Buchbinden/ Tipps/ Papier

PapierBearbeiten

LaufrichtungBearbeiten

Je nach Herstellung besitzen die Fasern im Papier eine Laufrichtung. Bei handgemachtem geschöpftem Papier laufen alle Fasern kreuz und quer durcheinander. Bei maschineller Produktion wird der Papierbrei auf das Band gegossen und die Fasern werden dadurch in Richtung des Bandes ausgerichtet. Bei der Arbeit mit Papier ist dies nicht unwichtig, denn beim Kontakt mit Wasser saugen die Fasern etwas Wasser auf und werden breiter. Dies hat zur Folge, dass sich das Papier biegt oder wellt. Laufen die Fasern bei einem Buchblock etwa quer zum Buchrücken, entstehen so sofort Wellen, sobald der Rücken mit Wasser (Leim!) in Kontakt kommt, da sich an dieser Stelle die Höhe des Papiers ändert. Deswegen sollte die Laufrichtung immer parallel zum Rücken gewählt werden. Zur Bestimmung der Laufrichtung gibt es diverse Möglichkeiten. Teils ist es stark vom Papier und der Länge der Fasern abhängig, wie gut die Bestimmungstechnik funktioniert, und bei handgeschöpften wird man gar kein Erfolg haben. Hier sind die bekanntesten aufgelistet, sortiert nach dem Grad der «Zerstörung»:

Ansehen
Bei groben Fasern sieht man die Richtung der Fasern von Auge.
Biegen
Gegen die Laufrichtung lässt sich das Papier schwerer biegen. Allerdings hat auch ein nicht quadratisches Papier auf der Längsrichtung einen größeren Widerstand!
Anfeuchten
Das Papier auf einer Seite anfeuchten. Es rollt sich gegen die Faserrichtung zusammen. Falls ein Stück aus einem Papierbogen ausgeschnitten wird, sollte man vorher die Oberseite kennzeichnen.
Belasten
Wenn man die Papierkante durch die Fingernägel von Daumen und Zeigefinger zieht (ähnlich wie beim Auflocken von Geschenkschnur mit der Schere), wellt sich das Papier an der Kante, die quer zur Laufrichtung steht, stärker.
Reißen
Entlang den Fasern lässt sich Papier sehr gut reißen, quer dazu gibt es jedoch immer Bogen. Sicher bekannt vom Zeitungspapier: Die einen Seiten lassen sich wunderbar reißen, bei der anderen reißt man den halben Artikel weg (natürlich reißt es immer auf die falsche Richtung ein …)

Das Papier kann man sich auch als Strohmatte vorstellen, die einzelnen Stecken stellen dabei die Fasern dar. So ist auch klar, dass sich die Fasern nicht «durchreißen» lassen wollen, und dass es auf eine Seite leichter zu beugen ist (oder sich selbst beugt mit etwas Wasser). Wer schon mal versucht hat, eine Strohmatte der Breite nach aufzurollen, wird festgestellt haben, dass es entweder nicht geht oder dass sie anders zusammengemacht wurde als normale Strohmatten.

Verklebte SeitenBearbeiten

Ist die Seite nur am Rand verklebt, kann man mit einem flachen Gegenstand (Messerrücken, starkes Papier oder ähnliches) von innen nach aussen fahren und so die Blätter lösen.