Einführung in die Imkerei/ Bienenkunde


Bienenkunde

Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera), früher auch Europäische Honigbiene genannt, ist eine Vertreterin der Gattung der Honigbienen. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet war nur Europa, Afrika und der Nahe Osten. Da sie für die Imkerei aber große Bedeutung hat, ist sie weltweit verbreitet worden, so beispielsweise bereits im Zuge der Eroberung anderer Kontinente durch die Europäer. Heute ist sie auf allen Kontinenten vorhanden (mit Ausnahme der polaren Gebiete).

Biologische Einordnung der Biene

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Damit man die Einordung verstehen kann, muss man verstehen, wie heutzutage Biologen Lebewesen einordnen. Der wohl bedeutendste Taxonom war der Schwede Carl von Linné (* 23. Mai 1707 - † 10. Januar 1778). Er Unterteilte als erster die Lebewesen in drei Reiche: Pflanzen, Tiere und Minerale. Minerale hielt man zu diesem Zeitpunkt noch für lebendig, da sie, wenn auch sehr langsam, wachsen. Später wurde dieser Irrtum aufgeklärt, und man fand mit Hilfe der Mikroskope noch ein neues Reich: das der Kleinstlebewesen, also der ein- und wenigzelligen Wesen. Dieses System wurde immer wieder verbessert. Heute geht man je nach Einteilungssystem von drei bis sechs Reichen aus:

Protista Monera Eubacteria Bacteria
Archaebacteria Archaea
Protista Protista Eukarya
Plantae Fungi Fungi
Plantae Plantae
Animalia Animalia Animalia

Diese Reiche bilden die oberste Kategorie der Lebewesen. Darunter kommen dann die Unterreiche. Bienen gehören natürlich zu den Tieren . Die Tiere (Animalia) weiten sich immer weiter in einzelne Unterarten auf. Ich habe das mal schematisch dargestellt. Leider ist die Ansicht nicht besonders gut:

 

Bienenrassen

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Verbreitungsgebiet der Westlichen Honigbiene (Unterarten) in Europa und im vorderen Orient.

Wie bei vielen anderen Tieren gibt es auch bei einzelnen Arten der Gattung Honigbienen (Apis) verschiedene Rassen. Einige davon sind "echte" Rassen. Sie sind ursprünglich im Laufe der Jahrtausende durch Evolution, d.h. Anpassung an geographische und klimatische Gegebenheiten, entstanden. Es gibt neun natürliche Honigbienenarten:

  • Kliffhonigbiene (Apis laboriosa)
  • Riesenhonigbiene (Apis dorsata)
  • Westliche Honigbiene (Apis mellifera )
  • Asiatische Rote Honigbiene oder Rote Honigbiene (Apis koschevnikovi)
  • Apis nigrocincta
  • Asiatische Bergbiene (Apis nuluensis)
  • Östliche Honigbiene / Asiatische Honigbiene (Apis cerana)
  • Zwerghonigbiene (Apis florea)
  • Zwergbuschbiene oder Buschhonigbiene (Apis andreniformis)

Von diesen natürlichen Arten wurden vor Allem die Westliche Honigbiene von Menschen gezüchtet. Es sind die Rassen der Westlichen Honigbiene, die fast überall auf der Welt von Imkern gehalten werden. Die natürlichen Rassen werden und wurden von den Imkern züchterisch bearbeitet. Ziel ist es, bestimmte Eigenschaften zu verbessern. Dabei geht es vor allem um die Erhöhung des Ertrages von Honig und die Züchtung einer friedlicheren und schwarmträgen Biene. Weitergehend wurden auch Kreuzungen der einzelnen Rassen vorgenommen. Dies fand teilweise ungewollt statt, bedingt durch das benachbarte Halten von Bienenvölkern unterschiedlicher Rassen.

