Benutzer:Bautsch/ Erkenntnisse

Wiktionary – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen:


Auf dieser Seite werden vom Wikibooks-Benutzer Markus Bautsch in loser Folge einige gesudelte Aphorismen gesammelt. Die zugrundeliegenden Gedanken haben Bezug zur realen Welt und werden sicherlich immer wieder einmal Antithesen beinhalten. So manches, was überspitzt dargestellt erscheint, ist es vielleicht gar nicht so sehr.

ErkenntnisseBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten


  • Bücher schaffen Wissen, Wissen schafft Bücher.


  • Es ist ein Drama damit: Die Wissenden verstehen sich mangels Bildung nicht mehr, denn Erkenntnis kann nicht durch Wissen ersetzt werden.


  • Ein richtiger Hinweis kann bei weniger gebildeten Menschen einen ähnlichen Zustand von Unbehagen und Verwirrung hervorrufen, wie eine inkompetente Entscheidung bei gebildeten Menschen.


  • Der Schein des angeblich Offensichtlichen wird diejenigen nicht blenden,
    • die die Fähigkeit haben, viele kleine Unterschiede wahrzunehmen,
    • die die Geduld haben, diese Information zu sammeln, und
    • die die Ausbildung haben, das Ganze korrekt zu bewerten.


  • Wer nicht auf die vielen Schönheiten seitlich des Weges achtet, wird auf der uninteressanten Deponie am Ende des eingetretenen Pfades der Massen landen.


  • Lernen und verstehen sind zwei grundverschiedene Tätigkeiten – eine davon wirkt nachhaltig, und die andere wird offenbar bevorzugt.


  • Es wäre schön, wenn die Machthabenden nicht dauernd unsinnige Richtungsentscheidungen, sondern eher die Ebene für alle sinnvoll in Frage kommenden Wege frei machen würden.


  • Wer zu viele Dinge nicht richtig tut, ist es noch weit davon entfernt, sogar das Richtige zu tun.


  • Nur weil jahrtausendelang über bestimmte Sachverhalte nichts aufgeschrieben wurde, bedeutet nicht, dass diese Sachverhalte nicht existiert und keine bedeutenden Einflüsse auf die Menschen gehabt haben. Man denke zum Beispiel nur an die mündliche Tradierung oder die Altersweitsichtigkeit (lateinisch: Presbyopie).


  • Laie, Amateur oder Dilettant zu sein, bedeutet nicht notwendigerweise, geringere Dienste zu leisten als berufsmäßige Akteure. Es gibt sowohl professionell Ausgebildete, bei denen es irritierend ist, wie wenig sie über ihr Metier wissen, als auch amateurmäßig Tätige, die auch ohne weiteres in der Lage wären, mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten Geld zu verdienen.


  • Umweltschutz sollte nicht auf Klimaschutz reduziert werden, sondern immer und im großen Maße auch alle Aspekte des Immissionsschutzes berücksichtigen.


  • Wenn der Intelligenzquotient auf einer feststehenden Skala weitgehend ohne die Abfrage von Wissen ermittelt würde, könnte man zur Schlussfolgerung gelangen, dass dessen Durchschnittswert bei den Steinzeitmenschen im Mittel etwas höher gewesen sein muss als bei der heutigen Bevölkerung, da die Überlebenschancen für kognitiv eingeschränkte Personen damals vermutlich geringer waren als heute.


  • Große Geister vermögen Kraft ihrer Vernunft und Weisheit Fehlentscheidungen zu revidieren; bei Kleingeistern scheint allein schon die Vorstellung dessen einen inneren Katastrophenalarm auszulösen.


  • Menschen, die sich nur in ihrer Muttersprache sicher ausdrücken und fließend verständigen können, sollten sich aus allen Themen heraushalten, die die Globalisierung betreffen.


  • Alle Bildungswilligen sollten sich folgendes nachhaltig klarmachen: Klugheit erlangt man weniger durch das schnelle Kopieren von Wissen oder durch Medienkonsum als vielmehr durch Ausdauer und die ernsthafte Beschäftigung mit Themen.


