Programme und Daten trennen

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Festplatten sind Datenspeicher mit einem gewaltigen Fassungsvermögen. Heutige Festplatten fassen einige hundert DVDs. Um derartige Datenmengen besser ordnen zu können, kann die Festplatte in Bereiche, sogenannte Partitionen unterteilt werden. Bei den meisten PCs wird diese Möglichkeit allerdings nicht genutzt.

Wenn man die Festplatte in mindestens zwei Partitionen teilt – die erste Partition für das Betriebssystem, der Rest für die Daten –, und die Daten auf die zweite Partition verlagert, kann man Übersichtlichkeit, Geschwindigkeit und Sicherheit gewinnen. Außerdem wird die Datensicherung erleichtert. Betrachten wir, wieso.

Mehr Übersicht

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Zu diesem Thema gibt es nicht viel zu sagen. Kaum jemand steckt Schriftstücke (= Dokumente) zwischen die Bücher (= Programme). Normalerweise ist es sinnvoll, Bücher und Dokumente getrennt aufzubewahren.

Mehr Geschwindigkeit

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Wieso gewinnt man Geschwindigkeit durch Partitionierung der Festplatte?

Windows protokolliert ständig viele Vorgänge und Veränderungen (Logbücher, Registry, Wiederherstellungspunkte u. a.). Mehr als 90 Prozent aller Festplattenzugriffe betreffen das Schreiben von Protokolldateien sowie das Lesen von Dateien des Betriebssystems und der installierten Programme, weniger als 10% entfallen auf Lesen und Schreiben von Daten. Ein Beispiel dazu: Wenn Sie eine Word-Datei anklicken, braucht der PC einige Sekunden, bis Word geöffnet ist. Maximal 100 ms davon hat der PC für das Lesen der Word-Datei gebraucht, die vielen anderen Zugriffe dienen zum Lesen der benötigten Programmdateien.

Wenn Windows freien Platz für irgendeine Datei benötigt, wird die Festplatte, am Anfang beginnend, nach der ersten freien Lücke durchsucht. Dorthin wird die Datei gespeichert. Wird durch das Löschen einer Datei Platz frei, kommt die nächste Datei dort hin. Im Laufe der Zeit werden Programme und Daten vermischt und weiträumig über den gesamten belegten Bereich verteilt.

Wenn man nun beispielsweise von einer 400 GB Festplatte die ersten 20 GB für die Systempartition mit Windows und anderer Software reserviert und den großen Rest von 380 GB für Daten verwendet, entfallen 90% der Zugriffe auf einen kompakten Bereich von 5% der Festplattenfläche. Nun muss man wissen, dass die Magnetköpfe für kurze Bewegungen nur 2 bis 3 Millisekunden benötigen, ein Spurwechsel von ganz außen (wo die Programme sind) bis zu den mittleren Spuren dauert 15 – 20 ms, bis nach ganz innen 20 – 25 ms - die zehnfache Zeit wie im Nahbereich!

Durch die Partitionierung der Festplatte können also 90% der Festplattenzugriffe in weniger als 3 ms erfolgen. Dabei gilt: Je voller die Festplatte wird, desto größer ist der Geschwindigkeitsvorteil. Zugegeben, es gibt nur einen geringen Vorteil, solange die Festplatte fast leer ist, aber sie wird ja nicht immer leer bleiben. Bei einer halb vollen, partitionierten Festplatte wird die Festplatte im statistischen Mittel um 20% bis 30% schneller.

Werden durch eine Unterteilung möglicherweise Daten langsamer gelesen? Nein. Selbst wenn es so wäre: Sogar der langsamste Computer kann die Daten um Größenordnungen schneller liefern, als Sie diese anhören oder betrachten können. Wartezeiten entstehen nur dadurch, dass Windows die zum Betrachten der Daten benötigten Programme laden und konfigurieren muss. Genau das wird durch eine sinnvolle Partitionierung beschleunigt.

Mehr Sicherheit

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Der Schreibvorgang einer Datei besteht aus mindestens vier Etappen: Die Belegungstabelle durchsucht, um freiem Speicherplatz für die Datei zu finden. Die Datei wird dorthin geschrieben, das Inhaltsverzeichnis wird aktualisiert und die Belegungstabelle der Festplatte wird ergänzt. Wenn der PC wegen einer Störung den Vorgang nicht abschließen kann, ist mindestens eine Datei oder ein Verzeichnis beschädigt. Beim nächsten Start des PCs sehen Sie die Meldung

Eine Datenträgerüberprüfung ist geplant
Festplatten müssen überprüft werden

Zu diesen Abstürzen kommt es durch Inkompatibilitäten, Programmfehler, Updates und Bedienungsfehler. Windows versucht eine automatische Reparatur. Manchmal gelingt die Reparatur nicht oder nur teilweise. Eventuell entstehen Dateitrümmer, die in Verzeichnissen mit den Namen „C:\File0001“, „C:\File0002“ usw. abgelegt werden. Schäden an den Verwaltungstabellen des Dateisystems treten glücklicherweise nur selten auf. Im schlimmsten Fall ist die Partition kaputt und alle darauf befindlichen Daten sind verloren.