Die Rassen der Westlichen Honigbiene können in vier Gruppen eingeteilt werden (nach Ruttner):

Die dunklen Honigbienen aus Nord und Westeuropa

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Dunkle Europäische Biene

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Die Dunkle Europäische Honigbiene
Die Dunkle Europäische Biene (Apis mellifera mellifera) ist eine natürlich entstandene Rasse (Unterart) der Westlichen Honigbiene. Sie ist die in ganz Nordwest-, Mittel- und Nordosteuropa bis zum Ural ursprünglich einheimische Honigbiene und zeichnet sich durch eine große Winterhärte, sparsamen Umgang mit ihren Vorräten und maßvolle Völkerentwicklung aus. Ein bereits von Enoch Zander (1873-1957) und heute noch in der Schweiz züchterisch bearbeiteter Stamm der A.m. mellifera wird auch wegen seiner dunklen Färbung Nigra genannt. Zunächst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Einfuhr südlicher Rassen und die Sonderentwicklung der Heidebiene stark verkreuzt, wurde sie ab der Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland durch gezielte Verdrängungszucht nahezu ausgerottet. Bescheidene Einbürgerungsversuche sind derzeit im Gange. In anderen Ländern Europas wie Frankreich, Belgien, Dänemark, Norwegen, England, Österreich (Tirol) gibt es noch umfangreiche mehr oder weniger reine Bestände, in Deutschland nur noch in wenigen, meist hochgelegenen Regionen. Die im Vergleich besonders langlebige, große, sehr dunkel wirkende Biene ist als einzige in der Lage, die langen, kalten Winter in Nordosteuropa zu überleben. Sie verfügt über eine außerordentliche Flugstärke und ist auch an die Wechselhaftigkeit des atlantischen Klimas hervorragend angepasst. Die Gemeinschaft zum Erhalt der Dunklen Biene in Deutschland bemüht sich um die Erhaltung dieser wertvollen Bienenrasse.

Iberische Biene

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Die Iberische Biene (Apis mellifera iberica), auch Spanische Biene genannt, ist eine Unterart der Westlichen Honigbiene. Sie ist auf der ganzen Iberischen Halbinsel und durch Ansiedlung auch auf den Balearen beheimatet. Sie gehört zur Rassengruppe der dunklen Honigbienen aus Nord- und Westeuropa und ist genau so groß wie die ursprünglich in Mittel- und Nordeuropa heimische Dunkle Europäische Biene. Auch in ihrer Färbung unterscheidet sie sich kaum. Weiterhin ist sie auf ein gemäßigtes Klima angewiesen und eignet sich weniger für tropische Regionen. Dies haben unzählige Ansiedelungsversuche in Südamerika schon zu Zeiten der Kolonialisierung bewiesen, bei denen immer andere Rassen, insbesondere die afrikanischen Bienen und die Italienische Biene besser geeignet waren. Vom Verhalten her ist sie sanftmütig.

  • die Tellbiene (Apis mellifera intermissa v.Buttel-Reepen, 1906)
  • die Riffbiene (Apis mellifera major Ruttner, 1975)
  • die Saharabiene (Apis mellifera sahariensis Baldensberger, 1922)

Die Carnica-Gruppe

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Carnica Biene

Die Kärntner Biene (Apis mellifera carnica, auch Krainer Biene) ist eine natürlich entstandene Rasse. Von den Imkern wird sie auch einfach Carnica genannt. Sie ist die nördlichste Vertreterin der Balkan-Rassengruppe und ist nur in den Regionen südlich der Alpen autochthon (ursprünglich) beheimatet. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie im ganzen deutschsprachigen Raum verbreitet und hat dabei die nördlich der Alpen beheimatete Dunkle Europäische Biene fast vollständig verdrängt. Gründe waren die größere Volksstärke und der damit zu erreichende höhere Honigertrag. Da die Kärntner Biene vom südöstlichen Alpenklima geprägt wurde, kommt sie mit heißen Sommern und kalten Wintern gut zurecht. Die Feuchtigkeit und Unbeständigkeit des Meeresklimas bereitet ihr Schwierigkeiten. Deswegen ist sie auch in England, Frankreich und Skandinavien kaum verbreitet. Die Kärntner Biene ist sanftmütig, hat aber im Gegensatz zu einigen anderen Rassen einen erhöhten Schwarmtrieb.


