Computerhardware: Ergonomie-Mobil

Ergonomie bei Eingabe und Anzeige von Mobilgeräten

Bearbeiten

In den neunziger Jahren, als der Masseneinsatz von Computern begann, wurden zahlreiche „computerbasierte Krankheiten“ diagnostiziert und teils als Berufskrankheiten anerkannt. Es gibt gesetzliche Vorgaben für Bildschirmarbeitsplätze und Arbeitsschutznormen für stationäre Computer. Doch für mobile Geräte fehlen Vorgaben und Empfehlungen weitgehend. Die Oberkante des Bildschirms sollte sich möglichst in Augenhöhe befinden und die Oberfläche senkrecht zur Blickrichtung. Wenn Sie Notebook oder Tablet auf dem Schoß betreiben, werden die Muskeln der Halswirbelsäule überdehnt. Nacken und Wirbelsäule reagieren höchst empfindlich auf Fehlhaltungen. Quetschungen und Überdehnungen der durch die Wirbelsäule laufenden Nerven können die Folge sein. Wenn Sie Ihr Mobilgerät unbedingt auf dem Sofa oder im Bett benutzen wollen, sollten Sie dabei zumindest nicht auf der Seite liegen und alle zehn Minuten eine Pause machen. Ein Touchscreen oder ein Touchpad sollte zur Bedienung waagerecht liegen oder maximal 30 Grad geneigt sein. Die Handgelenke und Ellenbogen sollten auf dem Tisch aufliegen können. Andernfalls drohen zwei Arten gesundheitlicher Schäden:

  • Um den oberen Teil des Touchscreens zu erreichen, muss der Arm oder zumindest der Unterarm angehoben werden. Das erschöpft die großen Armmuskeln sehr schnell.
  • Um auf einem (fast) senkrecht stehenden Touchscreen eine „Taste“ zu drücken, muss das Handgelenk nach oben angewinkelt werden (Dorsalflexion). In dieser angewinkelten Stellung können schnelle Multitouch-Gesten zu Verletzungen führen. Das Risiko von „Karpaltunnelverletzungen“ ist groß.

Weil sich bei den meisten Notebooks Tastatur und Display nicht trennen lassen, sind entweder Tastatur oder Display stets ungünstig positioniert. Wenn Sie intensiv mit einem Notebook arbeiten, sollten Sie

  • entweder einen externen Monitor für das Notebook anschaffen, um augen- und genickschonend zu arbeiten (für die Muskeln des Genicks ist es eine anstrengende Arbeit, den schweren Kopf zu halten, wenn Sie ihn für den Blick auf Tablet oder Smartphone langandauernd nach unten neigen),
  • oder eine externe Tastatur anschließen, und Sie sollten das Notebook hochstellen (auf einen Bücherstapel), damit es sich in einer augenfreundlichen Höhe befindet,
  • und statt mit Touchpad oder Touchscreen lieber mit einer Maus arbeiten.

Am besten setzen Sie alle drei Empfehlungen um. Und wenn Sie ein Tablet intensiv nutzen, sollten Sie ebenfalls über Zusatzgeräte nachdenken. Speziell für Vielreisende gibt es kleine und leichte Tastaturen (nur 170 Gramm!). Bei den mechanischen Tasten einer Tastatur spüren es die Finger durch den Widerstand oder den Druckpunkt, wenn die Taste weit genug gedrückt ist. Bei den virtuellen Tastaturen fehlt dieses taktile Feedback: der Finger spürt nicht, ob er die Taste stark genug gedrückt ist. Messungen ergaben, dass der Finger bis zu acht mal stärker auf das Bild der Taste drückt, was die Muskeln vom Finger bis zum Unterarm anstrengt. Es gibt eine Hilfe: Konfiguriert man einen Klicklaut beim Drücken einer Taste, ersetzt dies das fehlende taktile Feedback wenigstens zum Teil. Vorausgesetzt, man hört das Klicken, wenn es laut ist. Vorausgesetzt, Sie müssen das Klicken nicht abschalten, weil es in einer leisen Umgebung von den Mitmenschen als störend empfunden wird. Wenn Sie viel schreiben müssen, sollten Sie sich eine externe Tastatur anschaffen, vielleicht mit Bluetooth-Interface. Ob Augen, Genick, Handgelenk oder Mausarm: Die meisten Beschwerden lassen sich kaum behandeln und nicht restlos heilen. Ich nehme an, auch Sie wenden viel Zeit und Geld auf, um sich gesundheitsbewusst zu bewegen und zu ernähren. Sparen Sie nicht an Aufmerksamkeit und den paar Euro, um computerbedingten Gesundheitsschäden vorzubeugen!