Wenn die Platte jedoch in Betriebssystem- und Datenpartition unterteilt war, geht fast immer nur die Partition mit dem Betriebssystem kaputt, während die Daten auf den restlichen Partitionen erhalten bleiben. Schlimmstenfalls muss man „nur“ Windows neu installieren.

Die Partitionierung hat einen weiteren Vorteil: Veränderungen am Betriebssystem werden weniger riskant. Die Installation eines Treibers oder eines Programms kann Windows beschädigen. Kleine Verbesserungen, Reparaturen oder die Beseitigung von Schadsoftware können zu Problemen führen. Das Betriebssystem legt zwar von Zeit zu Zeit Wiederherstellungspunkte an, um nach einem Fehler zu einem früheren, fehlerfreien Zustand zurückkehren zu können, aber die Rückkehr klappt nicht immer. Deshalb ist es vor Installationen und nichttrivialen Reparaturen ratsam, vorher eine Kopie (ein Image) des Betriebssystems anzufertigen. Wenn die Festplatte unterteilt ist, braucht nur die kleine Betriebssystem-Partition gesichert werden. Ein bis zwei DVD reichen dafür aus. Noch bequemer und sehr viel schneller (nur etwa 10 Minuten) geht es, wenn man das Image der Systempartition auf der Datenpartition ablegen kann.

Wenn die Festplatte nicht unterteilt ist, sind die Dateien des Betriebssystems mit den Daten vermischt. Es bleibt kein anderer Weg, als den gesamten Inhalt der Festplatte zu sichern. Wie viel wäre das bei Ihnen? Auf DVD sichern ist unsinnig, denn mit weniger als einem halben Dutzend DVD kommen Sie nicht aus. Sie brauchen also eine externe Festplatte und eine Stunde Zeit, denn so lange könnte es dauern. Das Zurückkopieren (wenn der erste Reparaturversuch fehlschlägt) dauert genau so lange.

Zusammenfassung: Wie kommt also der Gewinn an Sicherheit zustande?

  • Wenn Schäden an einer Partition auftreten, betrifft das fast immer die Systempartition. Die Datenpartition(en) bleiben intakt.
  • Der anfälligste Teil der Festplatte - das Betriebssystem - lässt sich mit geringem Aufwand sichern, denn es passt meist auf ein bis zwei DVDs. Noch bequemer ist es, wenn Sie das Image auf die Datenpartition der Festplatte oder auf eine externe Festplatte schreiben können. Es wird Ihnen leicht fallen, die Systempartition öfter zu sichern.

Datensicherung mit weniger Aufwand

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Bei den meisten PCs belegt das Betriebssystem weniger als 15 GByte, dann reichen zwei DVD für ein Image aus. Andererseits schafft es kaum ein Privatanwender, mit seiner Hände Arbeit mehr Dateien zu erstellen, als auf eine einzige DVD passen. Nehmen wir mal an, Ihr Betriebssystem passt auf zwei DVD und alle wichtigen Daten auf eine DVD.

Wenn die Festplatte nicht unterteilt ist, hat ein Normalanwender zwei Möglichkeiten, seine Daten zu sichern:

  1. Er sucht die auf der Festplatte verteilten Verzeichnisse zeitaufwändig zusammen und brennt sie auf eine DVD.
  2. Er sichert die gesamte Festplatte. Dafür werden mehrere DVD benötigt, es dauert entsprechend lange.

Wenn jedoch die Daten auf die Datenpartition verlagert sind, sollten auf C: keine Daten mehr sein.

  1. Folglich ist es nicht zwingend nötig, die Betriebssystempartition zu sichern. Wenn die Festplatte versagt, baut man eine neue ein und installiert das Betriebssystem und die Anwendungen neu.
  2. Für die Datensicherung wird nur eine DVD benötigt. Das Brennen geht schnell.

Man kann sich und andere relativ leicht zu einer Datensicherung überreden, wenn es nur einen Rohling und zwei Minuten Zeit kostet. Ein paar Klicks und eine Kaffee- o.a. Pause, und man ist fertig. Wenn mehrere DVD zu brennen sind, steigt nicht nur der Materialaufwand, sondern vor allem der Zeitbedarf. Jede Viertelstunde die DVD wechseln und den PC eine Stunde lang nicht sinnvoll nutzen zu können, ist lästig.