Badminton: Kurzeinführung

Badminton ist ein sehr schnelles facettenreiches Spiel, das sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Spielern seine Reize bietet. In diesem Kapitel werden Grundlagen für Interessierte erläutert, die die Sportart Badminton bisher noch nicht kannten bzw. grundlegende Spielsysteme nicht kennen. Dazu gehört sowohl die Erläuterung, wie beim Badminton Punkte erzielt werden als auch die Erläuterung der Linien auf dem Feld wie auch der Zusammenhang zwischen Aufschlag und Punktestand beim Einzel und beim Doppel.

Die Erläuterungen in diesem Kapitel dienen lediglich der knappen Einführung in Badmiton für Personen, die mit Badminton bisher nichts oder nur sehr wenig zu tun hatten. Für Personen, die bereits Badminton spielen, sind die Ausführungen in diesem Kapitel bereits bekannt und insofern wahrscheinlich uninteressant. Regelbesonderheiten (z.B. zum Aufschlag oder zum Spiel am Netz) sind im Kapitel Regeln beschrieben.

Punkte, Fehler und SpielgewinnBearbeiten

Im Gegensatz zum sog. Federball im Park oder am Strand geht es beim Badmiton darum, den Gegner zu einem Fehler zu zwingen und dadurch Punkte zu erlangen. Fehler einer Partei sind:

  • der von der Partei gespielte Ball fällt ins Aus
  • der von der Partei gespielte Ball fällt ins eigene Feld
  • der von der Partei gespielte Ball fliegt unter dem Netz hindurch
  • der von der Partei gespielte Ball wird von den Spielern aus dieser Partei mehr als einmal berührt, ohne dass ein gegnerischer Spieler den Ball dazwischen berührt
  • das Netz wird von einem Spieler der Partei (egal ob mit dem Schläger, dem Körper oder der Bekleidung) berührt

Im Gegensatz zu anderen Rückschlagspielen ist es kein Fehler, wenn der Ball das Netz berührt, selbst beim Aufschlag nicht. Ein "Netzroller" der danach im Aufschlagfeld landet, ist kein Fehler des Aufschlägers.

Eine Partei entscheidet einen Satz für sich, wenn sie 21 Punkte erreicht hat. Beim Stand von 20:20 gibt es Verlängerung. Die Partei, die als erste 2 Punkte Abstand herausspielen kann oder zuerst 30 Punkte erreicht, entscheidet dann den Satz für sich. Die Partei, die zuerst zwei Sätze für sich entscheiden kann, gewinnt das Match / Spiel.

Feld und LinienBearbeiten

Das Badmintonfeld besteht aus mehreren Arten von Linien:

  • Seitenlinien: Die Seitenlinien begrenzen das Spielfeld während des gesamten Spiels. Bei einem "Einzel" (wenn jeweils ein Spieler gegen einen anderen spielt) werden die inneren, bei einem "Doppel" (wenn in jeder Partei jeweils zwei Spieler gegen zwei andere spielen) die äußeren Seitenlinien genutzt. Bei den Seitenlinien wird nicht zwischen Aufschlag oder Spiel unterschieden. Die innere Seitenlinie (Seitenlinie Einzel) hat im Doppel keine Bedeutung, da das Doppelfeld während des gesamten Spiels immer bis zur äußeren Seitenlinie geht. Die äußere Seitenlinie (Seitenlinie Doppel) hat im Einzel keine Bedeutung, da das Einzelfeld während des gesamten Spiels immer bis zur inneren Seitenlinie geht. Alles außerhalb der inneren Seitenlinie hat im Einzel keine Bedeutung.
  • Aufschlaglinien: Die Aufschlaglinien begrenzen (zusammen mit Mittellinie und Seitenlinie) das Aufschlagfeld. Der Aufschlag muss immer diagonal aus dem Aufschlagfeld des Aufschlägers in das Aufschlagfeld des Rückschlägers gespielt werden.
    • Vordere Aufschlaglinie: Die vordere Aufschlaglinie begrenzt das Aufschlagfeld hin zum Netz. Der Aufschläger darf bei der Durchführung des Aufschlags nicht vor der vordern Aufschlaglinie stehen. Der vom Aufschläger geschlagene Ball darf nach dem Aufschlag nicht vor der vorderen Aufschlaglinie der gegnerischen Feldhälfte landen, da dies sonst einen Fehler des Aufschlägers darstellt. Nach dem Aufschlag hat die vordere Aufschlaglinie keine Bedeutung mehr, da das Spielfeld nach dem Aufschlag nur noch von der Seitenlinie, der Grundline (=hintere Aufschlaglinie Einzel) und dem Netz begrenzt wird.
    • Hintere Aufschlaglinie: Die hintere Aufschlaglinie begrenzt das Aufschlagfeld am hinteren Ende des Spielfelds. Der Aufschläger darf bei der Durchführung des Aufschlags nicht hinter der hinteren Aufschlaglinie stehen. Der vom Aufschläger geschlagene Ball darf nach dem Aufschlag nicht hinter der hinteren Aufschlaglinie der gegnerischen Feldhälfte landen, da dies sonst einen Fehler des Aufschlägers darstellt. Beim Einzel hat die innere hintere Aufschlaglinie (hintere Aufschlaglinie Doppel) keine Relevanz. Beim Doppel begrenzt die innere hintere Aufschlaglinie das Aufschlagfeld. Nach dem Aufschlag hat auch beim Doppel die innere hintere Aufschlaglinie keine Relevanz mehr.
  • Mittellinie: Die Mittellinie begrenzt das Aufschlagfeld zum restlichen Spielfeld. Wie auch bei der vorderen und hinteren Aufschlaglinie sowie bei der Seitenlinie darf der Aufschläger auch diese Linie beim Aufschlag nicht überschreiten und muss der aufgeschlagene Ball im diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfeld der Rückschlagenden Partei landen. Nach dem Aufschlag hat die Mittellinie keine Relevanz mehr.

