Datensicherung/ Vorbeugung

Viele Risiken lassen sich durch Vorsicht und Umsicht verringern. Auf dieser Seite geht es um weitere Möglichkeiten, Datenverluste zu vermeiden.


StromversorgungBearbeiten

Die Energieversorger müssen manchmal Umschaltungen vornehmen, beispielsweise um Überlandleitungen für Wartungsarbeiten stromlos zu schalten. Jeder Schaltvorgang verursacht eine sehr kurze Spannungsschwankung in den Leitungen. Diese dauert meist weniger als eine halbe Sekunde und wird durch die Pufferkondensatoren des Netzteils abgemildert, das Computernetzteil sollte damit problemlos klarkommen. Wenn der Strom aber eine Sekunde oder länger ausfällt, geht der PC aus und nicht gespeicherte Daten sind verloren.

Gefährlicher ist es, wenn Ihr Wohngebiet von einem großräumigen, länger andauernden Stromausfall betroffen ist. In dem Moment, wenn der Strom wiederkommt, ist der Strombedarf extrem hoch. Beispielsweise laufen sämtliche Kühlschrankmotoren gleichzeitig an. Dieser Motortyp braucht im Anlaufmoment einen vielfach größeren Strom als im Dauerbetrieb. So kommt es zu mehreren Stromstößen, sogenannten „Einschwingvorgängen“, die kurzzeitig mehr als 1000 Volt erreichen können. Dadurch können der PC und andere elektronische Geräte beschädigt werden.

Auch eine durchgebrannte Schmelzsicherung kann zu Problemen führen. Beim Einschrauben der neuen Sicherung gibt es praktisch immer mehrere Stromstöße (Achten Sie mal darauf, wie oft dabei das Licht flackert). Störspannungen können auch durch Blitzschläge entstehen. Nicht nur direkte Blitzschläge sind gefährlich, auch Einschläge in der Nachbarschaft können hohe Störspannungen erzeugen.

Deshalb ist es eine gute Idee,

  • zum Arbeitsende
  • wenn die Sicherung durchgebrannt oder der Strom aus anderem Grund ausgefallen ist
  • wenn der Elektriker im Haus ist
  • wenn ein schweres Gewitter im Anzug ist
  • bevor Sie in Urlaub fahren

den PC (und weitere elektronische Geräte) vom Stromnetz zu trennen.

Den Telefonstecker oder den DSL-Anschluss können Sie gleich mit herausziehen.

Wenn Sie sich angewöhnen, PC, Bildschirm und Lautsprecher (aber nicht den Tintendrucker![1]) mittels schaltbarer Steckdosenleiste bei jedem Arbeitsschluss vom Stromnetz zu nehmen, können Sie mindestens 30 € pro Jahr sparen und schützen außerdem Ihren PC vor Überspannungen.

RAIDBearbeiten

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Der Begriff RAID steht für eine Technologie, bei der mehrere Festplatten zu einem Verband zusammengeschaltet werden. Für den privaten Bereich sind vor allem RAID-0 und RAID-1 interessant. Bei RAID-0 werden die Daten auf zwei oder mehr Festplatten möglichst gleichmäßig verteilt. Mehrere gleichzeitig arbeitende Festplatten bewältigen in der Summe eine erheblich größere Datenmenge pro Sekunde, was besonders für Videoschnitt-PCs interessant ist. Das Risiko eines Datenverlustes steigt: Wenn eine der Festplatten des Verbandes ausfällt, kann man mit den Fragmenten auf den restlichen Festplatten nichts mehr anfangen.

Das Verfahren RAID-1 ist auch unter der Bezeichnung „Spiegelung“ bekannt. Es werden zwei identische Festplatten benutzt und alle Daten werden gleichzeitig auf beide Festplatten geschrieben. Bei Ausfall einer der Festplatten sind die Daten nicht verloren, es kann sogar ohne Unterbrechung weitergearbeitet werden. Das ist nützlich für Firmen, wo ein Ausfall wichtiger Computer zu kostspieligen Betriebsstörungen führen kann. Allerdings sollte man bedenken, dass ein RAID-System nicht vor Viren und Bedienfehlern schützt. Es schützt auch nicht davor, dass durch einen Fehler im Netzteil oder einen Blitzeinschlag in der Nähe beide Festplatten gleichzeitig durchbrennen. Ohnehin gehen die meisten Daten durch andere Ursachen verloren, weniger als 10% aller Datenverluste werden durch einen Festplattenausfall verschuldet. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Hauptplatine kaputt geht, ist weitaus höher. Ein neueres Modell oder gar die Platine eines anderen Herstellers kommen eventuell mit der Datenstruktur Ihres RAID-Systems nicht zurecht. Insoweit ist ein RAID-System kein Ersatz für eine Datensicherung. Eine regelmäßige Sicherung auf DVD oder ein anderes Medium ist unbedingt notwendig!