  • Die Gelehrten aller Zeiten unterschieden sich nicht durch ihre Bildung, sondern nur durch ihr Wissen.


  • Die meisten Berliner wissen gar nicht, dass es in ihrem Stadtgebiet mehrere europäische Vogelschutzgebiete mit einer ungeahnten Artenvielfalt gibt.


  • Zu wissen, was es alles gibt, heißt noch lange nicht zu wissen, wie das alles geht – dafür braucht es Erfahrung und Bildung.


  • Ein weiser Mensch vermag es, Unzulänglichkeiten und Fehler auszuhalten – insbesondere und sogar, wenn diese sich auf ihn selbst beziehen.


  • Denke immer so groß wie möglich – aber möglichst nie größer als dein Denkvermögen ermöglicht.


  • Cogito ergo non loquo.


MusikalischesBearbeiten


  • Wer Buchstaben und Wörter lesen lernt, tut dies oft erst sprechend und dann stumm. Melodien und Harmonien können ebenfalls erst singend oder spielend erlernt und dann stumm gelesen werden, doch scheint dies noch viel weniger als das Lesen von Texten zu den erstrebenswerten Kulturtechniken zu gehören.


  • Es ist bemerkenswert, wie wenige Leute heute noch die beiden ältesten Notenschlüssel entschlüsseln können: den C-Schlüssel und den F-Schlüssel.


  • Menschen, die keine Noten lesen können und sich sogar rühmen, nicht singen zu können, sollten auch bei den anderen großen gesellschaftlichen Themen zurückhaltend sein.


  • Die Zuhörer, die einen Neapolitaner nicht von einem Trugschluss zu unterscheiden vermögen, seien getröstet mit dem Hinweis, dass beide weder etwas mit Geographie noch mit Logik zu tun haben.


  • Man versuche sich vorzustellen, was es für die Rezeption von großer Musik bedeutet haben muss, als Tonträger noch nicht erfundenen waren.


  • Trotz immer weiter abnehmender Wochenarbeitszeit und damit einhergehend längerer Freizeit, scheint es immer weniger Menschen zu geben, die sich ernsthaft mit Musik beschäftigen.


HimmlischesBearbeiten


  • Es ist durchaus beklagenswert, dass viele Menschen und insbesondere Künstler heute anscheinend gar nicht mehr wissen, wann, wo und wie die Mondsichel am Himmel erscheint, dass im Mondschatten keine Sterne zu sehen sein können und dass während eines Vollmonds keine Milchstraße zu sehen ist.


  • Bis ins neunzehnte Jahrhundert wussten noch die meisten gebildeten Menschen in jedem Lebensjahr, in welcher Jahreszeit und in welchem Sternbild der Planet Jupiter auf dem südlichen Meridian kulminiert.


  • Schade, dass ein Sonnenuntergang in Dankbarkeit für einen guten Abend im modernen Abendland eine so viel häufigere Ehrerbietung verursacht als ein Sonnenaufgang in der Hoffnung auf einen guten Morgen im altertümlichen Morgenland.


  • Das Engagement von Pädagogen, Kindern und Jugendlichen die Astronomie trotz Lichtverschmutzung, Quantenmechanik sowie spezieller und allgemeiner Relativitätstheorie näher zu bringen, kann nicht hoch genug gepriesen werden.


  • Es ist immer wieder irritierend, wenn von "Millionen von Sternen" gesprochen oder geschrieben wird, denn diese Anzahl entspricht praktisch nie irgendwelchen Gegebenheiten: Heute sind wegen der Lichtverschmutzung an vielen Orten häufig nur so wenige Sterne mit bloßem Auge zu sehen, dass diese ohne große Anstrengung gezählt werden können. In Lichtschutzgebieten könnten selbst unter idealen Bedingungen gerade einmal einige tausend Sterne aus unserer Galaxis abgezählt werden. Bei der Betrachtung der Milchstraße sehen wir jedoch gleichzeitig Abermilliarden von Sternen.


  • Der sich im Winter am westlichen Horizont bietende Anblick der untergehenden Plejaden gehört bei völliger Dunkelheit sicherlich zu den erhabensten Naturerfahrungen, die je ein Mensch machen konnte und kann.