Aufschlag und ZählweiseBearbeiten

Zu beginn eines Spiels wird gelost, welche Partei den Aufschlag bzw. die Seite, auf der die Partei beginnen möchte, wählen darf. Die Partei, die das Los gewinnt wählt entweder die Feldseite aus, auf der die Partei den ersten Satz spielen möchte oder die Partei wählt ob sie aufschlagen oder den Aufschlag annehmen möchte. Die zweite Partei erhält dann die verbleibende Wahl.

Der Aufschlag erfolgt immer aufgrund des eigenen Punktestands einer Partei. Wie viele Punkte die gegnerische Partei hat, ist für den eigenen Aufschlag nicht relevant. Bei geradem Punktestand (und einem Punktestand von null Punkten) erfolgt der Aufschlag aus dem rechten eigenen Aufschlagfeld diagonal in das rechte Aufschlagfeld der gegnerischen Partei, bei einem ungeraden Punktestand aus dem linken eigenen ins linke gegnerische Aufschlagfeld. Dies gilt sowohl beim Doppel als auch beim Einzel.

Nach einem Ballwechsel hat immer die Partei das Aufschlagrecht, die den letzten Punkt gewonnen hat. Ein Punkt kann unabhängig davon erzielt werden, ob die Partei das Aufschlagrecht hat oder nicht. Im Doppel schlägt der Aufschläger so lange auf, bis seine Partei einen Fehler macht. Solange seine Partei Punkte erzielt (die gegnerische Partei macht die Fehler), schlägt immer derselbe Aufschläger bei geradem Punktestand von rechts und bei ungeradem Punktestand von links auf. Verliert eine Partei das Aufschlagrecht bleiben die Spieler ihren Positionen zugeordnet. Der Spieler, der links stand, bleibt links und der Spieler, der rechts stand, bleibt rechts (nur für Aufschlag und Rückschlag. Während des Ballwechsels dürfen sich beide Spieler auf dem Feld bewegen, wie sie wollen). So ist gewährleistet, dass beide Spieler einer Partei immer abwechselnd Aufschlag haben, da beim nächsten Wechsel des Aufschlagrechts die Partei einen weiteren Punkt gewinnt. Im nachfolgenden Beispiel wird dies deutlich.

Beispiel: Partei A, bestehend aus den Spielern A1 und A2, spielt gegen Partei B, bestehend aus den Spielern B1 und B2. Der Spielstand ist 16 zu 13. Partei A führt. Spieler A1 schlägt von rechts auf (gerader Punktestand der Partei A), Spieler B1 ist Rückschläger (und steht somit in seinem rechten Aufschlagfeld, diagonal zum rechten Aufschlagfeld von Spieler A1). Gewinnt nun Partei A den Ballwechsel steht es 17 zu 13 und Spieler A1 schlägt von links auf Spieler B2 auf. Gewinnt nun Partei B den Ballwechsel steht es 17 zu 14 und Spieler B1 schlägt von rechts auf Spieler A2 auf. Gewinnt nun Partei A wieder den Ballwechsel steht es 18 zu 14 und Spieler A2 schlägt auf Spieler B1 auf.