Datensicherung/ Daten- und Systemsicherung


Mit einem Backup können zwei verschiedene Ziele erreicht werden, die genau unterschieden werden müssen.

  • Eine Systemsicherung bringt Ihren PC schnell wieder zum Laufen, wenn Windows beschädigt ist.
  • Die Datensicherung sichert die Ergebnisse Ihrer Arbeit.

SystemsicherungBearbeiten

Eine System  sicherung ermöglicht eine schnelle Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, wenn das Betriebssystem Schaden genommen hat oder die Festplatte defekt ist. Das Sichern Ihrer Daten ist dabei zweitrangig (das ist die Aufgabe der Daten  sicherung). Um ein solches Backup zu erzeugen, muss ein genaues Abbild des gesamten Festplatteninhaltes (ein Disk Image) abgespeichert werden. Dabei sind vier Probleme zu überwinden.

  1. Einige Dateien sind ständig in Benutzung, als Beispiele seien die Benutzereinstellungen, die Registry und die Auslagerungsdatei genannt. Es ist nicht ohne weiteres möglich, diese Dateien zu kopieren, und mit den Windows-Bordmitteln gelingt das schon gar nicht.
  2. Auch wenn Sie gerade nichts tun – Windows ist nie untätig. Die Speicherbelegung wird optimiert (Auslagerungsdatei), der Suchindex wird aktualisiert, einige Programme suchen im Internet nach Updates und manche Anwenderprogramme speichern alle paar Minuten ihren aktuellen Zustand, um nach einem eventuellen Absturz fast verlustfrei fortsetzen zu können. Das bedeutet: Während eine Systemsicherung läuft, werden immer wieder Dateien verändert, darunter auch einige der bereits kopierten Dateien. Im Ergebnis enthält die Systemsicherung einige Bestandteile, die nicht zueinander passen.
  3. Es würde nicht genügen, alle Dateien zu kopieren und sie bei Bedarf zurückzukopieren. Einige Dateien müssen sich an einer präzise definierten Stelle befinden, sonst startet das Betriebssystem nicht. Der Windows-Explorer und andere Kopierprogramme können das nicht, sie kopieren die Dateien irgendwohin, wo gerade Platz frei ist.
  4. Das Zurückkopieren muss natürlich auch dann möglich sein, wenn Windows nicht mehr startet.

Daraus ergeben sich drei Anforderungen an die Software:

  1. Das Sichern und Zurückkopieren muss nicht Datei für Datei, sondern Spur für Spur, Sektor für Sektor erfolgen. Was ursprünglich im Sektor 1 der Festplatte war, muss nach Sektor 1 zurück.
  2. Das Backup-Programm muss von CD startfähig sein. Dadurch werden die Probleme mit ständig benutzten und geänderten Dateien gelöst: Weil Windows weder beim Backup noch zum Restore gestartet werden muss, bleiben alle Dateien der Festplatte unbenutzt.
  3. Aus 1. und 2. folgt: Das Backup-Programm muss mit jeder gängiger Hardware zurechtkommen, denn es kann nicht auf die Treiberunterstützung des Betriebssystems zurückgreifen. Deshalb sollte das Disk-ImageProgramm nicht älter sein als Ihre Computerhardware. Es passiert nicht selten, dass eine Image-Software meldet, es wären keine Festplatten vorhanden. Vor allem bei Notebooks kommen mitunter Festplattencontroller zum Einsatz, die recht exotische Treiber benötigen.

Programme, die mit diesen Anforderungen zurechtkommen, werden als Image-Programme bezeichnet. Mehr dazu in einem späteren Kapitel.

Für die Systemsicherung wird in der Regel ein Backup-Medium mit hoher Kapazität benötigt, am besten ist eine externe Festplatte geeignet. Windows XP plus einige Anwendungen belegt reichlich 10 GB, Windows 7, 8, 10 und Vista belegen etwa 20 GB und mehr. Zwar können die meisten Backup-Programme die Daten komprimieren, wodurch der Speicherbedarf um etwa 30 % sinkt, aber das ist immer noch zu viel, wenn eine Sicherung auf DVD erfolgen soll. Eine Systemsicherung, für die mehrere DVD benötigt werden, ist deshalb relativ zeitaufwändig.