Ligustica - die Italienische Honigbiene

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Ligustica Biene

Die Italienische Biene (Apis mellifera ligustica M.M.Spinola, 1806), auch Italiener Biene - von den Imkern auch einfach Ligustica genannt - ist eine natürlich entstandene Rasse der Westlichen Honigbiene. Ihre Farbe tendiert immer zu Gelb mit einer Variation zwischen zitronengelb und lederbraun. Ursprünglich auf der italienischen Halbinsel beheimatet, ist sie mittlerweile die weltweit in der Imkerei am häufigsten gehaltene Honigbiene. Sie besitzt vortreffliche Eigenschaften bezüglich Honigsammelfleiß und Friedfertigkeit und gilt als beste Sammlerin von Blütenhonigen. Dies begründet ihre weltweite Verwendung in der Imkerei. Sogar in Skandinavien und Alaska wird erfolgreich mit ihr geimkert. In Deutschland konnte sie sich nie durchsetzen, allerdings wurden, anders als bei der Carnica-Biene aus Slowenien, auch keine Bemühungen gestartet, sie auf deutsche Verhältnisse auszulesen.


  • die Makedonische Biene (Apis mellifera macedonica Ruttner, 1988)
  • die Südgriechische Biene (Apis mellifera cecopria Kiesenwetter, 1860)
  • die Sizilianische Biene (Apis mellifera sicula Montagano, 1911)

Die Bienen des Vorderen Orients

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  • die Kaukasische Biene (Apis mellifera caucasica Gorbachew, 1916)
  • die Armenische Biene (Apis mellifera armenica Skorikov, 1929)
  • die Persische Biene (Apis mellifera meda Skorikov, 1929)
  • die Anatolische Biene (Apis mellifera anatolica Maa, 1953)
  • die Syrische Biene (Apis mellifera syriaca v.Buttel-Reepen, 1906)
  • die Zyprische Biene (Apis mellifera cypria Pollmann, 1879)
  • die Kretische Biene (Apis mellifera adami Ruttner, 1975)

Die Bienen des tropischen Afrikas

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  • die Ostafrikanische Hochlandbiene (Apis mellifera scutellata Lepeletier, 1836)
  • die Ostafrikanische Bergbiene (Apis mellifera monticola Smith, 1849)
  • die Kap-Biene (Apis mellifera capensis Escholz, 1821)
  • die Ägyptische Biene (Apis mellifera lamarckii Cockerell, 1906)
  • die Arabische Biene (Apis mellifera jemenitica Ruttner, 1975)
  • die Ostafrikanische Küstenbiene (Apis mellifera litorea Smith, 1961)
  • die Westafrikanische Biene (Apis mellifera adansonii Latreille, 1804)
  • die Madagaskarbiene (Apis mellifera unicolor Latreille, 1804)

Züchtungen

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Neben den natürlich entstandenen Rassen gibt es eine Reihe von Züchtungen. In Deutschland spielt eigentlich nur eine einzige Züchtung in der imkerlichen Praxis eine Rolle: Die Buckfast-Biene (sprich: "Backfesst"). Diese Biene wurde von Bruder Adam seit den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts in England gezüchtet, weil die ursprüngliche Dunkle Honigbiene in England fast vollständig durch die Tracheenmilbe ausgerottet war. Er kreuzte dazu die italienische Ligustica mit der Dunklen Honigbiene. Im Laufe der Zeit kreuzte er auch viele andere Rassen in seine Rasse mit ein. Das Resultat ist eine äußerst friedliche, schwarmträge und erbfeste Bienenrasse, die bei Verwendung moderner Wirtschaftsweisen überdurchschnittliche Erträge bringt. Moderne Carnicazüchtungen stehen dem in nichts nach, und die meisten deutschen Imker halten die Carnica, die größere Völkerzahl wird aber sehr wahrscheinlich von den Berufsimkern mit der Buckfast bewirtschaftet. Gerade die Carnicazüchter sind über Buckfaststände meist nicht glücklich, da sie die Carnicazucht erschweren.