Um die Festplatten „zusammenzuschalten“, ist spezielle Hardware notwendig. Auf vielen modernen Hauptplatinen ist ein einfacher RAID-Controller integriert. Für professionelle Lösungen gibt es RAID-Controller als Steckkarte, die mehrere tausend Euro kosten können.

Wenn Sie beispielsweise vier Festplatten mit Daten haben, würden Sie weitere vier Festplatten für deren Spiegelung brauchen. Das ist teuer. Wenn Sie eine Hauptplatine mit integriertem RAID-5-Controller haben oder einen speziellen RAID-Controller kaufen, kommen Sie statt mit vier mit nur einer einzigen zusätzlichen Festplatte aus, ohne Sicherheit zu verlieren. Bei „RAID-5“ wird zu einer Anzahl von Festplatten nur eine einzige zusätzliche Platte hinzugefügt. Der Controller sorgt für eine solche Verteilung der Daten auf die Platten, dass bei Ausfall einer beliebigen Festplatte die Daten verfügbar bleiben.

Für noch höhere Ansprüche gibt es „RAID-6“. Dabei werden zwei Reservefestplatten verwendet, so dass selbst bei Ausfall beliebiger zwei Festplatten weitergearbeitet werden kann. Bei RAID-10 können die Platten zu mehreren Gruppen mit unterschiedlicher Ausfallsicherheit zusammengeschaltet werden.

Nachteil:

  • Man braucht einen speziellen Festplattencontroller, der sehr teuer sein kann. Deshalb sind RAID-5-Lösungen (und höher) vor allen in Servern zu finden.

Vorteile:

  • Da sich die Leseanforderungen auf mehrere Festplatten verteilen, steigt der Datendurchsatz des Systems deutlich an. Je mehr Festplatten, desto schneller.
  • An einfachere Controller können bis zu 15 Festplatten angeschlossen werden, teure Modelle können 45 Platten ansteuern. Es können mehrere Controllerplatinen in einem PC betrieben werden.
  • Wenn der Speicherplatz knapp wird, ergänzt man den RAID-Verband um eine oder mehrere zusätzliche Festplatten. Der Controller kann die vorhandenen Daten bei laufendem Betrieb umverteilen. Einige Stunden später steht die größere Kapazität zur Verfügung.
  • Weil RAID mit weniger Festplatten auskommt als eine Spiegelung, wird Energie gespart.

Ein RAID-System schützt nur vor dem Ausfall einer Festplatte und der damit zusammenhängenden Betriebsunterbrechung. Die meisten Daten gehen durch andere Ursachen verloren, weniger als 10% aller Datenverluste werden durch einen Festplattenausfall verschuldet. Insoweit ist ein RAID-System kein Ersatz für eine Datensicherung. Eine regelmäßige Sicherung auf Band oder ein anderes Medium ist unbedingt notwendig!

Der erste von mir verkaufte RAID-Controller kostete 4500 DM. Zehn Festplatten waren angeschlossen, das System war unglaublich schnell. Ich werde nie den Tag vergessen, an dem der Lüfter des RAID-Controllers ohne jedes Warnsignal ausfiel. Der Controller hatte zwar einen eigenen Piepser für Fehlermeldungen, aber die Funktion des Lüfters wurde nicht elektronisch überwacht. Jedenfalls überhitzte sich die CPU des Controllers, und die Verwaltungstabellen der Festplatten wurden beschädigt. Alle Daten waren rettungslos verloren! Ohne die Bandsicherung der letzten Nacht hätte ich wohl mein Testament schreiben müssen, bevor mich der Inhaber der betroffenen Firma erschießt.

Wenn eine der Festplatten eines RAID-Verbandes ausgefallen ist, ersetzt man sie einfach durch eine neue. Je nach Hardware darf das im laufenden Betrieb erfolgen, oder man muss den PC kurz herunterfahren. Der Controller integriert die neue Festplatte automatisch, d. h. er verteilt sämtliche Daten neu. Dabei gibt es eine wenig bekannte Gefahr:

  • Alle Platten des Verbundes sind möglicherweise im Abstand weniger Minuten vom Fließband gelaufen. Sie sind deshalb mechanisch sehr ähnlich und haben etwa die gleiche Lebenserwartung. Während des Betriebes hatten sie immer die gleiche Belastung auszuhalten. Nach dem Ausfall der ersten Festplatte könnten die nächsten bald nachfolgen!
  • Die Festplatten eines RAID-Systems sind im Normalbetrieb relativ wenig beansprucht, denn die Leseanforderungen werden nahezu gleichmäßig auf alle Platten verteilt. Nach dem Einsetzen der Ersatzfestplatte ändert sich das: Der RAID-Controller wird stundenlang mit Höchstlast laufen müssen, um die Daten umzustrukturieren und die neue Platte zu integrieren. Noch nie zuvor sind Ihre Festplatten derart beansprucht, derart heiß geworden! Das führt nicht selten zum Ausfall einer weiteren Festplatte, siehe vorherigen Hinweis. Besonders häufig sind derartige Pannen bei Plattenspiegelungen von S-ATA-Festplatten in Heimcomputern. Die hier üblicherweise verwendeten Festplatten sind nicht für derartige lang andauernde Belastungen konzipiert.

