Datensicherung/ Beispiel/ Wo sind welche Daten

Verstreute Daten zusammenfassenBearbeiten

Bei der Sicherung geht es nicht nur um ein paar Word-Dateien. Leider verstecken die Microsoft-Betriebssysteme zahlreiche weitere Daten an vielen schwer auffindbaren Stellen. MS Word beispielsweise speichert

  • Dokumente in C:\Dokumente und Einstellungen\Benutzer\Eigene Dateien
  • Vorlagen in C:\Dokumente und Einstellungen\Benutzer\Anwendungsdaten\Microsoft\Vorlagen\normal.dot
  • Benutzerwörterbücher in C:\Programme\Microsoft Office\Office

Weiterhin sind E-Mails, E-Mail-Adressbuch, Filterregeln, Favoriten u. a. ein Problem. Selbst erfahrene Computernutzer haben Probleme, alle diese Dateien zu finden und zu sichern.

Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen:

  • Sie listen alle diese Dateien und Verzeichnisse in Ihrem Datensicherungs-Batchprogramm auf.
  • Sie verlagern sämtliche Daten von der Systempartition in eine Datenpartition.

Die zweite Lösung ist die bessere. Wenn man das schafft, hat man zwei Vorteile:

  • Laufwerk C: braucht nicht wegen irgendwelcher Daten (die ja verlagert sind) gesichert werden, sondern nur gelegentlich, um sich bei Störungen eine Neuinstallation des Betriebssystems zu ersparen.
  • Wenn man eine Image des Betriebssystems zurücksichert, werden keine Daten überschrieben.

Voreinstellungen für den Speicherort ändernBearbeiten

Nur sehr wenige Programme fragen während einer Standardinstallation, wo die Daten gespeichert werden sollen, denn viele Anwender würden durch eine Frage nach dem Speicherort verunsichert werden. Wählen Sie die benutzerdefinierte Installation, wenn Sie das nächste Mal eine Software installieren. Eventuell werden Sie dann nach dem Speicherort gefragt.

Bei vielen Programmen kann man den Ort festlegen, wohin die erstellten Daten gespeichert werden sollen. Hier ist eine Liste einiger Programme und wo die Änderung vorgenommen werden kann:

  1. MS Word: Extras - Optionen - Speicherort für Dateien
  2. MS Excel: Extras - Optionen - Dateien
  3. Outlook Express: Extras - Optionen - Wartung - Speicherordner

Die „Eigenen Dateien“ verlagernBearbeiten

Viele Programme benutzen für die Ablage von Daten das Verzeichnis „Eigene Dateien“, welches sich unterhalb des Benutzerverzeichnisses befindet. Es ist ratsam, dieses Verzeichnis auf die Datenpartition verlagern. So wird es gemacht:

  • Rechtsklick auf „Eigene Dateien“, Linksklick auf „Eigenschaften“.



Ab Vista heißt das Verzeichnis „Dokumente“. So wird es verlegt:

  • Rechtsklick auf „Dokumente“, Linksklick auf „Eigenschaften“. Register „Pfad“ wählen.
  • Der Standardpfad „C:\Users\Benutzer\Dokumente“ wird angezeigt. Ändern Sie ihn nach Belieben, z. B. in „D:\Benutzer\Dokumente“. Wenn Sie der einzige Benutzer des Computers sind, können Sie „D:\Dokumente“ eingeben.
  • Klicken Sie auf „Übernehmen“.
  • Beantworten Sie die Frage, ob der Ordner erstellt werden soll, mit Ja.
  • Beantworten Sie die Frage, ob alle Dateien an den neuen Ort verschoben werden sollen, ebenfalls mit Ja.

Analog können sie mit den Ordnern „Favoriten“, „Bilder“, „Musik“ und „Videos“ verfahren.

Kontrolle der VollständigkeitBearbeiten

Wie können Sie überprüfen, ob Sie sämtliche Daten von C: auf eine andere Partition verlagert haben, ohne wichtige Dateien zu vergessen? Das Programm ROBOCOPY ist dafür geeignet.

Arbeiten Sie mit allen Ihren Programmen wie gewöhnlich, erstellen und bearbeiten Sie Ihre Dateien. Öffnen Sie anschließend die Eingabeaufforderung, tippen Sie den folgenden Befehl ein und drücken Sie Enter zum Abschluss:

robocopy c:\ a:\ /s /xa:sh /w:1 /r:1 /ndl /maxage:3 /l | more

Wegen des Parameters /L wird nichts kopiert, ROBOCOPY tut nur so „als ob“. Beachten Sie den Parameter /NDL (No Directory List), sonst bekommen Sie auch diejenigen zehntausende Ordner aufgelistet, in denen keine Datei verändert worden ist. Der senkrechte Strich (Tastenkombination Alt-GR mit "<") gefolgt von more stoppt jeweils die Ausgabe, wenn der Bildschirm voll ist.

Etwas einfacher ist die Analyse, wenn man eine Protokolldatei erstellen lässt. Das geht mit

robocopy c:\ a:\ /s /xa:sh /w:1 /r:1 /ndl /maxage:3 /log:%USERPROFILE%\desktop\bericht.txt /l

Das Betriebssystem ersetzt %USERPROFILE% durch C:\Users\<Ihr Benutzername>. Nach Ausführung des Befehls finden Sie auf Ihrem Desktop eine Datei bericht.txt. In diesem Bericht sind alle Dateien aufgelistet, die auf Laufwerk C: in den letzten 3 Tagen (maxage:3) geändert worden sind. Sie sollten dort keine Dateien finden, die Ihnen wichtig sind. Wiederholen Sie den Befehl gegebenenfalls mit einer anderen Anzahl von Tagen.