Der Bienenstaat

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Der Bienenstaat ist eines der komplexesten Sozialsysteme in der Tierwelt. In einem Bienenvolk (auch Bienenstaat genannt) gibt es drei Typen von Bienen, die sich in Größe und Körperform unterscheiden:

  • Die Königin(en)
  • Drohnen
  • und Arbeiterinnen.


Die Arbeiterin

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Arbeiterin auf Wabe

Die große Masse des Volkes wird von den Arbeiterinnen gebildet, zigtausend kleinere Weibchen, deren   Ovarien im Vergleich zur Königin kleiner und wesentlich weniger leistungsfähig, aber dennoch voll funktionsfähig ausgebildet sind. Sie sind nicht geschlechtsreif, da die Königin ein Pheromon (= Duftstoff) abgibt, das diese Entwicklung unterdrückt. Die Arbeiterinnen erledigen alle Tätigkeiten in und außerhalb des Bienenstocks:

  • Reinigung der Wabenzellen und des Bienenstocks
  • Brutpflege, dabei auch Futtersaft erzeugen
  • Nektar und Pollen sammeln
  • Nektar einlagern und zu Honig eindicken und umarbeiten
  • Wasser holen zum Wiederverflüssigen von Vorräten oder zum Kühlen bei Hitze
  • Wabenbau, dabei Wachs erzeugen (ausschwitzen)
  • Baumharze als Rohmaterial für Propolis(siehe Kapitel Bienenprodukte) sammeln
  • mit Propolis Ritzen abdichten und Oberflächen, auch von nicht beseitigbarem Unrat, keimfrei machen
  • Erkundungsflüge unternehmen (sogenannte Spurbienen)
  • Verteidigung des Volkes


Arbeiterinnen leben im Sommer ca. 30 Tage. Ab dem Herbst, wenn die Bienen im Stock verbleiben und keine Brut mehr vorhanden ist, leben sie bis zum nächsten Frühjahr, also ca 1/2 Jahr.

Die Königin

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Bienenkönigin mit umgebenden Bienen

Die Bienenkönigin, auch Weisel oder Stockmutter genannt, ist das einzige geschlechtsreife weibliche Tier im Bienenvolk. Ihr Hinterleib ist im Vergleich zu dem der beiden anderen Phänotypen (biologisch: Erscheinungsbild) Drohn und Arbeiterin deutlich länger. In diesem sind mehrere voll entwickelte Eischläuche (Ovarien) vorhanden. Die Aufgabe der Königin ist ausschließlich das Legen von Eiern zum Erhalt des Bienenvolks. Wie die Arbeiterinnen hat die Königin zwar auch einen Stachel, setzt diesen aber nur vor dem Hochzeitsflug zum Töten von Rivalinnen ein.

Bienenköniginnen entstehen entweder, weil sich das Bienenvolk über das Schwärmen vermehren (teilen) will, oder weil die bisherige Königin durch Tod oder aus Altersgründen ersetzt werden soll. Letzteres wird dann Nachschaffung genannt.

Die Entwicklung von Bienenköniginnen erfolgt, wie auch die der Arbeitsbienen, aus befruchteten Eiern. Im Gegensatz zu den Larven der Arbeiterinnen werden die der Königinnen aber über die gesamte Dauer des Larvenstadiums mit einem von den Ammenbienen in speziellen Kopfdrüsen erzeugten Futtersaft, dem Gelee Royale, ernährt und in eigenen, senkrecht statt waagerecht ausgerichteten Weiselzellen aufgezogen. Diese werden von den Stockbienen entweder auf der Wabe durch Umbau erstellt (Nachschaffungszellen) oder extra an den Wabenunterkanten angesetzt (Schwarmzellen).

