser Zugang und Infusionstherapie

Weitere Therapie im KrankenhausBearbeiten

Im Krankenhaus stehen in der HNO-Abteilung weitere Möglichkeiten der Blutstillung zur Verfügung. Mögliche Maßnahmen sind die vordere oder hintere (Bellocq-)Nasentamponade, Elektro-/Laserkoagulation, Gefäßunterbindung (A. sphenoplalatina, A. maxillaris) oder eine interventionelle Embolisation.