  • Was die Geometrie für die himmelsmechanischen Grundlagen der Astronomie ist, ist die Arithmetik für die quantenmechanischen Grundlagen der Astrophysik.


  • Die kognitive Betrachtung des Himmels gleicht dem Lesen in einem unerschöpflichen Lehrbuch der Natur. Die sieben Wandelgestirne sind die Buchstaben, die sich auf der unbegrenzten Zeile der Ekliptiklinie zu immer wieder neuen Wörtern aufreihen. Die dazugehörige Grammatik nennen wir Astronomie.


TechnischesBearbeiten

Das Hybridbild vom Wikigolfball demonstriert, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.


  • EOS = European Operating System: In einem Europa ohne Struktur wird ein solches Betriebssystem wegen der ewigen ohnmächtigen Sorglosigkeit nur eine Vision bleiben.


  • Es ist interessant und aufschlussreich, mit welcher Gleichgültigkeit es hingenommen und ertragen wird, wenn die Software auf einem Computers mit mechanischer Festplatte für den Benutzer blockiert wird, weil sie offenbar wegen mangelhafter Gebrauchstauglichkeit oder Qualität immer wieder aktualisiert werden muss.


  • Wir sollten uns davor hüten, unser Aussehen und unsere Umwelt den manipulierten Bildern nachzubilden, die inzwischen massenweise aus den photographischen Aufnahmen von uns und unserer Umwelt erzeugt werden.


  • Komplexe Software, die mit der veralteten, aber leider immernoch beliebten Programmiersprache C entwickelt wurde, ähnelt häufig einem Haushalt, bei dem die Kühlschrankbeleuchtung morgens nicht funktioniert, weil am Vorabend vergessen wurde, die Klospülung zu betätigen. Das ist für die Anwender wie für die Bewohner frustrierend, und die Fehlersuche ist mühsam, zeitfressend und nervenzehrend sowie kostspielig.


  • Menschen, die damit kokettieren, dass sie in der Schule schlechte Noten im Fach Mathematik hatten, sollten sich vorzugsweise aus Diskussionen in den Fächern Logik, Philosophie oder Technik heraushalten.



  • Wenn also die Informatik ebenso wie die Mathematik eine   Strukturwissenschaft ist, dann sollten auch ihre Aufgaben und Probleme mit streng strukturierten Mitteln bewältigt werden – eine recht hohe Hürde für die Betroffenen.


  • Viele nicht hinreichend gebildete Menschen werden in den folgenden korrekten Aussagen mehrere Fehler wähnen: 1967 wurde in der deutschen Metallindustrie die 1010002-Stunden-Woche eingeführt, und seit 1995 gilt in der westdeutschen Metallindustrie die 1000112-Stunden-Woche. Das ist eine Verringerung um 1012 Stunden oder um 1/10002. Anders ausgedrückt: es sind 1100,12 Prozent weniger Stunden geworden.


  • Die private Videoüberwachung und -speicherung öffentlicher Räume ist in Deutschland nur dann erlaubt, wenn die davon unmittelbar betroffenen Personen zugestimmt haben. Andernfalls stellt dies eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Betroffenen dar.
    Dann ist offensichtlich auch die private Internetüberwachung und -speicherung öffentlicher Räume in Deutschland nur dann erlaubt und stellt keine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Betroffenen dar, wenn die davon unmittelbar betroffenen Personen zugestimmt haben.
    Sowohl die Ausführenden als auch die Betroffenen sind zum Beispiel Smartphone-Nutzer. Diese wissen als Ausführende in der Regel gar nicht, dass manche der von ihnen verwendeten mobilen Apps permanent und systematisch alle in der Umgebung verfügbaren Netzwerkknoten suchen und deren personenbeziehbare eindeutige MAC-Adressen an private Unternehmen nach Übersee senden. Und als Betroffene ahnen sie gar nicht, dass sie bespitzelt werden, und können demzufolge auch gar nicht zugestimmt haben.
    Merkwürdige Verhältnisse...