Deshalb sollten Sie zuerst eine komplette Sicherung durchführen und erst danach die Festplatte auswechseln.

Gespiegelte ServerBearbeiten

Wenn die CPU oder das Netzteil ausfällt, nützen Ihnen gespiegelte Festplatten oder ein RAID-System gar nichts. In solchen Fällen können gespiegelte Server eingesetzt werden. Dabei sind zwei meist identische PCs mit einer Spezialsoftware über eine schnelle Netzwerkverbindung zusammengeschaltet, so dass sämtliche Eingaben gleichzeitig an beide PC gehen und sie die gleichen Daten verarbeiten. Nur einer der Server, der primäre, gibt die Daten an die Benutzer aus. Wenn der primäre Server ausfällt, übernimmt der andere Server innerhalb einiger Sekunden und wird zum neuen primären Server.

Wenn der ausgefallene Server repariert und wieder hochgefahren ist, holt er sich von dem in Betrieb gebliebenen Server die aktuellen Daten und steht nun als Ersatzserver zur Verfügung.

Bei allerhöchsten Anforderungen an die Ausfallsicherheit werden gespiegelte Rechenzentren eingesetzt. Für den Fall von Überschwemmungen, Erdbeben und Terroranschlägen sollte das Ersatz-Rechenzentrum viele Kilometer entfernt sein.

Wo sollten die Datenträger gelagert werden?Bearbeiten

Welches Medium Sie auch immer verwenden, achten Sie darauf, dass möglichst viele der Sicherungsmedien räumlich weit entfernt vom PC gelagert werden. Was nützt Ihnen eine Sicherung, wenn sie zusammen mit dem PC bei einem Diebstahl mitgenommen oder durch Brand oder Hochwasser zerstört wird?

Die privaten Daten auf einer DVD können Sie vielleicht einem Freund oder Verwandten zur Aufbewahrung geben. Eine DVD luftdicht verpackt im Keller zu lagern ist auch eine brauchbare Idee (wenn der nicht überschwemmungsgefährdet ist). Allerdings sollte man in beiden Fällen über eine Verschlüsselung nachdenken.

Für eine Firma ist ein anderes Gebäude oder ein Platz auf der anderen Seite einer Brandschutztür optimal. Der Chef oder der mit der Datensicherung beauftragte Mitarbeiter könnten die Daten nach Hause mitnehmen.

Die Sicherheitskopien im Tresor der Firma vor Unbefugten zu schützen ist eine gute Idee. Das schützt aber nicht vor allen Gefahren. Bei einem Brand sind die Kopien gefährdet. Übliche Tresore sind dafür gebaut, Papier zu beschützen. Papier entzündet sich erst bei 185 °C. Polycarbonat, das Trägermaterial von DVDs und Magnetbändern, hat sich bei dieser Temperatur bereits verformt. Mehr als 125 °C verträgt es nicht. [2]

Was kann man tun? Lagern Sie nicht alle Kopien im Tresor. Stellen Sie eine wärmedämmende Box für die Datenträger in den Tresor. Es gibt spezielle Datenträgertresore, in denen Ihre Daten ein Feuer überstehen können.

Bedenken Sie, dass Sie nach einem Brand oder Einbruch eventuell tagelang keinen Zugang zu ihren Räumen mit den möglicherweise unversehrten Datenträger haben, solange die Spurensicherung am Werk ist.

Wenn Sie Bänder verwenden, droht eine andere Gefahr: Was ist, wenn Ihr Bandgerät defekt ist? Wenn das Bandgerät samt Server gestohlen oder verbrannt ist, woher bekommen Sie ein neues Bandgerät zum Einlesen der Bänder? Sie sollten sich fragen

  • Wie viele Tage würde es dauern, ein Ersatzgerät zu beschaffen?
  • Wie exotisch ist Ihr Bandgerät? Wäre es überhaupt wiederbeschaffbar?
  • Sie haben jemanden gefunden, der das gleiche Bandgerät benutzt und es Ihnen im Notfall leihen würde. Würde das Ersatzgerät Ihre Bänder lesen können? Haben Sie das getestet?

Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Hardware-Händler. Vielleicht können Sie mit einem anderen Kunden Ihres Händlers vereinbaren, die Bandgeräte im Störfall gegenseitig auszuleihen. Testen Sie mit wenigsten einem Band, ob das fremde Gerät Ihr Band lesen kann. Wenn Sie Pech haben, ist Ihr Bandgerät schlecht justiert und liest nur die selbst beschriebenen Bänder.

An diese Stelle passt ein unter Administratoren gebräuchlicher Witz: „Unsere Backups waren in Ordnung, nur die Rücksicherung hat nicht geklappt!“