Junge Königinnen fliegen im Alter von ein bis zwei Wochen mehrmals zur Paarung mit insgesamt bis zu 20 Drohnen aus. Bei diesen Hochzeitsflügen nehmen sie an sogenannten Drohnensammelplätzen den Samen der Drohnen in ihrer Samenblase auf. Dieser reicht für eine Lebenszeit von bis zu vier Jahren. Geht der Samenvorrat zu Ende, legt die Königin vermehrt unbefruchtete Eier, aus denen sich Drohnen entwickeln. Während der Vegetationszeit, wenn frische Brut vorhanden ist, wird eine solche Königin vom Volk durch Nachschaffung ersetzt.

Die Volksstärke eines Bienenvolkes schwankt im Jahreslauf. Bei den Bienen der gemäßigten Klimaregionen hat sie im zeitigen Frühjahr ihr Minimum und erreicht etwa zur Sonnenwende ihr Maximum. Bei den individuenstarken Rassen der Westlichen Honigbiene, z.B. der Buckfast-Biene, können das 50.000 Tiere sein. Zeitlich hierzu passend beginnt die Königin nach einer Winterpause etwa Mitte/Ende Februar (Nordhalbkugel) mit dem Eierlegen und erreicht gegen Ende Mai Spitzenwerte von bis zu 2.000 Eiern am Tag - mehr als ihr eigenes Körpergewicht.

Neben ihrer Hauptaufgabe, dem Eierlegen während der Vegetationszeit, gibt die Königin auch über ihre Mandibeln (?) die sogenannte Königinsubstanz ab. Diese ist das Pheromon, das die anderen Weibchen, die Arbeitsbienen, in ihrer Geschlechtlichkeit hemmt und für das Wohlbefinden des ganzen Insektenstaates sorgt.

So merken die Bienen z.B. am Fehlen dieser Pheromone innerhalb kurzer Zeit, dass ihre Königin gestorben oder durch einen imkerlichen Eingriff verloren gegangen ist. Passiert dies zu einer Zeit, in der Brut vorhanden ist, so fangen die Bienen an, einige Brutzellen mit jungen Arbeiterinnenlarven darin zu Weiselzellen umzubauen und die Larven durch Ernährung mit Gelee Royale zu neuen Königinnen als Ersatz für die alte, verlorene oder unfruchtbare Königin nachzuziehen.

Der Drohn

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Drohn auf Wabe

Die männliche Honigbiene wird Drohn oder Drohne genannt. Die Drohnen dienen vornehmlich der Begattung von jungen Königinnen. Daneben wird ihnen ein bedeutender Anteil bei der Klimatisierung des Brutnestes zugeschrieben. Ihre Körperform ist größer und gedrungener als die einer Arbeiterin, und die Facettenaugen sind größer und leistungsfähiger. Zudem hat der Drohn keinen Stachel.

Eine Besonderheit stellt die Entstehung der Drohnen dar. Sie entstehen aus unbefruchteten Eiern, d.h. die Königin kann bei der Eiablage entscheiden, ob ein Ei befruchtet wird oder nicht. Bei Honigbienen treten die Drohnen nur in der Vermehrungsphase des Bienenvolks, der Schwarmzeit, auf. Im Spätsommer wird den Drohnen der soziale Futteraustausch verweigert, und sie werden bereits am Flugloch abgewiesen oder gar herausgedrängt. Da sie die Fähigkeit, selbst Nahrung in der Natur zu sammeln, nicht besitzen, verhungern sie. Häufig kann man in dieser Phase herumkrabbelnde, sterbende Drohnen beobachten.