DatensicherungBearbeiten

Eine Datensicherung bewahrt die Ergebnisse Ihrer Arbeit vor Verlust: Dokumente, Fotos, Musik und Videos. Die einzelnen Dateien sind meist nicht groß: Auf einem Gigabyte Speicherplatz kann man etwa 500 Fotos, 250 MP3-Dateien oder den Inhalt eines 10 m hohen Bücherstapels unterbringen. Bei vernünftiger Planung reicht die Speicherkapazität einer CD oder DVD für ein Daten-Backup aus. Eine häufige Sicherung sollte deshalb kein Problem sein. Je öfter die Sicherung erfolgt, desto weniger Arbeit haben Sie bei der Wiederherstellung nach einem Verlust. Wenn Ihre letzte Datensicherung beispielsweise einen Monat zurückliegt, werden Sie nach einem Verlustfall die Arbeit des letzten Monats noch einmal erarbeiten müssen oder darauf verzichten müssen.

VergleichBearbeiten

Eine gute Datensicherung ist noch wichtiger als die Systemsicherung. Wenn Sie kein Systembackup haben, können Sie die Computerinstallation auch ohne jedes Backup wiederherstellen, durch Wiederaufspielen der Installationsmedien. Sie müssen Windows und alle Ihre Anwendungen von Grund auf neu installieren, Updates installieren und das System an Ihre Bedürfnisse anpassen. Das dauert einen ganzen Arbeitstag oder mehr. Aber eine Katastrophe ist das nicht. Außer einer großen Menge Ihrer Arbeitszeit geht nichts verloren. Deshalb braucht eine Systemsicherung nur in größeren Abständen durchgeführt werden, vorzugsweise nach der Installation neuer Programme oder nach größeren Änderungen am Betriebssystem.

Wenn Sie jedoch keine Daten sicherung haben, ist Ihre Arbeit verloren.

Wenn das Betriebssystem beschädigt oder infiziert ist und Sie eine Systemsicherung haben, können Sie den PC schon nach einer halben Stunde wieder benutzen. Wenn Sie Daten auf der Systempartition haben, die Sie seit dem letzten Systembackup verändert haben, dauert es nur wenig länger: Sie sichern schnell noch die kürzlich veränderten Daten, stellen das Betriebssystem samt der alten Daten wieder her und kopieren dann die neuesten Daten zurück.

Fast alle Notebooks werden mit einer Systemsicherung ausgestattet: Mit einer „Recovery-DVD“ oder einer Recovery-Partition. Bei vielen Komplettsystemen werden Sie nach der ersten Inbetriebnahme dazu aufgefordert, diese DVD selbst zu erstellen. Es handelt sich dabei um ein Image, mit dem Sie den Neuzustand des Geräts wiederherstellen können. Wobei der Neuzustand meist unter Verlust Ihrer Daten hergestellt wird.

Die aufwändige Sicherung des Betriebssystems nur selten durchzuführen und die Daten häufiger zu sichern – das wäre optimal. Dafür ist es aber zwingend notwendig, die Festplatte zu unterteilen – in einen Bereich für Betriebssystem und Programme, der möglichst keine Daten enthält, und einen anderen Bereich nur für Daten. Das lässt sich am besten durch eine Aufteilung der Festplatte in mindestens zwei Partitionen erreichen, mehr dazu im Kapitel über Partitionen.

Für die Systemsicherung ist ein Image-Programm am besten geeignet. Doch für die Sicherung der Daten ist ein Image wenig geeignet: Selbst wenn nur eine einzelne Datei aus einem Image benötigt wird, muss man bei vielen Image-Programmen das komplette Image irgendwohin auspacken, um an einzelne Dateien heranzukommen. „Acronis True Image“ ist eine löbliche Ausnahme: Damit kann man einzelne Dateien oder Ordner aus einem Archiv extrahieren, ohne das ganze Archiv auspacken zu müssen.

Doch trotzdem ist ein Image nicht die beste Lösung für die Sicherung der Daten. Die gesamte Partition sichern, auch wenn die meisten Dateien seit längerem unverändert sind, ist zeit- und speicherplatzaufwändig. Nötig ist eine Backup-Software, die nur die veränderten Dateien sichert, aber das möglichst oft: Eine „Version-Backup-Software“. Es gibt keine Software, die beide Aufgaben optimal löst.